fl x^ PHYTOCHEMIE VON FRIEDRICH ROCHLEDER, MED. DR. UND PKOF. ,10%^ LEIPZIG, VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. 1854. x<ÖC^^?> Einleitung. ich habe vor sechs Jahren eine Broschüre von geringem Umfange miter dem Titel „Beiträge zur Phylochemie" erscheinen lassen. Die Schrift hat manche Mängel an sich gehabt, die ich jetzt besser als damals wahrnehme, sie mag manches Zweck- mässige enthalten haben. So hat die Eintheilung der Pflanzen- stofPe in natürliche Familien, z. B. Aepfelsäuregruppe, Gerbsäure- gruppe etc. in vielen, seitdem erschienenen chemischen Werken Aufnahme gefunden. Seit dem Erscheinen der benannten Schrift hat die Wissenschaft Fortschritte gemacht. Einige umfangreichere Arbeiten, deren mehrere in meinem Laboratorium ausgeführt wurden, haben mich in den Stand gesetzt, manche Erscheinungen im Pflanzenleben anders, vielleicht richtiger, aufzufassen, als es fi'üher möglich war. Jede wissenschaftliche Arbeit fordert zu neuen Arbeiten auf. Der Wanderer im Gebirge , wenn er eine Höhe erstiegen hat, sieht von dort aus, wie viele Anhöhen noch zu übersteigen, wie viele Hindernisse noch zu besiegen sind, ehe er ein gewünschtes Ziel erreicht. Ebenso ist es in der Wissen- schaft, wenn auch in dieser das letzte Ziel für uns unerreich- bar ist. Dass es gegenwärtig in der Chemie des vegetabilischen Rei- ches mehr Lücken gibt, die auszufüllen sind, als festgestellte, wohlbegründete und richtig aufgofasste Thatsachen, dass sich VI Eiiiloitung. Hunderte von Fragen aufdrangen , von denen wir die wenigsten zu beantworten vermögen, ist leider wahr. Allein schon dadurch, dass wir uns des Fehlenden bewusst werden, haben wir den ersten Schritt zur Vollendung gethan. Es giebt der chemischen Untersuchungen in diesem Gebiete viele, die an und für sich keinen Werth haben, unvollkommene und vereinzelt stehende Beobachtungen, für deren Richtigkeit wir keine genügende Bürgschaft besitzen, die aber in den Händen derer, die Arbeiten in derselben Richtung unternehmen, Werth bekommen können. Die Mehrzahl von Ptlauzenanalysen ist qualitativ, sie taugen nichts; so wie sie sind, entsprechen sie dem Stande der Wissen- schaft nicht mehi-. Aber für den, der sich mit Pflanzenanalysen beschäftigt, sind sie von Werth , weil sie seine Aufmerksamkeit auf manches lenken, was derselben leicht entgangen wäre. Un- vollkommene Arbeiten geben zu vollkommeneren Untersuchungen Anlass, in sofern haben sie Werth, deshalb ist es von Nutzen, sie zu kennen. Aus diesem und keinem andern Grunde ist die Mehr- zahl der Pflanzenanalysen hier aufgenommen worden. Ich habe in dieser Schrift alles das zusammenzustellen ver- sucht, was wir heut zu Tage über die chemische Zusammen- setzung der Pflanzen, sowie über die chemischen Processe, welche in den Pflanzen während ihrer Lebenszeit vorgehn, wis- sen, oder für höchst wahrscheinlich zu halten uns gedrungen fühlen. Das ganze Material zerfällt seiner Natur nach in vier Theile, die ich in vier gesonderten Abschnitten abgehandelt habe. Die erste Abtheilung enthält die Analysen der Pflanzen mit besonderer Berücksichtigung der oiganischen Bestandtheile. Ich habe die bis jetzt publicirten Analysen nicht alle aufgenom- men, sondern eine Auswahl unter denselben getroff"en. Einige derselben, besonders aus der altern Zeit, würden nur Raum für sich in Anspruch genommen haben, ohne zu etwas verwendbar Einleitung. VII ZU sein. Ausser den Analysen habe ich eine nicht geringe Anzahl von Pflanzen aufgeführt und einige an ihnen beobachtete Eigen- schaften hinzugefügt, die auf die Anwesenheit eines oder des andern Bestandtheiles, z. B. eines ätherischen Oeles, einer Gerb- säure, einer organischen Base u. s. vv. hinweisen. Diese Beispiele sollen, in soweit es möglich ist, die Stelle noch nicht angestellter Analysen vertreten. Die sämmtlichen Analysen mussten nach einem Systeme geordnet werden. Ich habe das natürliche System von Bartling zu Grunde gelegt. Es hätte ebenso gut ein anderes System hiezu benutzt werden können, für den Zweck, den das System hier zu erfüllen hat , ist die Wahl ziemlich gleichgültig. Ich muss hier meinen wärmsten Dank meinem CoUegen, dem Herrn Professor Koftcletzky ausdrücken , der mich bei dieser An- ordnung und der Synonymik auf das Freundlichste unterstützt hat. Der zweite Abschnitt sollte plangemäss die Analysen der Pflanzen in Beziehung auf ihre unorganischen Bestandtheile , die Aschenanalysen enthalten. Aus Gründen, die ich am geeigneten Orte ausführlich angegeben habe, ist eine Zusammenstellung dieser Analysen unterblieben. Im dritten Abschnitte habe ich den Versuch gewagt, die Zusammensetzung derVegetabilien und ihre Form als wesent- lich in Zusammenhang stehend und einander ursächlich bedingend darzustellen. Der vierte Abschnitt enthält in möglichster Kürze eine Darstellung des Stoffwechsels in den Pflanzen, der chemischen Processe, vermittelst welcher die Nahrungsmittel der Pflanzen in Bestandtheile der Pflanzen nach und nach übergeführt werden. In einem Anhange habe ich ein alphabetisches Verzeichniss jener Pflanzenbestandtheile gegeben, deren chemische Zusam- mensetzung bekannt ist. Dieses Verzeichniss dient dem Leser der verschiedenen Abschnitte zum Nachschlagen, wenn er die Zusam- mensetzung eines genannten Stoffes zu erfahren wünscht. yjjj Einleitung. Zum Schlüsse wurde, um das Auflinden zu erleichtern, ein Index classium et ordinum seu familiarum und ein Index generum beigegeben. Die UnVollständigkeit unserer Kenntnisse in diesem Gebiete bringt noth wendig das Vorhandensein vieler Lücken mit sich. Wenn es mir gelungen ist, das Wenige, was wir mit Gewissheit wissen und was wir mit gutem Grunde vermuthen , fasslich und möglichst vollständig zu geben, auf die noch auszufüllenden Lücken deutlich hinzuweisen und dadurch zu Arbeiten Veranlas- sung zu geben , die unsere Kenntnisse vervollkommnen und er- weitern, wenn einige von mir ausgesprochene Vermuthungen zur experimentellen Bestätigung oder Widerlegung veranlassen wür- den, dann wäre der Zw^eck erreicht, den ich zu erreichen strebte. Mit dem Wunsche, genützt zu haben, übergebe ich das Buch dem Urtheile unparteiischer Sachverständiger in der angenehmen Hoff- nung, dass sie unter der Spreu des Misslungenen einige Körner finden dürften, die einer erspriesslichen Entwicklung fähig sind. Prag, den Sl. Januar 1854. M. Dr. Fr. Rochleder. Inhalt. Seite Einleitung v Erster Abschnitt. Analysen der Pflanzen , mit besonderer Rücksicht auf ihre organischen Bestandtheile 1 Zweiter Absclinitt. Analysen der Pflanzen, mit alleiniger Berücksichtigung ihrer unorganischen Bestandtheile 251 Dritter Abschnitt. Heber den Zusammenhang zwischen der Form und Zusam- mensetzung der Gewächse 237 Vierter Abschnitt. Der Stoffwechsel in den Pflanzen 309 I. Nahrungsmittel der Pflanzen 312 II. Bestandtheile der Pflanzen 317 III. Metamorphosen in den Pflanzen 320 IV. Bewegung der StofTe und ihre Folgen 331 V. Einfachheit der Zusammensetzung der Pflanzen 335 VI. Das Verhältniss der organischen zu den unorganischen Bestand- theilen der Vegetabilien 337 VII. Perioden im Stoffwechsel 341 VIII. Pflanzengeographie 343 Anhang. Alphabetisches Verzeichniss der bis jetzt, ihrer Zusammensetzung nach, bekann- ten Bestandtheile der Pflanzen 345 Index familianim 357 Index generura 361 380S7 ERSTER ABSCHNITT. Analysen der Pflanzen mit besonderer Rücksicht auf ihre oro^anischen Bestandtheile. Rochleder, Phytochemie. I. V e g- e t a b i 1 i a d i c o t y 1 e d o n e a. CLASSIS I. G a I p h y t a e. O. 1. Miiiio8eae. Die Pflanzen dieser Familie sind in Betreff ihrer Zusammensetzung gänzlich unbekannt. Ich will hier als Beispiele einige Pflanzen her- setzen und ihre Eigenschaften beifügen, um wenigstens, so weit es möglich ist, von der Stoflbildung in denselben eine Vorstellung zu geben. Entada Pursaeta. i)e(7. (Mimosa scandens. Z. Acacia. iV.) Die jungen Zweige dienen statt der Seife (Saponin?). Die Samen wirken eme- tisch und purgirend. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Entada GigaloMum. DeC. (Entada Paranna. Pers.) Die Samen wirken emetisch, die Fruchtschale enthält einen gummösen Saft. Mimosa pudica. L. Soll in den giftig wirkenden Blättern und Zwei- gen Catharlin enthalten. Die unangenehm riechende, bittere Wur- zel wirkt brechenerregend. Mimosa sensitiva. L. Enthält Gerbstoff und Schleim (Gummi?) und Ca- tharlin oder überhaupt einen purgirenden Stoff. Die Wurzel ist emetisch. Mimosa asperata. W. Besitzt ganz ähnliche Eigenschaften wie die vor- hergehende. Mimosa abstergens. Rxhg. Die Rinde wird statt Seife zum Waschen verwendet (Saponin?). Mimosa cinerea. L. Die jungen Triebe enthalten viel Gerbstoff. Pithecolobiimi Quaremotemo. Hart. (Mimosa cochlocarpa. Gomez) liefert, wie auch : Acacia Angico Marl, und Styphnodendron Barhatimam Marl. (Mimosa. Vell.) den Cortex Barbatimao oder Cortex adstringens brasiliensis, 1* 4 I. Vegetabilia dicotyledonea. welcher reich an Gerbstoff ist und bitter schmeckt. (Der Gerbstoff ist eisengrlinend.) Acacia Verek. Guill. et Perk. (Miinosa senegalensis. Lam.) liefert Sene- gal-Gummi. Parkia africana. R. Br. (P. biglobosa. Bnth. Inga biglobosa. W. Mimosa. Jacq.) Die Samen (Kaffee von Soudan) sind bitler. Das Mark der Hülsen dient zum Färben. Inga Vera. W. (Mimosa Inga. L.)' Rinde und Blätter sind gerbstoff- reich, das Fruchtmark zuckerhaltig. Inga foetida. W. Besitzt einen unangenehmen, intensiven Geruch. Inga sapida. Knth. Die Früchte enthalten viel Zucker. Inga Bourgoni. DeC. (Mimosa. Aubl.) Das Fruchtmark ist zucker- haltig, die Rinde ist scharf, sie enthält Gerbstoff. Pithecolobium Unguis Cati. Bnth. (Inga. W.) Die bittere Rinde enthält Gerbstoff. Die Hülsen sind gerbstoffreich, sie enthalten einen an der Luft schwarz werdenden Saft. Pithecolobium dulce. Bnth. (Inga. W.) Das Fruchtmark ist zucker- reich, die Rinde enthält viel Gerbstoff. Pithecolobiiun bigeminum. iMart. (Inga. W.) Das Holz ist roth, Wurzel und Samen riechen stark und unangenehm. Pithecolobium saponarium. K. (Inga. W. Mimosa. Lour.) Die Rinde des Stammes und die Wurzelrinde riechen unangenehm, sind scharf und können wie Seife gebraucht werden (Saponin?). Die Blätter haben dieselben Eigenschaften, aber in geringerem Grade. Pithecolobium cyclocarpum. Mart. (Inga. W.) Das Fruchtmark wird statt Seife gebraucht (Saponin?). Die zerstossenen Hülsen kommen als Algarovilla in den Handel, sie sind reich an Gerbstoff, das Mark ist bitler. Calliandra Kunthii. Bnth. (Inga anomala. Knth.) Die Wurzel ist scharf und feich an Gerbstoff. Calliandra grandifiora. Bnth. (Mimosa. VHer.) Die Wurzel ist scharf, enthält Schleim und Gerbstoff. Prosopis juliflora. DeC. (Mimosa. Sw. Acacia. W. Algarobia. Benth.) Aus der Rinde schwitzt ein Gummi von den Eigenschaften des ara- bischen Gummi. Prosopis horrida. Knth. ) Prosopis dulcis. Knth. \ Die Hülsen und das Fruchtmark sind Prosopis Siliquastrum. DeC. ( reich an Zucker. Prosopis spicigera. W. ) Lagonychium Stephanianum. M. B. Das Fruchtmark ist reich an Zucker. Pithecolobium parvlfolium. Benth. (Acacia. IF.; Pithecolobium Mar thae. Kost. (Inga. Spr.) Classis I. Calophytae. 5 Acacia Jurema. Mart. Von dieser Pflanze soll die bittere, an Gerbstoff reiche Jurema -Rinde kommen. Acacia Elirenbergiana. Hayn. \ Acacia gummifera. W. (Mimosa. Brouss.) \ Liefern das arabische oder Se- Acacia Seyal. Del. j negal- Gummi. Acacia tortilis. Ilayn. (Mimosa. Forsk.]} Acacia Karroo. Haipi. Schwitzt ebenfalls Gummi aus. Acacia Adaiisoiiil. Guill. et Peir. Alle Theile enthalten viel Gerbstoff. Die Hülsen enthalten einen reihen Saft, der zu einer kino- artigen iMasse eintrocknet. Acacia vera. 17. (Mimosa nilolica. L.) Liefert auch arabisches Gummi. Die Hülsen enthalten viel Gerbstoff. Acacia arabica. W. (Mimosa. Lam.) Liefert ebenfalls arabisches Gummi. Die Hülsen sind reich an Gerbstoff und werden von einer Varietät (Acacia arabica. Rxbg.) als Bablah in den Handel gebracht. Acacia Intsia. W. (Mimosa. i.) Die Wurzel rinde enthält Gerbstoff. Acacia Sing. GuilL et Perr. Schwitzt Gummi aus. Acacia tortuosa. W. (Mimosa. L.) Schwitzt Gummi aus. Alle Theile schmecken sehr bitter. Acacia horrida. W. (Mimosa. L.) Schwitzt Gummi aus. Acacia Cavenia. Hook, el Arn. (Mimosa. Mol.) Die Samen riechen und schmecken knoblauchartig. Die Blüthen sind wohlriechend. Der Baum schwitzt ebenfalls Gummi. Acacia leucophlaea. W. (Mimosa. Rxbg.) Die ganze Pflanze ist sehr reich an Gerbstoff'. Nach Martins stammt von ihr das Kutira-Gummi. Acacia concinna, DeC. (Mimosa. W.) Die Hülsen können statt Seife gebraucht werden (Saponin?). Acacia deciirrens. W. (Mimosa. Vent.) Schwitzt Gummi aus, ganz ähn- lich dem Senegal- Gummi. Acacia Cateclm. W. (Mimosa. L. fil.) Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Die Sorte Gatechu, die davon abstammt, soll eisenbläuenden Gerbstoff enthalten. Der gegen\^ artig im Handel vorkommende aber enthält aller eisengrünenden Gerbstoff. Acacia ferriiginea. DeC. lr.nj-. i, n \ ^ k . . , ,r ir . < Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Acacia adstringens. Mart. \ Acacia mellifera. Bnth. (Inga. W.) Die ßlüthen sondern viel süssen Nectar ab. Vachelia Farnesiana. W. et A. (Acacia. W.) Die Blüthen sind sehr wohlriechend. Die an Gerbstoff reiche Wurzel rinde riecht uner- träglich knoblauchartig. Die Samen schmecken scharf, knoblauch- artig. Albizzia Julibrlssin. Bnth. (Acacia, 17.) Hat wohlriechende Blüthen. Albizzia amara. Bnth. (Acacia. 17.) Alle Theile der Pflanze sind bitter, reich an Gerbstoff. 6 ]. Vegetabilia dicotyledonca. Detarium miorocarpum. Guill. et Perr. Die Blätter und Früchte sind wohlriechend. Das wohlriechende Mark der Hülsen ist reich an Zucker. Detarium Senegalense. Gmel. Die eine Abart davon trägt Früchte mit zuckerreichem, die zweite Abart mit bitterem Mark; letztere gelten für giftig. O. 2. Caesalpineae. Genera A. GeofFroyea. Arachis hypogaea. L. Die Mandeln enthalten viel fettes Oel und Stärke. [Brioli.) Die Samen (?) enthalten: fettes Oel, Pflanzencasein, durch Essigsäure fällbar, (also wohl Legumin?) krystallisirbaren Zucker, phosphor- und äpfelsauren Kalk, Chlorkalium, Pflanzenfaser, wenig Stärke. [Payen xmd Henry.) Das Oel trocknet nicht ein, setzt kein Margarin ab [Buchner) und wird durch saures, salpetersaures Queck- silbersalz nicht fest. [Poutet.) Andira inerrais. Än/A. (GeolTroya. Sw.) Liefert Gorlex Geoffroyae jamai- censis. Diese Rinde enthält: Wachs, braunes Hartharz, gelben, ex- tractiven Farbstoff, Gummi, viel Stärke, Holzfaser, wenig moderartige Materie, Jamaicin, in kohlensaurem Natron lösliche, Stickstoff- hallige Materie, kleesauren Kalk: in der Asche: kohlen-, phosphor- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Bittererde und Kieselsäure. [Hüttenschmid.) Andira retusa. Knlh. (Geoffroya. Lam.) Liefert Cortex Geoffroyae suri- namensis. Diese Rinde enthält: eisengrünenden Gerbstoff, Gummi, Stärke, Holzfaser, Surinamin, braune Stickstoff-haltige, nicht in Was- ser, aber in Essigsäure lösliche Materie, Aepfelsäure an Kali und Kalk gebunden, viel kleesauren Kalk ; in der Asche: kohlen- und phosphor- saures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Eisen- oxyd, Bittererde, Kieselsäure und Manganoxyd. [Hüttenschmid.) {Liefern die Semen Angelin. Diese Samen sind scharf, enthalten einen flüchtigen, die Augen reizenden Stoff" (Senföl?). Sie wir- ken anthelmintisch. Dipterix odorata. W. (Coumarouna. Auhl. Baryosma Tongo. Gaertn.) Die Tonkabohnen enthalten: Cumarin, verseifbares Fett, aus festem und flüssigem Anlheil gemengt, gährungsfähigen Zucker, Gummi, Stärke, Holzfaser, freie Aepfelsäure, Ammoniak- und Kalksalz. [Boul- lay und Boiitron- Charlard.) Dipterix opposltifolia. W. (Taralea. ^m&/. Baryosma. Pers.) Soll die Ton- kabohnen der englischen Colonien liefern , während die der holländi- schen von D. odorata stammen. Classis 1. Calophytae. 7 Genera B. Caesalpinea legitima. Caesalpinia bahamensis, Lam. Das Kernholz kömmt als gelbes Bra- silienholz in den Handel. Die Rinde ist scharf. Caesalpinia Crista. L. Das Holz kömmt ebenfalls als Brasilienholz oder gelbes Fernam bukholz in den Handel. Es enthält : flüch- tiges Oel, extractiven Farbstoff, Gerbstoff, Holzfaser, Essigsäure, Am- moniak- und Kalksal/.e, ein schwefelsaures Salz, Nvahrscheinlich auch Zucker und Gallussäure. [ChevreuL] Die Rinde ist ebenfalls scharf. Caesalpinia hijiiga. Sw. Das Kernholz ist röthlich gefärbt. Alle Theile riechen, gerieben, wie Jupinerus Sabina. Caesalpinia echinata. Lam. (Guilandina. Spr.) Das Kernholz hat den Namen rot h es Brasilien- oder Fernam buk holz. Caesalpinia hrasiliensis. L. Gibt das westindische Fernambuk- holz. Caesalpinia Sappan. L. Gibt das Sappanholz oder falsche Santel- h olz. Caesalpinia coriaria. W. Die Früchte sind als Libi-Dibi oder Lividivi bekannt, sie enthalten Gallussäure und eine vom Galläpfelgerbstoff verschiedene Gerbsäure. [Stenhome .) Haematoxylon campecliianum. L. Gibt das C a m p e c h e n - oder B 1 a u - holz. Dieses enthält: flüchtiges Oel, fette oder harzige Materie, Häma- toxylin , oxydirten Gerbstoff, Holzfaser, kleberarlige Materie, Essig- säure, essigsaures Ammoniak , Kali, Kalk, kleesauren Kalk, Chlor- kalium, schwefelsaures Kali , Thonerde , Kieselsäure, Mangan- und Eisenoxyd. [ChevreuL ) — Aus dem Stamme fliesst ein süsslich schmeckendes Gummi aus. Ceratonia Siliqua. L. Die Hülse enthält: Extraclivstoff, Schleimzucker, Gummi, Gallussäure, [Proust) Buttersäure, [Redtenbacher). Aus Stamm und Zweigen schwitzt ein Gerbstoff- haltiger Saft aus, in dem Krystalle von Zucker anschiessen. [Klaproth.) — Die Blätter sind reich an Gerbstoff. — Die Schalen des Johannisbrotes enthalten: Pflanzenfaser, Traubenzucker, Eiweiss, Pflanzenleim, Gummi, rothen Farbstoff, Pektin, Gerbstoff", Chlorophyll, fettes Oel und Stärke. Der Kern enthält: Schleim, [in der äussern Haut] Schleimzucker, im Innern : Eiweiss, Gummi, Faser, Stärke, Gerbstoff, Pflanzenleim, Zucker, fettes Oel, Wachs und gelben Farbstoff. [Reinsch.) Tamarindus indica. L. Das Mark der Früchte enthält: Zucker, Gummi, Pflanzengallerte, parenchymatöse Materie (= Holzfaser), Aepfelsäure, Citren- und Weinsäure und Weinstein. [Vauqitelin.) Nur Weinsäure, keine Cilronsäure [Scheele) und Essig- und Ameisensäure. [v. Goriip-Besanez.) — Die Rinde enthält Gerbstoff. Die Blätter schmecken säuerlich und wirken wie Sennesblätler. Die BlUlhen sind wohlriechend. Cassia lenitiva. Bisch. (C. lanceolata. Nect. non Forsh. C. et ß. Cassia acutifolia. Delü.) Das wässerige Extract der alexandrinischen Sen- § I. Vegetabilia dicotyledonea. nesbläller enthält: Sennabitter, braunrothes Gummi, eine dem thierischen Schleim ähnliche, durch Säuren fällbare Materie, essig- sauren Kalk , das Kalksalz einer Säure (wahrscheinlich Aepfelsäure), essigsaures Kali und Chlorkalium. [Braconnot.) — Die alexandrini- schen Sennesblätter enthalten: wenig flüchtiges Oel, fettes Oel, Blatt- grün, Sennabitter, extractiven gelben Farbstoff , Holzfaser, Gummi, lösliches Eiweiss, Aepfelsäure, äpfel- und essigsaures Kali, äpfel- und weinsauren Kalk; in der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk , Kieselsäure. [Las- saigne und Feneulle.) — Die Sennesblätter, mit Wasser destillirt, ge- ben ein schmieriges, flüchtiges Oel von sehr widrigem Geruch und Geschmack. [Carthäuser.) — Die Sennesbälglein enthalten: flüch- tiges Oel, fettes Oel, Sennesbitter, (weniger als die Blätter) gelben extractiven Farbstoff, Gummi, Holzfaser, wenig Eiweiss, Aepfelsäure, zum Theil an Kali und Kalk gebunden; in der Asche: kohlen-, Schwe- fel- und phosphorsaures Kali, Chlorkalium, Kalk und Kieselsäure. {Feneulle.) Das Sennabitter oder Catharlin, [der purgirende Stoff nach Lassaigne und Feneulle] besitzt nicht die Eigenschaft zu purgiren. {Heerlein.) Cassia medicinalis. Bisch. (C. lanceolata. Aut. non Forsk.) Liefert die Senna von Mekka, so wie die Tinnevelly-Senna. Kommen unter der alexandri- nischen Senna in grosser, in Cassia obtiisata. Hatjne. (G. Senna. Jacq.)\ der tripolitanischen in geringe- Cassia obovata. Coli. | rer Menge vor. Ihre Hülsen sind die Folliculi Sennae der Apo- theken. Cassia marylandica. L. Enthält: ätherisches Oel von ekelhaftem Geruch, einen gelben Farbstoff, einen purgirenden Stoff", vom Geschmack der Pflanze und gelbrother Farbe, Cassin genannt. [James Martin.) Cassia emarginata. L. Die Blätter werden in Jamaica wie Sennesblätter gebraucht. Cassia cathartica. Marl. Die Blätter dienen in Brasilien statt der Sen- nesblätter. Cassia crotalaroides. Knth. Die Blätter braucht man in Chili statt der Sennesblätter. Cassia Rumphiana. DeC. Die Blätter dienen in Java statt der Sennes- blätter. Cassia fistula. L. (Cathartocarpus. P. Bactyrilobium. W.) Die Frucht enthält: Holzfaser, Extractivstoff, (Farbstoff), Zucker, Gummi, Pflan- zengallerte, kleberartige Materie. [Vauquelin.) — Das wässerige Ex- Iract des Fruchtmarkes enthält: in Aether löslichen, braunrothen, harzigen Farbstoff, Gerbstoff'-ähnliche Materie, Zucker, Gummi, Spu- ren von kleberartiger Materie. [N. E. Henry.) — Die Rinde ist reich Classis I. Calophytae. 9 an Gerbstoff, — sie soll Oxalsäuren Kalk enthalten. {Scheele.) Die Bliithen sind wohlriechend. Cassia occidentalis. L. Die Blätter werden in Westindien wie Sennes- blätter gebraucht. Die Rinde (Fedegosorinde) enthält: Wachs, gelben, extractiven Farbstoff, wenig Schleimzucker und Gummi, Holzfaser, widerlich bittern Extractivstoff, wenig Gallussäure, Essig- und Schwe- felsäure an Kali gebunden, Chlorkalium, klee- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. {N. E. Henry.) Cassia hrasiliana. Lam. (C. grandis. L. ß.) Die Früchte kommen unter der Röhrencassia vor. Cassia Absus. L. Die Samen sollen bitter schmecken und aromatisch riechen. — In der Hülse ist viel Gummi, ferner: eine Spur von Gerbstoff, Extractivstofl", Säure und Salze. Im Samenkern kein Gerbstoff", keine freie Säure, viel Schleim. [John.) CopaiTera Jacquini. Desf. (C. officinalis. L.) Liefert Copaiva baisam. Copaifera corlacea. Marl. Copaifera Bayrichil. Hayn. Copaifera Martii. Hayn. CopaiTera Langsdorfli. Desf. CopaiTera nitida. Marl. CopaiTera laxa. Hayn. Voiiapa phaselocarpa. Hayn. Gopal. Hymenaea Courbaril. L. Hymenaea Martiana. Haijn. (H. copalifera. Marl. Hymenaea confertifolia. Haijn. Hymenaea stilbocarpa. Hayn. Hymenaea stigonocarpa, Marl. Hymenaea latifolia. Hayn. Hymenaea venosa. Vahl. Hymenaea CandoUeana. Knth. Hymenaea Olfersiana. Hayn. Hymenaea Sellowlana. Hayn. Hymenaea verrucosa. Lam. Trachylobium Martianum Hayn. und andere Arten geben Copalharz. In den Pflanzen dieser Familie tritt häufig ein purgii-ender Stoff auf, z. B. in den Blüthen von Brownea coccinea Jacq., in den bitter schmeckenden Blüthen, den Blättern und Samen von Poinciana pulcherrima Sw. (Caesalpinia. Sw.) in der Wurzel von Cynoraetra ramiflora Z. , den Blüthen von Bauhinia porrecta Sw. und B. pur- purea L., B. acuminata L. und B. variegata L. Mehrere Pflanzen die- ser Familie werden zum Färben verwendet, (enthalten also Farbstoffj wie Couiteria tinctoria Ä'n//i., Coulteria chilensis DeC. Der Samen- mantel von Afzelia africana Sm. enthält scharlachrothen, dann oran- gegelben Farbstoff. Vouapa Simira Auhl. (Macrolobium sphaerocarpum liefern Copaivabalsam. (Macrolobium. Steud.) liefert brasilianischen liefern amerikanisches, westindisches od . bra- silianisches Copalharz. IQ I. Vegetabilia dicotyledonea. W.) enthält einen violetten Farbstoff. Auch Gerbstoff scheint in allen Pflanzen dieser Familie enthalten zu sein, manche sind reich daran. Die Wurzel von Quilandina Bonduc X. ist Gerbstoff-haltig, reich an Gerbsäure sind die Rinde von Cassia auriculata L. und Bauhinia re- ticulata DeC. , die Blätter von Cercis Siliquastrum L. und die Früchte von Yatairia guianensis Äubl. — Viele Pflanzen dieser Fa- milie enthalten Bitterstoffe, wie die Wurzel, Blätter und Samen von Quilandina Bonduc L., (die Samen wirken auch emetisch), die Blüthen von Poinciana pulcherrima Siv. u. s. w. Die Samen meh- rerer hieher gehöriger Pflanzen enthalten viel fettes Oel , z. B. die Sa man von Cynometra ramiflora L. und Caesalpinia digyna Rottl. (C. oleosperma. Roxbg.). Das Mark der Hülsen ist bei Vielen reich an Zucker, z. B. bei Gleditschia-Arten, wie Gleditschia triacan- thos. L. — Narkotische Stoffe kommen hier, so wie bei den Legumi- nosen vor, so werden z. B. die Cassia venenifera 3Iey. und C. hirsuta L. fil. zum Betäuben der Fische benutzt. Welchem Stoffe die Cassia stipulacea ihre Verwendung zum Tödten des Ungeziefers verdankt, ist unbekannt. Die Anwendung der gerösteten Samen von Parkinsonia aculeata L. als Mittel gegen Fieber, die Verwendung der Samen von Gymnocladus canadensis Lam. als Caffeesurrogat dürfte (??) auf einem Gehalt an einer organischen Base begründet sein. — Harze und äthe- rische Oele finden sich in vielen Pflanzen dieser Familie vor, so z. B. enthält das Aloeholz von Aloöxylum Agallochum Lour. ein Gemenge von Harz und wohlriechendem , ätherischem Oele. Vouapa bifolia Auhl. (Macrolobium. Pers.) gibt verwundet ein Gemenge von Harz und ätherischem Oele. Der üble Geruch aller Theile von Cassia Sophora Z., so wie der Wohlgeruch der Blüthen von Parkinsonia aculeata L. rühren offenbar von einem Gehalt dieser Theile an ätheri- schem Oele her. — Auch Kohlehydrate (ausser dem bereits erwähnten Zucker) werden von manchen der hieher zu zählenden Pflanzen in grosser Menge erzeugt, z. B. liefern Bauhinia retusa Roxbg. , und B. lingua DeC. nach Verletzungen ein Gummi, ähnlich dem Kirschgummi. O. 3. Swartzieae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind chemisch nicht untersucht. Baphia nitida Afzel. liefert das Cam-wood und Bar-wood. Swartzia tomentosa DeC. (Robinia. W.) enthält einen harzigen, rothen Saft in der bitlern Rinde, auch das Holz ist bitter. Die Samen von Swartzia triphylla W. (Possiria. Poir.) sind sehr scharf u. s. w. O. 4. Papilioiiaceae. A. Sophoreae. Myrospermum periiiferum. DeC. (Myroxylon. Lin. fil.) Soll den peru- vianischen Balsam geben. Nach Pereira hat die Stammpflanze grosse Classis I. Calophytae. 11 Aehnlichkeit mit Myrospermum pubescens. DeC. Nach Wazsewicz sammelt man den peruvianisehen Balsam ohne Unterschied von My- rospermum pubescens. DeC. 31. punctatum. Khsch. und M. myrtifo- lium. Der Balsam fliesst aus der Rinde aus, die Frucht liefert den weissen Balsam von Sonsonate. [Pereira.) [Nach Aug. Salle kömmt der peruvianische Balsam von der Frucht einer Liane.] Der Balsam besteht aus Myroxylin, Myriospermin, Perubalsam-Aromin, Myroxoin, Benzogsäure, Myroxylsäure , Myrosperminsäure und zwei Harzen, (Richter) aus Cinnamein, (Peruvin und Zimmtsäure) und einem Harze, [Fvemy] und Myroxylsäure. [Plantamour .) Das Cinnamein von Fremy ist identisch mit dem Styracin und das Peruvin ist Styron , Myroxyl- säure kann nicht daraus gewonnen werden. [E. Kopp.) — Im weissen Balsam von Sonsonate ist eine eigenthlimliche, krystallisirte Substanz, (das Myroxocarpin) enthalten. [Stenhouse.) Myroxylon toliiiferum. Knth. (Toluifera Balsamum. L.) Aus der Rinde wird durch Einschnitte der Tolubalsam gewonnen , der aus einem Harze, einem Oele, Zimmt- und etwas Benzoesäure besteht, [Deville) er enthält freie Zimmtsäure, [Fremy) er besieht aus Tolen , freier Zimmtsäure , einem in Alcohol löslichen und einem in Alcohol unlös- lichen Harz, [E. Kopp.) bi den Samen ist eine Substanz enthalten, die sich wie Cumarin verhalten soll. [Leroy.) Anagyris foetida. L. Alle Theile der Pflanze entwickeln, gerieben, einen unangenehmen Geruch. — Die purgirenden Blätter enthalten Cathartin. [Peschier und Jacquemin.) In den Samen soll Aepfelsäure enthalten sein. ßaptisia tinctoria. R. Br. Die scharf schmeckende, emetisch-purgirende Wurzel enthält Gerbslofl". Aus den Blättern wird Indigo (oder ein ganz ähnlicher blauer Farbstoff) gewonnen. In den Sophora- Arten scheinen Materien enthalten zu sein, die eine nähere Untersuchung verdienen. Sophora japonica. L. (Styphno- lobium japonicum. Schott) enthält einen gelben Farbstoff in der vis- cösen Masse, von welcher die Samen umgeben sind, — die wie auch bei Sophora heptaphylla. L. purgirend wirkt. {Landerer.) Die Samen und Wurzelrinde von Sophora tomentosa. L. [so wie in geringerem Grade alle übrigen Theile dieser Pflanze] sind bitter. B. Loteae. Sarothamnus scoparius. W. et Gr. (Spartium. L. Genista. La^n. Cyti- sus. DeC.) Das Kraut enthält: eine Spur ätherischen Oeles, viel Eiweiss, (in den Stengeln) Talg, Wachs, Chlorophyll, fettes Oel, Harz, Gummi, Schleim, Pflanzenleim, eine sehr bittere, krystallisirbare Substanz. Die Wurzel enthält: einen eigenthlimlichen, süssen Stoß", Gerbsäure, etwas Pflanzenleim, einen nicht isolirbaren Schillerstoff, kratzend-schmeckende Harze, keinen Bitterstoff', keine Fette, Stärke. [Reinsch.) Das Kraut enthält einen krystallisirbaren gelben Farbstoff, \2, I- Vegetabilia dicotyledonea. das Scoparin, eine organische Base, das Spartein, beide Bestandtheile in grösserer Menge auf sandigen, sonnigen Standorten, als bei üppiger Entwicklung auf schattigen Stellen. (Stenhouse.) Die Blüthe enthält: Concretes, flüchtiges Oel, dunkelgelbes Fett, Wachs, Blattgrün, gelben Farbstoff, Gerbstoff, süsse Materie, gummiartige Materie, einen osma- zomartigen Körper. In der Asche: kohlensaures Kali, kohlen-, phos- phor-, Schwefel'?- und Salpeter?- sauren Kalk. Chlorcalcium?, Bit- tererde, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Cadet de Gassicourt.) Retama mofiosperma. Boiss. (Spartium. Z.) Die Wurzel ist sehr bitte- ter, — sie enthält Salicin , [Lorenzo und Moreno) was Herberger bezweifelt, da er in Spartium Scoparium kein Salicin fand. [Kein Beweis.] Genista tinetoria, L. Die Blüthen enthalten: concretes, flüchtiges Oel, dunkelgelbes, gewürzhaftes Fett, Spuren von Wachs, Blattgrün, grün- lichgelben Extractivstoff, braune Materie vom Geruch der antiscorbu- tischen Kräuter, Zucker, Gummi, Holzfaser, osmazomartige Materie, Eiweiss. Die Asche enthält kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlor- kalium, viel phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Spuren von Eisen. [Cadet de Gassicourt.) Die Zweige und Blätter enthalten einen gelben Farbstoff, sie besitzen einen bitteren Geschmack. Cytisus sagitlalis, Koch (Genista. L. Salzwedelia. Fl. wett.) soll in sei- nen Bestandtheilen mit Genista tinetoria im Wesentlichen überein- kommen. Cytisus Laburnum. L. Die Samen enthalten: blassgrünes Fett, grünen Farbstoff, purgirenden Bitterstoff (= Cytisin) , Holzfaser, Eiweiss, Aepfelsäure, Phosphorsäure, äpfelsaures Kali und Kalk. [Chevallier und Lassaigne.) Das Cytisin ist identisch mit Cathartin. (Peschier.) Cytisus alpinus. Mill. Enthält Cathartin. {Peschier und Jacquemin.) Ononis spinosa. L. Die Wurzel enthält: Faser, Gummi, Eiweiss, pflan- zensaure Salze, Stärke, durch Gerbstoff fällbaren Bitterstoff, bitter- süssen, durch Schwefelsäure fällbaren Stoff, (Ononid) Spuren von ätherischem Oele, Schillerstoff-haltiges, fettes Oel, in Aether lösliches Harz, wachsartige Substanz , in kaltem Weingeist lösliches , sprödes Harz, eigenthümliche , krystallinische Materie, (Ononin) durch Kali ausziehbare, der Stärke ähnliche Substanz (Pektin?). In der Asche: kohlensaures Kali und Kalk, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Gyps, kohlensaure Bittererde, Thonerde, Eisenoxyd, Mangan. [Eeinsch.) Die Blätter riechen unangenehm. scheinen der 0. spinosa ähn- liche Bestandtheile zu enthal- ten. Derunangenehme Geruch der Blätter ist bei 0. repens noch stärker als bei 0. spi- nosa , am widrigsten bei 0. hircina. Ononis repens. L. (0. procurrens. Wallr.) Ononis hircina. Jacq. Ononis Natrix. L. Classis I. Calophytae. 13 Medicago sativa. L. Das Kraut enthält: Satzmehl, grilngefarbt , — braunes Harz, Chlorophyll, Schleimzucker, Ei weiss, Extractivstoff mit Salzen, Faser, phosphorsauren Kalk, flüchtige Bestandtheile. {Crome.) Das Kraut schmeckt herb und bitter, enthält wahrscheinlich einen Bitterstoff neben Gerbstoff. — Die Wurzel enthält: gelbes, fettes Oel, gelbbraunes Harz, von scharfem, kratzendem Geschmack. {Beimays.) Melilotus ofTicinalis. Desr. (M. arvensis. Wallr. Trifolium Melilotus offi- cinalis. L.) enthält Cumarin. [Fontuna, Guillemette.) Melilotus oflicinalis. W. (M. Petitpierriana. Hayn.) und Melilotus indica. Desr. scheinen ebenfalls Cumarin zu enthalten. Trifolium pratense. L. Der blühende rothe Klee enthält: bräunlich- grünes Satzmehl , braunes Harz, Extractivstoff, Schleimzucker, Ei- weiss, Faser, phosphorsauren Kalk, flüchtige Bestandtheile. [Crome.) In den Keimen ist Asparagin enthalten. [Dessaignes.) Trifolium repens. L. Der blühende, weisse Klee enthält: dunkel- grün gefärbtes Satzmehl, Harz, Extractivstoff, Eiweiss, Faser, flüch- tige Bestandtheile, phosphorsauren Kalk, Chlorcalcium. {Crome.) Die angenehm riechenden Blüthen dürften Cumarin enthalten (?). Bitter schmeckende Stoffe scheinen bei den Gewächsen dieser Ab- iheilung sehr verbreitet, z. B. sind alle Theile von Spartium junceum L. (Spartianthus Lnk. Genista Lam,) bitter, ebenso die Sa- men von Trigonella Foenum graecum L. Viele dieser Gewächse sind reich an Gerbstoff, z. B. Genista horrida DeC. Erinacea pungens Boiss. (Anthyllis erinacea L.), Calycotome spinosa Lk. (Cytisus Lam.), Lotus corniculatus L. In den Samen kömmt häufig fettes Oel vor. Alle scheinen in den Samen Aepfelsäure zu enthalten, da alle Legumino- sen, die von Dessaignes, Piria u. A. in dieser Beziehung untersucht wurden, in den Keimen Asparagin enthielten. — Der purgirende Stoff scheint ebenfalls sehr verbreitet zu sein (wenn er in diesen Pflanzen derselbe ist??), z. B. purgirt Genista purgans L. — Cytisus ramentaceus Sieb, riecht betäubend, die Milch der Ziegen, die davon gefressen haben , erregt Kopfweh. (Spartein? oder ein anderes Nar- coticum ?) C. Clitorieae. Psoralea glandulosa. L. Die Wurzel wirkt emetisch, das Kraut riecht rautenartig. (Bautenöl??) Nach crOrbigny soll die Yerva niate von dieser Pflanze kommen. (Siehe Hex paraguariensis. St. HU.) Indigofera Anil. L. Das aus dem ausgepressten Safte niederfal- lende Satzmebl enthält: Wachs, Blattgrün, harzige, rothe Materie, kleberartige Materie und Indigo. Der Saft selbst enthält: harziges Indiggrün, gelben Extractivstoff", Gummi, kleberartige Materie, Indig- weiss, Kali- und Kalksalze, worunter wahrscheinlich äpfelsaurer Kalk. [Chevreul.) Die rothe, harzige Materie ist Indigrolh. (Berzelius.) 14 I- Vegelabilia dicotyledonea. Indigofera tinctoria. L. \ Indigofera coerulea. Rxhg. \ , , , . , ^ „ t t Indigofera disperma. L. ^^^^^^1^^" gleichfalls Indigo. Indigofera argentea. L. j Indigofera australis. W. enthält (nach den Versuchen von Clamor-Mar- quart) keinen Indigo. Die Pflanzen dieser Abtheilung enthalten Stoffe die emetisch oder purgirend wirken, sie sind nicht näher gekannt; so wirken die Wur- zeln, Samen und Blätter von Ciitoria ternatea 1. emetisch und purgirend, ebenso alle Theile von Centrosema Plumieri Benth., noch heftiger die von Martiusia physaloides. Schult. Allle Theile von Psoralea bituminosa L. riechen nach Erdharz. Psoralea corylifolia hat einen bittern Geschmack. D. Galegeae. Glycyrrliiza glabra. L. (Liquiritia officinalis. Pers.) enthält in der Wurzel: Wachs, Agedo'il, Glycyrrhizin, Stärke, Holzfaser, braune, färbende Materie von thierischer Natur, Eiweiss, Aepfelsäure, Phos- phorsäure, Schwefel- und phosphorsauren Kalk, phosphorsaure Magne- sia. [Rohiquel.) — Die Wurzel enthält: Weichharz, Ilartharz , in kaltem Alcohol von 80 pCt. lösliches und in diesem unlösliches Gly- cyrrhizin, etwas gährungsfähigen Zucker, bitterkratzenden Extractiv- stoff, Eiweiss, Stärke, Spuren von Gerbstoff, Pflanzenfaser, nicht näher bestimmte Säure, pflanzensaures Kali, Kalk, Magnesia und phosphorsauren Kalk. [Trommsdorff.) Die Wurzel enthält eine eigenthümliche Säure, [Plisson] wohl nichts als Aepfelsäure?? — und Asparagin [identisch mit Agedoil]. (Plisson.) In der Wurzel findet sich oxalsaurer Kalk. (Scheele.) Mit Wasser destillirt gibt die Wur- zel ein Ammoniak -haltiges Destillat. (Winklei'.) Glycyrrhiza echinata. L. Die Wurzel enthält: Glycyrrhizin, ein Hart- harz, ein Weichharz, kratzenden Extractivstoff, Spuren von Gerbstoff und Zucker, Stärke, Eiweiss, Faser, Pflanzensäure mit Kali und Kalk verbunden und Phosphorsäure. (Tromnisdor/f.) ("Die Wurzeln beider haben densel- Glycyrrhiza glandulifera. W. et A. j ben Geschmack wie die der vorher- Glycyrrhiza asperrima. L. | gehenden und enthalten wahrschein-^ l lieh auch Glycyrrhizin. Amorpha fruticosa. L. Soll Indigo enthalten, den Clamor-Marquart aber vergebens daraus darzustellen versuchte. Robinia Pseudaeacia. L. Das über die Blüthen abdestillirte Wasser wirkt emetisch. (Chevcdlier und Favrot.) Die Blüthen enthalten ein flüchtiges , riechendes Oel , Wachs aus dem Arom durch Zersetzung gebildet (??) und eine gelbe Materie. (Favrot.) Die Wurzel enthält: robiniasaures Ammoniak, Zucker, kein Glycyrrhizin, fettes und äthe- risches Oel , Chlorophyll , Wachs , Gerbsäure , gelben , durch Alkalien Classis I. Calophytae. 15 rothbraun werdenden Farbstoff, Schleim, Eiweiss, Stärke, Salze, eine Base, deren Isolirung nicht gelang. {Reinsch.) Die Samen enthalten fettes Oel. Manche Pflanzen dieser Abtheilung enthalten narkotische Stoffe, vielleicht organische Basen (?), z. B. die Zweige und Blätter von Tephrosia toxicaria Pers. (Galega. Stv.), die mit Kalk vermischt und zerstampft zum Betäuben der Fische angewendet werden. Tephrosia piscatoria Pers. (Galega. Aü.) verhält sich wie die Vorige, ebenso die Wurzel von Thephrosia emarginata. Knth. Die Wurzel der Te- phrosia purpurea ist bitter, die von Tephrosia leptostachya DeC. piir- girt. Die Blätter von Tephrosia Senna K^ith. und Tephrosia Apolli- nea DcC. wirken wie Sennesblätter. Das Holz von Tephrosia mo- schata riecht nach Bisan). Tephrosia virginiana Pers. (Galega. L.) wirkt anthelmintisch. Tephrosia tinctoria enthält Indig oder einen ganz ähnlichen Farbstoff". Denselben oder einen ähnlichen purgiren- den Stoff" wie einige Arten von Tephrosia enthalten z. B. die Blätter von Colutea arborescens L. u. s. w. In den Zweigen von Loncho- carpus Nicou DeC. (Robinia. Aubl.) , in den Blättern, Zweigen und der Wurzelrinde von Piscidia Erythrina L. ist ein narkoti- scher Stoff" enthalten (da sie zum Betäuben der Fische dienen). Die frische Rinde der Piscidia Erj^thrina ist scharf wie Seidelbast, und narkotisch. {Hamilton.) Manche Pflanzen dieser Abtheilung sind reich an Gerbstoff", z. B. Machaerium ferrugineum Pers. (Nissolia. IF.), das aus verletzten Stellen einen rothen adstringirenden Saft ausfliessen lässt. Die Blüthen vonLonchocarpus violaceus Knth. (Robinia Jacq.) besitzen einen veilchenartigen Geruch. E. Astragaleae. Astragalus verus. Oliv. Astragalus aristatus. VHer. Astragalus gummifer. Lab. Astragalus creticus. Lam. Astragalus strobiliferus. Lindl. Astragalus baeticus. L. Der Samen enthält: gelben Farbstoff, Zucker, Gummi, Holzfaser, Emulsin {Trommsdorff) und fettes Oel. [A. Vogel.) Die Wurzel schmeckt süss. Auch die Blätter und Samen von Astragalus glycyphyllos. L. besitzen einen süssen Geschmack. Der purgirende Stoff, der in den früheren Abtheilungen der Legu- minosen vorkam, scheint auch hier sich zu finden. Die Wurzel von Astragalus exscapus L. purgirt. F. Hedyaareae. I. Coronilleae. Coronilla Emerus, L. (Emerus major. Mill.) Soll in den Blättern, die wie Sennesblälter wirken, Indigo enthalten. liefern Traganth, — ein in Zucker Uber- führbares Kohlehydrat. (C. Schmidt.) [6 I. Vegetabilia dicotyledonea. Coronilla varia. L. Die emetisch purgirende Pflanze soll Galhartin ent- halten. [Peschier und Jacquemm.) Auch andere Coronilla-Arten , wie C. valentina L. und C. glauca L. wirken emetisch purgirend. II. Onobrycheae. Onobrychis sativa. Lam. (Hedysarum önobrychis. L.) In den Keimen ist Asparagin enthalten. Alhagia Maiiroriini. T. (Hedysarum Alhagi. i.) Schwitzt eine Art Manna aus (Mannit?). Die Blätter und Blüthen purgiren. Der purgirende Stoff kömmt auch in andern Pflanzen dieser Ab- theilung, z. B. bei Desmodium flexuosum DeC. (Hedysarum. Sw.) in den Blättern vor. G. Vicieae. Cicer arietinuni. L. Der aus den Haaren der Stengel aus- schwitzende, saure, farblose Saft enthält eine eigenthümliche Säure [Dispan) , Kleesäure (Deyeux) , Klee-, Aepfel- und Essigsäure [Vanquelin) , nur Aepfel- und Essigsäure im freien Zustande [J. Du- long). Die Frucht enthält: fettes Oel, harzartige Substanz, Stärke, Eiweiss, thierisch-vegetabilische Materie, Schleim, Chlorkalium, äpfel- saures Kali, äpfel- und phosphorsauren Kalk, phosphorsaure Magnesia und Eisen [Figuier). Vicia Faba. L. (Faba vulgaris. Moench.) Die Bohnen enthalten: bit- tere, saure, extractive Substanz, Gummi, Stärke, stärkmehlartige Faser, Gliadin (i.e. Legumin) , Eiweiss, phosphorsauren Kalk und Bittererde. {Einhof.) Die Bohnen enthalten: extractiven Zucker, Stärke, Schleim, Eiweiss, Kleber, (Greif.) Die Bohnen enthalten: Holzfaser, pektische Säure, in Wasser lösliche Materie, Stärke und . Spuren von Legumin in den Häuten: im Parenchym: Fett, in Wasser lösliche, thierische Materie , Legumin, Stärke, unkrystallisirbaren Zucker, Gerippe (Holzfaser?), pektische Säure, phosphorsaures Kali und Kalk, Spur organischer Säuren, zum Theil an Kali gebunden. {Bracotmot.) Die Haut der Bohnen enthält: eisenbläuenden Gerbstoff, thierisch-vegetabilische Materie, die Samenlappen enthalten: Stärke, Legumin, eiweissartige Materie, freie Säuren und in der Asche: kohlensaures Kali, phosphorsauren Kalk und Bittererde, Eisen- oxyd. Der Keim der Bohne enthält: weissen Talg, Legumin, eiweiss- artige Materie, in der Asche Eisenoxyd und phosphorsauren Kalk. {Vanquelin und Correa de Serra.) Vicia sativa. L. In den Samen ist Legumin enthalten. Die Keime, wenn sie 0,6 Meter lang sind, enthalten Asparagin. {Piria. Menici.) — Die Samenhäutchen enthalten: pektische Säure, Stärke, Spu- ren von Legumin, in Wassei- lösliche Substanz und Holzfaser. Das Ciassis I. Calophytae. 17 Parenchym enthält: Chlorophyll, einen bittern, gelben Stoff, Spur, — eine Substanz vom Geschmack der Fleischbrühe, Stärke, Legumin, unkrystallisirbaren Zucker , markiges Gerippe (??), pektische Säure, eine riechende Materie, kohlen- und phosphorsauren Kalk, phosphor- saures Kali, eine organische Säure, zum Theil an Kali gebunden. {Braco7inot. ) Ervum lens. L. (Lens esculenta. Moench.) Die Samen enthalten : süss- liches Extract, Gummi, Stärke, vegetabilisch -Ihierische Materie, Ei- weiss, sauren phosphorsauren Kalk, {Einhof) dickes grünes Oel, reichlicher in der Haut, als im Parenchym, und in Ersterer auch eisenbläuenden Gerbstoff, [Vauquelin und Fourcroij) und coagulirtes Eiweiss, {Einhof) mit stärkeartigem Faserstoff. — In den Keimen ist Asparagin. {Dessaignes.) Pisiim sativum. L. Die grünen Blätter zurZeit derBlüthe ent- halten : Schleimzucker, Gallussäure, gummiges Extract, widerlich, wenig bitter schmeckend , Stärke, Holzfaser, grünes Satzmehl, lös- liches Eiweiss, sauren phosphorsauren Kalk. {Einhof.) Die grünen Schoten enthalten: Schleimzucker, Stärke, Holzfaser, grünes Satz- mehl, lösliches Eiweiss, sauren phosphorsauren Kalk. Die Keim- feuchtigkeit in den Samen vor Ausbildung der Samenlappen: Schleimzucker, gummiges Extract, lösliches Eiweiss. Die reifen Erbsen enthalten: Schleimzucker, Gummi, Stärke, stärkeartige Fa- ser in den äussern Häuten , Gliadin, lösliches Eiweiss, sauren phos- phorsauren Kalk. In der Asche kohlen-, phosphor- und schwefel- sauren Kalk, Chlorcalcium, phosphorsaure Bittererde, Thonerde, Kie- selsäure und Eisenoxyd. {Einhof.) — Die reifen Erbsen enthalten in der Samehhaut: in Wasser lösliche Materie, Stärke, Spuren von Legumin: in dem mehligen Theile: Blattgrün, Schleimzucker, Gallertsäure, Stärke, Holzfaser, extractiven Bitterstoff, Stickstoff- hallige, gummiartige Materie, Legumin, kohlensauren Kalk (?), rie- chende Materie, saures, pflanzensaures Kali, phosphorsaures Kali und Kalk. [Braconnot.) Lalhyrus tuberosus. L. Die frischen Knollen enthalten: Spuren eines widrig riechenden Principes, braunes, ranziges Oel, wachsartiges Fett, Zucker, Stärke, Holzfaser, thierische Materie , Eiweiss, äpfel- saures Kali, phosphorsaures Kali , schwefelsaures Kali , Chlorkalium, klee- und phosphorsauren Kalk. {Braconnot.) Da die Keime von Bohnen, Lathyrus u. s. w. (nach Dessaignes) Asparagin enthalten, so scheint die Aepfelsäure auch hier in dieser Gruppe sehr verbreitet. Die meisten Samen enthalten etwas von einem Bitterstoffe , wiewohl oft in geringer Menge , die Samen von Lathyrus Ochrus DeC. (Pisum Ochrus. L.) sind stark bitter. Auch Gerbstoffe kommen in den Pflanzen dieser Abtheilung bisweilen reich- lich vor, z. B. in den knollenförmig verdickten Ausläufern von Orobus tuberosus. L. Die Blüthen mancher Gewächse sind Rochleder, Phvlochemie. 9 18 I. Vegetabilia dicotyledonea. wohlriechend, z. B. bei Lathyrus odoratus. L. — Orobus Piscidia Spr. (Vicia. Forst.) enthält einen narkotischen Stoff. H. Phaseolae. Abrus precatorius. L. In den Blättern ist ein süsser Stoff enthalten, der beinahe in allen Eigenschaften mit dem Glycyrrhizin überein- stimmt. [Berzelius.] Wurzel und Stengel schmecken ebenfalls süss , die Samen sollen giftig wirken , Gonvulsionen hervorbringen. Apios liiberosa. Moench. (Glycine Apios. L.) Die Knollen enthalten: Stickstoff-hallige Materie, viel Stärke, Zucker, Pektinsubstanzen, Cel- lulose und mineralische Bestandtheile. [Payeii.) Pliaseolus vulgaris. L. Die getrockneten Bohnen enthalten: etwas bitter und scharf schmeckende, extractive Materie , Gummi, Stärke, stärkehaltige Faser, thierisch- vegetabilische Materie, Eiweiss, phos- phorsaures Kali, Chlorkalium und phosphorsauren Kalk. [Einhof.) Die Bohnen enthalten in der flaut: in Wasser lösliche Materie, Stärke, Spuren von Legumin, Gallertsäure- und Holzfaser. Der mehlige Theil derselben enthält: wenig gefärbte, fette Materie, Schleimzucker, Gallertsäure, Legumin, Stärke, Spuren von saurem, pflanzensaurem Kali, Sticksloff-haltige, gummiartige Materie, phosphorsaures Kali und Kalk. [Braconnot.) Die frische Wurzel (von einer im September erfrornen Pflanze, die im Oktober wieder austrieb) : riechendes Prin- cip, Gummi, Pflanzeneiweiss, Stärke, Kali- und Kalksalze und Holz- faser. (Raab.) Lupiniis albus. L. Das Mehl der Lupinen-Samen enthält weder Stärke noch Zucker, sondern: bitteres, gefärbtes Oel, thierisch-vege- tabilische Substanz, phosphorsauren Kalk, Magnesia, Kali und Eisen. [Vaiiquelin.) Lupinus varius. L. \ Lupinus hirsutus. L. I enthalten einen unkrystallisirbaren , in Aether Lupinus perennis. L. ( unlöslichen Bitterstoff. [Reinsch.) Lupinus luteus. L. ] ßutea frondosa. Rxbg. Liefert einen Theil des orientalischen oder asia- tischen Kino. In den Blüthen i^ ein gelber Farbstoff enthalten. Butea superba. Rxbg. Soll einen rolhen Saft wie B. fn nd. geben. ^ Ein Stoß', der Purgiren bewirkt, kömmt auch bei mehreren Pflan- zen dieser Abtheilung vor, z. B. in den Blättern von Teramnus uncinatus Siv. (Dolichos. L.). Auch Rhinchosia minima DeC. (Doli- chos. L.) soll Cathartin enthalten, die Samen sind giftig. Rinde und Blätter von Erythrina Corallodendron L. wirken gelinde purgi- rend. In Canavalia obtusifolia DeC. (Dolichos. Lam.) soll viel Cathar- tin enthalten sein. Bittere Stoffe kommen in den Pflanzen dieser Gruppe ebenfalls vor, z. B. in den Samen von Phaseolus Max. L. Flüchtige , riechende Stolle sind in dieser Abtheilung häufig anzutref- Classis I. CalopliN tae. 19 fen , die Blülhen sind bei einigen Pflanzen, wie bei Lupinus muta- bilis Siv., wohlriecliend, die verschiedenen Theile von Rhyncho- sia minima DeC. sind übelriechend, ebenso die Wurzel von Mucuna pruriens DeC. (Dolichos. L. Stizolobium. Pers.). Der bocksarlige Geruch der Blätter und des Holzes von Erythrina picta L. dürfte von einer fetten Säure herrühren. Auch die narkotischen Stofl'e, die in den vorhergehenden Abiheilungen sich fanden, sind hier vertreten, wie in den Samen von Phaseolus semierectus L., die zum Betäuben der Fische dienen. Die Gerbsäuren treten ausser bei den Butea-Arten auch anderweitig in Menge auf, z. B. bei Cajanus flavus DeC. (Gylisus Cajan, L.) in den jungen Trieben. I. Dalbergieae. Pterocarpus Draco. L. Liefert das amerikanisclie Drachenblut, (Sanguis draconis de Carthagena) welches wahrscheinlich theilweise auch von : Pterocarpus siiberosus. Pers. stammt. Rinde, Holz und Blätter von Ft. Draco sind reich an Gerbstoff. Pterocarpus santalinus. L. fil. Liefert das S a n d e 1 - oder Santelholz, das wahrscheinlich zum Theil auch von der nächstfolgenden Pflanze geliefert wird. — In der Rinde soll ein Saft enthalten sein, ähnlich dem Kino. Pterocarpus indicus. W, Das Santelholz enthält [nach Noide Aesculin] einen rothen FarbstofT, die Santalsäure {Weyermann und Haeßely), der Saft der Rinde ist sehr reich an Gerbstoff, hn Holz soll Gal- lussäure und ein Extractivstoff {Pelletier) enthalten sein. Pterocarpus erinaceus. Lam. (Pt. senegalensis. Vahl.) Schwitzt nach Forbes Royle einen rothen Saft aus. Dieser soll das Kino von Gam})ier geben. Pterocarpus Marsupium. Rxbg. Der nach Verletzungen ausfliessende Saft soll dem von Butea frondosa ganz gleichen. {Roxburgh.) Drepanocarpus senegalensis. N. v. E. (Pterocarpus. Hook.) gibt das afri- kanische Kino. In den Pflanzen dieser Abtheilung findet sich Gerbstoft" als ein häufig vorwiegender Bestandtheil , z. B. in der Wurzel von Derris pinnata. Low. Bitterstoffe finden sich ebenfalls vor, z. B. in der gelben Rinde von Pterocarpus flavus. Lour. Ein Stoff, welcher purgirend wirkt, ist unter andern in den Samen von Dalbergia scan- dens Roxbg., in den Blüthen und Früchten von Brya Ebenus. DeC. (Amerimnum. Sev.). Auch flüchtige, riechende Substanzen (ätherische Oele?) finden sich vertreten z. B. in den wohlriechenden Blättern von Pongamia glabra. Vent. (Robinia mitis. L.). Narko- tische Stoffe kommen ebenfalls vor, so in Pongamia Piscidia Rxbg., die zum Betäuben der Fische gebraucht wird. 2* 20 I- Vegetabilia dicotyledonea. O. 5. Moriiigeae. Moringa oleifera. Lam. (Quilandina Moringa. L. Moringa pterygo- spernia. Gaertn.) und Moringa aptera. Gaertn. geben Behenöl. Dieses l)esteht aus Olein und der Verbindung des Glyceryloxydes mit Behen- säure. (Völker.) Das Behenöl besteht aus Oelsäure (gewöhnlicher) , Mar- garinsäure, und einer eigenthlimlichen Siiure (C42 H42 O4) an Glyceryloxyd gebunden. Ausserdem ist darin etwas Wachs enthalten. {Mulder.) Das Behenöl besteht aus Behensäure, Moringasäure, Stearinsäure und Marga- rinsäure. Es enthält keine flüchtige, fette Säure. {Ph. Walter.) Die Sa- men von M. oleifera. Lam. sind bitter. Die Wurzelrinde ist scharf wie Senf, weniger scharf ist die Binde des Stammes und der A este. O, 6. Chrysobalaneae. Die Pflanzen dieser Familie sind in Hinsicht ihrer Zusammensetzung nicht bekannt. Das Fruchtfleisch enthält bei Mehreren Zucker, z. B. bei Chrysobalanus Icaeo. L. Die Samen Vieler (Aller?) enthalten fettes Oel, wie bei Chrysobalanus ellipticus. Smea/Zf., Ch. luteus. Sab., Acioa gujanensis. AubL, Pju'inarium montanum. Äubl., P. campestre. Aubl, P. senegalense. Perot., P. excelsum. Sab. etc. Die Bitterkeit der Samen von Moquilea Couepia. Zucc. (Gouepia gujanensis. Aubl.) kömmt vielleicht von einem, dem Amygdalin verwandten Körper her. O. I. Aniygdaleae. Prunus Laurocerasus. L. (Cerasus. DeC.) Die Blätter enthalten neben blausäure-haltigem, flüchtigem Oele eine, der Aepfelsäure ähn- liche Säure, [Stange) die kleine Menge von fertig gebildeter Blausäure verschwindet beim Trocknen. {Winkler.) — Die Blätter enthalten amorphes Amygdalin. {Denk, Liebig und Wähler, Winkler.) — Die unreifen Samen enthalten Amygdalin. {Winkler.) Prunus avium. L. (Cerasus. Mnch. Cerasus dulcis. Gaertn.) In den Samen ist Amygdalin und Emulsin enthalten, {Winkler) ferner fettes Oel. — Kein Amygdalin in den Blättern, der Wurzel, der Rinde der Aeste und jungen Triebe. {Wicke.) Das Fleisch der Früchte enthält einen rothen Farbstoff", der mit Bleioxyd eine blaue Verbindung gibt , {Berzclius) eine kleine Menge von ätherischem Oele und Blausäure, die abdestillirt werden können. {Zeller.) Die Rinde der Wurzel enthält Phloridzin, die des Stammes nur wenig davon, {de Koninck.) Das aus dem Stam nie und den Aesten aus- schwitzende Kirschgummi ist ein in Zucker überfuhrbares Kohlehydrat. (C Schmidt.) Der Saft der reifen Früchte enthält ganz die- selben Bestandtheile , wie der der Pfirsiche, {Berard) viel pflanzen- Classis I. Calophytae. 21 saures Alkali. {Wöhler.) — Die Kirschensteine enthalten in der Asche: kohlensaures Kali und Kalk, sehr wenig phosphorsauren Kalk, Bittererde und Eisenoxyd. [John.) Prunus insititia. L. Die Mirabellen enthalten: eine Spur Harz, Schleinizucker, gemeines Gummi, Pflanzengallerte, oxydirbare, schlei- mige Materie, Holzfaser, freie Aepfelsäure, äpfel-, citron- und phos- phorsaures Ammoniak , Kali, Kalk und Eisen. {John.) Aus Stamm und Aesten schwitzt Gummi. • Prunus domcstica. L. Die Samen enthalten Amygdalin [Wmkler] und fettes Oel. Die jungen Triebe geben mit Wasser destillirt Blau- säure, nicht die Binde und ausgebildeten Blätter. {Wicke.) Das Fruchtfleisch enthält dieselben Bestandtheile wie das der Pfirsiche. {Berard.) Die Säure der Zwetschken ist Aepfelsäure. {Chodnew.) Der Stamm schwitzt Gummi aus. — Die Wurzelrinde enthält Phloridzin , wenig davon die Binde des Stammes, {de Koninck.) Prunus capricida. Wall. (Pr. undulata. Harn.) Die Blätter enthalten sehr viel Blausäure (Amygdalin?). Prunus virginiana. L. Inder Binde ist Amygdalin enthalten , Stärke, Harz, Gallussäure, Gerbstoff, fette Substanz , Holzfaser, Kali- und Kalksalze und Eisenoxyd. {Stephen Proctor.) Das Gerasin, ein von Comvell aufgefundenes AlkaloTd, soll nichts als Kalk sein. {Proctor.) Prunus spinosa. L. Die Blüthen, mit Wasser destillirt, geben ein Blausäure-haltiges Destillat, {Zeller) sie purgiren und enthalten Gerb- stoff. — Die Früchte enthalten eine grosse Menge Gerbstoff. {Ber- zelius.) — Die Binde ist bitter, Gerbstoff-haltig und ein Mittel gegen intermiltirende Fieber, wie seit Alters die Binde von : Prunus Cocomilia. Ten. Prunus Mahaleb. L. Blätter, Wurzel und Binde enthalten kein Amygdalin, {Wicke) wohl aber die Samen. — Die Früchte schmecken bitter. Prunus Padus. L. (Cerasus DeC.) Die Blüthen, mit Wasser destillirt, geben Blausäure -haltiges, ätherisches Oel, {Meurer) enthalten dem- nach Amygdalin, wie alle übrigen Theile dieser Pflanze. Die Binde, im März gesammelt , enthält: Blausäure -freies, ätherisches Oel, Chlorophyll, Gerbstoff und amorphes Amygdalin, d. i. einen Bit- terstoff, gleich dem in den Blättern von I^r. Laurocerasus, mit Emulsin aus süssen Mandeln Blausäure und Bittermandelöl gebend. {Winkler.) — Die Blätter enthalten krystallisirtes und amorphes Amygdalin, wie die Binde und Blüthen, ferner Gerbstoff, Chlorophyll, Harz, Wachs, eine gummi- ähnliche und eine eiweiss- artige Substanz, die wahrscheinlich die Stelle des Emulsin vertritt. {Riegel.) Die Blät- ter enthalten kleine Mengen von Blausäure -haltigem Bittermandelöl fertig gebildet. {Winkler.) In den Früchten ist wenig Aepfel- und viel Citronsäure enthalten, {Scheele) sie sind reich an Gerbslofl'. {Ber- 22 I. Vegetabilia dicotyledonea. zelius.) Die Samen enthalten Amygdalin und viel fettes Oel. [Liebig und Wöhler.) In den Blüthen ist ausser der Blausäure und dem ätherischen Oele Harz, Extractivstoff, Gerbstoff, (eisengrünender, Giese) Gummi und Holzfaser nachweisbar. [John.) Prunus armeniaca. L. (Armeniaca vulgaris. Lam.) Das Frucht- fleisch der Aprikosen enthält dieselben Beslandlheile, wie das der Pfirsiche. [Berard.) Das Mark der Frucht mit der Schale ent- hält: Schleimzucker, GunUni, Citronsäure, gelben, fettigen Farbstoff, "Wachs, Phyllochlor, gummösen, zimmlbraunen Farbstoff, gummigen Farbstoff, (Pektin, J5er3e/m) Pflanzenfaser, Spuren von ätherischem Oele , Eiweiss , Aepfelsäure und Gerbstoff. In der Asche ist wenig kohlensaures Kali, Gyps, Chlorcalcium, Eisenoxyd, Manganoxyd, Kie- selsäure und Spuren von Kochsalz. [Bley.) Die harte Schale des Kernes enthält: braunes, in Aether und ätherischen Oelen lösliches Harz, Gummi, Gerbstoff, Extractivstoff, künstliches Gummi (Pektin?) und Faserstoff. In der Asche ist Gyps, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Bley.) Die Bestandtheile des Samenoberhäutchens sind: festes, fettes Oel, Zucker, gummiges Extract, Pflanzenfaser, künstliches Gummi, (Pektin?) in der Asche: Talkerde, Kieselsäure, Gyps und Chlorcalcium. [Bley.) Im innern Kerne findet sich: fettes Oel, kryslallisirter Zucker, Gummi, künstliches Gummi, (Pektin?) Eiweiss, Faserstoff, und in der Asche: Gyps, Chlorcalcium, Eisenoxyd und Kieselsäure, [Bley.) luden bittern Samen ist Amygdalin enthal- ten. — Der Stamm und die Aeste schwitzen ein, dem Kirsch- gummi ähnHches Gummi aus. Amygdalus communis. L. Die Samen (süssen Mandeln) enthalten: fettes Oel, Schleimzucker, Gummi , Holzfaser, Eiweiss, Essigsäure. [Boidlay.) Sie enthalten: fettes Oel, Farbstoff, Zucker, viel Käsestoff, keine Spur von Stärke , [Payen und 0. Henry) eine kleine Menge von osmazomartiger Materie. [Soubeiran.) Sie enthalten: fettes Oel, Zucker, Gummi und Käsestoff. [Proust.) Die süssen Mandeln enthalten Emulsin. [Liebig und Wähler.) Das Mandelöl besteht aus einem festen und einem flüssigen Theile. [Braconnot.) Der feste Theil ist Margarin. [Varrentrapp.) Die Blätter geben, mit Wasser destillirt, ein Blau- säure-haltiges Destillat. [Zeller.) Der Stamm schwitzt Gummi aus. Amygdalus communis. L. ß. amara. Hayji. Die bittern Mandeln enthalten in der Schale: Gerbstoff', eine braune, in Kali lösliche, durch Säuren aus dieser Lösung fällbare Substanz; im Kerne: fettes Oel, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, Käsestoff, phosphorsauren Kalk, Blausäure -haltiges, flüchtiges Oel. [A. Vogel.) Die bittern Mandeln enthalten Amygdalin [Robiquet und Boutron- Charlard) und Emulsin. [Liebig nxid Wöhler .) Der Stamm schwitzt Gummi aus. Amygdalus persica. L. (Persica vulgaris. Mill.) In den Samen ist Amygdalin enthalten, [Gieseler , Wicke) in den Blättern amorphes Amygdalin, ebenso in den jungen Trieben. [Winkler.) Die Blät- Classis I. Calophytae. 23 ter enthalten auch eine kleine Menge von fertig gebildeten Blausäure- haltendem Benzoylsvasserstofl'. {Winkler.) Die noch nicht holzig gewordenen Stengel geben viel Blausäure-haltendes, ätherisches Oel , die Blätter zarter Stengel mehr, als die der holzig gewor- denen. [Gaulthier.) Die Binde gibt keine Blausäure. [John.) Das Fruchtfleisch enthält: riechende Materie, Zucker, Farbstoff, Gummi, kleberartige Materie, Aepfelsäure und äpfelsauren Kalk. {Be- rard.) Die Samen enthalten fettes Oel. Der Stamm schwitzt Gummi aus. O. 8. Spiraeaceae. Spiraea Ulniaria. L. Die Blüthen enthalten einen gelben Farbstoff, das Spirae'in, [Lihoig) ein ätherisches indifferentes Oel von angenehmem Geruch, in dem eine kampherartige, in perlmulterglänzenden Schup- pen krystallisirende Substanz gelöst ist. [Ettling. Löwig.) Wurzel und Kraut enthalten viel Gerbstoff. Die Blüthen, {Pagenstecher) das Kraut und die Wurzel {Wicke) geben mit Wasser destillirt sali- cylige Säure, [die aus einer noch unbekannten Materie gebildet wird, nicht fertig in diesen Theilen enthalten ist]. — Besonders viel von dieser Säure erhält man aus dem Kraut der Varietät mit gefüllten Blumen. {Wicke.) Spiraea digitata. W. ] ,^ ^, ., . „, , .... ,. ,. Spiraea lohata. Murr. ^J' ^''H' f' ™'^ Nasser dest.lhrt sahcyhge Spiraea fllipendiila. L. ) S^"''^" ^^^''^^'-^ Spiraea Ariincus. L. Die Blätter, mit Wasser destillirt, geben keine salicylige Säure, das Destillat enthält Blausäure, das Destillat der Blüthen nicht. {Wicke.) Spiraea sorbifolia. L. Die Blätter, mit Wasser destillirt, geben keine salicylige Säure, dagegen ist das Destillat der Blätter sowie der Blüthen Blausäure -haltig. {Wicke.) Spiraea laevigata. L | ß j ^ 1 1 e r , T r i e b e und R i n d e n , mit Wasser Spiraea acutifolia. W. , .... ', . ,. ..,, . i j d, Spiraea ulmifolia. Scop. destüln-t, geben em Destdlal, das weder Blau- Spiraea opulifolia. L. ) säure noch sal.cyl.ge Säure enthalt. (Wicke.) Gillenia trifoliata. Moench. (Spiraea. L.) Die Wurzel enthält einen emetisch -purgirenden Stoff. Die Wurzel rinde enthält: Stärke, Gummi , Harz , Wachs , fettes Oel , rothen Farbstoff, flüchtigen Stofl", eine eigenthümliche Substanz von ekelhaft bitterem Geschmack. {Charles Shreeve.) Quillaja Saponaria. Mol. Die Rinde enthält: Fett, Blattgrün, braunen, exlracliven Farbstoff, scharfen ExtractivstoflF, Spuren von Zucker und Gummi, Stärke und Holzfaser, eine Pflanzensäure, pflanzensauren (äpfelsauren?) Kalk, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk und Eisen- oxyd. (0. Henry und Boutron-Charlard.) Die Rinde enthält Saponin. 24 1- Vegetabilia dicotyledonea. [Le Beuf.) In der Asche derselben ist kohlen- und schwefelsaurer Kalk , Chlorkalium , kohlensaure Magnesia mit Spuren von phosphor- sauren Salzen enthalten. {Bley.) O. 9. Dryadeae. Rlibus Chamaemorus L. Die Blätter enthalten: talgartige Substanz, trockenes und weiches Harz , GerbstofF, bittern ExtractivstoflT, süss- liches, mit ExtractivstofF gemengtes Gummi, Stärke und Holzfaser. (Wolffgang.) Die Früchte enthalten Aepfel- und Citronsäure, [Scheele] ausserdem Zucker, Gummi, Eiweiss, Pektinsäure, Kali- und Kalksalze. Rlibus fruticosus. L. Die Früchte (Brombeeren) enthalten : eine Spur von Harz, rothen Farbstoff, Schleimzucker, Gummi, äpfelsaures Kali und Kalk, freie Aepfelsäure , phosphorsaures Kali und Kalk. [John.) Die Blätter, Stengeltriebe und Blüthen enthalten Gerbstoff. Rlibus Idaeus. L. Die Früchte (Himbeeren) enthalten: Pektin, [Jahn] Aepfel- und Citronsäure, {Scheele, Bley) ätherisches, angenehm rie- chendes Oel, in sehr geringer Menge, einen rothen Farbstoff, der mit Bleioxyd eine blaue Verbindung gibt und kryslallisirbaren Zucker. {Bley.) Die Himbeeren enthalten Phyllochlor. — Die Asche derselben besteht aus : Kieselsäure, Eisenoxyd, kohlen- und phosphorsaurem Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsaurer Kalk- und Talkerde. {Bley.) — In den Blättern ist Gerbstoff" enthalten. Fragaria vesca. L. Die Früchte enthalten Aepfelsäure und viel Citron- säure. {Scheele.) — Blätter und Wurzeln sind Gerbsloff-haltig. Tormentilla erecta. L. (Potentilla Tormentilla. Sibth.) In der Wurzel ist ein Gerbstoff enthalten, {Wahlenberg) der mit dem Catechin Aehn- lichkeit besitzt, {Pfa/f) er fällt Leim, nicht Brechweinsteinlösung und wird durch Schwefelsäure nicht gerölhet. — Die Wurzel hält Ellagsäure [Grischow] und Oxalsäuren Kalk, {Scheele] ferner Tormen- tillroth , verändertes , nicht in Weingeist lösliches Tormentillroth , in Weingeist und Aether lösliches Hartharz, Gummi, (Gallertsäure?), Extractivstoff, Cerin, Myricin, Holzfaser und Spuren ätherischen Oeles. [Meissner. ] Geum urbanimi. L. Die Wurzel enthält: flüchtiges Oel, Hartharz, eisen- bläuenden Gerbstoff, nicht in Weingeist löslichen Gerbstoff, (gummi- haltig?), durch Natron ausziehbaren, gummiartigen Stoff, durch Natron ausziehbaren, bassorinartigen Stoff', Holzfaser. {Trommsdorff.) Sie enthält: Gallussäure, (il/e/fl??rfr/ und il/oreW/) keine Gallussäure , son- dern eisenbläuenden Gerbstoff. {Buchner sen.) Das ätherische Oel ist leicht mit Kalkerde zu verbinden. Die Wurzel enthält auch fettes Oel, ein in kaltem Alcohol unlösliches ünterharz und amorphes Geum- bitter, {Buchner sen.) wahrscheinlich auch Pektinsäure. {BerzeUus.) — Mit dieser Pflanze scheint in allen Bestandtheilen Classis 1. Calophytae. 25 Sieversia montana. W. (Geum. L.) übereinzukommen. Ayrimonia Eupatoria. L. Blätter und Stengel enthalten eine aro- matische Substanz und können zum Gelbfärben verwendet werden. Vielleicht ist der Gerbstoff dieser Theile zugleich der Färbestoff (?). Das Vermögen zu färben hat die Pflanze bloss vor der Blüthezeit. ßrayera anthelmintica. Knth. (Kosso in Abyssinien). Die Blüthen ent- halten einen eisengrünenden Gerbstoff, {Engelmann und Büchner) fettes Oel, Chlorophyll, Wachs, kratzendes, bitteres Harz, Zucker, Gummi, eisengrünenden und eisenbläuenden Gerbstoff", Pflanzenfaser, in der Asche viel Eisenoxyd, [Willstein] ein ätherisches Oel, {Pereira) einen krystallisirten Stoff von saurer Natur, Kwosein genannt. {Martin.) Die Pflanzen dieser Ordnung scheinen alle an Gerbstoff' reich zu sein, so enthalten ausser den genannten z. B. die Triebe, Blätter und Blüthen von Rubus caesius L. , die Wurzeln und Blätter der Comarum- und Potentilla-Arten, der Dryas-Arten, der Arten von Alchemilla , Sanguisorba und Poterium viel Gerbstoff. In mehreren hieher gehörigen Pflanzen kommen Bitterstoffe vor, so schmecken die Wurzeln von Sanguisorba officinalis L. und S. canadensis L. bitter, die Letztere zugleich scharf, Alchemilla vulgaris L. besitzt ebenfalls einen bittern Geschmack. Aetherische Oele kommen in einzelnen Pflanzen dieser Ordnung z. B. in Poterium Sanguisorba L. , in den Blättern und in der Wurzel von Andern vor. O. 10. Rosaceae. Rosa caniiia. L. Die trocknen, von Samen und Haaren befreiten Früchte enthalten: Spuren von flüchtigem Oele, fettes Oel, Weichhaiz, roth- gelbes Hartharz, eisengrünenden Gerbstoff, Schleimzucker, Gummi (wahrscheinlich Pflanzenleim enthaltend) , Faserstoff, [der durch Be- handlung mit Kali und Salzsäure in Gummi (Gallertsäure?), Exlractiv- stoff, Holzfaser, Kalk, Thonerde und Eisen zerfällt], Gitronsäure, Aepfelsäure, theils frei, theils an Basen gebunden und unorganische Salze. Die Oberhaut besteht aus Gummi (Gallerlsäure), Extractiv- stoff, Eiweiss und Holzfaser. Die Asche der Frucht besteht aus: koh- len-, phosphor- und schwefelsaurem Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsaurem Kalk, Thonerde, Kieselsäure, Mangan und Eisen. — Die unreifen Früchte enthalten statt des rothen Farbstoffes Chlo- rophyll und nur %o so viel freie Säure als die reifen Früchte, sehr wenig phosphorsauren Kalk. {Billz.) Das Fruchtmark enthält Aepfel- und Citronsäure. {Scheele.) — In den Blättern der Hunds- rose ist ein Gerbstoff enthalten , ähnlich in seinen Reactionen deni Galläpfelgerbstoff. {Wahlenberg.) Auch die Petalen enthalten Gerb- stoff. Rosa centifolia. L. Die Blumenblätter enthalten Gerbstoff und Ro- senöl, das aus R. centifolia provincialis im Grossen bereitet wird. 26 I- Vegetabilia dicotyledonea. Rosa damascena. Mill. Die Fetalen enthalten Rosenöl und einen Gerb- stoff, ferner einen Eolhen, in Alcohol löslichen, in Aether unlöslichen, rothen Farbstoff", der mit Bleioxyd eine grüne Verbindung gibt. {Du Menü. ) Rosa gallica. L. Die Blumenblätter enthalten: rothen Farbstoff, der durch Alkalien grün wird, Gallussäure, eisenschwärzende Gerbsäure, Pflanzeneiweiss, Gummi, festes, gelbes, fettes Oel. Rosenöl, phosphor- saures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Ei- senoxyd. [Cartier.) Rosa indica. L. Aus den Blumenblättern wird Rosenöl gewonnen. Rosa sempervirens. L. Die Blumenblätter enthalten Rosenöl und einen purgirenden Stoff". Rosa moschata. Mill. Aus den Blumenblättern wird Rosenöl ge- wonnen. Rosa fragrans. Red. (R. thea. Hort.) Die Blüthen enthalten ein von dem Rosenöl verschiedenes Arom. Rosa lutea. Mill. Die Blumenblätter enthalten viel Gerbstoff und be- sitzen einen wanzenartigen Geruch. Rosa rubifolia. R. Br. [in dem Original steht rubiflora]. Der aus dem geköpften Stamme ausfliessende Saft enthält: Zucker?, Gunmii, Extractivstoff , essigsaures Kali , essigsauren Kalk , kleesauren Kalk. Der am 4ten Tage ausfliessende Saft enthält bloss Gummi. [Adclams.) O. 11. Po m a c e a e. Crataeg-us Oxyacantha. L. (Mespilus. Gaerm.) Alle Theile der Pflanze enthalten Gerbstoff. Inder frischen Rinde junger Zweige ist ein, leicht in Wasser, nicht in Aether löslicher Bitterstoff (== Grataegin) enthalten. {Leroy.) Bei Beginn der Vegetation geben die Triebe mit Wasser destillirt ein Blausäure-haltendes Destillat, was auf die Gegen- wart von Amygdalin schliessen lässt. [Wicke.) Crataegus Pyracantha. Pers. (Mespilus. L.) Die Früchte enthalten: Fa- serstoff, Gummi, Zucker, Wachs, Gerbstoff und Farbstoff. [Santagata.) Cotoneaster vulgaris. Lindl. (Mespilus. L.) Die Rinde enthält Amyg- dalin. (Wicke.) Amelanchler vulgaris. Mnch. (Pyrus. I.) Die Knospen schmecken nach bitteren Mandeln, sie und die Rinde geben mit Wasser destillirt ein Blausäure-haltiges Destillat, was auf einen Gehalt an Amygdalin deutet. {Wicke.) Pyrus communis. L. Das Fleisch der Früchte enthält im reifen Zu- stande: harziges Blattgrün , Zucker, Gummi, Pflanzenfaser, Eiweiss, Aepfelsäure und Kalk {Berard), Gerbstoff" und citronsaures Kali. {Berzelius.) Die Menge des Gerbstoffes ist besonders bedeutend in den Holzbirnen. Im halbreifen und unreifen Zustande ist viel Stärke darin vorhanden. {Döbereiner, Schubert.) Das Fruchtfleisch Classis I. Calophytae. 27 enthält ferner Pektase und Pektose , welche Letztere beim Reifen in Pektin übergeht, das durch die Einwirkung der Pektase in Pektosin- säure übergeführt wird. [Fremy.) Die Steine in den steinigen Birnen sind Holzfaser. (Bilts.) Die in den Obstweinen aufgefundenen kleinen Mengen von phosphorsaurem Kalk, schwefel- und salzsauren Salzen {Pagenstecher) müssen im Fruchtdeische enthalten gewesen sein. — Die Samen enthalten fettes Oel und Amygdalin. — Die Wurzel enthält in der Rinde Phloridzin, auch die Rinde des Stammes enthält kleine Mengen von diesem Körper, {de Koninck. ) Pyriis Malus. L. Das Fleisch der Früchte enthält dieselben Bestand- theile, wie das der Birnen. {Berard.) In dem wässerigen Extracte der Früchte des sibirischen Eisapfels fand sich: Gummi, Schleimzucker, Aepfelsäure, Gerbstoff und Extractivstofl". {Lampadius.) Die unreifen und halbreifen Äepfel enthalten Stärke im Fruchtfleisch. {Dobereiner, Meyer, Schubert.) Das Fruchtfleisch enthält Gerhsioü' '{Benzelius) , besonders viel bei den Holzäpfeln, — Pektose und Pektase. {Fremy.) — Die Samen enthalten fettes Oel und Amygdalin. Die Samen des sibirischen Eisa pfels enthal- ten Oel und viel Schleim, in der Schale verhärteten (Eiweiss?) Faserstoff, eisengrünenden Gerbstoff, Farbstoff und Extractivstoff. {Lampadius.) — Die Rinde des Stammes kann zum Färben be- nutzt werden, gibt eine schön citrongelbe Farbe, — sie enthält wenig Phloridzin, mehr die Wurzelrinde, {de Koninck) einen wachsartigen Stoff, identisch mit dem, der sich in den Vogelbeeren befindet, {Mul- der) eine eigne Gerbsäure, {Diehl und Buchjier sen.) die durch Ein- wirkung von Salzsäure in einen carmoisinrothen Stoff übergeht. — Die Angabe, dass nur in der Wurzelrinde kräftiger Bäume Phloridzin enthalten sei, {Weigandt) wird durch den erwiesenen Phloridzin- Gehalt der Wurzelrinde eines sehr alten Apfelbaumes widerlegt. [Diehl und Buchner sen.) Sorbus Aucuparia. L. (Pyrus. Gaertn.) Die Vogelbeeren enthalten im unreifen Zustande Weinsäure, im reifen Aepfel-undCitron- säure, {Liebig) einen eigenen Zucker^ Sorbin genannt {Pelouze) und gährungsfähigen Zucker, {Liebig) in der Schale Wachs {Mulder) und einen , mit Bleioxyd eine grüne Verbindung gebenden , rothen Farb- stoff. {Berzelius.) — Rinde und Knospen enthalten Amygdalin. {Wicke.) Sorbus hybrida. L. (Pyrus pinnatifida. Ehrh.) Rinde und Knospen geben, mit Wasser destillirt, ein Blausäure -haltiges Destillat, was auf die Gegenwart von Amygdalin hinweiset. {Wicke.) Sorbus torminalis. L. (Pyrus. Ehrh.) Die von den Blättern befreiten Triebe, die Blätter, Blüthen und Rinde geben, mit Wasser • destillirt, ein Blausäure - haltiges Destillat in Folge eines Gehaltes an Amygdalin. {Wicke.) 28 I- Vegetabilia dicotyledonea. Sorbus Aria. Crntz. (Pyrus. Ehrh.) Die Früchte enthalten Aepfel- und Citronsäure. (Scheele.) Cydoiiia vulgaris. Pers. (Pyrus Cydonia. L.) Das Fruchtfleisch ent- hält Aepfelsäure {Rickher) und GerbstofF. Das Aroma der Frucht- schalen rührt wahrscheinlich von Oenanthaether her. [Woehler.) Die Samen enthalten Amygdalin und fettes Oel. — Die Samenhül- len enthalten ein in Zucker überführbares Kohlehydrat, (C. Schnfidt) den Quittenschleim. Der Amygdalingehalt geht aus der Analyse von Stockmann hervor, der Blausäure in den Samen fand. Die Samen enthalten Stärke. [Stochnann.) Gerbstoff dürfte in den Blättern und Rinden aller Pflanzen dieser Ordnung enthalten sein, die Blätter von Eriobotrya japonica Lindl (Mespilus. Thh.) sind z. B. reich daran. Der zum Färben in Nepal angewendete Farbstoff der Rinde von Photinia dubia DeC. (Mespilus tinctoria. Don.) dürfte ein Zersetzungsprodukt einer Gerb- säure sein, ähnlich dem Chinaroth. GLASSIS II. Terebinthinae. O. 13. Jiiglandeae. Juglans regia. L. Der ausgepresste Saft der unreifen Nuss ent- hält: Gerbstoff, Schleirazucker, krystallisirbaren Zucker, Aepfelsäure, Kali, Kalk, gummigen ExtractivstofT, Stärke, Eiweiss, phosphorsauren Kalk, gelbes, scharfes, fettes Oel, milden Talg, Blattgrün, röthliche, fette Substanz. — Die Asche enthält: Kohlen- und schwefelsaures Kali, Qhlorkalium, kohlen- und viel phosphorsauren Kalk, Bittererde und wenig Kieselsäure. [Wackenroder .) — Die unreifen Samen enthalten anfangs bloss Albumin, eine freie Säure und einen gummi- artigen Stoff, das Oel bildet sich erst, wenn das Albumin beginnt fest zu werden. [Bernays.) — Die äussere grüne Schale der rei- fen Nuss enthält: Blattgrün, GerbstofF (eisengrünenden), Farbstoff, Stärke, Holzfaser, Citren- und Aepfelsäure, klee- und phosphorsauren Kalk; in der Asche ausserdem Kali und Eisenoxyd. [Braconnot.) Der Gerbstoff der Häute, welche die Cotyledonen umgeben, ist eisen- bläuend. {Bernays.) — Die unreifen Wallnüsse mit Wasser de- slillirt, dem Phosphorsäure zugesetzt ist, geben ein Essigsäure-halten- des Destillat. Während alle Säfte der Nüsse sauer reagiren, entwickelt die schnell geschälte (unreife) Wallnuss Ammoniak. {Bernays.) ?? Die gelbe Hülle des Wallnusskernes enthält: cigenthUmliches Weich- harz, eisenbläuenden Gerbstoff, Holzfaser. In ihrer Asche fast reines Eisenoxyd. {Pfaff.) Der im Februar abgezapfteSaft des Nuss- Classis IL Terebinthinac. 29 baumes enthält; Zucker, keine Kohlensäure. {Biet.) Der im April abgezapfte Saft enthält: freie Kohlensäure, Gyps, phosphorsauren Kalk, Eivveiss, Salpeter, fettige Substanz, Salmiak, milchsaures Kali und Ammoniak, keinen Zucker und äpfelsauren Kalk. {Langlois.) — Die Blätter enthalten Gerbstofl" und eine riechende Materie (äthe- risches Oel?). Die meisten andern Gewächse dieser Ordnung stimmen in ihren Eigenschaften sehr nahe mit .luglans regia überein. Sie enthalten viel Oel in den Samen, Gerbstoff und bisweilen auch Bitterstoffe, vs'ie folgende Beispiele zeigen : Juglans nigra. 3Iich. Enthält viel fettes Oel in den Samen. Rinde und die grünen Fruchtschalen können wie J. regia zum Färben gebraucht werden. Juglans cinerea. L. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Der Bast enthält einen purgirenden Stoff. Juglans fraxinifolia. Lam. Die bitteren Blätter sind reich an Gerbstoff. Die grünen Fruchtschalen sind emetisch purgirend. Sie und die Rinde können zum Färben gebraucht werden. Carya olivaeformis. Nutt. (Juglans. Mich.) Die Samen enthalten fettes Oel. Carya alba. Nutt. Die Samen enthalten fettes Oel. Carya tomenlosa. Nutt. (Juglans. Mich.) Die jungen Wurzeltriebe schmecken süss. Der Saft, der im Frühjahr aus angebohrten Stäm- men fliesst, ist reich an Zucker. Die Rinde wird zum Grünfärben benutzt. Carya amara. Nutt. i ^. ^ , . , , . Carya aqiiatica. Nutt. i Die Früchte sind bitter. O. 13. Cassuvieae. Anacardiiim longifoliuni. Lam. Die Nüsse enthalten in der äusseren Rinde Gallussäure und Eisen bläulich-schwärzenden Gerbstoff. {Sten- house.) Anacardium occidentale. L. Die Früchte (westindische Elephantenläuse) enthalten im Pericarpium: Cardol, Anacardsäure, Gallussäure (?) ; im Samen mildes, fettes Oel {Staedeler). — Aus der Rinde schwitzt ein Gummi (sogenanntes Acajou- Gummi) , das sich wie arabisches Gummi verhält. Die Wurzel soll purgiren, die Blätter sollen be- rauschen. Pistacia Lentiscus. L. Liefert den Mastix. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Pistacia TereWnthus. L. Durch Einschnitte gewinnt man den Terpen- tin von Chios. Die durch den Stich von Aphis Pistaciae L. oder Chermes pistaciae Gmr. litt, hervorgebrachten Galläpfel (Garobe di Giuda) enthalten: grünes Wachs, in Aether und Alcohol lösliches 30 I- Vegelabilia dicotyledonea. Hartharz, in Alcohol, nicht in Aether lösliches Harz, Gerbsäure, Gal- lussäure, iiunimigen Extractivstoff , ätherisches Oel, Faser. In der Asche: Chlorkalium, kohlen- und schwefelsaures Kali, kohlensauren Kalk und Kieselsäure. Rhus Cotinus. L. Gibt das Fisetholz. Die Rinde riecht etwas aroma- tisch, ist wie die Blätter (=Schmack) und \yurzel reich an Gerb- stoff. Rhus glabra. L. Alle The ile sind reich an Gerbstoff, die Beeren sind scharf. Rhus copalliiia. L. Die Beeren enthalten wie die von Rh. glabra viel sauren, äpfelsauren Kalk, {Rogers) nicht freie Aepfelsäure, wie Cozzens angibt. — Der Gerbstoff der Sumacharten gibt, mit Schwefelsäure behandelt, Gallussäure wie der Galläpfelgerbstoff. [Stenhouse.) Rhus succedanea. L. Soll das chinesische Wachs liefern. (Lewy.) Dieses kommt von einem darauf lebenden Insekte. (C. Brodle.) Rhus toxicodendron. L. Der Saft der Blätter enthält Gallussäure. {Äschoff.) Der an der Luft schnell schwarz werdende Milchsaft ist sehr scharf. Die hieher zu zählenden Pflanzen enthalten entweder viel Gerb- stoff, oder ätherische Oele und Harze, oder scharfe flüchtige Stofle, deren Natur unbekannt ist. Häufig enthalten sie einen Stoff, der an der Luft schwarz wird. In den Samen kömmt oft viel fettes Oel vor. Folgende Pflanzen mögen als Beispiel dienen. Semecarpus Cassuviura. Rxbg. Blätter und Rinde enthalten, ander Luft schwarz werdenden, ätzenden Saft. Buchanania latifolia. Rxbg. Die süssen Samen sind reich an fet- tem Oel. Holigarna longifolia. Rxbg. Enthält in allen Th eilen einen ätzend scharfen Saft, der an der Luft schwarz wird. Mangifera indica. L. Die jungen Blätter sind gewürzhaft. Aus dem Stamme schwitzt ein, dem Bdellium ähnliches Gummiharz. Die Steinfrüchte erregen Purgiren, die Samen sind bitter, die Rinde enthält einen biltern, scharfen, wohlriechenden Saft. Mangifera foetida. Low. Die Früchte riechen übel. Der Saft, der nach Einschnitten aus der Rinde ausfliesst, ist scharf, beinahe ätzend. Melanorrhoea usitata. Wall. Gibt einen schwarzen Firniss. Der Saft des Baumes ist scharf. Pistacia atlantica. Des f. Lässt ein dem Mastix ganz ähnliches Harz ausschwitzen. Pistacia vera. L. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Pistacia oleosa. Lour. Die Samen enthalten ein bitter schmeckendes fettes Oel. Comocladia dentata. Jacq. Besitzt einen scharfen , ekelhaft nach Excre- menten und Schwefelwasserstoff riechenden, an der Luft sich schwär- zenden Saft. Classis H. Terebinlhinae. 31 Picramnia pentandra. Sw. (Gomociadia Brasiliastrum. Poir.) Der Saft des Stammes ist scharf und schwärzt sich an der Luft. Die Rinde ist bitter und Gerbstoff-haltig. Das Holz ist dem Brasilienholz ähnlich. Picramnia antidesma. Sw. Dieser Strauch besitzt eine intensive Bitterkeit. Astronium graveolens. Jacq. Besitzt einen übelriechenden , lerpentin- artigen Saft. Spoiidias purpurea. L. Wurzel, Rinde und Knospen enthalten Gerbstoff. Spondias lutea. L. Die Früchte enthalten Gerbstoff. Wurzel, Rinde und Knospen sind an Gerbstoff reich. Spondias mangifera. W. Durch Einschnitte in die Rinde erhält man einen bitteren, gelbrothen Saft (Amraharz). Die Früchte sind wohl- riechend. Spondias ßirrea. Rieh. Die Früchte enthalten Zucker, die Samen viel fettes Oel. Lilhraea venenosa. 31iers. (L. caustica. Hook.) Die scharfe Ausdünstung dieser Pflanze ist viel gefährlicher, als die von Rhus toxicodendron. Rhus Metopium. L. Schwitzt ein gelbes, emetisch purgirendes Harz aus, das Holz ist reich an Gerbstoff. Rhus coriaria. L. Alle Th eile der Pflanze sind reich an Gerbstoff. Die Früchte sind scharf. Rhus typhina. L. Kömmt in seinen Eigenschaften mit Rh. coriaria überein. Rhus vernicifera. DeC. (Rh. Vernix. Thbg. nee L.) Enthält einen sich an der Luft schwärzenden Saft. Die Samen enthalten talgartiges Oel. Aus dieser Pflanze wird der japanische Firniss bereitet. Rhus venenata. DeC. (Rh. Vernix. L.) Enthält einen milchigen, ander Luft schwarz werdenden Saft in der Rinde. Das gelbe Holz enthält einen aashaft riechenden Saft. Rhus juglandifolia. W. Enthält ebenso giftige Stoffe, wie Rh. toxico- dendron. Rhus fragrans. Lieehtenst. Seine Blüthen riechen wie die der Syringen. Lohadium aromaticum. Raf. (Rhus. Ait.) Das Holz riecht nach Campher. Lohadium siiaveolens. Raf. (Rhus. Ait.) Die Blätter riechen wie Orangen. Duvaua dependens. DeC. Schwitzt ein Harz aus. Scliinus Molle. L. Das Fruchtfleisch ist reich an Zucker. Die Blät- ter riechen fenchelartig, die Rinde ist ebenfalls aromatisch, nach Verletzungen fliesst daraus ein angenehm riechender, milchig-harziger Saft aus, der wie Mastix benutzt wird, aber purgiren soll. Schinus Areira. L. Kömmt ganz mit Seh. Molle überein. Schinus terebintliifolius. Radd. Die Blätter sind aromatisch und bitter- lich. Die Rinde ist gewürzhaft und enthält Gerbstofl", lässt Harz aus- fliessen. Die Samen geben Oel. 32 I- Vegetabilia dicotyledonea. O. 14. Coniiaraceae. lieber die Pflanzen dieser Ordnung ist in Hinsicht ihrer Zusammen- setzung nichts bekannt. Aetherische Oele und Harze scheinen , wie in der vorhergehenden Ordnung , auch hier zu den charakteristischen Be- standtheilen zu gehören, so enthält die Rinde von Robergia hirsuta Rxbg. einen zähen, wohh^echenden , braunen Balsam. Auch Farbstoflfe treten auf, wie ein orangerothes Pigment indem essbaren Samenmantel von Cnestis monadelpha. Rxbg. (Connarus Roxburghii. Hook.) O. 15. Amyrideae. Arayris Plumierl. DeC. Liefert eine Sorte E lern i. Boswellia serrata. Stackh. (B. thurifera. Colebr.) Liefert das, aus Harz, Oel, Gummi und Gluten {O'Shaug^iessy) bestehende Olibanum in- dicum. Boswellia glabra. Rxbg. Liefert nach Einschnitten in die Rinde ein ganz ahnliches Produkt. Boswellia papyrifera. Walpers. (B. floribunda. Royle. Ploesslea flori- bunda. Endl.) gibt afrikanisches Oli banum. Balsamodendron Gileadense. Knth. (Amyris. L.) Gibt Meccabalsam. Balsamodendron Opobalsamum. Knth. (Amyris. L.) Gibt ebenfalls Mec- cabalsam. Balsamodendron Myrrha. [Neesv. Esenb.) Liefert Myrha, die theilweise auch von Balsamodendron Kataf. Knth. stammen soll. Die Myrrhe besteht aus Myrrhin, einem ätherischen Oele und einem balsamartigen Körper. {Ruikholdt.) Aus Myrrhentinctur setzte sich ein saures Harz in Krystall- form ab. [ Landerer.) Balsamodendron africaniim. Am. (Hendelotia. A. Rieh. Amyris Niouttout. Adans.) Liefert arabisches Bdellium. Balsamodendron Boxlmrghii. Arn. Soll das indische Bdellium liefern. Balsamodendron Aj,Mllocha. Wght. (Amyris. Rxbg.) Liefert das ben- galische Elemi. Elaphrium tomentosum. Jacq. Liefert einen Theil des westindischen T a k a m a h a k . ,,, , . ,.„ „ (Sollen das westindische Takama- hilaphrium copaliferum. Sess. .i,, .lu n i ,,, , . , ... < hak oder den westindischen Lopa! Llaphrium excelsum. Knth. ,. „ ' ^ (liefern. Icica Icicariha. DeC. Liefert das westindische oder brasilianische Elemi. Icica Caranna. Knth. Liefert das Carannaharz. Canarium commune. L. Gibt ein stark, aber unangenehm riechendes Harz. Die süssen Samen sind reich an fettem Oel, sie purgiren. — DieNuss enthält: fettes Oel, ExtraclivslotV, Zucker, Gummi, Stärke, Classis II. Terebinthinae. 33 Holzfaser, Emulsin, eine Stickstoff-luillige, vom Eiweiss verschiedene Materie. [Bizio.) Canarium alljum. BnmcJi. Soll der sogenannte Arbol-a-brea sein. {Baup.) Das Harz dessell)en enthalt: ein ätherisches Oel, Amyrin, ein amor- phes Harz, Brein, Bryodin, BreTdin, die letzten drei Harze alle krystal- lisirbar. {Baup.) Der Beichthum an Harzen und ätherischen Oelen tritt hier beson- ders hervor, wie auch folgende Beispiele zeigen werden : Amyris halsamifera. L. Alle T heile sind sehr gewürzhaft, aus dem Holze lässt sich ein ätherisches Oel vom Gerüche des Bosenöles ge- winnen. Amyris acuminata. li.rbg. (Protium Boxburghianum. W. et A.) Die jungen Triebe riechen wie Orangenblätter. fillaphrium capense. DeC. (Fagarastrum. Don.) Die Früchte sind sehr aromatisch. Icica guyanensis. Aub/. Der Baum gibt eine Art Weihrauch. Icica Tacamahaca. Knth. Gibt eine Art von T a k a m a li a k h a r z. Icica heptaphylla. AubL Gibt ebenfalls B a 1 s a m. Icica heterophylla. DeC. (I. Aracouchini. AubL) Aus der Binde fliesst ein Balsam von angenehmem Geruch. Bursera giimmifera. Jacq. In der Rinde ist ein süsslich- gewürzhafter Balsam enthalten. Bursera leptophloeos. Marl. Enthält einen ganz ähnlichen Balsam wie B. gummifera. 31arignia acutifolia. DeC. Aus dem Stamme fliesst ein beim Trocknen schwarz werdendes Harz (schwarzes Dammarharz) aus. Colophonia mauritiana. DeC. Enthält ein lerpentinartig riechendes Ha r z in grosser Menge. Canarium bengalense. Roxbg. Aus der Rinde schwitzt Harz aus, das bald erhärtet. Iledvvigia halsamifera. Sw. (Schwaegrichenia. /?c/?6.) Man gewinnt dar- aus viel von einem dunkelrothen, unangenehm riechenden Balsam, O. 16. Aurantiaeeae. Citrus medica. L, In den Frucht schalen ist flüchtiges Oel enthalten, ebenso in den Blülhen und Blättern. In den geschälten Samen findet sich: fettes Oel, citronsaures Kali , Faserstoff und Limonin , in den Schalen der Samen: Schleim, der mit Boraxlösung anfangs dünn- flüssig wird, dann aber zur Gallerte erstarrt. Die innere Samenhaul enthält etwas harzige Materie. [Bernays.) Der Saft der Frucht enthält: Bitterstoff, Gummi , Aepfel- und Citronsäure. {Proust.) Die Wurzel soll ein Febrifugum sein. Die Blätter enthalten Gerbstofl' und etwas Bitterstoff. Rochleder, Pliytocheniie. 3 34 I- Vegetabilia dicotyledonea. Citrus Aurantium. L. Die Blüthen, Blätter und Friichtsclialen entlialten flüclitiges Oel. In den unreifen, bittern Pomeranzen ist enthalten : flüchtiges Oel, schmieriges, verseifhares Fett, Blattgrün, Hesperidin, extractiver Bitterstoff, Gummi, Holzfaser, Eiweiss, Spuren von Gallussäure, Aepfel- und Gitronsäure , zum Theil an Kali und Kalk gebunden, schwefel- und salzsaure Salze, etwas Schwefel. Die Asche enthält: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Spuren von Eisen. [Lehre- ton.) Die Samen der Pomeranzen enthalten Limonin , das mit dem Limonin der Citronen identisch ist. (C. Schmidt.) Der weisse Theil des Pericarpiums der unreifen Pomeranzen enthält eine dem Hes- peridin ähnliche, aber sauer reagh'ende, in Wasser leichter lösliche, krystallisirbare Substanz. {Widnmcmn.) Der weisse Theil des Peri- carpiums der reifen Pomeranzen löst sich grossentheils in verdünnter Kalilauge, das Gelöste wird durch Säuren als durchsichtige, volumi- nöse Gallerte gefällt. [F. R.) Alle Theil e des Baumes mit Ausnahme des Fruchtfleisches enthalten eine bittere Materie, Blätter und Binde viel Gerbstoff. In den Samen ist fettes Oel enthalten. Das Oel der Blüthen enthält Aurade. [Plisson.) Enthalten ätherische Oele in den Frucht scha- len (untersucht von Volckel u. Ohme). Aus dem Bergamottöl setzt sich eine krystallinische Sub- stanz ab -= Hesperidin {Ricker) = Bergapten {Ohme). Aetherische Oele sind reichlich in den meisten Pflanzen dieser Ordnung enthalten , w ie aus den Eigenschaften der beispielweise an- geführten Pflanzen hervorgeht. Die Samen enthalten fettes Oel. Atalantia monophylla. DeC. Die Blätter sind gewürzhaft, die Samen enthalten fettes Oel, die Früchte sind bitterlich -sauer. Cookia punctata. Retz. Die Blätter riechen anisartig. Triphasia frifoliata. DeC. Besitzt einen sehr angenehmen Geruch. Limonia crenuiata. Rxbg. Die Früchte sind bitterlich -sauer und ge- würzhaft, die Wurzel bitter aromatisch. Murraya sumatrana. W. et Ä. Binde und Blätter sind scharf aro- matisch. ßergera Koenigli. L. Die Blätter riechen unangenehm, Binde und Wurzel riechen stark, schmecken bitter. Clausena heptaphylla. W. et A. Die Blätter riechen anisartig. Clausena sumatrana. W. et A. Die Blätter riechen nach Citronen. Clausena punctata. W. et A. Die Blätter riechen wie Sassafras. Feronia elephantum. Corr. Die jungen Blätter riechen anisartig. Aus in den Baum gemachten Einschnitten fliesst ein Saft aus, der sich wie arabisches Gummi verhält. Citrus Bergamia. Risso. Citrus sinensis. Pers. Classis II. Terebinthinae. 35 O. 17. Zygophylleae. Guajacum offlcinale, L. Das Holz enthält ein Harz, durch Weingeist ausziehbar, das aus vier Harzen beslehn soll. [Jahn.) Das Harz ent- hält eine eigenthümliche Säure , die Guajacsäure , und einen vanille- arlig rieciienden Balsam, ein saures, krystallisirtes Harz [von Righini acide guayacique genannt] [Thierry] , die nichts als Benzoesäure sein soll. {Jahn.) Aus einer Guajactinctur schieden sich beim Stehen nach langer Zeit Krystalle ab, das Guajacin. {Landerer.) Aus einer ammo- niakalischen Guajactinctur setzten sich grüne, ammoniakhaltige, pris- matische Krystalle ab. {Landerer.) Im Allgemeinen ist über alle Pflanzen dieser Familie nichts be- kannt. Das Holz von Guajacum sanctum L. kömmt mit dem von G. off. überein, ist aber etwas schärfer und l)itterer von Geschmack. Zygophyllum Fabago L. riecht gerieben unangenehm, schmeckt scharf und bitter. Tribulus terrestris L. ist reich an Gerbstoff. Tribulus lanueinosus Burin. wirkt harntreibend. O. 18. Rutaceae. Peganum Harmala. L. Alle Theile besitzen einen starken und unan- genehmen Geruch, sind scharf und etwas bitter. Die Samen enthal- ten Harmalin [Gobel) und Harmin, mehr von beiden in den Schalen als in den Kernen. {Pritsche.) Ruta graveolens. L. Das Kraut enthält ein Gemenge von zwei ätherischen Oelen, wovon das eine den Aldehyd der Caprinsäure darstellt, {Ger- hardt) freie Aepfelsäure, {Maehl) ein eigenthümliches Harz. [L. Hoff- mann.) In den BlUthen ist enthalten : ätherisches Oel, Wachsund Harz; in dem Kraut: Stärke, etwas pektische Säure (?) und eine eigenthümliche Säure, in der Asche: kohlensaurer Kalk undThonerde. {Kümmel.) Die Blätter enthalten einen eigenen Stoff, das Rutin. {Weiss.) Das Rutin ist eine Säure, Rutinsäure. {Bornträger.) Die übrigen Pflanzen scheinen ganz ähnlich zusammengesetzt zu sein wie diese, wie folgende Beispiele zeigen. Ruta divaricata. Ten. 1 ,, . „ ^. Ruta bracteosa. DeC. ^"'^"^^" '^ ^^'^^" Eigenschaften mit R. graveo- Ruta angustifolia. Pers. \ ^^"^ ^^^»'^^"• Ruta niontana. L. Soll scharf sein. Haplophyllum tuberculatum. Ad. Juss. Riecht wie Ruta graveolens. O. 19. Diosmeae. Barosma crenata. Eckl. et Z. (Diosma. L. Bucco. R. et S.) Liefert ^e ßuccoblätter. Sie enthalten: gelbes, leichtes, flüchtiges Oel, Blatt- grün, Harz, Gummi, Holzfaser, Extractivstoff von bitterem Geschmacke 3* 36 I. Vegetabilia dicolyledonea. {Diosmhi), in Kali löslichen, braunen Stoff, in Kali lösliche, stickstoff- haltige Materie, coagulirtes Albumin, Aopfelsäure, durch Gerbstoff fällbare Materie, bassorinartige Substanz , klee-, äpfel-, phosphor- und schwefelsauren Kalk, schwefelsaures Kali, Chlorkalium und Essig- säure. {Brandes.) Aus einer geistigen Tinctur der Blätter setzten sich Krystalie des Bitterstoffes ab. (Landerer.) Barosma serratifolia. W. (Diosma. Curt.) Die Blätter kommen im Handel als lange Bucco-Blätter vor. Empleuruni serrulatum. Soland. Liefert einen Theil der Bucco-Blät- ter des Handels. Esenheckia febrifiiga. Marl. (Evodia. St. HU.) Die Binde enthält Chi- novasäure, Fett, einen kaoutchouc-ähnlichen Stoff, einen der Chinova- säure ähnlichen Bitterstoff, einen zweiten eigenthümlichen Bitterstoff, und das bittere Esenbeckin. (F. L. Winkler.) Galipea febrifuga. St. Hü. (Cusparia. H. et B. Bonplandia trifoliata. Wüld. Bonplandia Angustura. Spr. Angustura Cuspare. R. eiS.) Die Binde dieses Baumes kömmt in allen Eigenschaften mit der Binde des folgenden vollkommen überein. Galipea oiricinalis. Hanc. (Soll nach Einigen identisch sein mit G. fel)ri- fuga. St. HU.) Die wahre Angusturarinde enthält: flüchtiges Oel, (scharf, Pfaff), bitteres Hartharz, balsamisches Weichharz, Fe- derharz, Angustura-Bitter, Gummi und Holzfaser, {Fischer) flüchtiges Oel, Weichharz, Hartharz und Angustura-Bitter. {Hummel.) — Die Binde enthält: freie Säure, wein- und schwefelsaures Kali, Chlor- kalium und Gyps. Der Bitterstoff, das Cusparin ist krystallisirbar. {Saladin.) Die Binde soll eine Base enthalten. (Brandes.) Aetherische Oele und Bitterstoffe , denen sich hie und da eine • grössere Menge Gerbstoff zugesellt, sind in dieser Familie zahlreich vertreten, wie folgende Beispiele zeigen: Diosma hlrsula. Thbg. Die Blätter enthalten ein stark und angenehm riechendes, ätherisches Oel. Diosma ericoides. Thbg. Diese Pflanze besitzt einen sehr starken Geruch. Barosma betulina. BarÜ. et W.\Die Blätter sind ebenso aromatisch Barosma odorata. W. i wie die Bucco-Blätter. Agathosma microphylla. May. Biecht stark anisartig. Agathosma Cerefolium. Bartl. et W. Riecht wie Körbel. Agathosma cyminoides. Eckt. Riecht wie römischer Kümmel. Correa alba. Andr. Die Blätter dienen als Surrogat des chinesischen Thee in Neu- Süd -Wales, sie enthalten also offenbar irgend einen Gerbstoff, ein flüchtiges Oel und einen Bitterstoff (Base?). Evodia hortensis. Forst. Die Blätter haben einen starken, unangeneh- men Geruch. Esenbeckia pumlla. Pohl. Die Rinde des Stammesund der Aaste soll sich wie die Rinde von Esenbeckia febrifuga verhalten (s. o.) Classis II. TerebiiUhinae, 37 Hortia brasiliana. Vand. Die bittere Rinde ist in Brasilien ein Surrogat der Chinarinde. Ticorea febrifuga. .S7. Hü. Die Rinde ist sehr bitter und reich an Gerb- slotr, Sie dient als Febrifugum. Ticorea foetida. Aubl. Die Blattei- riechen gerieben sehr unangenehm, ähnlich der Datura Stramoniutii. Moiiiera trifolia. Aubl. Die Wurzel ist scharf und aromatisch. Dictamniis albus. L. (D. Fraxinella. Pers.) Die Wurzel riecht stark und schmeckt sehr bitter. O. 20. Zaiithoxyleae. Zanthoxylum Clava Herculis. L. (Zanlhoxylum Caribaeum. Lam.) Die Rinde enthält: wenig flüchtiges Oel , scharfes Weichharz, Xantho- picrit (wahrscheinlich eine organische Base), rothbiaunen, extractiven Farbstoff, Essigsäure, Ammoniak und die gewöhnlichen Aschenbe- standtheile. [ChevaUier und Pelletan.) Die Rinde wirkt fieberwidrig. Die Blätter enthalten Gerbstoff. AllanUis glandulosa. Dasf. Die Rinde der Wurzel enthält: gewUrz- hafte, nach Vanille riechende Sul)stanz, unangenehm, vires riechen- des, flüchtiges Oel (Spur), Fett, gelbes llartharz, grünbraunes Hart- harz , gelben, extractiven Farbstoff, extractiven Bitlerstoff, Gummi, Gallertsäure, Stärke, Holzfaser, funginartige (?), in Salzsäure lösliche Materie, stickstoffhaltige, in Wasser, nicht in Weingeist lösliche Mate- rie, Pflanzeneiweiss, Spuren von Citronsäure (die in Nadeln kryslalli- sireji soll!) , unorganische Salze und ICieselsäure. — Die Rinde des Stammes enthält widerlich -riechendes, ätherisches Oel. [Payen.) In den Pflanzen dieser Familie kommen gelbe Farbstoffe, Bitter- stoffe und ätherische Oele häufig vor, wie sich aus den hier angege- l>enen Beispielen ersehen lässt. iJriicea sumatrana. Rxbg. Alle Theile besitzen einen bittern Geschmack. Zanthoxylum Pterota. Knth. (Fagara. L. Fagara lentiscifolia. W.) Die Rinde enthält einen gelben Farbstoff und Bitterstoffe und Harz. Die Blätter schmecken bitter und gewürzhaft, enthalten ein grünes, ätherisches Oel. Zanlhoxylum ternalimi. Sw. Die Wurzel ist scharf, gewürzhaft, enthält gelben Farbstoff, Bitterstoff und Harz. Die Früchte haben den Ge- schmack des Pfeffers. Zanlhoxylum piperilum. DeC. A 1 1 e T h e i 1 e , besonders Rinde, Blät- ter und Früchte besitzen einen pfefferartigen Geschmack. Die Früchte kommen als Baccae Fagarae oder Piper japonicum in den Handel. Zanlhoxylum alatuni. Rxbg. Rinde, Blätter und Früchte sind scharf und aromatisch. Zanlhoxylum senegalense. DeC. Die F r ü c h t e sind scharf. 38 1- Vegetabilia dicotyledonea. Zanthoxylum emarginatiim. Sw. A 1 1 e T h e i 1 e besitzen einen, dem Ro- senholze ähnlichen Geruch. Zanthoxylum fraxineum. W. Die Rinde ist scharf und etwas aromatisch. Zanthoxylum aromaticum. W. Kömmt in seinen Eigenschaften mit Z. Glava Herculis überein. Zanthoxylum nitidimi. DeC. Die Wurzel ist scharf und aromatisch, die Blätter riechen stechend, gewürzhaft. Zanthoxylum Budrunga. DeC. Die Früchte besitzen einen slechend- gewürzhaften Geschmack und Citronengeruch. Zanthoxylum Rhetsa. DeC. Die Rinde ist bitter, scharf, die Früchte sind aromatisch, schmecken wie Orangenschalen, die Samen wie Pfeffer. Zanthoxylum hostile. Wall. Die Samen und Früchte dienen zum Betäuben der Fische. Toddalia aculeata. Pers. Wurzel, Rinde, Blätter und Früchte riechen gewürzhaft und schmecken bitter, wirken antifebril, die Früchte schmecken nebenbei pfefferartig. Ptelea trifoliata. L. Die Blätter riechen gerieben unangenehm, die Früchte sind aromatisch und bitter. Ailantus excelsa. Rxb. Die Rinde schmeckt bitter und gewürzhaft. O. 21. Simariibeae. Quassia amara. L. Das Holz der Wurzel kömmt als Quassienholz in den Handel. Picraena excelsa. Lindl. (Quassia. Sio. Simaruba. Z)eC.) Das Holz des Stammes kömmt ebenfalls als Quassienholz vor. Das Quassienholz enthält : flüchtiges Oel , Spuren , Quassiabitter , Gummi , Holzfaser, Ammoniaksalz, Chlorkalium', Salpeter, wenig schwefelsaures Kali, klee-, wein- und schwefelsauren Kalk, Chlorcalcium. [Pfciff.) Das Holz enthält eine Stickstoff-haltige xMaterie, ähnlich der in der Co- lumbo- Wurzel. {Planche.) Das Quassia holz enthält Schillerstoff, (Nolde) einen krystallisirten Bitterstofl", Quassiin oder Quassit. [Wick- ler, Wiggers.) Auch die Rinde der Pflanzeist sehr bitter, ebenso die Blätter beider Pflanzen und die Blüthen von Quassia amara. Simaruba amara. Hayn. (S. officinalis. DeC. Quassia Simaruba. Wright.) Die Rinde der Wurzel und des untern Theiles des Stam- mes enthält: Harz, weich von einem Gehalt an ätherischem , nach Benzoe riechendem Oele, Quassiabitter, Holzfaser, Moder, Aepfelsäure, mit einer Spur Gallussäure, ein Ammoniaksalz, essigsaures Kali, äpfel- und kleesauren Kalk, schwefel- und phosphorsauren Kalk, schwefel- saures Kali, Chlorkalium. [Morin.] Die Blätter sind ebenfalls bitter. Simaruba gulanensis. Rieh. (S. amara. Auhl.) Die Rinde gleicht ganz der vorigen, auch die Blätter sind bitter. Classis III. Tricoccae. 39 Simaba Cedron. Planchon. Samen, Rinde und Holz sind reich an Billerstoff. [Purdie.] Die Samen enthalten: ein durch Aether aus- ziehbares, neutrales, krystallisirhares Fett, einen durch Alcohol aus- ziehbaren, krystallisirten Billerstoff. Grosse Dosen der Samen wirken triftig. [Lewy.) Die Samen enthalten: Cellulose, Stärke, fettes Oel, gelbe Materie, Extract mit Bitterstofl', aber keine krystallisirbare Mate- rie. [Rabot.) Ich muss hier bemerken, dass Herr /?«6o/ in dem durch Aether aü"s gezogenen feiten Oele unter dem Mikroskope Kry- stalle von Gyps auffand ! ! Die Bitterstoffe sind in den Pflanzen dieser Familie sehr verbreitet, ob sie alle mit dem Quassin identisch sind, ist nicht bekannt. So ent- halten Simaba ferruginea St. Hü. , und S. floribunda St. Hü. in Rinde und Wurzel viel Bitterstoff, auch Simaba guianensis /IwW. ist an Bitterstoff reich. (Die Blülhen von Simaba suaveolens St. Hü. sind wohlriechend.) Die Wurzel, Rinde und Blätter von Sama- dera indica Gaertn. sind sehr bitler, Nima quassioides Harn, ist so bitter wie Quassia. O. 22. Ocliiiaceae. Die Pflanzen dieser Familie sind nicht chemisch untersucht. Ich führe hier einige Pflanzen als Beispiele an. Gomphia angustifolla. Vahl. Die Wurzel ist bitler und aromatisch. Gompliia hexasperma. St. Hü. Die Rinde ist Gerbstoff- hallig. Gomphia Jabotapita. Siv. Die Früchte enthalten Gerbstoff und einen Farbstoff, ähnlich dem der Heidelbeeren. Castela Nicholsonü. Hook. Besitzt einen der Quassia ähnlichen bitlern Geschmack. CLASSIS III. Tricoccae. O. 23. Staphyleaceae. Auch diese Gruppe von Gewächsen ist nicht chemisch untersucht. Bis auf einen gewissen Grad scheinen sie in der Stoffbildung mit den Celastrineen übereinzukommen. Die Samen z. B. von Staphylea pinnata L. enthalten fettes Oel und purgiren gelinde. Euscaphis stapliyloides. Sieb, el Zucc. (Sambucus japonica. T/ibg.) ent- hält viel Gerbstoff" in der inneren Wurzelrinde und einen Bit- terstoff. 40 I- Vegetabilia dicotyledonea. O. 24. Hippocrateaceae. Viel fettes Oel in den Samen von einigen, z. B. in Hippocratea comosa. Sio. Im Allgemeinen ist nichts über die Zusammensetzung der Pflanzen bekannt, die dieser Ordnung angehören. O. 25. Celastriiieae. Evonymus europaeiis, L. Alle Theile dieses Strauches riechen und schmecken unangenehm, bewirken Purgiren und Erbrechen. Die Samenkapseln enthalten: gummiühnliches Extract, rothen Farb- stoff, mit Bleioxyd eine grüne Verbindung gebend, viel Traubenzucker, Harz, cerinähnliche Substanz, kleine Mengen Gerbsäure, Tanningen- säure (??), Citronsäure, Salz- und Schwefelsäure, Kali, Kalk und Bittererde. Die Samenhüllen, und zwar die äusseren orangefarbe- nen, enthalten: orangefarbenes, fettes Oel, die inneren rosenrothen Samenhüllen : Gerbsäure und Tanningensäure. Ferner findet sich in den Samenhüllen: Gummi, Kalk, Kali, Bittererde, Kohlen- und Schwefelsäure, Chlor. Die Samen enthalten: fettes Oel (im reinen Zustande mild), Harz, Bitterstoff, (das Gemenge von beiden Materien ist dasEvonymin \on Riedej-er), Emulsin, Zucker, Gummi, Weinsäure, Schwefel- und Salzsäure, Kali, Kalk und Bittererde, {von Grundtier.) — Das fette Oel gibt verseift, nebst Oel- und Margarinsäure, auch Essig- und Benzoesäure. {Schweizer.) Das orangefarbige Pigment der Samenhüllen ist als körnige Masse an den Wandungen der Zellen ab- gelagert. [Nägeli.) Die Samen der Pflanzen dieser Ordnung enthalten meist viel fettes Oel. In der Rinde sind nicht selten emetische und purgirende Stoffe vorhanden, wie sich aus einigen Beispielen ergibt. Evonymus tingens. Wall. Wird zum Gelbfärben verwendet. Celastrus scandens. L. Die Rinde wirkt brechenerregend. Celastrus senegalensis. Lam. Die Wurzelrinde ist schwach l>itter, enthält Gerbstoff, purgirt gelinde. Celastrus macrocarpa. R. et P. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Catha edulis. Forsk. Die Blätter wirken aufregend und vertreiben den Schlaf wie Thee und Kaffee (Caffein?). Mayteniis chilensis. DeC. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Die Blätter wirken wie Seunesblätter. Mayteiius verticlliatus. DeC. Die Samen sind sehr reich an fettem Oele. O. 26. Pittosporeae. Die Pflanzen dieser Familie sind chemisch noch nicht untersucht. O. 27. Olaciiieac. Die Zusammensetzung dieser Gewächse ist unbekannt. Classis III. Tricoccae. 41 O. 28. Aquifoliaceae. Hex Aquifolium. L. Die Samen werden als Kaffee -Surrogat benutzt (Caffein?). — Die Rinde gibt Vogelleitn. [Mucaire.) Die Blätter enthalten Gerbstoff und einen Bitterstoff' — welcher nicht krystallisirt. [Lehourdais.) Hex paraguariensis. St. Hü. Die Blätter geben den Paraguaythee. Sic enthalten: Caflei'n (S/en/w!<5ß) und Kaffeegerbsäure {Rochleder). Nach einer älteren Analyse : zwei Harze, gelben Extractivstoff und Tannin- gensäure. ( Trommsdorjf.) Nach den Angaben Anderer kömmt der Paraguaythee von Hex vomitoria Ait. (Cassine Peragua. Mill.) , nach d''Orbigny liefert Psoralea glandulosa die Yerva niate oder den Para- guaythee. Lenohle fand im Paraguaythee: Gerbsäure, Chlorophyll, Wachs, Albumin, ein flüchtiges Oel , gummiartiges Extract, einein Nadeln krystallisirte Substanz. Bitterstoffe und Gerbsäuren sind die am meisten verbreiteten Stoffe in den Pflanzen dieser chemisch sehr wenig bekannten Familie. Hex laxiflora. Lern. \ Wurzel, Rinde und Blätter sind gelinde bitter Hex opaca. Aü. 1 und enthalten Schleim. Die Rinde auch Vogelleim. Prinos verticillatus. L. Die Rinde enthält Gerbstoff, schmeckt bitter und scharf. Prinos glaber. L. Die Blätter dienen als Theesurrogat (Caffein?). O. 29. Rhamiieae. Rhamnus cathartica. L. Die Früchte, die im frischen Zustande unan- genehm riechen und widrig bitter schmecken, purgiren. Der Bast wirkt emetisch -purgirend. — Die reifen Beeren enthalten Trau- benzucker und einen nicht krystallisirbaren Bitterstoff, beide vielleicht aus dem krystallisirten Körper entstanden, der. (nach Fleury) in den unreifen Beeren vorkömmt, dem Rhamnin. [F. L. Winkler.) Liefern die Gelbbeeren oder A vignon- Körner, welche im unreifen Zustande Chrysorhamniu , im reifen aber Xanthor- rhaninin enthalten. {Keine.) Die Rinde ent- hält ebenfalls einen gelben Farbstoff. Rhamnus Alaternus. L. Die Früchte kommen ebenfalls als Avignon- Körner vor, sie enthalten wahrscheinlich dieselben Beslandtheile, wie die eben erwähnten Gelbbeeren. Sie purgiren und schmecken widrig bitter. Die Blätter sind reich an Gerbstoff. Rhamnus Frangula. L. Die Früchte sind denen von Rh. cath. in ihren Eigenschaften sehr ähnlich. Die Samen enthalten fettes Oel und sollen purgiren. — Die Rinde enthält Spuren von flüchtigem Oele und Blausäure, Wachs, Blattgrün, gelben, harzartigen Farbstoff, ver- Rhamnus infectoria. L. Rhamnus tinctoria. W. et A Rhamnus saxatills. L. 42 I- Vegetabilia dicotyledonea. änderten Farbstoff, purgirenden , bittern Extractivstoff, Phytokoll, Schleimzucker, Gummi, Eiweiss, Holzfaser, Moder durch Kali ausge- zogen , durch Kali ausgezogenes Gummi (?) , Extractivstoff durch Kali ausgezogen, Äepfelsäure an Kali, Kalk und Bittererde gebunden, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk undThonerde. (Gerber.) Die Rinde des Stammes enthält: einen eigenlhüm- lichen, flüchtigen, mit Wasser überdestillirbaren Stoff, der den eigen- thümlichen Geruch der Rinde verursacht, ein Chlorophyll -haltiges Fett, Rhamnoxanthin, (einen gelben, sublimirbaren Farbstoff), Eisen bräunlichgrün färbenden Gerbstoff, etwas gewöhnlichen (?) Gerbstoff, rothbraunen humusartigen Körper, ein in Aether lösliches Harz, meh- rere in Alcohol unlösliche Harze, einen harzigen Bitterstoff, amorphen Zucker, Extractivstoffe , Äepfelsäure und unorganische Salze. [Bins- wanger.) — Die Rinde wirkt purgirend. [Dr. L. A. Büchner, der von der Untersuchung von Binsivanger nichts gewusst zu haben scheint, entdeckte in der Wurzelrinde das Rhamnoxanthin.] CoUetia splnosa. Lam. Die Pflanze wirkt purgirend. — Sie enthält: braunen Extractivstoff, oxydirten Extractivstoff, Gerbstoff, harzigen, kratzend schmeckenden Stoff, Schleim, dem Chinaroth ähnhche Mate- rie, einen ulminartigen Stoff, Colletiin, einen krystallisirten Bitterstoff. [ReufT.) Gerbsäuren und Bitterstoffe sind ausser gelben Farbstoffen die am häufigsten in dieser Familie verbreiteten Materien , wie sich auch aus den folgenden Beispielen ergibt. In den Früchten kömmt oft viel Zucker vor. — Paliurus aculeatus. Lam. Die Wurzel enthält viel Gerbstoff, die Sa- men fettes Oel. Zizyplius Spina -Christi. W. Die unreifen Früchte enthalten Gerb- stoff. Zizyplius vulgaris. Laryi. (Rhamnus Zizyphus. L.|DieFrüchte sindsüss Zizyphus Lotus. Lam. I und schleimig. Zizyphus Napeca. W. Die Samen sollen Schwindel und Purgiren be- wirken. Die Rinde soll ein Antifebrile sein. Zizyphus Oenoplia. MüL Die Rinde enthält einen Gerbstoff und Bitter- stoff. Zizyphus Joazeiro. Marl. Die emetisch wirkende Rinde ist bitter. Zizyphus Jujuba. Lam. Die Rinde enthält Bitterstoff und Gerbstoff. Auch die Wurzelrinde ist bitter. Zizyphus Baclei. DeC. Die Wurzel enthält Gerbstoff. Die Früchte sollen giftig sein. Zizyphus soporifera. Schult. Die Samenkerne wirken narcotisch. Sageretia theczans. Brogn. Die Blätter dienen als Theesurrogat, ent- halten also wohl neben Gerbstoff einen Bitterstoff. Rhamnus amygdalina. Desf. Soll die Graines jaunes liefern, die wahrscheinlich ebenfalls Chrysorhamnin enthalten. Classis III. Tricoccae. 43 Rhamnus lycioides. L. Die Früchte sind reich an Gerbstoff. Ceanothus americana. L. Die gerhsloff- haltige Wurzel enthalt einen rothen Farbstoff und wirkt purgirend. Die Blätter dienen als Thee- surrogat. (Thee of New- Yersey.) Colubrina fermentum. Rieh. \ ^'^ f^'"^« schmeckt angenehm bitterund Colubrina femiginosa. BrorjnY''^^'^^ ^'"ß" S^°^' '^^' zuckerhaltige Flüs- Colubrina reclinata. Brogn. H^'^^'*^" ''"^^ ^^^"^'^ '" S^'^'^S^ ^^'"^^ '^ ) versetzt. Goiiania domingensis. L. Das Holz ist bitter. O. 30. Briiiiiaceae. Auch von dieser Familie ist in chemischer Beziehung nichts Genaue- res ermittelt. O. 31. Enipetreae. lieber die Stoffe , welche von den Pflanzen dieser Ordnung erzeugt werden, ist nichts mit Zuverlässiskeit bekannt. O. 32. Euphorbiaceae. Buxus sempervirens. L. Die Blätter, welche bitter schmecken und purgiren, enthalten : ein Stearopten, Essigsäure (?), Eiweiss, Gummi, Extractivstoff, Blattgrün, Buxin, Schleim, mit Kali ausgezogen, Pflan- zenfaser, Gyps und Chlorcalcium. {Bley.) Croton Eluteria. Sw. Die Cascarillenrinde enthält: ätherisches Oel, braunes, balsamisches, schwach bitteres Harz, Gummi mit Bitlerstoff, Chlorkalium und Holzfaser. [Tromtnsdorff.) bi der Asche ist Kupfer- oxyd. {Meissner.) Das Oel der Binde besteht aus einem Sauerstoff- haltigen und einem Sauerstoff-freien Theil. {Vülkel.) Die Cascaril- lenrinde enthält: Eiweiss, eigenthünilichen Gerbstoff, krystallisirten Bitterstoff (Cascarillin), in Weingeist löslichen, rothen Farbstoff, [der in Aether unlöslich ist], widrig riechende, fette Materie, Wachs, Gummi, flüchtiges Oel, Harz, Stärke, Pektinsäure, Chlorkalium, ein Kalksalz, Holzfaser. [Duval.) Croton nitens. Sw. \ Die Rinden beider Pflanzen verhalten sich Croton cascarilloides. Vahl. [ganz wie die von Croton Eluteria. Siv. Croton Pseudo- China. Schlecht. (Cr. suberosus. H. et B.) Liefert die Copalche-Rinde oder Quina blanca. Diese enthält: Talg, Blattgrün, Wachs, rothbraunes Hartharz, gewürzhaft scharfes Weich- harz, anfangs süss, dann bitter schmeckenden, braungelben Extractiv- 44 I- Vegetabilia dicotyledonea. Stoff, phytokollartige Materie, durch Kali ausgezogene, eiweissähn- liche Materie , durch Kali ausgezogenen Extraclivstoff, klee-, äpfel- und phosphorsauren Kalk, Gyps, äpfelsaures Kali und äpfelsaure ßittererde. {Brandes.) Die Rinde enthält : weiche, grüne, sehr scharfe, fettige Substanz , hellbraunes, geschmackloses, in Aelher unlösliches Hartharz, eisenbläuenden Gerbstoff, sehr bittern Extractivstoff, viel Stärke, Holzfaser, braunen, stickstoffreichen, in Weingeist unlöslichen Farbstoff, sauren, äpfelsauren, klee- und phosphorsauren Kalk, Chlor- kalium. In der Asche der Rinde : Chlorkalium, schwefelsaures Kali, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Eisenoxyd, Manganoxyd, Spuren von Bitlererde und Kieselsäure. [Mercadieu.) — Die Rinde gibt flüch- tiges Oel, ganz mit dem Cascarillöl übereinstimmend, (v. Santen.) Croton Tiglium. L. (Croton Jamalgota. Harn. Tiglium oificinale. Klotz.) Holz und Blätter wirken purgirend. Holz und Samen werden zum Betäuben von Fischen benutzt. Der von der Schale befreite Sa- men enthält: fettes Oel in Verbindung mit Crotonsäure, Gummi, Holzfaser und Eiweiss. {Pelletier und Caventou.) Die Samen enthal- ten: Spuren flüchtigen Oeles, fettes Oel, Crotonsäure, eine organische Base (= Crotonin), Talg, Wachs, braungelbes, in Aether unlösliches Harz, färbenden Extractivstoff, Schleimzucker, Stärke, stärkmehl- artige Materie, äpfelsaures Kali und Kalk, durch Galläpfel fällbare Materie, durch Kali ausgezogenes Gummoin (??), Eiweiss, durch Salz- säure ausgezogenen Kleber, Holzfaser, phosphorsauren Kalk und Bit- tererde. (Brandes.) Das Crotonin existirt nicht. {Weppen.) Die Sa- men enthalten: Crotonsäure, bräunliches Oel, Harz, Crotonin, weisses Fett, Albumin, Gummi und Gallerte. {Domine.) Ricinus communis. L. Die Schale der Samen enthält: braunes, fast geschmackloses Harz, etwas Bitterstoff, Gummi, Holzfaser. Der Kern enthält: fettes Oel, Gummi, Stärke, Eiweiss, Holzfaser. {Geiger.) Im Kerne ist keine Stärke enthalten, aber ein bitterer, scharfer Extractiv- stoff. (Pfaff.) — Die Schale enthält keine scharfe Materie. Der Em- bryo gibt an Weingeist ein nicht scharfes Oel vom Geschmack des rohen Kaffee ab. Das Perispermum gibt beim kalten Pressen ein anfangs mildes, dann im Halse kratzendes Oel, der ganze Samen gibt bei kaltem Pressen ein ähnliches Oel. Durch Auskochen mit Wasser erhält man ein anhaltend scharf schmeckendes Oel. {Boutron-Charlard und 0. Henry.) Der Embryo enthält die ganze Schärfe. {Dei/eux.) Die Schärfe des Samens kömmt von einer geringen Menge eines Harzes her, das Aehnlichkeit mit dem der Euphorbia Lathyris hat. {Sonheiran.) Die Oelsäure des Ricinusöles ist eine eigenthümliche in ihrer Zusam- mensetzung. {SaalmiHler.) Jalropha Curcas. L. (Curcas purgans. Endl.) Enthält einen scharfen Milchsaft. Die geschälten Samen enthalten: fettes Oel , scharfes Weichharz, viel süsse Materie, etwas Gummi, Gluten, Oel- und Mar- garinsäure und freie Aepfelsäure, oder eine ganz ähnliche Säure. {Sou~ Classis III. Tricoccao. 45 beiran.) Die Wurzel und ihr Saft enlhallen ein flüchtiges Gift, liei der Destillation niit Wasser bekömmt man ein bitterinandelartig rie- chendes , aber blausäurefreies Destillat. Der Saft des Stammes ist eine schmutzig rosenrolhe Milch, enthält Glutin, Gerl)stofF und Gallussäure. {Soubeiran. ) Adcnoropuim miiltiri(lum. Pohl (Jatropha. /..) bn Samen sollen die- selben Bestandtheile (?) enthalten sein, wie in dem von Jatropha Gurcas. Manihot iitilissiraa. Pohl. (Jatropha Manihot. L. Janipha. Knth.) Die , Samen wirken drastisch purgirend und emetisch. — Die frische Wurzel enthält: Stärke, Blausäure, bitteres Princip, krystallisirbares Fett, stickstoffhaltige Materie (Pflanzenosmazom), phosphorsauren Kalk und Holzfaser. (0. Henry und Boutron- Charlard.) In einer früheren Analyse führen die genannten Chemiker unter den Bestandtheilen auch eine kleine Menge Zucker und eine eigenthUmliche Säure (Acide ma- niholique) auf, ferner eine stechend riechende, flüchtige Substanz, eine bitter-scharfe Materie und Kleber. Siphonia elasUca. Pers. (Hevea guianensis. Aubl.) Enthält einen schar- fen Milchsaft, der Caoutchouc in grosser Menge liefert. — Der Milch- saft enthält Eiweiss , aber kein Gummi neben Caoutchouc. [Nees und Marquart. ) Mercurialis anniia. L. Das Kraut enthält: Spuren von flüchtigem Oel, Fett, Blattgrün, braunen Farbstoff, purgirenden, bittern Extractivsloff, Gummi, Gallertsäure, Holzfaser, Eiweiss, saures, äpfelsaures Kali und Kalk, kohlensauren (?) Kalk, kleesauren Kalk, in der Asche: Chlor- kalium, kohlen- und schwefelsaures Kali, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Kieselerde und Eisenoxyd. [FeneuUe.) Mercurialis perennis. L. Das unangenehm riechende Kraut wirkt eme- tisch purgirend. — Das Blauwerden des Krautes rührt von der Bildung eines Farbstoffes her, der durch Säuren nicht gerölhet wird. (Clamor- Marquart. ) Slilllngia sebifera. Mchx. (Croton. L.) Die Früchte liefern eine Art chinesischen Wachses. (Fortune.) Dieses Fett besteht aus einem öl- und einem talgartigen Theile. [Liljewalch.) Letzterer ist ein eigen- thümliches Fett, Stillisteariu. Die Stillistearinsäure soll isomer sein mit Walters Bensäure aus Moringa aptera. [Borck.) Dagegen fanden Thomson und Wood nur Stearin- und Margarinsäure. Hippomane Mancinella. L. Enthält einen sehr scharfen, giftigen Milch- saft. Dieser enthält: gewürzhafte, flüchtige Materie, sUsslich schmek- kendes Oel, säuerliches, fettes Oel, Talg, Hartharz, Federharz, gelben Farbstoff, Mancinellin , eine sehr giftige , extractive Materie, Gummi und Kochsalz. Die Asche der Milch enthält: kohlen- und schwefel- saures Natron, Kochsalz, Bittererde, Kieselsäure. [Ricord Madianna.) Hura crepitans. L. Der Baum enthält einen sehr scharfen Milchsaft. Dieser enthält : blasenziehendes, flüchtiges Oel, scharfe, krystallisir- bare Substanz, Kleber, braune, osmazomartige Materie, saures, äpfel- Liefern das Euphorbium-Ha rz. 4g I. Vegetabilia dicotyledonea. saures Kali, äpfelsauren Kalk und Salpeter. {Boussingault und Rivero.) — Die Samen wirken stark emetisch purgirend. {Hamilton.) Sie enthalten im Kerne: fettes, in Alcohol leicht lösliches Oel , Talg, Gummi, eiweissartiges Parenchym und Salze, Inder äussern Sa- menhülle: viel Farbstoff, Gerbstoff und Gallussäure. Euphorbia officinanim. L. Euphorbia canariensis. L. Euphorbia antiquorum. L. Euphorbia trigoiia. Harn. Euphorbia Lathyris. L. Die Samen enthalten ein emetisch purgirendes Oel. — Diese Wirkung des Oeles kömmt von einem Gehalte desselben an harziger Materie her, die aus einem krystallisirten Körper , einem in starkem Alcohol leicht löslichen, scharfen Harze, einem in Alcohol unlöslichen, schwarzen Harze und einem festen, braunen, pulverigen Stoffe besteht. {Soubeiran.) Euphorbia Cyparlssias. L. Enthält einen scharfen, purgirenden Milch- saft. Er enthält: scharfes Harz, Federharz, extractive Substanz, gelbliches Gummi, Eiweiss, kleine Mengen von fettem Oel und Wein- säure, [Jolm) eine eigenthümliche, krystallisirbare Säure und Spuren von einem Alkaloide [Riegel), einen schöngelben Farbstoff, Caoutchouc, eine krystallinische, scharfe, flüchtige Substanz, ein scharfes Harz und Gallussäure. {Stickel.) Euphorbia helioscopia. L. Kraut und Wurzel rinde purgiren. — Die Pflanze enthält ein caoutchoucartiges Harz [Oehlenschlager) , das Viscin sein dürfte. {Nees und Clumor - Marquart.) Euphorbia Esula. L. Die Wurzel ist emetisch. — Diese Pflanze enthält Caoutchouc, eine.krystaflisirte, scharfe, ein scharfes Harz und Gallussäure. [Stickel.) — Der Milchsaft ist scharf, wirkt emetisch purgirend, die Samen wirken ebenfalls purgirend und können zum Betäuben der Fische benutzt werden. Die Wurzelrinde ist besonders scharf und wirkt emetisch purgirend. — Flüchtige Oele und Harze, beide bisweilen von bedeutender Schärfe, Fette und Gerbstoffe, sowie in einigen ein narkotisch wirkender Stoff und hie und da Bitterstoffe fallen bei den Pflanzen dieser Familie in die Augen, wie auch die folgenden Beispiele darthun werden. Die emetisch purgirenden Substanzen sind nicht näher gekannt. Flüggea Leucopyrus. W. Die Wurzel ist gerbstoffhaltig. Cicca disticha. /.. Die Wurzel enthält einen scharfen Milchsaft, wirkt emetisch purgirend. Emblica ollicinalis. Gaertn. (Phyllanthus Emblica. l.) Liefert die Myro- bolanen (Myrobolani emblici]. Die Blätter und Früchte im un- reifen Zustande sind reich an Gerbstoff. Die reifen Früchte enthalten Zucker. Classis III. Tricoccae. 47 Phyllanthus Conami. Sw. Aeste und Blätter werden zum Betäuben der Fische gebraucht. Phyllanthus piscatorius. Knth. Wird zum Betäuben der Fische gebraucht. Phyllanthus virosus. jRj-^. Die Binde ist reich an Gerbstoff, sie dient ebenfalls zum Betäuben der Fische. Phyllanthus Niriui. L. Die Wurzel enthält Gerbstoff und einen Bit- terstoff. Andrachne tiifoliata. Rxbg. Die Früchte wirken sehr giftig. Andrachne collina. Rxbg. Die Frucht hülle und die Binde sollen sehr giftig sein. Briedelia spinosa. W. Die Binde enthält viel Gerbstoff. Crozophora tinctorla. Ad. Jicss. Die Samen wirken purgirend. Der Saft der Pflanze ist scharf; er nimmt an der Luft mit Ammoniak- dämpfen in Berührung eine blaue Farbe an. (Tournesol. Bezetta. Turna solis.) Croton micans. Sw. Die Binde ist der Kopalchi- Binde ganz ähnlich. Blätter und junge Triebe sind ebenfalls aromatisch. Croton campestris. St. HU. Die Wurzel purgirt. Croton antlsyphiliticus. Marl. ] , . , , , , Croton fulvus. Hart. ] ^'^ Wurzeln beider purg.ren. Croton niveus. Jacq. Enthält einen balsamisch -harzigen Saft. Croton Cascarilla. L. Alle Th eile sind gerieben von angenehmem Geruch. Croton linearis. Jacq. Die Pflanze besitzt einen starken , aber unange- nehmen Geruch. Croton balsamifer. L. Enthält einen wohlriechenden, harzigen Saft. Aus der Binde fliesst ein erhärtender Saft, der dem Weihrauch ähnlich ist. Croton humilis. L. Ist sehr aromatisch. Croton origanifolius. Lam. Gibt nach Einschnitten einen dicken, balsa- mischen Saft. Croton coccineus. Vahl. Die Früchte und Blätter sind wohlriechend, die Wurzel aromalisch - scharf. Croton aromaticus. L. Stamm und Aeste enthalten einen aromati- schen Saft. Croton corylifolius. Lam. Aeste, Blätter und Blüthen sind sehr gewürzhaft. Croton gratissimus. Bur. Ist sehr wohlriechend. Croton Pavana. Harn. ) ,, ... ^. , ^ . ^ ^ ^ , ^ Kommen m ihren Eigenschaften mit Croton Croton raoluccanus. L. > rp. ,. , ... . „ . . ,1 Tiglium nahe uberein. Croton polyandrus. Rxhg. \ Croton Draco. Schlecht. Croton liihiscifolius. K7ith. ^ Liefern eine Art Drachenblut Croton sangulfluus. Knth. 48 I- Vegelabilia dicotyledonea. RoUlera tinctoria. Rxhg. Die Früchte sind mit einem scharlachroth- färbenden Pulver überzogen. Die Biälter haben üblen Geruch und Geschmack. Codlaeum sylvcstre. Jim. Die Rinde ist ein kräftiges Purgirmittel. Codiaeuni chrysoslictum. Ad. Juss. Die Wurzel ist scharf. Gelonium hifariuni W. | Die Knospen sind mit einem aromati- Geloiiium fasciciilatum. Rxbg. ) sehen Harz überzogen. AdeFioropium gossypifolium. Pohl. (Jatropha. L.) Die Blätter, sowie das Oel der Samen purgirt. Adenoropium ellipticum. Pohl. (Jatropha oflicinalis. Marl.) Die Wurzel wirkt emetisch purgirend. MaFilhot Aipi. Pohl. Die Samen purgiren, die Wurzel enthält einen milden Saft und ist reich an Stärke. Manihot foetida. Pohl. Die Blüthen verbreiten einen üblen Geruch. MaiiihotJanipha. Pohl. (Jatropha Janipha. L.) Die Wurzel enthält viel Stärke (Harris. Shier). Cnidoscoliis quinqiielobus. Pohl. (Jatropha urens. L.) Die Zweige wir- ken wie Brennesseln, die Samen und deren Oel, sowie der Milch- saft des Stengels wirken heftig purgirend. Cnidoscoliis fragrans. Pohl. Die Blüthen riechen citronartig. Elacococca verrucosa. Ad. Juss. ^r . . . , r . Die Samen enthalten scharfes Oel. tilaeococca Vcrnicia. Ad. Juss. Aleurites laccifera. W. Aus den Zweigen schwitzt eine Art Gummilack aus. Alle Theile riechen angenehm, Blätter und Wurzel purgiren. Anda Gomesii. Juss. (A. brasiliensis. Raddi.) Die Samen enthalten ein purgirendes Oel (Ure). Die Fruchtschalen dienen zum Betäuben der Fische. 3Iabea fistulifera. Marl. Die Rinde wird als Febrifugum gebraucht. Hyaenanclie globosa. Lamb. Die Pflanze (besonders die Früchte) ist Conceveiba guianensis. Auhl. Enthält einen grünlichen Milchsaft. Mappatanaria. Ad. Juss. Die Rinde scheint Gerbstoff zu enthalten, sie wird zum Braunfärben verwendet. Acalypha indica. L. Purgirt. Acalypha betulina. Reiz. Die Blätter riechen angenehm. Acalypha Calnrus. Blum. Die Blätter enthalten viel Gerbstoff. Plukenetia corniculata. Sm. Die Blätter schmecken süss und besitzen einen, dem Flieder ähnlichen Geruch. Tragia volubllls, L. Die Wurzel enthält einen sehr scharfen Saft. Tragia cannabina. L. ßl. Die Wurzel ist sehr wohlriechend. Sapiuni aucupariuni. Jacrj. Enthält eine Art Caoutchouc in dem scharfen Milchsaft. Classis 111. Tricoccao. 49 Sapium Hippomane. May. (Hippomane biglandulosa. L.) Enthält schar- fen Milchsaft, der fast so giftig ist, wie der von Hippomane Man- cinella. Sapium indicum. L. Enthalt ebenfalls einen sehr scharfen Milchsaft. Die Früchte dienen zum Betäuben der Fische. Hura brasiliensls. W. Die Rinde ist sehr scharf, giftig, purgirend und emetisch. Der Saft der Pflanze ist etwas weniger wirksam. [Assacou.) Der Saft soll anthelmintisch wirken und die Fische betäuben. [Martins.) Excoecarla Agallocha. L. Enthält einen dicken weissen Milchsaft von bedeutender Schärfe, der wie die Rinde emetisch purgirend uirkt. In der Wurzel und dem Splint finden sich bisweilen harzige Klum- pen von angenehmem Benzoegeruch abgelagert. Comraia cochinchinensls. Lam. Lässt ein Gummi ausschwitzen, das emetisch purgirend wirkt. Omplialea triamlra. Auhl. Die B lU t h e n enthalten Gerbstoff, die S a m e n viel mildes, fettes Oel, der Saft der Pflanze schwür/.t sich schnell an der Luft. Omplialea diandra. Auhl. Die Samen enthalten fettes Oel, der Keim- ling bewirkt Purgiren. Euphorbia palustris. L. Enthält scharfen Milchsaft. Die scharfe Wür- ze 1 r i n d e wirkt emetisch purgirend. Euphorbia Gerardiana. Jacq. | ^. „, Euphorbia Pityusa. /. . ) ^'^ ^"'^ ^' ^^'^^^ «^^ Brechmittel. Euphorbia amy{;daloides. L. Kömmt mit Euph. Cyparissias und E. Esula in ihren Eigenschaften überein. Euphorbia Characias. L. Enthält einen Milchsaft, der zum Tödten der Fische angewendet wird. Euphorbia Paralias. L. Alle Theile wirken stark emetisch purgirend. Euphorbia procera. M. Bieh. Der Milchsaft ist ein drastisches Purgir- mittel. Euphorbia aleppica. L. Euphorbia Apios. L. Euphorbia papulosa. St. Hü. Euphorbia hiberna. L. Euphorbia spinosa. L. Euphorbia genistoides. L. Enthält einen scharfen, giftigen Milchsaft. Euphorbia piinicea. Ait. Die Früchte und Blätter werden zum Be- täuben der Fische gebraucht. Der scharfe Milchsaft gerinnt zu einer Art von Caoutchouc. Euphorbia dendroides. L. Wirkt drastisch purgirend. Euphorbia corollata. L. Die Wurzel wirkt wie Ipecacuanha. Euphorbia buxifolia. Lam. Der Milchsaft ist ein drastisches Purgirmittel. Euphorbia Ipecacuanha. L. Die Wurzel wirkt heftig emetisch, schwach purgirend. Ko chic; der, PliUoclKMiiie. /, Wirken alle purgirend. 50 I. Vegetabilia dicotyledonea. Euphorbia portiilacoides. L. | Euphorbia Peplus. L. \ Wirken slarli purgirend: Euphorbia thymifolia. /.. Ist aromalisch und reich an Gerbstoff. Euphorbia Tirucalli. L. Ist ein heftiges Brech- und Purgirmittel. Eupliorbia laurirolia. Lam. \ Euphorbia mauritanica. L. \ Wirl^en purgirend. Euphorbia Nivulia. Harn. J Euphorljiacotinifolia. L. Der Milchsaft ist sehr scharf giftig, die Pflanze dient zum Betäuben der Fische. Euphorbia balsamifera. Ait. Der Milchsaft ist süss, nicht scharf. Euphorbia heptagona. L. 1 , , , i , ^ ,. . , , T^ , , . . „^ I Enthalten brennend scharfen Milchsaft, der Euphorbia virosa. W. > , , v • r- i i . i •<•••. ^ , ,. .„ . , besonders bei Luph. hept. sehr ijutie ist. Euphorbia cereiformis. L.) r i ^ o Euphorbia neriifolia. L. Der scharfe Milchsaft purgirt. Der warm- gepresste Saft der Blätter soll sehr sauer sein. Pedilanlhus tithynialoides. Poit. (Euphorbia. L.) Der reichlich vorhan- dene Milchsaft ist scharf und bitter. Die Wurzel wirkt emetiscii. Pedilanlhus padifolius. Poit. Der Milchsaft ist ätzend scharf. Die Wurzel ist ein Emeticum. Die Samen bewirken Erbrechen und Purgiren. O. 33. Stackhoiiseae. Ueber die Bestandtheile der POanzen dieser Familie ist nichts mit einiger Gewissheit bekannt. CLASSIS IV. Malpighinae. O. 34. Tropaeoleae. Tropaeolurn majus. L. Die Blume enthält: wenig gelbfärbendes Harz, kirschrothen , extractiven Farbstofl\ Holzfaser, wahrscheinlich flüch- tiges Oel, Zucker und Schwefel. [John.) In den Blüthen, Stengeln und Samen ist Stärke enthalten. {Hünefeld.) Die Pfl an ze enthält; scharfes, ätherisches Oel, fettes Oel, Tropäolsäure, Schwefel, Eiweiss, Weichharz, Hartharz, Stärke, Extractivstoff, künstliches Gummi, eisengrünenden Gerbstoff, Gummi, Phyllochlor, extracliven Farbstoff, Pflanzenfaser, Mangan, Eisenoxyd, Schwefel-, Snlz- und Aepfelsäure, Kali, Kalk, Kieselsäure und Thonerde. Die Früchte enthalten am meisten scharfes, ätherisches Oel und Tropäolsäure. {Müller.) Das Classis IV. Malpighinac. 51 ätherische, scharfe Oel der Samen ist schwefelhaltig und schwerer als Wasser. {Bernays.) Tropaeolum minus. L. Ist ebenfalls scharf und enthält wahrscheinlich dasselbe schwefelhaltige, ätherische Oel wie T. niajus. O. 35. Rhizoboleae. Von den Pflanzen dieser Familie ist in chemischer Beziehung nichts Näheres l)ekannt. hi den Samen scheinen sie alle fettes Oel zu ent- halten. Als Beispiel dienen : Caryocar nuciferuiii. L. (Rhizobolus Pekea. Gaertn,) Die Samen ent- iialten viel fettes Oel. Die Samen sind von einem Gerbstofl' enthal- tenden Brei umgeben. Caryocar glahruiii. P. \ Die Samen enthalten viel mildes, fel- Caryocar amyg^daliferiim. Cav. [ les Oel. Auch das Fruchtmark von Caryocar Imtyrosum. ir. j C. butyr. ist fetthaltig. O. 36. Ilippocastaiieae. Aesculus Hippocastanuni. L. Die Schuppen, welche die Blalt- knospen umgeben, enthalten: ranziges, fettes Oel, Blattgrün, rothbraunes Hartharz, viel eisengrünenden Gerbstoff, dunkelbraunen Bitterstoff, Zucker (?), Schleim, Holzfaser, pflanzensaures (wahrschein- lich klee- und essigsaures) Kalksalz und phosphorsauren Kalk. — Die von den Schuppen befreiten Blattknospen enthalten: Weichharz, freie Gallussäure (vielleicht nnt Gerbstoff), eine Substanz, die aus eisenbläuendem Gerbstoff und vegeto-animalischer Materie zu bestehen scheint, etwas in Wasser, nicht in Weingeist löslich, Holzfaser, essig- saures Kali und phosphorsauren Kalk. Die eben entwickelten und die vollkommen ausgebildeten Blätter enthalten: Wachs, Blattgrün, Gerbstoff mit Bitterstoff, Eisensalze sowie Leim ])raun fällend, eine Verbindung von Gerbstoff mit thierischer Materie, Holzfaser, klee- und phosphorsauren Kalk und Eisen. — Die Blumenblätter ent- halten: wenig Wachs, gelbrothes, bitteres Harz, gelbfärbenden Stoff", süsse Materie, schleimige, durch Gerbstoff fällbare Materie^ Holzfaser. Die Staubfäden enthalten: weiches, rothcs , bitteres Harz, Gerb- stoff, süsse Materie , schleimige Materie, Holzfaser. — Die jungen Kastanien mit den Pistillen gleich nach dem Abfallen der Blü- then : bitteres, grünes Harz, Gerbstoff, schleimige Materie oder Ver- bindung von Gerbstoff mit thierischer Substanz, Holzfaser, Ammoniak und Eisen mit überschüssiger Salzsäure, keine Stärke. — Die Schei- dewände der Frucht enthalten: Blattgrün, Bitterstoff, Gerb- stoff, schleimige Materie, Holzfaser, freie Säure, Kalisalz und sauren, phosphorsauren Kalk. — Die innere Schale der Frucht enthält : 4* 52 I- Vegetabilia dicotyledonea. Harz, Bitterstoff, viel Gerbstoff, Holzfaser, freie Säure, (vermuthlich Phosphorsäure) und einige Kalksalze. — Die äussere grüne Rinde der Frucht: viel Blattgrün, eisenbläuenden Gerbstoff, Bitterstoff und Salze. — Durch Einäschern der verschiedenen Theile der Ross- kastanie erhält man: kohlen- und phosphorsaures Kali, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Vcmquelin.) — Die Rinde enthält: grünliches, fettes Oel, rothlichbraune, harzartige Materie, rothen Farbstoff, gelben, schwach bittern Farbstoff, eisen- grllnenden Gerbstoff, der Brechweinstein nicht fällt, Gummi, Holz- faser, etwas Säure an Bittererde gebunden, ein in Wasser wenig, nicht in Weingeist lösliches Salz bildend. {Pelletier und Caventou.) — In der Rinde ist Aesculin enthalten. [Frischmann. Raab.) In den reifen Früchten ist neben Stärke auch Saponin (?) enthalten, ein krystallisirbarer Bitlerstoff, gelber Farbstoff und Fett. [Fremi/.) Saponin oder ein ähnlicher Stoff scheint auch in andern Pflanzen dieser Familie enthalten zu sein. Aesculus flava. .1/^ ) ^. „^ . , , . .. . ,,. , r^ Die Wurzeln sollen giftig sem. Aesculus ohioensis. Michx. J '^ ^ Aesculus Pavia. L. Die Wurzel soll giftig sein, sie wird zum Waschen statt Seife gebraucht. (Saponin?) O. 37. 8apiiiflaceae. Paullinia sorbilis. Mart. Die Samen geben das Quarana. Dieses ent- hält : Caffein {Martins , Dechasteliis und Berlhemot) , eisengrUnenden Gerbstoff, Gummi und grüngelbes, fettes Oel. [Berthemot und De- chasteliis.) Paullinia Cupana. Knth. Die Samen werden wie die obigen benutzt und enthalten wahrscheinlich dieselben Bestandtheile. Sapindus Saponaria. L. Die Früchte enthalten : Wein- und Buttersäure und Ameisensäure, (f. Gorup-Besanes.) Sie scheinen einen Gerbstoff und Saponin (?) zu enthalten oder eine ähnliche Materie und einen scharfen Stoff. Sapindus laurifolius. Vahl. Die Früchte werden statt Seife zum Waschen gebraucht. (Saponin?) Sapindus emarginatus. Vahl. Sapindus detergens. Rxbg. Sapindus Rarak. DeC. Viele hierher zu rechnende Pflanzen sind reich an Gerbstoff, viele enthalten einen giftigen Stoff (Alkaloid?), manche einen Bitterstoff oder eine purgirende Substanz, wie aus den folgenden Beispielen er- sichtlich ist. Cardiosperniuni Halicacalnim. L. Die Wurzel schmeckt schleimig und ekelhaftj soll gelinde purgirend und harntreibend wirken. Classis IV. Malpighinae. ' 53 Serjania lethalis. St. HU. Enthält einen harzartigen, giftigen Stoff und wird zum Betäuben der Fische verwendet. Serjania triternata. W. Enthält einen rothen , harzigen Stofl' und eine scharfe Materie, wird ebenfalls zum Betäuben der Fische verwendet. Serjania noxia. .S7. HU. Blät.ter und Aestchen sind giftig. Paullinia pinnata. L. Die ganze Pflanze, besonders Wurzel und Samen, sind sehr giftig. Paullinia Ciiruru. L. Liefert das Wurara-Gift. Die Samen dienen zum Betäuben der Fische, Paullinia australis. St. HU. Ebenfalls ein giftiger Strauch. Sapindiis senegalensis. Poir. Der Samen ist giftig. Blighia sapida. Kön. (Gupania sapida. Endl.) Die Früchte sind gerb- stoffreich, sollen viel Stärke enthalten. Cupania tomentosa. Sw. Blätter und Früchte enthalten viel Gerbstoff. Schmiedelia africana. DeC. Die Blätter schmecken bitter, die Früchte süss. Schmiedeliaserrata. DeC. Die Wurzel ist reich an Gerbstoff. Neplielium Litchi. Carnb. Die Samen sind bitter. ]\epheliimi lappaceimi. L. Die Samen schmecken widerlich bitter. Nephelium informe. Camb. Die Früchte scheinen reich an Gerbstoff zu sein. Melicocca bijuga. L. Die Rinde enthält viel Gerbstoff, , ebenso die breiige Umhüllung der Samen. Schleicliera Irijiiga. W. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Dodonaea viscosa. L. Die Blätter riechen gerieben angenehm. Dodonaea Thunbergiana. Edd. et Z. Wirkt purgirend. O. 38. Erythroxyleae. Alle Pflanzen dieser Ordnung besitzen ein roth oder braunroth ge- färbtes Holz. Viele enthalten Gerbstoff, manche einen narkotischen, andere einen purgirenden Stoff; z. B. : Erythroxylon Cocca. Lam. Die schwach bitterlichen Blätter berauschen ähnlich dem Opium. Erythroxylon hortense. Knth. Die Blätter haben dieselbe Eigenschaft. Erythroxylon areolatum. L. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Die Früchte purgiren. Erythroxylon suberosiun. St. HU. Die Rinde enthält einen rothen Farb- stoff. O. 39. Coriarieae. Coriaria myrtifolia. L. Die Blätter enthalten: in Weingeist lösliches, fettes Oel, Harz, Blattgrün, Gerbstoff, gelben Farbstolf, nicht kryslal- 54 I- Vegetabilia dicolyledonea. lisirbares Alkaloid (?), Gummi, Stärke, Holzfaser, Gallussäure. In der Asche: Chlorkaliuin, kohlensaures Kali, Kalk, Thonerde, Kieselsäure und Eisenoxyd, Spuren. [Pesclüer.) Der Gerbstoff der Blätter ist eisenbläuender, Früchte und Blätter wirken giftig. Eine reichliche Menge von Gerbstoff ist für diese Pflanzen charak- teristisch, irgend ein giftig wirkender, nicht näher bekannter Stoff begleitet hie und da die Gerbstoffe; wie aus den beigesetzten Beispielen sich ergibt. Coriaria sarmentosa. Forst. Die Samen bewirken den Tod unter Con- vulsionen. Coriaria ruscifoiia. L. Enthält einen Gerbstoff in grosser Menge, der dem Galläpfelgerbstoff" ähnlich ist. O. 40. Aceriiieae. Die Zusammensetzung der hieher gehörigen Pflanzen ist unbekannt. Aus den angeführ.ten Beispielen ergibt sich ihr Reichthum an Zucker. Acer talaricuni. L. Die Samen sollen ein Febrifugum sein. Acer Pseudoplatanus. L. Acer platanoides. L. Acer campestre. L. Acer saccharinum. L. Acer nigruni. Mchx. Acer ruhrum. L. Acer dasycarpuni. Ehrh. Negundo fraxiiiifolitim. NiM. Enthält einen an Zucker reichen Saft. O. 41. Malpigliiaceae. Die Pflanzen dieser Familie sind ni'-ht Gegenstand chemischer Un- tersuchungen gewesen. Gerbstoffe und, wie aus dem Gerüche der Blüthen hervorgeht, ätherische Oele in diesen, scheinen die verbrei- lelslen Stoffe zu sein, wie aus den angeführten Beispielen hervorgeht. JVIalpigliia iirens. L. Die Rinde ist sehr reich an Gerbstoff, auch die Früchte enthalten Gerbstoff. Malpighia glabra. L. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Malpighia punicaefolia. L. Aus der gerbstoffreichen Rinde schwitzt Guuuni aus. Byrsonima spicata, DeC. Des röthliche Holz und die Rinde sind reich an Gerbstoff. Die Blüthen sind wohlriechend. ßyrsonima verbascifolia. DeC. Das Holz des Stammes und der Wurzel enthält viel Gerbstoff und einen rothen Farbstoff. Der aus dem angebohrten Stamme fliessende Saft enthält reichliche Mengen von Zucker. Classis V. Ampelideae. 55 Byrsoniina cotinifolia. Knth. ] ,,. ^ . , . . , ^ . T, . -P 1- ^ ^ 5 Uie Rinde ist reich an Gerbstofi". Byrsoninia crassifolia. DeC. ( Byrsonima laiirifolia. Knth. \ Sollen nach der Meinung Einiger einen Byrsonima rhopalaefolia. Knth. [ Theil der Alcornoque- Rinde liefern. Bunchosia armeniaca. DeC. Die Samen sollen giftig sein. Die Blüthen der Hyptage-Arten , so wie die mehrerer Arten von Hiraea , sind wohlriechend. CLASSIS V. Ampelideae. O. 42. Cedieleae. Cedrela febrifuga. Blum. (C. Surena. Reimv.) Die Rinde enthalt: rothen, harzigen Gerbstoff, gewöhnlichen, eisengrünenden Gerbstofl', an Kalk gebunden, braunen, gummigen Extractivstoff, Inulin (Starke mit Gerbstoff" ■?) wenig, und Holzfaser. {Fr. v. Esenbeck.) Das im fri- schen Zustande weisse Holz wird beim Trocknen roth. Bei alten Bäumen ist es purpurrolh. Die Rinde ist ein Antifebrile. Khaya senegalensis. G.etP. (Swietenia. Desr.) Die fieberwidrige Rinde enthält : einen Bitterstoff (Gail-Cedrin genannt) , grünes Fett , rothen Farbstoff, gelben Farbstoff, Gummi, Stärke, wachsartige Materie, Schwefel- und Phosphorsäure mit Kalk verbunden, Chlorkalium und Holzfaser. {Eng. Caventou und Servant.) Harze, ätherische Oele, Bitterstoffe und Gerbstoffe sind in den Pflanzen dieser Familie die verbreitetsten Materien, wie folgende Bei- spiele zeigen : Soymida febrifuga. Adr. Juss. (Swietenia febrifuga. Eoxh.) Die Rinde ist bitter, etwas aromatisch, gerbstoffhaltig, ein Surrogat der China. Choroxylon Swietenia. DeC. Gibt eine reichliche Menge Harz; das Holz ist dunkelgelb, ins Grünliche ziehend. Cedrela Tooiia. Rxbg. Die Rinde ist reich an Gerbstoff, nicht bitter. Cedrela odorata. L. Rinde, Blätter und Früchte haben einen unangenehmen, lauchartigen Geruch. Das Holz hat einen unange- nehmen, bitlern Geschmack. Holz, Rinde und Blätter werden als Fiebermittel gebraucht. Chikrassia tabiilaris. Adr. .Juss. Die Rinde enthält viel Gerbstoff. O. 43. Meliaceae. Die zu dieser Ordnung gehörigen Pflanzen sind nicht näher unter- sucht, sie enthalten ätherische Oele und Harze, in den Samen häufig grosse Mengen fetten Oeles, Bitterstoffe, die häufig in einzelnen, bis- 56 i- Veyelabilia dicütjle(.ionea. weilen in allen Theilen einer Pflanze vorkommen. In den Früchten ist bisweilen Zucker in reichlicher Menge vorhanden. Manche dieser Pflanzen wirken emetisch, oder auch purgirend, einige sind heftige Gifte, wie aus den angeführten Beispielen sich ersehn lässt. Hiimiriuiii floribundum. Marl. Der Baum gibt nach Verletzungen einen blassgelben, wohlriechenden Balsam. Hiimiriuni balsamiferum. Äubl. Lässt nach Verwundungen einen rothen, nach Storax riechenden Balsam ausfliessen. Sandorictim indicum. Cav. Die Wurzel und Blätter sind aromatisch. Die Früchte haben in ihrer Beschafl"enheit Aehnlichkeit mit den Citronen. Melia Azedarach. L. Alle Th eile der Pflanze schmecken bitter, sind giftig, bewirken unter Gonvulsionen den Tod. Melia sempervirens. Siv. Kömmt ganz mit M. Azad. überein. Azadirachta indica. Adr. Juss. (Melia Azadirachta. L.) Alle Theile des Baumes sind stark bitter, besonders die Gerbstoff enthaltende Rinde, die Blätter haben einen ekelhaften Beigeschmack, hi der Fruchtschale ist bitteres, fettes Oel enthalten. Der Stamm gibt Gummi. Der Saft junger Bäume ist reich an Zucker. {O'Shawjnessy.) Die Rinde dient als Chinasurrogal. {White.) Nyalelia raceinosa. Dennst. Die Samen schmecken süss und herb, wirken purgirend, die Früchte sind zuckerhaltig. Lansium domesticum. Jack. Die unreifen Früchte enthalten einen milchigen, bittern, an der Luft sich schwärzenden Saft. Die Samen sind sehr bitter, die Rinde ist wohlriechend. Trichilia emetica. Vahl. Die Blätter riechen citronenartig. Die Früchte wirken emetisch. Trichilia havaiiensis. Jacq. 1 Die Rinde wirkt drastisch purgirend und Trichilia calhartica. Marl, j emetisch. Trichilia trifoliata. L. Besitzt einen sehr üblen Geruch. Die Rinde wirkt stark purgirend. Trichilia alliacea. Forst. Besitzt einen unangenehmen lauchartigen Ge- ruch. (Knoblauchöl?) Moschoxylon Swartzii. A. Juss. (Trichilia moschata. Siv.) Alle Theile besitzen einen starken Bisamgeruch. Die Rinde (Juribali- oder Painereon-Rinde) ist bitter und purgirt. Dysoxylon. Bl. Die Arten dieser Gattung besitzen alle einen unangeneh- men lauchartigen Geruch. (Knoblauchöl?) Guarea Swartzii. DeC. Blüthen, Holz und Rinde besitzen einen starken Bisamgeruch. Das Holz ist harzig und schmeckt bitter, die Rinde w irkt emetisch. Guarea purgans. St. Hü. Ist ein drastisches Purgirmittel. (lUarea Irichilioides. L. Alle Theile riechen nach Bisam. Die scharf und bitter schmeckende Rinde wirkt emetisch und purgirend. Heynla trijuga. Rxbg. Ist reich an eisenschwärzendem Gerbstoff. Classis V. Aiiipelideae. 57 Naregamia alata. W. ei Ä. Die gelbliche Wurzel ist aromalisch, von scharfem Geschmack, wirkt fieberwidrig, alle andern Theile der Pflanze sind aromalisch , die Früchte scharf und gerbstotrhallig. Amoora Rohituka. W. et A. Die Samen sind reich an feilem Oel. Carapa guianensis. Aubl. (Xylocarpus Carapa. Spr.) Soll das scharfe, bittere Carapaöl in den Samen enthalten. Nach Clarke und Pereira könjmt dieses Oel von Carapa Touloucouma. G. et P. Es wirkt pur- girend und anlhelmintisch. — Der Theil des Oeles , welcher bitter schmeckt und übel riecht, löst sich in Alcohol auf. [Redwood.) Aylocarpiis Granatum. Kön. (Carapa moluccensis. Lam.) Wurzel und Rinde enthalten viel Gerbstoff, Samen und Fruchtschalen sind bitter. Walsuva Piscidia. Rxbg. Die Rinde wird zum Retäuben der Fische 'ebraucht. O. 44. Canellaceae. Canella alba. Murr. (Winterana Canella. L.) Die Rinde enthält: Man- nit, ätherische Oele [wovon die leichleren nach Cajeputöl riechen], Nelkensäure, in der Asche; viel kohlensauren Kalk, ausserdem Kali, Natron , Magnesia , Eisenoxyd , Manganoxydul , Thonerde , Chlor, Schwefel-, Phosphor- und Kieselsäure. [W. Mayer und i^. Reiche.) Die Rinde enthält neben eigenlhümlichem Zucker (Mannil) einen Bit- lerstoff. {Petroz und Robinet.) Die Rinde enthält: scharfes, flüchtiges Oel, gewürzhafles , nicht scharfes Harz , braungelben, exlractiven Farbstoff", durch heisses .Wasser ausziehbare, extraclive Materie, Gummi, Stärke, Holzfaser, Eiweiss , essigsaures Kali, Chlorkalium, klee- und essigsauren Kalk, Clorcalcium und Chlormagnium. [Henry.] O. 45. Leeaceae. Die Pflanzen dieser Ordnunc sind nicht chemisch untersucht. O. 46. 8 a r 111 e II t a c e a e. Ampelopsis hederacea. Michx. (Cissus. Pers. Hedera quinquefolia. L.) Die Ende Mai gesammelten Blätter enthalten: Gummi, Weinsäure, eine durch Eisenchlorid grün werdende Substanz, eine bittere Mate- rie, Harz, Chlorophyll, einen Exlraclivstoff und Aschenbeslandtheile. [Wütstein.] Vitis vinifera. L. Der Saft der unreifen Trauben enthält: Ex- lraclivstoff, wenig Aepfelsäuro, sehr viel Citronsäure, Weinstein; schwefelsaures Kali und Gyps. [Proust.) — Unreife Gutcdel- und Muscateller-Trauben enthalten: Satzmehl [das aus dem 58 I- Vegetabilia dicotyledonea. gepressten Safte niederfallt, aus Wachs, Blattgrün, GerbstofT und kleberartiger Materie beslehendj , Gerbstoff, Extra clivsto ff, Scbleim- zucker, Gallussäure, freie Wein- und Aepfelsäure, Weinstein, äpfel-, phosphor- und sch\vefelsüuren Kali und Chlorcalcium. Die Asche des Saftes besteht aus: viel kohlen- und schwefelsaurem Kali, wenig Chlorkalium, wenig kohlen- und phosphorsaurem Kalk. (Geiger.) Der Saft der reifen Trauben enthält: Extractivsloff, Krümmel- und Schleimzucker, Gummi, kleberartige Materie, wenig Aepfelsäure, wenig Citronsäure (keine Citron - , nur Weinsäure, Bvaconnot) und Weinstein. [Proust.) Der Saft der reifen Trauben enthält: RiechstofT, Zucker, Gummi, kleberartige Materie, Aepfelsäure, äpfelsauren Kalk, Weinstein und sauren, weinsauren Kalk. [Berard.) Die Trauben - kerne enthalten viel fettes Oel. [J. Fontenelle.) Dieses Oel ist mild. [Roy.) Die Blätter enthalten Wachs, procentisch gleich zusammen- gesetzt mit dem Bienenwachse. [Mulder.) Die Kerne der Trauben enthalten nebst dem fetten Oele : grünes, in Aether lösliches Harz, Gallertsäure, Gerbstoff. [Zennek.) Die Schalen der Frucht (die Bälge), so wie die Stiele enthalten gleich den Kernen Gerbstoff. — Die Bälge enthalten neben GerbstofT auch Gallertsäure , Chlorophyll und Farbstoff. [Zennek.) Die unreifen Trauben enthalten in ihrem Safte Aepfelsäure [H. Schivarz.) , ferner ein durch Aether auszieh- bares, vom Oenanthälher verschiedenes, ätherisches Oel. [Zennek.) — Das Thränen w a sser der Reben enthält: Aepfelsäure, äpfelsaures Kali, Chlorkalium, kalkhaltiges, saures weinsaures Kali, weinsauren Kalk, Kohlensäure, schwefelsaures Kali und Eiweiss. [Geiger.) Es enthält: Kohlensäure, Kalk, etwas Kali, vielleicht eine flüchtige Säure, eine durch Alkalien mit kupferrother Farbe fällbare Materie. [Prout.) — Der im März abgezapfte Saft des Wein stock es enthält: Salpeter, Milchsäure, milchsaures Kali und Kalk, Chlorcalcium, Sal- miak, weinsauren Kalk, schwefelsaures Kali, Spuren von phosphor- saurem Kalk. Ein zweiter Weinstock gab einen Saft, der keinen Salpeter enthielt. [Langlois.) Die Blüthen des Weinstockes besitzen einen sehr angenehmen Geruch. Die Beeren eines Weinstockes (Vitis sylvestris von Riegel benannt) enthalten : Chlorophyll , Harz , rothen Farbstoff, Pektin, Gummi, Traubenzucker, Aepfel-, Wein- und Ci- tronsäure und wenig unorganische Bestandtheile [Riegel). Im Allge- meinen sind die Pflanzen dieser Familie in Hinsicht ihrer Bestandtheile noch ganz unbekannt. Gerbstoffe und in den Blüthen riechende Sub- stanzen (ätherische Oele?) sind in denselben sehr verbreitet , Zucker in den Beeren. Vitis caribaea. DeC. Die Blätter und Aeste sind gerbstoffhaltig. Vitis indica. Lour. Die Beeren sind zuckerreich. Vitis riparia. Mchx. Die Blüthen riecheu sehr angenehm. Vitis vulpina. L. Die Blüthen riechen sehr unangenehm, fuchsartig. Classis VI. Gruinales. 59 GLASSIS VI. Gruinales. O. 41. Oxalideae. Oxalis Acelosella. L. Die Blätter enthalten Oxalsäure. Oxalis compressa. Jacq. Oxalis violacea. L. Die Blätter dieser und vieler anderen Arten Oxalis speciosa. Jacq. ^ schmecken sauer, wahrscheinlich enthalten alle Oxalis stricta. L. Oxalsäure. Oxalis corniciilata. L. Oxalis crassicaulis. Zucc. (0. crenata. Jacq.) Die Knollen enthalten: Stärke, Legumin , stickstoffhaltige Materie, Salze, Pektin, Cellulose. und einen orangefarbenen Stoff. [Lassaigne.) Die Knollen enthalten Stärke, Eiweiss , Schleim, lösliche, stickstoffhaltige Materie , Salze, Holzfaser und Kieselsäure. Die Stengel enthalten : Holzfaser, oxal- sauresKali, Eiweiss, lösliche, stickstoffhaltige Materie, Chlorophyll, oxalsaures Ammoniak , freie Oxalsäure , Gummi, Aroma, gährungs- fähigen Zucker, Oxyde und Salze. [Payen.] Ueber die Pflanzen dieser Ordnung ist in Betreff der Zusammen- setzung sehr wenig bekannt. Ob in allen Oxalsäure vorkömmt , ist nicht ermittelt. Oxalis enneaphylla. DeC. Die Blätter sind scharf. Oxalis anthelminlica. AI. Braun. Die Zwiebelchen wirken anthel- mintisch. Averrhoa ßilinibi. L. Die Früchte und Blüthen sind sehr sauer. Averrhoa Carambola. L. Die Früchte des wildwachsenden Baumes sind sehr sauer. O. 48. Liiieae. Linum usitatissimum. L. Der Samen enthält: fettes Oel, im Kerne, — Wachs, vorzüglich in der Schale, — scharfes Weichharz, vorzüglich in der Schale, harzigen Farbstoff, extractiven Farbstoff", dem Gerbstoff verwandt, süssen Extractivstoff, Aepfelsäure, Gummi, äpfel- und schwefelsaures Kali, Kochsalz, Essigsäure, essigsaures Kali und Kalk, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk und Bittererde, — Stärke mit Gyps und Chlorcaicium in der Schale; im Kerne Eiweiss, Kleber und Emulsin (?). Die Asche der Hülsen enthält Kupferoxyd. [Leo Meyer.) Der Samen theilt dem Wasser Schleim mit, der aus Gummi, thieri- scher Substanz, Essigsäure, essigsaurem Kali und Kalk, schwefel- und phosphorsaurem Kali , Chlorkalium , phosphorsaurem Kalk und Pelargoniiim odoratissiiiiuin. ]V'. Pelargonluni capitatum. Äif. (50 1- Vegetabilia dicolyledonea. Kieselsäure besteht. [Vauquelin.) Der in den äussern Lagen der Epidermis befindliche Schleim ist ein, in Zucker überführbares Kohlehydrat. [C. Schmidt.) Das fette Oel des Leinsamen besteht aus Margarin und einem flüssigen Fette, das eine eigenthümliche Oelsäure enthält. {Sacc.) Linum catharticum. L. Enthält: Pflanzenleim, Eiweiss, gelben Extrac- tivstoff", in Wasser und Weingeist löslich, fast geschmacklos, — sprö- des, braunes, scharfschmeckendes Harz, fettes Oel, Chlorophyll, Pflanzenfaser, pflanzensaure Salze von Kalk und Kali^ Eisenoxyd, Kieselsäure , eine eigenthümliche , Linin genannte Materie. [Pagen- stecher.) Linum selaginoides. Lam. Enthält ebenfalls einen purgirenden Stoff". O. 49. Geraiiiaceae. Pelargonium roseum. W. Enthält Pelargonsäure [Pless.) und ein ätheri- sches Oel von Rosengeruch. Enthalten ebenfalls ein , nach Rosen riechendes , ätherisches Oel , das zur Verfälschung des Rosenöles gebraucht wird. [Guibourt.) Es enthält viel Stea- ropten. [Recluz.) Die in Deutschland wachsenden Geranien enthalten in den Wur- zeln: Gerbstoff, einen Bitterstoff, das Geraniin, — Schleimzucker, Stärke, Balsamharz. {Müller.) Die Pflanzen dieser Ordnung enthalten häufig ätherische Oele, wahrscheinlich alle Gerbstoff, wie sich aus den folgenden Beispielen ergibt. Pelargonium triste. Ait. Die Blüthen riechen Nachts sehr angenehm. Pelargonitmi acetosum. Ait. ] ^. ^, . i , • o r „ , . ,, , ,. ^ Die Blatter schmecken wie Sauerampfer. Pelargonium peltatum. .1?/. j ^ Pelargonium cucuUatum. Ait. Die Blätter riechen, wie die vielen an- deren Arten, stark gewürzhaft. Monsonia spinosa. Die wohlriechenden Stengel sind reich an Harz. Geranium sanguineum. L. Riecht unangenehm, ist reich an Gerbstoff. Geranium pratense. L. Das Kraut enthält viel Gerbstoff". Geraniiun Robcrtianum. L. Besitzt einen sehr unangenehmen Geruch. Geranium strialuni. L. | Geranium nodosum. L. ^ Die Wurzeln sind sehr reich an Gerbstoff. Geranium maculatum. L. > Geranium mexicanum. Knth. | Die gerbstoff'haltigen Wurzeln schmek- Geranium Hernandezii. Sess. ( ken sauer. Erodium moschalum. Ait. Die Pflanze riecht bisamartig. Erodium cicutarium. VHer. Riecht, wie mehrere andere Arten, auffal- lend nach Möhren. Classis VII. Columiiifeiae. Q\ O. 50. Balsaiiiiiieae. Impatiens Noii tangere. L. Die B lütter enthalten: Clilorophyll und Oel, einen Ijillern, harzartigen, brechenerregenden Stoff, das Impa- tiinid, Wachs, Harz, Zucker, Gummi, eisenbläuenden und eisengrUnen- den Gerbstoff, Eiweiss, Pflanzenfaser, Kalk, Kali, Magnesia, Kiesel- säure, Eisenoxyd, Schwefel- und Phosphorsäure und Chlor. [Muelkr.) CLASSIS VII. C ol umni fera e. O. 51. Malvaceae. Althaea ofFicinalis. L. Die Wurzel enthält: kratzendes Weichharz, Spur, — süssen Extractivstoff (Schleimzucker?), Aepfelsäure, äpfel- und schwefelsaures Kali, äpfel- und schwefelsauren Kalk, Chlorcal- cium, schwefelsaure Bitlererde, Kieselsäure, Inulin , Stärke, Kleber, Holzfaser. [Leo Meyer.) Die Wurzel enthält Gummi und Stärke zugleich. [Link, Grassmann, Buchner.) In der Wurzel ist Asparagin enthalten. {Bacon, Plisso7i.) Die dUnnrandigen Zellen der Althäawur- zeln sind ganz mit Stärkekörnern gefüllt und enthalten einen Schleim, der ein in Zucker überführbares Kohlehydrat ist. {C. Schmidt.) Die Wurzel enthält Olein und Margarin, Gummi, gelben Farbstoff, kry- stallisirten Zucker, Schleim, Eiweiss, Asparagin und Salze. [Laroque.) Sie enthält dieselben Bestandtheile, wie Althaea narbonensis , nur weniger Asparagin und mehr Gummi und Pflanzenschleim. {Buchner.) Althaea narbonensis. Ponrr. Die Wurzel enthält: fettes Oel, Pflanzen- leim, Schleimzucker, Asparagin, Pflanzenschleim, Gummi, Stärke, Pektin, phosphorsaure Kalkerde und Holzfaser. [Buchner.) Atlansonia (ligitala. L. Die Rinde ist ein Fiebermittel. (Adanson. Du- chassaing.) D i e d e n Samen umgebende, s c h i m m e r n d e S u b- stanz von säuerlich -süssem Geschmack enthält: Schleimzucker, Gummi, ähnlich dem arabischen, wenig Stärke, Holzfaser, wenig kleberartige Materie, Aepfelsäure oder eine ähnliche Säure. [Vauque- Un.) Blätter undBlüthen sind schleimig. Die Vegetabilien dieser Familie enthalten in reichlicher Menge Schleim. Die folgenden Beispiele mögen eine Vorstellung von ihren Eigenschaften geben. Malope malacoitles. L. DieBlüthen und Blätter sind schleimig. Palavia moschata. Cav. Besitzt einen bisamartigen Geruch. Malva rotundifolia. /.. (M. vulgaris. Fries.) Blätter, Blüthen und die süsse Wurzel enthalten viel Schleim. Malva borealis. Wallm. (M. rotundifolia. Fries.) Malva nicaeensis. Äl. Malva verticillata. L. Malva crispa. L. Enthalten , so wie alle andern Malva-Arten, eine grosse Menge von Schleim. 62 1- Vegetabilia dicotyledonea. Malva sylvestris. I. 1 ^ , , , „ , ,, , * ,,j , . . I Enthalten, so wie alle andern Malva-Arten, eine iViaiva mauritiana. L. ( ,, ^ 1 1 . ,, , ., , grosse Menge Schleim. Malva Alcea. L. ' * Malva moschata. L. Besitzt einen schwachen Bisamgeruch. Sphaeralcea cisplatina. St. Hü. Ist schleimig. Lavatera thurlngiaca. /.. Wurzel, Blätter und BlUthen enthalten viel Schleim. Lavatera arborea. L. und alle anderen Arten enthalten in Blüthen und Blättern viel Schleim. Althaea cannabina. L. Die Wurzel scheint mit der von Althaea oflici- nalis in ihrer Zusammensetzung übereinzukommen. Althaea rosea. Cav. und alle andern Arten enthalten in den Blüthen viel Schleim. Sida pyramidalis. Cav. Blüthen, Wurzeln und Samen sind schleimig. Sida althaeaefolia. VHer. Die Blüthen und jungen Triebe enthalten viel Schleim. Sida rhomboidea. Rxhg. Verhält sich wie die vorhergehende. Sida canariensis. L. Die Blätter werden als Surrogat des chinesischen Thee gebraucht. (Caffein?) Sida crispa. L. \ Sida alnifolia. L. \ Sind reich an Schleim, Sida carpinifolia. L. | Sida jamaiceiisis. Cav. Macht das Wasser schäumend. (Saponin?) Abutiloii molle. Siv. (Sida. Orteg. S. grandifolia. Will.) so wie : Abutilon populifolium. Sw. \ Abutilon tonientosum. W. et yl. I . , . , ^ ,, . ., ^., . . ^ / Sind reich an Schleim. Abutilon Avicennae. Gaertn. Abutilon mauritianum. Siu. ^ Abutilon graveolens. W. et A. Riecht stark , unangenehm , ist reich an Schleim. Abutilon esculentum. St. Hü. Die Blüthen enthalten eine reichliche Menge Schleim. Abutilon muticum. Siv. Die Samen werden als Kaffeesurrogat benutzt. (Caffein?) Pavonia coccinea. Cav. Die Blüthen enthalten Schleim. Pavonia odorata. VF. Blätter und Blüthen enthalten Schleim, sie und die Wurzel sind aromatisch. Malvaviscus moUis. DeC. 1 Blätter, BlUthen und Wurzel sind Malvaviscus arboreus. Cav. j schleimig. Hibiscus Rosa sinensis. L. Wurzel, Blätter und Blüthen sind schleimig. Hibiscus mutabilis. L. Die schleimigen Blüthen sind Morgens weiss. Classis VII. Columnifeiap. 63 iMittags rosenfarb, Abends purpurroth. Die BUilter enthalten eben- falls Schleim. HIhiscus clypealus. /.. 1 ^. , . , ^ , , . ,,., . ... 1 /> } öind reich an bch enn. Hibiscus tnlohus. Cav. j Hihiscus cannahinus. L. Die Samen sindölreich. Die säuerlich schmek- kendcn Blätter enthalten Schleim und Gerbstoff. Hibiscus unilateralis. Cav. Blüthen und Wurzeln sind schleimig. Hibiscus surattensis. L. Die säuerlich schmeckenden Blätter sind schleimig. Hibiscus digitatus. Cav. Die Pflanze enthält viel Schleim , sie soll auch Oxalsäure enthalten. Die Wurzel ist bitter. Hibiscus Sabdariffa. L. Verhält sich wie der vorige. Abelmoschus moschatus. Mönch. (Hibiscus Abelmoschus. L.) Die bit- tern Samen riechen bisamartig. Abelmoschus esculentus. Mönch. (Hibiscus. L.) Die unreifen Früchte wie alle übrigen Theile enthalten viel Schleim. Die Samen sind als Kaffeesurrogat empfohlen worden, (Gaffeln "?) Abelmoschus ficulneus. W. ei A. (Hibiscus. L.) Blüthen und unrei- fen Früchte enthalten viel Schleim. Paiitium tlliaceum. Ad. Juss. (Hibiscus. L.) Wurzel, Blätter und Blüthen sind reich an Schleim. Thespesia populnea. Corr. (Hibiscus. L.) Aus den Zweigen und halb- reifen Früchten fliesst nach Verletzungen ein gelber Saft aus. Thespesia microphylla. Blum. Die Blätter sind säuerlich und aro- matisch. Gossypium herbaceum. L. Wurzel, Blätter und Blüthen enthalten viel Schleim. Ebenso die an fettem Oel reichen Samen. Gossypium indicum. Lam. Gossypium religiosum. L. Gossypium vitifolium. Lam. Gossypium barbadense. L. Gossypium hirsutum. L. Gossypium arboreum. L. Die Blätter enthalten einen emetisch wirken- den Stoff. Helicteres Isora. L. Die gelbliche, bittere Wurzel riecht unangenehm. Helicteres jamaiceiisis. Jacq. Wurzel, Blätter und Blüthen sind schleimig. Cavanillesia platanifolia. Knth. Die Samen enthalten viel fettes Oel. ., ,. . r /., ,r. i • ,• A L/ \| Alle Theile enthal- Carohnea pruiceps. L.fil. Pachira aquatica.^i^o/. • i r i m * * ' ^ ^ '^ ten reichliche Mengen Kommen mit G. herbaceum überein. Carolinea insiguis. Sw. (Pachira grandiflora. Tuss.)i ^,^^ Schleim. Salmalia malabarica. Seh. ei E. (Bombax. DeC.) Die Wurzelrinde ist emetisch. 64 I- Vegetabilia dicotyledonea. u^^i.^v. /" -1 „ r 1 Die Wurzelrinde ist emetisch, dieBlät- „ , ^ , , / ter, wie auch die ölhaltieen Samen , sind Bomhax septenatum. Jacq. , ; . . ^ ^ ] schleimig. Erlodendron Orientale. Kost. (Bomhax. Spr. Eriodendron anfractuosum a. indicum. DeC.) Aus dem Stamme fliesst eine Art Gummi, di^ Wur- zelrinde ist emetisch. Die Blüthen und j ungen Früchte sind schleimig. Eriodendron occidentale. KosL (Bomhax. Spr. B. pentandrum. L. Erio- dendron anfractuosum ß. caribaeum. DeC.) Blätter, Blüthen und junge Aeste sind schleimig. Die Wurzel rinde wirkt emetisch. Durlo zlhelhinus. L. Die Frucht so wie der schleimige Frucht- brei, von süssem Geschmack, riechen nach faulen Zwiebeln. Cochlospermum insigne. St. Hü. (Wittelsbachia. Marl. Maximiliana re- gia. Schrnk.) Die unreife Kapsel hat den Geruch von Anethum graveolens. Cochlospermum Gossypium. DeC. Mit den unreifen Samen wird gelb gefärbt. Aus dem Stamme und den Aesten fliesst nach Ver- letzungen eine Art Gummi aus. Cochlospermum tinclorium. .1. Rieh. Die Wurzel färbt gelb. O. 52. D o m b e y a c e a e. lieber die Zusammensetzung der Pflanzen dieser Ordnung ist nichts Näheres bekannt. Die folgenden Beispiele mögen einen Begrilf von den Eigenschaften dieser Gewächse geben. Pterospermum Heyneanum. Wall. (Pt. suberifolium. W. nee Lam.) Die Blüthen sind schleimig. Pterospermum suherifolium. Lam. j Die Blüthen sind ebenfalls reich Pterospermum acerifolium. W. ( an Schleim. Hligonia Myslax. L. Die bittere Wurzel riecht veilchenarlig. O. 53. Ilerinaiiiiiaceae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind chemisch nicht untersucht. In einigen kömmt viel Schleim vor, z. B. Riedleya corchorifolia. DeC. Ist sehr reich an Schleim. O. 54. Biitiiieriaceae. Theobroma Cacao. L. Die Cacaobohnen enthalten: Fett, Eivveiss und einen die Eisensalze grün fällenden Extractivstoff. [Schrader.) Die Bohnen enthalten: Oel, Eiweiss, Gummi, Stärke, reihen Farbstoff, Faser. In den Schalen ist weder Fett, noch Farbstoff und Gerbstoff. (Lampadius.) Der Gehalt an Stärke, von Deicher geläugnet, wurde von Dulk und Buchner sen. nacheewiesen. — Der rothe Farbstoff gibt Classis VII. Columiiiferae. 65 mit ßleioxyd eine blaue Verbindung. {Lampadiics.) Die Gacaoboh- nen enthalten eine eigenthümlicbe Gerbsäure, die sich sehr leicht oxydirt und dabei in eine rothe Substanz übergeht, und Legumin in grosser Menge. {Rochleder.) Das Fett derselben besteht aus Olein, Margarin (?) und Stearin. {Stenhouse.) Die Bohnen enthalten eine eigenthümliche Base des Theobronnn. {Woskresenski.) Auch die Scha- len enthalten etwas Theo])romin [Bley] , ein schleimiges Extract und eine durch Kali ausziehbare, braune Substanz. {Lampadius.) Theobroma bicolor. H. et ß. \ ^'^ Samen, welche ähnlich denen von Theobroma giiianense. W. \ theobroma Cacao verwendet werden, Theobroma speclosum. W. l «ehernen in ihrer Zusammensetzung wenig von diesen abzuweichen. Der Fruchtbrei von Th. guianense ist sehr reich an Zucker. Guazuma ulmifolia. Lam. Die Früchte enthalten im Innern einen süs- sen Schleim und Gerbstoff. Theobroma subincaiium. Mart. Theobroma svlvestre. Mart. O. 55. S terciiliaceae. Die hieher zu zählenden Pflanzen sind chemisch nicht untersucht. Schleim' scheint bei vielen in reichlicher Menge gebildet zu werden, auch Gerbstoffe finden sich häufig. Ausserdem kommen ätherische und fette Oele vor. Slerciilia ßalaijglias. /.. Die orangegelben Balgkapseln sind klebrig von einem ausfliessenden, schleimigen Saft. Aus dem Stamme soll eine dem Guumii ähnliche Substanz ausfliessen. SLerculia Tragacantha. Lindl. Liefert ein dem Traganth ähnliches Gun)mi. Sterculia tomeiitosa. Guill. et Perr. Die Samen färben Wollenstoffe rostbraun. Sterculia urens. Rxbg. Die Rinde ist reich an Gerbstoff , die jungen Zweige und Blätter sind sehr schleimig, auch schwitzt dieser Baum eine Art Traganth aus. Sterculia guttata. Rxbg. Die Wu rzel ist sehr aromatisch. Sterculia foetida. L. Die Samen sind reich an fettem Oel. Die Blät- ter sind schleimig. Plerygota Roxburghii. Schott, et Endl. (Sterculia alata. Rxbg.) Die Samen werden als Surrogat des Opiums gebraucht. Heritiera littoralis. .1/^ Alle T heile dieses Baumes sind reich an Gerbstoff. O. 56. Tiliaceae. Tilia ? Die Lindenblüthen enthalten: riechendes Princip , eisen- grünenden Gerbstoff, gährungsfähigen Zucker, viel Gummi, Holzfaser. {iVarggraf und Pf(tjf) , Blattgrün, Gerbstoff mit einer nicht davon zu Rochleder, Phylochemie. ,3 66 I. Vegetabilia dicotyledonea. trennenden Substanz und Gummi. (Roiix.) Die Blüthen enthalten ein angenehm riechendes, ätherisches Oel (Brossar-d), Wachs und Chloro- phyll neben ätherischem Oel. {Buchner j.) Sie enthalten : grünes Pflanzenvvachs , Balsamharz von gevvürzhaftem Geschmack , Zucker, Extractivstoff von brauner Farbe und bitterlichem Geschmack , Pflan- zenschleim , EiwTeiss , Pflanzenfaser, riechenden Stoff. [Silier.) Die Lindenblülhen enthalten ein durch Aether aus dem mit Kochsalz ge- sättigten , wässerigen Destillate ausziehbares, ätherisches Oel. {F. Winlxler.) Sie enthalten : ätherisches Oel , Chlorophyll, Fett , Antho- xanthin, Antholeucin, eisengrünenden Gerbstoff, Zucker, äpfelsaures Kali; Weinstein, Cerin, Eiweiss, Pflnnzenleim, Cerasin (Arabin), Tra- ganthin (Pektin?), bitterlichen und sauren Extractivstoff, pflanzen- saures Kalksalz , Faser und Aschenbestandtheile. Die Bracteen ent- halten dieselben Bestandtheile, mit Ausnahme des Cerin, von dem sich nur Spuren darin vorfinden. {Herberger.) — ■ Ein süsser Saft, an der Oberfläche der Lindenblätter im Sommer 1842 in der Gegend von Strassburg ausgeschwitzt , enthielt : Traubenzucker, Schleimzucker, Mannit, Schleim, Eiweiss, Spuren von Gerbstoff, pflanzensaures (wahrscheinlich äpfelsaures) Kali und Kalk , Gyps, Chlorkahum und Bohrzucker. [Langlois.) Der durch Abschälen der Zweige, Biossiegen des Cambium's und Abwaschen mit Wasser erhal- tene Saft enthielt : Eiweiss, Rohrzucker, Gummi, Salmiak und es- sigsaures Kali. Das Decoct der jungen Zweige enthält ebenfalls Gummi, Salmiak, essigsaures Kali nebst Rohrzucker und Gallussäure. {Lmiglois.) Schleim und Gerbstoffe kommen in den Pflanzen dieser Ordnung sehr häfiug vor. Auch Bitterstoffe und ätherische Oele finden sich nicht selten, wie die folgenden Beispiele zeigen. Sparmannia africana. L. Die Blätter und Blüthen sind schleimig. Corchorus olitorlus. L. Die Samen wirken purgirend. Triumfetta Lappula. L. Riecht schwach gewürzhaft, schmeckt schleimig, etwas bitter und adstringirend. Triiimfetla rhomboidea. Jacq. Ist schleimig und gerbstoffhaltig, wie die ül)rigen Triumfetta-Arten. Grevvia orientalis. L. Die rothliche, bittere, aromalische, scharf schmek- kende Wurzel und die ähnlich schmeckenden Blätter werden als Arzneimittel gebraucht. Grevvia microcos. L. Die Blätter sind bitter und reich an Gerbstoff. Tllia laxitlora. Mclix. Die Blüthen riechen sehr stark, narcissenartig. Tllia argentea. Desf. Die Blüthen dieser Art sind reicher an Schleim, als die der andern. Sloanea dentata. L. Die innere, schleimige Rinde, so wie die Samen, enthalten Gerljstoff. Mullngia Calabura. L. Die Blüthen kommen in ihren Eigenschaften mit den Lindenblülhen überein. Classis VIII. Lamprophyllae. 67 Lüliea paniculata. Mart. Die Rinde isl reich an Gerbstoff. Elaeocarpus resinosus. Blum. Enthält eine grosse Menge balsamischer Stoffe. Die Samen der Elaeocarpus -Arten sind häufig sehr reich an fettem Oele. V^allea cordifolia. R. et P. Die Blätter werden zum Gelbfärben ge- braucht. CLASSIS VIII. Lamprophyllae. O. 57. Chlaeiiaceae. Die Pflanzen dieser Ordnung waren bis jetzt nicht Gegenstand einer chemischen Untersuchung. O. 58. Teriistroeniiaceae. Die Zusammensetzung der hieher zu zählenden Vegelabilien ist unbekannl. [iielmeyera speciosa. St. Hü. Hat sehr schleimige Blätter. Laplacea Haeniatoxylon. /)ow. Enthält einen rothen Farbstoff. O. 59. Canielliaceae. Camellia japonica. L. Die Blätter enthalten eisengrünenden Gerbstoff, kein CaffeTn, {Stenhouse, Rochleder) Chlorophyll, Wachs und Schleim. (StenlioKse.) Die Samen sind reich an fettem Oel. Camellia Sasanqna. T/ibq. 1 ^. . , , . , ^ ^ , t.- ., ,,. (.. . „. „ ^ Die Samen enthalten viel fettes Oel. Die (^amellia Kissi. Wall. \ ^ ^ , r • i i •.. , .„ ,, , 1 Samen von L. oleiiera sind bitter. Laniellia oleifera. Abel. | Thea chinensis. Sms. Die Blätter, sowie sie als Thee in den Handel kommen, enthalten: eisengrünenden Gerbstoff, Gummi, Holzfaser, Kleber, flüchtige Materie. (Frank.) Der grüne Thee enthält mehr (Brande), weniger Gerbstoff (Davij, Frank) als der schwarze Thee. Die Theeblätter enthalten eine krystallisirte Materie, das Theein (Oudry), identisch mit Gaffern. (.lobst.) Chinesischer und java- nischer Haysan-Thee enthalten: ätherisches Oel, Chlorophyll, Wachs, Harz, Gummi, Gerbstoff, Theem, Extractivstoff, durch Salz- säure ausziehbares Extract, Eiweiss, Faserstoff, Salze. Der Congo- Thee enthält ausserdem noch Apothem (?). Der javanische und chi- nesische Congo enthalten in der Asche : Kali, Chlorkalium, schwefel- und phosphorsaures Kali, Eisenoxyd, Schwefel-, kohlen- und phos- 68 I- Vegetabilia dicotyledonea. phorsauren Kalk, kohlensaure Bittererde, Kieselsäure, der chinesische Congo ausserdem noch eine Spur übermangansaures Kali. {Mulder.) Aller Thee enthält Eisen , das aus dem wässerigen Decoct durch Schwefelammonium schwarz gefällt wird. [Marchand zu Fecamp.) Der Gerbstoff des Thee ist kein Galläpfel-Gerbstoff, wohl aber enthal- ten die Blätter etwas Gallussäure. [Stenhouse.) Die Blätter enthalten, ausser Ca ffein und Gerbstoff, Pektin, eine feite Säure, grüne Substanz und Case'in. [Peligot.) Sie enthalten ausser etwas Galläpfel -Gerbstoff Boheasäure und Spuren zweier anderer Säuren. [Rochleder.) Die Samen des Theeslrauches enthalten fettes Oel und einen Bitlerstoff. [Rob. Thomson.) Gordonia Lasianthiis. L. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. CLASSIS IX. M y r t i n a e. O. 60. i>lyitaceae. Melaleuca Cajiiputi. Rxbg. (M. minor. DeC.) Liefert das Gajeputöl. Melaleiica Leucadendron. L. Liefert ein ganz dem Gajeputöl gleichen- des Oel. Melaleuca fulg-ens. Br. (M. splendens. Lee.)\Gehen ein dem Cajeputol Melaleuca hypericifolia. Sm. j ganz ähnliches Oel. [Stickel.) Myrtiis commtinis. L. Die Beeren und Blätter enthalten ätherisches Oel, die Beeren neben dem Oele: Harz, Zucker, Gerbstoff', Citron- säure, Aepfelsäure, Schleim, humusähnliche Substanzen, Kali und Kalk. [Riegel.) Caryophyllus aroniaticus. L. (Eugenia caryophyllala. Thbg.) Die Ge- würznelken enthalten: flüchtiges Oel, fast geschmackloses Harz, eigenen Gerbstoff", Exlractivstoff, Gummi und Holzfaser. (Tromins- dorff.) Die ostindischen Gewürznelken enthalten sehr viel, die von Bourbon wenig, die von Cayenne keinen Gewürznelken- camphcr. [Lodibert und Bonastre.) Dieselben geben durch heisses Pressen ätherisches Oel und grünlich v»eisses, in Wasser untersinken- des Wachs. [Ostenneier.) Das ätherische Oel besieht aus Nelkensäure und indifferentem Oele. [Ettling.) Eug'enia Pimenla. DcC. (iMyrtus. L. Pimenta aromatica. Kost.) Alle Theile dieses Baumes sind aromatisch. Die unreifen Früchte konunen als Piment oder Neugewürz in den Handel. — Sie enthalten : flüchtiges Oel, Harz, festes Fell, Gerbstoff, Gummi, Gallerte, Schleim, Zucker, Ae])felsäure (?) und Gallussäure. [Bonastre.) BerlholetUa excelsa. //. ei B. Die Frucht enthält im holzigen Pericar- piurn: Gerbstoff", Schleimzucker, Gummi, Holzfaser ^ Gallussäure, Classis IX. Myrliiiae. 69 essig- und schwefelsaures Kali , Chlorkalium, phosphorsauren Kalk. In der von der bräunlichen Haut befreiten Mandel: fettes Oel, wenig Zucker, Gummi, Holzfaser, viel Eniulsin (Eiweiss?), wenig freie Säure. [Morin.) Das Fett besteht aus einem flüssigen und einem festen Theile. Die Pflanzen dieser Abtheilung enthalten häufig ätherische Oele. Ihre Eigenschaften im Allgemeinen sind aus den folgenden Beispielen ersichtlich. Melaleuca genistifolia. Sm. Wird als Theesurrogat benutzt. Enthält folg- lich einen Gerbstoff" und einen Bitterstoff (Caffein?). Eucalyptus resinifera. Sm. Gibt das Botanibay-Kino. Eucalyptus mannifera. Moudie. und andere Arten schwitzen eine Art Manna aus. Der darin enthaltene siisse Stoff hat die Zusammen- setzung des Traubenzuckers. {Jolmston.) Eucalyptus dumosa. Cungh. Schwitzt in seiner Jugend an der Ober- fläche der Blätter sogenanntes Lerp aus, — das aus etwas Harz, Stärke, Gummi, Inulin, Zucker und Cellulose besteht. [Anderson.) Metrosideros vera. Rumph. Die Rinde schmeckt anfangs sUsslich, dann bitter, sie ist reich an Gerbstoff". Leptospermum scopariuni. Sm. Die Blätter sind angenehm gevvürzhaft, schmecken etwas bitter. ßaeckea camphorata. B) „ , .. , ^ , Besitzen einen starken Geruch ßaeckea Irutescens. L Sonneratia acida. L. fil. Die, selbst im reifen Zustande, sehr sauren Früchte riechen wie alter Käse. Campomauesia lineatifolia. R. el P. ] ^. ^ , . , , ^ ., . .p ,. ,. , } Die Früchte smd gewürzhall. Campomauesia cormfolia. Knth. \ Psidium pyriferum. L. Die Früchte sind im unreifen Zustande gerb- stolVhaltig. Die gewürzhaften Blätter, sowie Wurzeln und Rinde enthalten Gerbstoff'. Psidium aromalicum. Aubl. Alle Theile sind aromalisch, besonders die melissenartig riechenden Blätter. Psidium sapidissimum. Jacq. Die Früchte sind sehr aromatisch. Myrlus microphylla. H. et B. Die rolhen Beeren sind sehr süss. Myrcia coriacea. DeC. (Myrlus. Vahl.) Die Rinde und die citronenartig riechenden Blätter sind reich an Gerbstoff. Das Holz enthält einen Farbstoff". Calyptranthes aromatica. St. Hü. Die Blüthenknospen sind sehr aromatisch, sie können statt Gewürznelken gebraucht werden. Syzygium caryophyllaeum. DeC. Alle Theile sind stark gewürzhafi, die Rinde kam einst als Cassia caryophyllata in den Handel. Syzygium zeylaiiicum. DeC. Alle Theile, besonders die Blätter, riechen citronenartig. Letzlere enthalten Gerbstoff", die aromalischen Beeren sind sehr süss. 70 1. Vegetabilia dicotjledonea. Syzygium caryophyllifolium. DeC. Die gewUrzhaft- bitterliche Rinde enthält Gerbstoff. Syzygium janibolanuni. DeC. Die sauren Früchte, besonders aber die gewürzhafte Rinde sind reich an Gerbstoff. Eugenia 3Iichellii. Lam. (Eug. uniflora, L. Myrlus brasiliana. L.) Die zuckerreichen Früchte besitzen einen lieblichen Geruch. Eugeiiia angustifolia. Lam. Wurzel und Samen sind scharf aromatisch. Eugenia ligustrina. W. Die Reeren schmecken süss, die Rlätter rie- chen stark und angenehm. Eugenia dysenterica. DeC. Die Reeren purgiren. Eugenia llorilrnnda. West. Die Reeren enthalten viel Zucker. Eugenia fragrans. W. Die Rlätter enthalten einen wohlriechend -bal- samischen Saft. Eugenia Pseudo-Caryophyllus. DeC. Die Früchte besitzen einen, den Gewürznelken ganz ähnlichen Geruch. Eugenia acris. W. et Ä. (Myrcia. DeC. Myrtus caryophyllata. Jacq.) Die Rlätter riechen stark nach Nelken, Zimmt und Macis. Auch die Früchte sind stark aromatisch. Jambosa vulgaris. DeC. Rinde und Rlätter sind gerbstoffhaltig , die Früchte riechen rosenartig, die Samen sind gewürzhafl- scharf. Barringtonia speciosa. L. ßl. Die Samen werden zum Retäuben der Fische gebraucht. Barringtonia racemosa. Blum. Die Wurzel ist bitter, fieberwidrig. Die Samen sollen emetisch wirken. Barringtonia acutangula. Gaertn. Die Rlätter schmecken bitterlich. Die Samen sind sehr bitter. Gustavia urceolata. Poit. 1 Das Holz besitzt einen cadaverösen Guslavia tetrapetala. Raeusch. J Geruch. Gustavia speciosa. DeC. Der Genuss der Früchte soll eine gelbe Fär- bung der Haut bewirken. Lecythis Ollaria. L. Die Samen sind ölreich. Lecythis minor. Jacq. Die Samen wirken narkotisch. Lecythis Idatimon. Aubl. | Lecythis amara. Äiibl. / Die Samen schmecken bitter. Lecythis parviflora. Aubl. J Couroupita gulanensis. Aubl. Der grünlichweisse Fruchtbrei wird an der Luft blau (Indigo??). Catlnga moschata. Aubl. 1 ^. ^ , . • . .u-i. -.i ■ u r^ ^ Die Fruchtrinde enthalt ätherisches Oel Catinga aromatica. Aubl. Glapliyria nitida. Jacq. Die Rlätter dienen als Theesurrogat. Foetidla mauritiana. Comm. Das Holz besitzt einen äusserst üblen Geruch. Classis IX. Myrtinae, 71 O. 61. Melastoiiiaceae. Keine der hieher gehörigen Pflanzen ist näher untersucht. Ihre Eigenschaften ergeben sich aus den beigefügten Beispielen. Meriania rosea. Tuss. Die Blut hen sind gewürzhaft. Rhynanthera grandillora. DeC. Alle Theile mit Ausnahme der Fetalen sondern eine klebrige, balsamische Flüssigkeit ab. Die Rinde dient zum Schwarzfärben. Lasiandra argentea. DeC. Die Rinde dient zum Schwarzfärben. Tibouchina aspera. AiM. Alle Theile besitzen einen angenehmen, ge- wUrzhaften Geruch. Osheckia prliiceps. DeC. Die Rinde dient zum Schwarzfärben. Melastoma malabathricum. L. Die Beeren enthalten einen Farbstoff, ähnlich dem der Heidelbeeren. Die Blätter enthalten Gerbstoff. Melastoma septeranervium. Low. Wurzel, Blätter und Früchte enthalten Gerbstoff. Tococca guianensis. Aubl. Die Beeren enthalten einen tintenschwarzen Saft. Medinilla crispata. Blum. Die säuerlichen Blätter enthalten Gerbstoff. Miconia longifolia. DeC. Die Rinde dient zum Schwarzfärben. Miconia tinctoria. Marl. Dient zum Gelbfärben. Cremanium tlieezans. DeC. Die Blätter werden als Surrogat des Thee verwendet. Creraanium reclinatum. DeC. \ Cremanium tinctorlum. DeC. \ ^'"""" '""^ Gelbfärben. Blakea parasitica. DeC. Mit den Früchten wird roth gefärbt. Astronia papetaria. Blum. Die Blätter schmecken säuerlich, die Rinde ist reich an Gerbstoff. O. 62. Memecyleae. Memecylon capitellatum. L. \ Memecyloii tinctorlum. W. \ ^'^ trocknen Blätter sind gelb und 3Iemecylon sphaerocarpum. DeC. J ^^'"'''" wieCurcuma und Safran gelb. Memecylon edule. Bxhg. Die Beeren sind süss und enthalten Gerbstoff. Die Blätter verhalten sich wie die der obigen. iMemecylon scutellatum. Eooli. et Arn. Die Beeren sind gerbsloinialtig. Näher untersucht ist keine dieser Ordnung angehörige Pflanze. "72 I- Vegetabilia dicotyledonea. CLASSIS X. Calycanthinae. O. 63. Calycaiitheae. Calycanthus floriilus. L. Die Blülhen besitzen einen gewürznelken- artigen Geruch , sie enthalten einen eigenthümlichen rothen Farbstoff. Die stark zimmtartig riechende und schmeckende Rinde enthält: ein ätherisches Oel, einen Gerbstoff (das Decoct der Rinde wird durch Eisenchlorid schwarzgriln gefärbt) , Stärke , harzige Materie , einen scharfen Stoff, Chlorophyll. [Müller.) Das Holz des Stammes und besonders der Wurzel besitzt einen starken campherartigen Geruch. Die folgenden Beispiele mögen eine Vorstellung von den Eigen- schaften der dieser Ordnung angehörenden Pflanzen geben. Calycanthus giaucus. Will. \ Kommen in ihren Eigenschaften mit C. Calycanthus laevigatus. Will. ) floridus überein. Chimonanlhus fragrans. Lindl. (Calycanthus praecox. L.) Besitzt starken Wohlgeruch. O. 64. Graiiateae. Piinica Granatum. L. Die frische Wurzel rinde enthält: ranziges, fet- tes Oel, Gerbstoff, Schleim, Gallussäure, Spur, — Stärke, Holzfaser, Eiweiss und äpfelsauren Kalk. — Die trockne Wurzelrinde ent- hält: ranziges Oel, Gerbstoff, Stärke, Schleim, Holzfaser, Eiweiss, in der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Kalk, wenig Biltererde. [Wcickenroder .] Die Wu rzel rinde des wilden Gra- natbaumes enthält: pulverige, wachsähnliche Materie , Gerbstoff, krystallisirten Zucker, Mannit, Gallussäure, Holzfaser. [Mitouard.] Der Mannit wurde für eine eigenthümliche Materie (Granadin) von Latour de Trie gehalten. — Die Wurzelrinde enthält: Wachs, Harz, Man- nit, unkryslallisirbaren Zucker, Gummi, hiulin, Pflanzenschleim, Gal- lussäure, Gerbsäure, Extractivstoff, Extractabsatz, Aepfelsäure, Pek- tin, Oxalsäure Kalkerde und Pflanzenfaser. [Cenedella.) Die Wurzel- rinde enthält eine krystallisirte , scharf schmeckende, nach der Sublimation süsse Materie. [Lunderer.) Die Wurzel enthält keine Gallussäure [\\\q Reuss, Cenedella, Mitouard angaben), sondern einen eigenthümlichen Gerbstoff, der Leimlosung stark, Brechweinslein wenig fällt und mit essigsaurem Eisen einen purpurrothen Nieder- schlag gibt. [Stenhouse.) Inder Wurzelrinde ist ein eigenthüra- licher, scharfer Stoff, Punicin, enthalten. [Righini.) — Das wässerige Decocl der Grana läpfelschale enthält; Harz, Gerbstofl", oxydirten Gerbstoff, Extractivstoff, Gummi und Gallussäure. (Reuss.) Keine Gallussäure, {Ratscher.) Die unreifen Früchte enthalten viel Gal- Classis X. Calycanthinae. — XI. Calycinorae. 73 lertsäure, die Schalen der Früchte eine bittere, krystallisirbare Base. {Landerer.) Das gelbe Holz der Wurzel wird durch Eisenvitriol sogleich schwarz. [Cadet de Gassicourt.) Der Vitriol war wohl oxyd- haltig? {Rochleder.) CLASSIS XL C a I y c i f 1 1 a e. O. 65. Coiiibretaceae. Terminalia Chebula. Retz. Die Früchte purgiren — sie enthalten Gerb- slod und Gallussäure. {Davy.) Die Hülle der Frucht enthält: Gerbstoff, Gallussäure, Schleim und braungelbes Pigment. {Stenhouse.) Die durch Insectenstiche auf den Blättern entstehenden Aus- wüchse halten sehr viel Gerbstofl". Die folgenden Beispiele geben ein Bild der Eigenschaften der hieher zu zählenden Pflanzen, deren keine genauer untersucht ist. Bucida Buceras. L. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Terminalia Catappa. L. Die gerbstoffreiche Rinde dient zum Schwarz- färben. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Terminalia angustifolia. Jacq.\ ^ , . , ^ , ,. , m • 1- ..• T ^Geilen eni der Benzoe ähnliches Harz. Terminalia mauritiana. Lam. J Terminalia giabrata. Forst. Die Samen enthalten feiles Oel. Terminalia latifolia. Siv. Rinde und Samen kommen in ihren Eigen- schaften mit den entsprechenden Theilen von T. Catappa überein. Terminalia macroptera. G.eiPerr. Die Wurzel wirkt purgirend. Aus- wüchse, die sich bisweilen statt der Früchte bilden, enthalten eine saure Flüssigkeit, sie sind reich an Gerbstoff. Terminalia alala. Koen. Die Rinde enthält viel Gerbstoff, soll ein Febri- fugum sein. Terminalia Bellerica. Rxhg. Die etwas scharfen, sehr gerbstoffreichen Fruchthüllen wirken purgirend. Durch Einschnitte in die Rinde des Stammes erhält man ein geschmackloses Gummi. Terminalia citrina. Rxbcj. Die dunkelorangegelben Früchte wirken purgirend. Conocarpus ereeta. Jacq. Alle Theile sind reich an Gerbstoff und sehr bitter. Die Rinde wird als China - Surrogat gebraucht. Poivrea alternifolia. DeC. Der, unter der Rinde junger Aeste befind- liche, sehr klebi'ige Saft wird als Tischlerleim gebraucht. Qulsqualis indica. L. (Q. pubescens. Burm.) Die widrig riechenden Blätter schmecken schwach rettigartig. Die Samen schmecken im halbreifen Zustande bitter und rettigartig, im reifen Zu- stande süss. 74 I- Vegetabilia dicotyledonea. O. 66. Vochysieae. Die Zusammensetzung der Pflanzen dieser Ordnung ist unbekannt. Die Arten von Qualea Aubl. und Salverlia St. Hü. haben wohlrie- chende BlU then. O. 67 . R h i z o p h o I* e a e. Von den Pflanzen dieser Ordnung ist bis jetzt keine chemisch un- tersucht. Einige Beispiele mögen dazu dienen, ein Bild von ihren Eigenschaften zu geben. Rhizophora Mangle. L. Die bittere Rinde ist reich an Gerbstoff und wird zum Schwarzfärben verwendet. Brilguiera cylindrica. Blum. Die bittere Rinde und die Früchte ent- halten Gerbstoff. Bruguiera Rheedii, Blum. Die an Gerbstoff reiche Rinde dient zum Schwarzfärben. O. 68. Oiiagrariae. Phlladelphus coronarius. L. Die Blü then enthalten nach Jasmin rie- chendes, ätherisches Oel, und gelbes, butlerartiges Fett. {Buchner ].) Die Blätter schmecken bitterlich scharf. Oenothera grandinora. AU. Die Blüthen enthalten Amylum. {Hünefeld.) Epilobium angustifolium. L. Ist reich an Gummi und Gerbstoff. {Doepp.) Die Wurzel enthält: PQanzenwachs, Oel, Chlorophyll, eisenbläuen- den Gerbstoff, einen kratzend schmeckenden Stotf, Zucker, Stärke, Pflanzenschleim, Eiweiss, braunen Farbstoff, Pektin, Pflanzenfaser und Salze. {Reinsch.) Einige Beispiele werden die Eigenschaften der hieher gehörigen Vegetabilien ersichtlich machen. Jussieua pilosa. H. et B. Enthält einen gelben Farbstoff. Isnardia alternifolia. DeC. Die Wurzel wirkt emetisch. Circaea lutetiana. L. Die Wurzel gibt eine gelbe Farbe. Oenothera biennis. L. Die Wurzel dieser, wie mehrerer anderer Arten schmeckt süss. Fuchsia macrostemma. R. et P. Das Holz dient zum Schwarzfärben. Fuchsia excorticata. Lin. fil. Die Früchte sind sehr süss. O. 69. Datisceae. Datisca cannabina. L. Das Kraut enthält Inulin und Datiscagelb. {Bra- Qonnol.) Das Datiscagell) ist wahrscheinlich eine Gerbsäure. {Rochleder.) Classis XII. Succulentae. 75 O. 10. Lythrai'ieae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind nicht chemisch untersucht, es folgen hier einige Beispiele , aus denen die Eigenschaften dieser Ge- wächse im Allgemeinen ersichtlich werden. Animania vesicatoria. Rxbg. Besitzt starken , eigenthümlichen Geruch, die Blätter sind scharf, blasenziehend. Lythnim Salicaria. L. Die Wurzel enthält eine reichliche Menge Gerb- stoff, weniger davon die Blätter. Heimia syphilitica. DeC. Der ausgepresste Saft purgirt. Lawsonia alba. Lam. Die an Gerbstoff reiche Wurzel wird zum Roth- färben benutzt, die Blätter zum Gelbfärben, Grislea tomentosa. L. Aus den Blüthen gewinnt man eine gelbe Farbe. Lagerstroemia Regina. Rxbg. Die Samen sollen narkotisch wirken. O. II. Halorageae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind nicht chemisch untersucht. Trapa natans. L. Die Samen schmecken süsslich und herb. Haloragis citriodora. Ä. Cunn. Besitzt einen angenehmen Geruch. Myriophyllum spicatum. L. Enthält einen eigenthümlichen grünen Farb- stoff". [W. hnop.) O. 12. Ceratophylleae. Die Zusammensetzung der hieher gehörigen Vegetabilien ist unbekannt. CLASSIS XII. S u c c u 1 e n t a e. O. 13. Cunoiiiaceae. Keine Pflanze dieser Ordnung ist chemisch untersucht. Ceratopetalum gummiferum. Sm. Schwitzt ein rothes Gummi aus*! Weinmaimia. L. Die Arten dieser Gattung enthalten in der Rinde viel Gerbstoff. O. 14. Saxifrageae. Keine der hieher zu zählenden Pflanzen ist chemisch näher unter- sucht. Einige Beispiele mögen ein Bild der Eigenschaften der Ge- wächse dieser Ordnung geben. 76 I. Vegetabilia dicotyledonea. Saxifraga granulala. L. Das Kraut schmeckt säuerlich , etwas scharf, die Wurzelknöllchen bitterlich, sie scheinen gerbstoffhaltig zu sein. Saxifraga bulbifera. L. Kömmt mit der obigen überein. Saxifraga crassifolia. L. (Bergenia. ü/oenc/«. Megasea. /^atü.) Die Blät- ter dienen als Theesurrogat. Heuchera amerlcana. L. und andere Arten sind reich an Gerbstoff, be- sonders in den Wurzeln. Chrysospleiiium alternifolium. L. Das geruchlose, saftige Kraut schmeckt kressenarlig. O. 15. Escalloiiieae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind chemisch nicht untersucht. O. 76. Crassiilaceae. Auch hier liegen keine chemischen Analysen vor. Die folgenden Beispiele dienen dazu , die Eigenschaften der Gewächse dieser Ord- nung ersichtlich zu machen. Bryophyllum calyciimm. Salish. (Kalanchoe pinnata. Pers.) Die Blät- ter schmecken des Morgens sauer, sind Nachmittags geschmacklos^ Abends bitter. Seduni acre. L. Das schleimige, pfefferartig scharf schmeckende Kraut wirkt emetisch purgirend. Rhodiola rosea. L. (Sedum Rhodiola. L.) Der Wurzelstock besitzt einen angenehmen Rosengeruch. Sempervivum tectorum. L. Die Wurzel hat einen etwas scharfen, ziem- lich biltern Geschmack, enthält Aepfelsäure, ebenso Sedum acre und Sedum Telephium. Der Saft enthält eine flüchtige, der Ameisen- säure ähnliche Säure. {Döbereiner.) Sempervivum gkiÜnosum. L. | Die Blätter haben einen Sempervivum balsamifei'um. Web.etBerth.l klebrigen Ueberzug. O. n. Ficoicleae. Meseiifbryantliemum crystallinum. L. Der Saft des Krautes enthält: Harz, Exlraclivstoff, Gummi, Holzfa.ser, grünes Satzmehl , Eiweiss, Kochsalz, kohlen- und phosj)horsauren Kalk und viel Salpeter. Die Flüssigkeil der Drüsen enthält: Eiweiss, Extractivstofl", eine Spur Salpeter, Kochsalz, Glaubersalz. {John.) In der Asche des Krau- tes linden sich : kohlensaures Natron, kohlen-, schw efel- und kiesel- saures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsaurer Kalk, Kiesel- säure, Mangan- und Eisenoxyd. {Brandenburg.) Das Kraut enthält viel äpfelsauren Kalk. {Pfaff.) — Die peripherischen Theile enthalten Classis XIII. Ciiiyophyilinae. 77 einen alkalischen, die centralen Theile einen sauren Saft. In dem alkalischen Safte finden sich Kryslalle von oxalsaurern Kalk und Natron. Mesembryaiithemuni edule. L. Die Früchte sind sehr süss. Mesembryanüiemum emarciduin. Thbg. Die Blätter wie Tabak gekaut sollen narkotisch wirken. Trianthema monogyna. L. Hat einen unangenehm bittern Geschmack. Die Pflanzen dieser Ordnung enthalten eine grosse Menge pflanzen- saurer Salze, da ihre Asche so viel kohlensaures Alkali gibt, dass viele davon zur Sodafabrication verwendet wurden. Bei den Mesembryan- themum -Arien soll die Pflanzensäure Aepfelsäure sein. CLASSIS XIII. C a r y p h y 1 1 i n a e. O. 78. 8ileiieae. Dianlhus Caryophyllus. L. Die angenehm riechenden Blüthen schmecken widrig süss. — Die Pflanze enthält Saponin. {Malapert.) Diaiitlius Carthusianorum. L. f En^^^allen Saponin. D. proliferus beson- Dianthus caesius. Sm. ^'^''^ '" der Wurzel, weniger in den Blät- Dianthus prolifer. I. ' ^^™ ' "'^'^^ '" ^^^" ^'^^'^'^ ""^ ^'''"^"• {Malttpert.) Gypsophila Slnithium. L. Die Wurzel enthält: Zucker, wenig Gummi, Schwefel- und äpfelsaures Kali, Chlorkalium, Blattgrün, Eiweiss, theils löslich, Iheils coagulirt, Stärke, Harz, Fett, Pflanzenfaser und Struthiin. [Bleij.) Das Struthiin ist identisch mit Saponin. [Bussy.) Gypsophila fastigiata. L. \ Gypsophila altissima. L. i Enthalten ebenfalls Saponin in der Wurzel. Gypsophila aciilifolla. Fisch.] Sapoiiarla oflicinalis. L. Die Wurzel enthält: braunes Weichharz, Sa- ponin, verliäi'teten Extractivstoff', Gummi, wenig bassorinartigen Stofl". {Buchoh.) Der aus dem Kraute zu Ende der Blüthezeit gepresste und decantirle Saft enthält: Saponin, Farbstoff, der durch Alkalien schön gelb wird , etwas freie Säure , essigsaures Kali , in Wasser, nicht in Weingeist lösliehe, thierische Materie, pflanzensaures Kali, weissliche, unbekannte Materie. { Bracomiot.) In der Wurzel ist vor der Blüthezeit eine krystallisirte, bittere, indifferente Substanz enthal- ten, nicht nach der Blüthezeit. [Osborne.) Silene inflata. L. (Lychnis Behen. Scop.) Enthält Saponin. {Malapert.) Silene nutiins. L. Enthält in allen Th eilen mit Ausnahme des Samens Saponin. {Malapert.) 78 I. Vegelabilia dicolyledonea. Lyclinis vesperlina. Sibth. Die bilter- schleimig schmeckende Wurzel enthält Saponin. [Malapert.) Lychnis calcedonica. L. \ ^ , . ^ . ,,, , , , , „, ^ ,. , Enthalten Sai)onin. (Malapert.) Lychnis Flos Cuciili. L. i * ^ r / AgTOStenima Gilhago. L. (Githago segetum. Desf.) Enthält im Samen das amorphe, giftige Githagin. {Scharling.) Enthält im Samen das Agrostemmin, eine krystallisirte, organische Base. {H. Schulze.) Ent- hält in der Wurzel und im Samen Saponin. {Malapert.) Auch Gerbstoff kömmt in den Pflanzen dieser Ordnung vor, z. B. in der bitter schmeckenden Silene Otites. Swi. — Silene viscosa. Pers. soll emetisch wirken. O. 70. Alsiueae. Arenaria, Stellaria und Holosteum - Arten enthalten kein Saponin. (il/a- lapei't.) Holosteum unibellatum. L. Das Kraut schmeckt bitterlich. O. 80. Portulaceae. llUucus tuberosiis. Lozan. Die Knollen enthalten: Fette, Fruchtzucker, Extractivstoft", etwas Harz, Gummi, Amylon, Eiweiss und Cellulose. {Schablee.) Die Pflanzen dieser Ordnung sind im Uebrigen in Betrefl" ihrer Zu- sammensetzung unbekannt. Portulaca pilosa. L. Schmeckt bitter. Talinimi friiticosum. W. und einige andere Arten dieser Gattung enthalten Gerbstoft\ O. 81. Paroiiychieae. Die Zusammensetzung dieser Vegetabilien ist nicht ausgemittelt. Die Samen von Spergula arvensis L. enthalten Oel. O. 82. Scleraiitheae. lieber die Stoff'bildung dieser Pflanzen ist nichts bekannt. O. 83. Phytolacceae. Die Gewächse dieser Ordnung sind chemisch nicht untersucht. Einige Beispiele mögen ein Bild der Eigenschaften der hieher zu zäh- lenden Vegetabilien geben. Phytolacca decantlra. L. Alle Theile enthalten eine durch Kochen zu entfernende Schärfe. {Landerer.] Die Beeren enthalten einen rothen Classis XIII. Caryophyllinae. 79 Farbstoff. Die Samen sind so scharf wie Senf. Alle Theile wirken emetisch purgirend. Phytolacca drastica. Poepp. Die geruchlose, etwas bittere Wurzel ist ein drastisches Purgirmitlel. Pirciinia abyssinica. Moq. (Phytolacca dodecandra. L'Her.) Die Wurzel wirkt emetisch purgirend. Die purgirenden Fr lichte werden statt Seife zum Waschen gebraucht (Saponin?). Peüveria alliacea. L. Riecht stark knoblauchartig. O. 84. Aniaraiitaceae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind nicht chemisch untersucht. Einige Beispiele werden eine Vorstellung von den Eigenschaften dieser Vegetabilien geben. Deeringia celosioicles. R. Br. Die Blätter schmecken scharf und bit- terlich. Goniphrena hlspida. L. Die Blüthen riechen stark und unangenehm. Gomplirena ofllcinalis. Mart. l^^• ^^r , • n- .1 ., , , , r^ ,,., <^Die Wurzeln snid bitter u. aromatisch. Gomphrena niacrocephala. St.HU.i Celosia cristata. L. Die Blüthen sind gerbstoffhaltig. Celosia adoensis. Höchst. Die Blätter und Blüthen dieser Pflanze (Bolbida) purgiren. [Schirnper.) O. 85. Cheiiopodieae. Salsola. L. Die Arten dieser Gattung enthalten viel pflanzensaures Alkali, das beim Einäschern als kohlensaures Salz zurückbleibt. Jod ist in der Asche der Salsola- Arten (spanische Bariila, römische und sicilische Soda) sehr wenig enthalten. {H. Davy. Fife.) Eine Salsola- Art der mexicanischen Süssvvasserseen (Romeritos genannt] enthält viel Jod. {Del Rio.) Suaeda. Die Arten dieser Gattung werden ebenfalls zur Sodabereitung verwendet, woraus ein reichlicher Gehalt an pflanzensauren Salzen hervorgeht. Anabasis aphylla. L. Liefert ebenfalls viel Soda. Beta vulgaris, ß. Cicla. L. Die Runkelrübe enthält; Rohrzucker, Eiweiss, Gallertsäure, Holzfaser, stickstoffhaltige, in Weingeist losliche Materie, rothen und gelben Farbstoff, braunen Farbstoff, aromatische Substanz, Fett, saures, äpfelsaures Ammoniak , Kali , Kalk, Eisen- oxydul , Chlorkalium, salpetersaures Kali und Ammoniak , (sich ver- mehrend auf gedüngtem Boden) klee- und phosphorsauren Kalk, un- organische, alkalische, in langen Säulen krystallisirende Substanz ('?'?), Spuren von Schwefel. Die Alveole am obern Theile des Wurzelstockes enthält keinen Zucker, dagegen viel salpetersaures Ammoniak, Chlor- 80 1- Vegetabilia dicolyledonca. kaliuin und aroiiialische Substanz. Ebenso sind die Blattstiele an ihrem Entstehungsorle zusammengesetzt, doch enthalten sie weniger aromatische Substanz, mehr Chlorkalium und Eiweiss. Beta alba soll den meisten, Beta lutea major weniger, Beta rubra noch weniger und Beta sylvestris [Disette] am wenigsten Zucker enthalten. [Puyen.) Die Runkelrübe enthalt: Zucker, gummiartige Substanz, Pektin, einen stickstoffhaltigen, durch Gerbsäure fällbaren Körper und Gummi, Ei- weiss, ein gelblichweisses Fett, keinen äplelsauren Kalk, wie Peliyol angab, sondern Oxalsäuren Kalk. In der Asche des ausgepressten Saftes findet sich: kohlen-, schwefel- und phosphorsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsaure Magnesia. Die Faser enthält kleesauren und phosphorsauren Kalk und wenig Bittererde. [Braconnot.) Die Runkelrübe enthält nur Rohrzucker, keine andere Zuckerart. [Pelouze. Hochstetter .) In den Runkelrüben ist Citren-, aber keine Aepfelsäure enthalten. [Michaelis.) Sie enthalten: eine durch essigsaures Bleioxyd fällbare , eine durch Kalkwasser fällbare , eine durch Absorption von Sauerstoff fällbare stickstoffhaltige Substanz , Eiweiss und eine durch salpetersaures Quecksilberoxydul fällbare Materie nebst Salzen. {Hoch- stetter.) Die rothen Rüben enthalten: Fett, Harz, Zucker, Erythro- betinsäure und Xanthobetinsäure [Leo Meyer), äpfelsaure Salze, Sal- peter und Ammoniaksalze. [Buchner.) Atriplex liortense. /.. Die Samen wirken emetisch. Mehrere Arten von Atriplex werden zur Sodagewinnung benutzt, enthalten folglich grosse Mengen pflanzensauror Salze. Clienopodiiim authelniinticum. L. (Ambrina. Spch.) Enthält eine Base des Chenopodin und ein ätlierisches Oel von anlhelminlischer Wir- kung, besonders in den Samen. [Hngelhardt.) Chonopodium ambrosioides. L. (Ambrina. Spch.) Das Kraut enthält : ätherisches Oel, grünes Weichharz, Extractivstofl", klee?- und äpfel?- saurcs Kali, Gummi, Stärke, Holzfaser, Eiweiss durch Kali und Salz- säure ausgezogen, kleberai'lige Materie, Essigsäure, weinsaures? Ivali, äpfelsaure? Bittererdo, Chlorkalium, Salpeter- und schwefelsaures Kali, Chlorcaicium, Spuren von Schwefel. [Bley.) Chenopodiuni Botrys. L. (Botrydium aromaticum. Spch.) Die Pflanze besitzt einen starken Geruch , sie soll viel ätherisches Oel enthalten, ebenso : ('henopodium foetiduin. Schrad. ('.henopodliim Vulvaria. L. (Ch. olidum. Curl. Ch. foetidum. Lam.) Das Kraut entwickelt sowohl bei der Destillation mit Wasser als auch während des Lebens kohlen- und essigsaures Ammoniak. [Chevallier .) Es gibt an kochendes Wasser: Extractivstoff, Gummi, freie Säure, pflanzensaures (zum Theil essigsaures) Kali ab, an Weingeist hierauf Blattgrün vom Gerüche des Krautes. [John.) Das Kraut mit Wasser destillirt gibt neben Ammoniak auch Propjlamin. [Dessaignes.] Classis XIV. Guttiferae. 81 Cheiiopodium Quinoa. L. Die Samen enthalten: Stärke, Zucker, ex- traclive Stoffe, Gummi, Oel , Casein , lösliches Eiweiss, unlösliches Eiweiss und andere Proteinverbindungen, Pflanzenfaser und unorga- nische Stoffe. [Voelker.) Aetherische Oele kommen ziemlich verbreitet in dieser Familie vor. Einige Beispiele mögen hier folgen. Caroxylon tamarisclfoliuni. Moq. (Anabasis. L. Halogeton. Meij.) Die Blüthen [Chounn] kommen als Wurmmittel in den Handel. Camphorosma monspeliaca. L. Die Pflanze riecht aromatisch , schwach campherartig, schmeckt etwas scharf. Agathophyton Bonus Henricus. Moq. (Chenopodium. L. Blitum. Rchh.) Die Wurzel schmeckt bitter scharf, das Kraut salzig- schleimig. Chenopodium hybridum. L. Hat einen widrigen, durchdringenden Geruch. Rouhieua multifida. Moq. (Chenopodium. L.) Kömmt in seinen Eigen- schaften mit Chenopodium anthelminticum überein. CLASSIS XIV. Guttiferae. O. 86. Garchiieae. Garcinia Cambogia. Desv. Der Saft enthält ausser beigemengten Rin- dentheilen : Arabin , ätherisches Oel und ein von Gummiguttiharz verschiedenes Harz. [Christison.) Garcinia eliiptica. Wall. Liefert Gu mm igutt. Garcinia cochinchinensis. Chois. Gibt Gummigutt. Garcinia Morella. Lam. Liefert das meiste Gummigutt [Christison und Graham), auch das ceylonische. [Graham.) Hebradendron pictorium. Graham. (Garcinia pictoria. lixbg.) Liefert das Gummigutt von Mysore. Hebradendron cambogioides. Graham. (Cambogia Gutta. L.) Liefert cey- lonisches Gummigutt. Calophylluni Calaba. L. Gibt Takamahak. Die Samen enthalten fettes Oel. Calophylluni Tacamaliaca. Will. Gibt nach Einschnitten einen dunkel- bouleillengrünen Saft, bour bonisches Takamahak oder Ma- rienbalsam. Calophylluni longifoliuni. H. et J9. Soll das Acceyti di Maria inco- lorum liefern, das nach Goudot von Calophyllum Calaba stammt, einem Baum, der Palo di Maria oder Palo di Aceite genannt wird. Das Harz heisst auch M a y n a s h a r z. Mesua ferrea. L. Die Blüthen sind sehr wohlriechend. — Das Holz Roc bieder, Pliyloclieniie. 6 g2 I- Vegetabilia dicotyledonea. enthält: farbloses, flüchtiges Oel, im Geruch dem Anisöl ähnlich (blos in der Rinde enthalten) , gewürzhaftes Harz, braunen Farbstoff, bit- teren Extra ctivstoff, Stärke, Holzfaser, äpfelsaures Kali und Kalk, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk , Kieselsäure und Eisenoxyd. [Lassaigne .) Stalagmites pictoria. Don. (Xanthochymus. Rxhg.) Der Saft enthält Arabin und ein blass grünlichgelbes Harz. {Christison.) StalagTHites ovalifolia. Don. (Xanthochymus. Rxbg.) Soll eine Art Gum- migutt geben, die zur bessern Sorte gehört. Harze und ätherische Oele gehören zu den verbreitetsten Stoffen in den Pflanzen dieser Familie, wie aus den folgenden Beispielen sich ergibt. Clusia insignis, Marl. Die Blüthen sondern eine grosse Menge eines ocherfarbigen Harzes ab. Clusia rosea. L. Enthält in allen Theilen einen kleberartigen, bal- samischen, bittern, grünlichen, an der Luft sich schwärzenden Saft. Aus der Rinde schwitzt ein gelbliches Harz. Clusia flava. L. Enthält einen balsamischen Saft. Clusia Pseudo-China. Poepp. Die Rinde ist sehr bitter. Quapoya. Die Arten dieser Gattung geben einen grünlichen, balsamischen Saft. Verticillaria acuminata. H. et P. Gibt eine reichliche Menge von grün- lichem Balsam. Tovomita. Aubl. Die Arten dieser Gattung geben einen grünlichen, bai- sam i sehen Sa ft. Garcinla celeblca. L. Blätter und Rinde der Frucht sind reich an Gerbstoff. Der Saft, der nach Verwundungen ausfliesst, ist fast farblos. Garcinla Mangostana. L. Die äussere Rinde der Früchte ist bit- terlich und reich an Gerbstoff", wovon auch die Rinde und Blätter eine reichliche Menge enthalten ; sie werden zum Schwarzfärben ver- wendet. Aus den Aesten tritt nach Verletzungen ein schmutzig- gelber Saft aus. — Die Früchte aller Mangostanen sind wohl- schmeckend, — mit Wasser gekocht geben sie Talg. [Messiirier.) Mammea americana. L. Die unter der Rinde der Früchte liegende Haut ist sehr bitter. Die Blüthen sind ausgezeichnet wohlriechend. Aus der Rinde des Stammes fliesst nach gemachten Einschnitten ein Gummiharz aus. Calophylluni Inophylliini. L. Aus der verletzten Rinde fliesst ein gelber, harziger Saft aus, der, erhärtet, als ostindisches Takamahak nach Europa kam. Dieser in Rinde, Holz und den Samen enthaltene Saft wirkt emetisch purgirend. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Calophylluin Bintagor. Kchg. Kommt in seinen Eigenschaften mit Caloph. Inophyllum üborein. Classis XIV. Guttiferae. 83 Calophyllum spurium. Chois. Die Samen enüialten viel fettes Oel. Calophyllum thuriferum. Poepp. Gibt einen Saft, der zu einer dem Weilirauch ähnlichen Masse erhärtet. Mesua speciosa. CJwis. Wurzel und Rinde riechen aromatisch und schmecken bitter. Die Blätter sind aromatisch-bitter, die Früchte aromatisch, scharf im unreifen Zustande, und ein Purgirmittel , die Samen enthalten viel fettes Oel. Stalagmites dulcis. Don. (Xanthochymus. Rxbg.) Die Früchte sind sehr süss. Rheedia lateriflora. L. Aus der Rinde und den Knoten derAeste fliesst nach gemachten Einschnitten ein gelbes, wohlriechendes Harz aus. [ Aus dem Baste fliesst nach Verletzun- Moronoba g'loblilifera. Schlecht, j s,en ein gummiguttartiges Gummiharz Moroiioba monlana. Schlecht, jaus. Durch Auskochen der Zweige I wird ebenfalls Harz eewonnen. O. Hl. Dipterocarpiiieae. Liefern verschie- dene Sorten von Balsam , bei den Indiern unter dem Namen Gra- jam, bei den Sin- galesen unter dem Namen Dhornabel bekannt, von den Engländern Holz- öl (Wood-oil) ge- nannt. [Coolehr.) Shorea rohusta. R.rbg. Liefert eine Sorte Dam marharz. [Coolebrook.) Dryobalaiiops Camphora. Coolebr. Liefert den Ca mph er von Sumatra, oder Borneocamphor, und das Borneoca mphoröl. — Die verwun- dete Rinde gibt ein Harz, die Blätter färben Wasser blau. [Motley.) Vateria indica. L. Soll nach de Vriese Animeharz liefern. (??) Dipterocarpiis rostalus. Gaertn. (D. insanus. Rrbg.] Dipterocarpus turbinatus. Roxbg. Dipterocarpus alatus. Rxbg. O. 88. Ilypericiiieae. Hypericum perforatum. L. Die Blüthen enthalten : rothes Harz, Gum- mi, eisengrünenden Gerbstoff, Gerbsäureabsatz, Extractivstoff, Pek- tinsäure und Pflanzenfaser. {Ruchner.) Das rotheHarz ist ein Gemenge von Anthoxanthin und einem rothen Farbstoff", dem Anthokyan. [Cla- mor Marquart.) Einige hier folgende Beispiele mögen eine Vorstellung von den Eigenschaften der hieher gehörigen Vegetabilien geben. 6* 84 ^- Vegetabilia dicotyledonea. Cratoxylon Hornschuchii. Blum. Enthält Gerbstoff. Hypericum connatum. Lam. Die starlv, aber unangenehm riechenden BI älter enthalten Gerbstoff. Hypericum lanceolatiim. Lam. Aus den altern Stämmen fliesst von selbst, oder nach gemachten Einschnitten , ein balsamisch -harziger Saft aus. Hypericum hircinimi. L. Das Kraut riecht unangenehm bocksartig. Sarothra j^enlianoides. L. Riecht stark, aber unangenehm. Aiidrosümum ofllcinale. All. Die Kapseln enthalten einen rothen, har- zigen Saft, die Stengel, Blätter und Blüthen einen blasseren. Die Pflanze schmeckt aromatisch- bitter, riecht gerieben aromatisch und scheint viel Gerbstoff zu enthalten. Vismia sessilifolia. P. Enthält in allen T heilen (wie noch mehrere Vismia-Arten) einen harzigen, gelben Saft, der durch Einschnitte in den Stamm in grösserer Menge gewonnen wird, er wirkt purgirend und sieht dem Gummigutt ähnlich. Die Blätter sollen ein Febri- fugum sein. O. 89. Fraiikeiiiace.ie. Die Stoffbildung der Pflanzen dieser Familie ist unbekannt. O. 90. Saiivagesieae. Auch von diesen Vegetabilien ist die Zusammensetzung nicht be- kannt. Sauvagesia erecta. L. Das aromatische, schleimig-bilterliche Kraut soll ein Antifebrile sein. CLASSIS XV. C i s t i f 1 1' a e . O. 91. Taiuarisoiiieae. Keine Pflanze dieser Familie ist chemisch ausführlich untersucht. Sie scheinen alle reich an Gerbstoff zu sein , wie die folgenden Bei- spiele ausweisen. Tairiarix gallica. L. Die b;dsamisch-biltere Rinde enthält viel Gerbstoff. Aus den Blüthen lässt sich ein Stoff ausziehn, der Aesculin zu sein scheint. {Landerer.) Tamarlx mannifera. Ehrh. Schwitzt eine Art Manna aus, die aber kei- nen Mannit, sondern Schleimzucker enthalten soll. Tamarix hispida. W. Die A es te enthalten Gerbstoff. Classis XV. Cisliflorae. 85 Tamarix orieiitalis. Forsk. Der ganze Baum ist oft mit einer Art Gall- äpfel bedeckt. — Alle Arten von Tamarix sind reich an Gerbstoff. Myrlcarla germanica. Desv. (Tamarix. L.) Die bittere, angenehm bal- samisch riechende Rinde der Wurzel, so wie des Stammes, enthält viel Gerbstoff, Myricaria herbacea. Desv. (Tamarix. W.) Die krautartigen Aeste wer- den als Thee gebraucht. (Gerbstoff?) Parnassia palustris. L. Die bitlere Pflanze ist gerbstoffhaltig. O. 02. Droseraceae. Auch bei dieser Familie ist die Zusammensetzung unbekannt. Viele dieser Pflanzen enthalten einen scharfen Stoff, z.B. Drosera rotundifolia. L. Das Kraut schmeckt säuerlich, scharf und bitter. An den Drüsenhaaren wird ein scharfer Saft ausgeschieden. Drosera communis. St. Hü. Enthält vorzugsweise viel von einem schar- fen Stoffe. O. 93. Violaiieae. Viola odorata. /.. Die BlUthen enthalten: riechendes I^rincip, blauen Farbstoff, krystallisirbaren Zucker, Schleimzucker, Gummi, fiiweiss, Kali- und Kalksalze von Aepfelsäure oder einer ähnlichen Pflanzen- säure. [Pcujenstecher .) Der blaue Farbstoff wird durch Alkalien grün, durch Säuren carmoisinroth gefärbt. [Schlesinger.) Die Verbindung mit Bleioxyd ist grün gefärbt. — Alle T heile, besonders Samen und Wurzeln, enthalten Violin. [Boullay.) Viola pedata. L. 1 Kommen in ihren Eigenschaften mit V. odorata über- Viola palmata. Z. J ein. Viola ovata. Nutt. (V. primulifolia. Purs/i.) Enthält sehr viel Schleim. (Pektin?) Schleim kömujt in mehreren Pflanzen dieser Familie in bedeuten- der Menge vor, besonders häufig treten emetische und purgirende Stoffe auf, wie die folgenden Beispiele zeigen. Corynostylls diandra. iVart. Die Wurzel wirkt emetisch. Anchietia salutarls. St. Hü. Die Wurzel purgirt. Viola tricolor. L. Das Kraut wirkt brechenerregend und purgirend in grösseren Dosen. Viola hirta. L. Viola canina. L. Viola sylvestris, l. > ^''^ Wurzeln wirken emetisch. Viola mirabilis. L. Jonidium Ipecacuanha. Vent. (Viola./..) Die bitterlich scharfe Wu rzel wirkt emetisch. Die Wurzeln wirken emetisch. 86 I. Vegetabilia dicotyledonea. Jonidium Poaya. St. Hü. Jonidium indecorum. St. Hü. Jonidium brevicaule. Mart. Jonidium urücaefolium. Mart Jonidium calceolaria. Vent. Jonidium circaeoides. An//?. Jonidium strictum. Ve7it. Jonidium parviflorum. Vent. Alsodeia Cuspa. 8/;?-. (Conolioria. Knth.) Rinde und Blätter sind l)itter und scheinen Gerbstoff zu enthalten. Alsodeia castaneaefolia. Spr. (Conohoria. St. Hü.) Alsodeia physophora. Mart. (Conohoria Lobolobo. St. Hü Die Blätter enthalten viel Schleim. O. 94. Cistiiieae. Die Pflanzen dieser Familie sind nicht chemisch untersucht. Einige Beispiele sollen die Stoffbildung derselben ersichtlich machen. Cistus creticiis. L. Aeste und Blätter schwitzen das Ladanum- Harz aus. Cistus cyprius. L. l ., , • ... ,• , „ , „. , , .„ , f Sondern eui ganz ähnliches Ha rz ab. Cistus ladaniferus. L. ' '^ Helianthemiim vulgare. Gaertn. Das Kraut enthält Gerbstoff. O. 95. Bixineae. Bixa Orellana. L. Die Samen sind gewürzhaft bitter, sie sind umgeben von einem teigigen, im frischen Zustande veilchenartig riechendem, rothen Fruchtmarke, aus dem der Orlean bereitet wird. Dieser enthält: etwas riechende Materie , harziges Orleangelb , extractiven röthlich-gelben Farbstoff, eine dem Extractivstoffe und Schleim ähn- liche Materie, Gummi, Holzfaser und eine Säure. [John.) lieber die Pflanzen dieser Familie ist in Hinsicht ihrer Zusammen- setzung nichts ermittelt. Einige Beispiele zeigen die Mannigfaltigkeit des Stoffwechsels in denselben. Laetia apetala. Jacq. Aus diesem Baume fliesst ein weisses, balsamisches, eintrocknendes, dem Weihrauch oder Sandarak ähnliches Harz aus. Prockia tlieaeformis. W. (Aphloia. Ben.) Die Rinde wirkt emetisch. Ludia foetida. Rxbg. Besitzt einen sehr widrigen Geruch. O. 96. Marcgravieae. Ueber die Zusammensetzung dieser Gewächse ist nichts bekannt. Classis XVI. Peponiferae. 87 O. 97. Flacourtiaiieae. Keine der hieher gehörigen Pflanzen ist chemisch untersucht. Die Stoffbildung in denselben wird aus den angeführten Beispielen er- sichtlich sein. Flacourtia sepiaria. Rxbg. Die Blüthen riechen stark, die geruchlosen Blätter schmecken unangenehm. Flacourtia Ramontchi. L'Her. Die sehr süssen Früchte sind etwas scharf. Flacourtia cataphracta. W. Die Blätter sind wohlriechend , die jun- gen Sprossen schmecken Rhabarber- ähnlich, Hydnocarpus inebrians. Vahl. (Ghilmoria pentandra. Ham.) Die Früchte werden zum Betäuben der Fische gebraucht. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Hydnocarpus edulis. Peterm. (Pangium. Reinw.) Rinde und Blätter dienen zum Betäuben der Fische. Die letzteren schmecken bedeutend scharf. Die Samen enthalten viel ätherisches Oel, sind giftig, das Gift kann durch Kochen oder Rösten zerstört werden. CLASSIS XVI. Peponiferae, O. 98. ^ o p a 1 e a e. Mamillaria cirrhifera. Marl. Der milde Milchsaft enthält: Cerin, My- ricin , Gummi , einen in Wasser und Alcohol löslichen Extractivstoff, Emulsin (??) und Spuren von Kalksalzen. [Buchner inu.) Mamillaria pusilla. DeC. Der wässerige Saft der Pflanze enthält: Chlorophyll, rothen, durch Alkalien gelb werdenden Farbstoff, Eiweiss, Pflanzenschleim , in Wasser und Weingeist lösliches Extract, sauren, äpfelsauren Kalk, essigsaures Kali, Chlorcalcium. [Buchner ]\Mi.) Cereus flagelliformis. Mill. (Gactus. L.) Der Saft desselben, wie auch der von Gactus speciosus und phyllanthus, kömmt ganz mit dem von Mamillaria pusilla überein. Die Blüthen der beiden Letzteren ent- halten: einen rothen, durch Alkalien grünwerdenden Farbstoff", Ei- weiss, krystallisirbaren Zucker, gelben, harzartigen, durch Schwefel- säure rothblau werdenden Farbstoff; in den Blüthensti elen noch mehr krystallisirbaren Zucker. [Buchner inn.) (-ereus speciosissimus. DeC. (Gactus. Desf.) Enthält Stärke im Pollen. [Herapath.) Cereus senilis. Salm-D. Enthält eine grosse Menge Krystalle von oxal- saurem Kalk. [Lucas.) Opuntia vulgaris. Mill. (Gactus Opuntia. L.) Der rothe Farbstoff der 88 I. Vegetabilia dicotyledonea. Früchte ist nicht Cochenillefarbstoff (MWs^em) , ergeht unzersetzl in den Harn über. In den Zellen der Cactus-Arten sind Krystalle von oxalsaureni Kalk, oft in staunenerregender Menge, vorhanden. In den Früchten vieler Pflanzen dieser Familie ist eine ansehn- liche Menge Zucker enthalten , in mehreren dieser Pflanzen kommen scharfe Stoffe vor, wie sich aus den folgenden Beispielen ergibt. Mamiliaria siraplex. Haiü. (Caclus mamillaris. L.) Die Früchte sind süss. Cereus grandiflorus. Mül. \ Cereus Jaraaruru. DeC. I t^- t. ^ T»-i • T^ r, ■ ( iJ'e brüchte sind süss und säuerlich. Cereus Pitajaya. DeC. Cereus sepium. DeC. Cereus fimbrlatus. DeC. Der geruchlose Saft ist brennend scharf. Cereus divaricatus. DeC. Der Saft ist sehr scharf. Die goldgelben Früchte sind sehr süss. Opuntia retlculata. Desc. Enthält Milchsaft. Die Wurzelrinde purgirt. Mehrere Opuntia-Arten sollen eine Traganth- ähnliche Masse ausschwitzen. Pereskia aculeata. Mill. (Caclus Pereskia. L.) Die Beeren sind säuer- lich süss. Melocactus communis. DeC. (Cactus Melocactus. L.) Die Beeren sind süss. O. 99. Gi'08sulai'ieae. Ribes Grossularia. L. Die Blätter sind bitterlich, enthalten Gerbstoff. Der Saft der grünen Beeren enthält: wenig Harz, Schleimzucker, Gummi, Bassorin, Holzfaser, saures citron- und äpfelsaures Kali, äpfelsauren Kalk , ein Ammoniaksalz , phosphorsauren Kalk , Chlor- calcium , wenig ßittererde und Eisen. [John.) Die unreifen Sta- chelbeeren enthalten: harziges Blattgrün, Zucker, Gummi, Eiweiss, Aepfelsäure, Citronsaure, Kalk und Pflanzenfaser. Die reifen Früchte enthalten dieselben Bestandtheile, nur fehlt das harzige Blattgrün, der Gehalt an Gummi ist bedeutend vermindert, der an Zucker und Aepfelsäure sehr vermehrt. [Berard.) Die unreifen Stachel- beeren enthalten Citron- und Aepfelsäure. (Chodnew.) Die Früchte der verwandten amerikanischen Arten enthalten viel Gerbstoff. Ribes rubrum. L. Der Saft der Beeren enthält: Extractivstoff, Zucker, Gummi, gelatinösen Stoff, Citron- und Aepfelsäure. {Proust.) Die .Johannisbeeren enthalten Pektin. [Braconnot. John.) Kibes nigrum. L. Alle T heile der Pflanze riechen stark und unange- nehm. Der rothe Farbstoff der Beeren gibt mit Bleioxyd eine blaue Verbindung. {Berzelms.) Classis XVI. Peponiferae. 89 Flüchtige Oele scheinen hier sehr verbreitet zu sein, wie aus den folgenden Beispielen hervorgeht. Ribes fragrans. Fall. Die Blätter haben einen starken melissenartigen Geruch. Ribes sangiiineum. Pursh. (Calobotrya. Spch.) Die Pflanze soll wanzen- artig riechen. (Ich habe nie einen Wanzengeruch entdecken können.) Ribes aureum. Pursh. (Chrysobotrya fragrans. Spch.) Die Blüthen riechen sehr angenehm , nelkenartig. O. 100. Ciicurbitaceae. Lag-eiiaria vulgaris. Ser. (Cucurbita Lagenaria: L.) Die gelbe, aroma- tische, schmierige Materie, welche dem Stigma das sammt- artige Ansehn gibt, enthält: wohlriechende Theile, weiches, gelbes Fett, etwas scharf schmeckenden Extractivstoff, Gummi, Ei- weiss und Salze. Das Pistill ohne Germen enthält: wohlrie- chende Theile, wenig schmieriges Fett, extractive Theile, Gummi, viel Eiweiss, äpfel- und phosphorsaures Kali , phosphorsaure Bittererde, eiweissartige Fasern, phosphorsauren Kalk, Eisen, Spuren von Salpeter und ein Ammoniaksalz. (John.) Die Samen enthalten viel Schleim und fettes Oel. Cucumis sativus. L. Die grüne von der Schale befreite Frucht enthält: riechende Theile, Blattgrün, zuckerige Theile mit Extractivstoff, fun- ginartige Masse (Cellulose), Eiweiss, Schleim, ein Ammoniaksalz, freie Phosphorsäure , äpfel-, phosphor- und schwefelsaures Kali , Chlor- kalium, phosphorsauren Kalk und Eisen. Die frische Schale enthält dieselben Bestandtheile, aber weit mehr funginartige Substanz (Cellu- lose) und viel weniger Wasser. Die Asche derselben enthält: kohlen-, phosphor- und schwefelsaures Kali, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Thonerde, Kieselsäure, Mangan und Eisen. (John.) Die von Samen befreiten, frischen, grünen Gurken enthalten: flüchtiges Oel, Spur, — Blattgrün, braunen exlractiven Farbstoff, gährungs- fähigen Zucker, in Wasser, nicht in Weingeist, lösliche Materie (Gum- mi?), Holzfaser, widrig urinös riechende, in Wasser und Weingeist lösliche, durch Gerbstoff fällbare , an Stickstoff reiche Substanz , Ei- weiss, Gallussäure, Spur, — Weinstein , essigsaures (vielleicht auch äpfelsaures) und schwefelsaures Kali, Chlorkalium und phosphorsauren Kalk. {Strauch.) Cucumis Melo. L. Die Cantaloup -Melone enthält im Frucht- fleischsafte: gemeinen Zucker, Schleimzucker, Gummi, gewürz- hafte Materie , verseifbares Fett, sehr veränderliche , stickstoffhaltige Materie, Farbstoff, Eiweiss, Spuren von Gallertsäure und Stärke, freie Säure und einige Salze. [Paijen.) ßenincasa cerifera. Savi. Das Kraut riecht bisamartig. Die biltern Samen enthalten viel fettes Oel. Der die Frucht überziehende 90 I- Vegetabilia dicotyledonea. Reif besteht aus einem bei 100 — 120" R. schmelzenden Wachs, zwei Harzen und etwas Exlractivstoff. [Clamor Marquart.) Bryonia alba. L. Die Wurzel enthalt: Bitterstoff (Bryonin) , wenig Zucker, viel Gummi, Stärke, Holzfaser, eiweissarlige Substanz, sau- ren äpfelsauren und phosphorsauren Kalk. {Vauquelin.) Die trockne Wurzel enthält: in Aether lösliches Hartharz, etwas Wachs, nicht in Aether lösliches Hartharz, Schleimzucker, Phytokoll, Gummi, Bassorin, Stärke, verhäi-tetes (???) Stärkmehl, Holzfaser, Bitterstoff, durch Kali ausgezogene, dem Phytokoll ähnliche Materie, durch Kali ausgezogene, braune, gummiarlige Materie, durch Kali ausgezogenes, verhärtetes Eiweiss, Aepfelsäure, an Kali, Kalk und Bittererde gebunden, essig- saure Kalk- und Bittererde, phosphorsaure Bittererde und Thonerde. (Brandes nv\d Firnhaber.) Die frische Wurzel enthält: grünes, talgartiges Fett, wenig, — Hartharz, wenig— Gummi, viel Stärke, Holzfaser, Bitterstoff, lösliches Eiweiss , äpfelsaures Kali und Kalk; in der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk und wenig Eisenoxyd. [J. Dulong.) Die im Frühjahr gegrabene Radix Bryoniae enthält: Holzfaser, Eiweiss, Stärke, amorphen und krystallisirten Bitterstoff, Harz, Gum- mi, Zucker, äpfelsaures Kali und Kalk, phosphorsauren Kalk und Bittererde, Kieselsäure und Thonerde. (Scfnvertfeger.) Die Wurzel röthet die Haut und bewirkt Purgiren und Erbrechen. Die Beeren enthalten einen sehr scharfen Stoff im Safte. Bryonia dioica. L. Kommt mit B. alba in allen Eigenschaften überein. Ecbalium Elaterium. Rieh. (Momordica. L.) Alle Theile dieser Pflanze sind bitter, schmecken scharf und purgiren, besonders die Wurzel und Früchte. Der ausgepresste, gekochte und vom coagulirten Eiweiss abfiltrirte Saft enthält: Bitterstoff, nicht bittere, in Weingeist unlös- liche, thierische Materie (Phytokoll), freie Säure, das Kalisalz einer der Aepfelsäure ähnlichen Säure , das Kalksalz derselben Säure, Sal- peter, schwefelsaures Kali und Chlorkalium. [Braconnot.) Der aus- gepresste und eingedickte Saft der Frucht (das Elaterium) enthält: Weichharz, Bitterstoff, Holzfaser, Satzmehl, Kleber. {Paris.) Die Pflanze enthält einen scharfen, harzigen Stoff, der Träger (?!) einer flüchtigen Säure ist und einen Stoff von alkalischer Natur (??), {Lan- derer.) Der Saft der Früchte enthält Elaterin. {Morries.) Citrullus vulgaris. Schrad. (Cucurbita Citrullus. L. Cucumis Citrullus. Ser.) Die Samen enthalten fettes Oel , das Fruchtfleisch ist süss. — Der Saft der Frucht enthält: Eiweiss, rothen Farbstoff", Schleimzucker, Spuren von salz-, schwefel- und essigsauren Salzen. In der Schale ist Chlorophyll und Wachs. {Landerer.) Citrullus ColocynHiis. Schrad. (Cucumis Colocynthis. L.) Das Mark der Frucht enthält: brennend und bitter schmeckendes grüngelbes Oel (Weichharz?), nicht in Aether lösliches, bitteres Hartharz, "Colo- quintenbiller, massig bitlern Extractivstoff, gemeines Gummi, Basso- Classis XVI. Peponiferae. 91 rin , Holzfaser, durch Kali ausgezogenen , geschmacklosen , — biltern Extraclivstoff, Phytokoll, phosphorsauren Kalk, phosphorsaure Bitter- erde. Die Asche enthält Kupfer. {Meissner.) Das wässerige Extract der Frucht enthält: Harz, Coloquintenbilter, eigenthümliche Pflan- zengallerte, thierische Materie, essigsaures Kali, zerfliessliches, nicht in Weingeist lösliches Kalisalz. [Braconnot.) Der Bitterstoff der Colo- quinten ist krystallisirbar. [Lehourdais.) Cucurbita Pepo. L. Das Fruchtfleisch enthält: phosphorsaures Kali und Kalk, Holzfaser, äpfelsaures (?) Kali, Eiweiss, Fett (durch orlean- artige Materie gefärbt) , stickstoffhaltige Substanz , zuckerhaltiges, in Weingeist unlösliches Extract, Chlorkalium, schwefelsaures Natron und Ammoniaksalze. [Braconnot.) Die Samen enthalten viel fettes Oel. — Die frische Kürbisfrucht enthält: Faser, Gallertsäure, Stärke, Zucker, gelben Farbstoff, Aschenbestandtheile. [Zennek.) Das Fruchtfleisch einer KUrbisart aus Corfu, ami de pauvres ge- nannt, fand sich gleichzusammengesetzt mit dem von Cucurbita Pepo. [Braconnot.) Enthalten : Zucker, äpfelsaüres Kali, case'in- artige Stoffe, Albumin, schleimig-gummiarlige Stoffe, Fett, gelben Farbstoff, Cellulose, Salze, freie Säuren, aromatische Stoffe, wenig Stärke. In der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Chlormagnesium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, kohlensaure ßitter- erde, Kieselsäure, Eisenoxyd und Thonerde, [Gir ardin.) Das Fruchtfleisch der Kürbisse ist sehr reich an Stärke auf den Antillen , ärmer an Stärke in Louisiana , auf bebautem Boden gezogen, auf unbebautem Boden gezogen Stärke-frei. [Avequin.) Die Samen enthalten meist bei den Pflanzen dieser Familie eine • bedeutende Menge von fettem Oele, das Fruch-tfleisch häufig Zucker und bisweilen flüchtige Oele, die Früchte sind bei vielen mit Wachs oder Harz überzogen , sie sind häufig von emetischer oder purgirender Wirkung. Bitterstoffe sind nicht selten anzutreffen, wie die folgenden Beispiele zeigen. Cucumis Dudaim. L. Die Früchte riechen sehr angenehm. Cucumis prophetarum. L. Die Früchte sind äusserst bitter. Bryonia americana. I. 1 ^. .., , . , ,. , . , „ "' . „. ,, }■ Die Wurzeln wirken emetisch-purgirend. Bryonia africana. Thhg. j Bryonia cordifolia. L. Die Früchte sind bitter. Bryonia maderaspatana. Berg. Wurzel und Blätter sind bitter, noch bitterer die stark riechenden Früchte. Momordica Balsamina. L. Die Blätter sind scharf und bitterlich. Potiron pain de pauvres. Potiron commun. Artichaut de Jerusalem. Giraumont honnet Iure. Couree sucrine du Bresil 92 I- Vegetabilia dicotyledonea. Momordica Cliarantia. L. Die stark riechenden Blätter schmecken etwas bitter. Momordica (lioica. Rxhg. Die Wurzel schmeckt schleimig. 3Iomordica operculata. L. Die ausnehmend bittern Früchte purgiren. Luffa aciitang'Ula. Ser. (Cucumis. L.) Die Wurzel purgirt, die reifen Früchte wirken emetisch, die Samen enthalten viel fettes Oel. Luffa piirgans. Marl. (Momordica. L.) Die Früchte geben durch Mace- ralion eine sehr bittere, schäumende, durch Eisensalze grün werdende Flüssigkeit, die einen eigenthümlichen Stoff (Buchanin) enthalten soll. Melothria pendula. L. Die Früchte purgiren. Trichosanthes anguina. L. Die Pflanze riecht stark und widrig, schmeckt bitler. Die reifen, sehr bittern Früchte purgiren. Trichosanthes cuspidata. Lam. Der ausgepresste Saft wirkt emetisch. Der Saft der Wurzel purgirt. Trichosanthes amara. L. Die Früchte wirken wie die Coloquinlen. Trichosanthes villosa. Blum. Die Früchte sind ein drastisches Purgir- mittel. Trichosanthes trifollata. Blum. Die Wurzel wird wie Seife zum Wa- schen verwendet. (Saponin?) Joliffia africana. Boj. (Telfairia pedata. Hook.) Die Samen enthalten viel fettes Oel. Der Fruchtbrei ist bitter. Anguria trifoliata. L. Die Früchte sind süss. Feuillea cordifolia. L. Die Samen sind ölreich, schmecken bitter und wirken heftig emetisch-purgirend. Feuillea trilohata. L. Die sehr bittern, emetisch -purgirenden Samen enthalten viel talgartiges Oel. Zanonia indica. L. Die Früchte besitzen den Geruch und Geschmack der Gurken. O. 101. Loaseae. Keine Pflanze dieser Oidnung ist chemisch untersucht. Einige Beispiele mögen ihre Eigenschaften andeuten. Mentzelia hispida. 11'. (M. aspera. Cav.) Die Wurzel wirkt heftig purgirend. Loasa hispida. L. so wie alle Arten von Loasa , brennen wie unsere Brennnesseln. O. 102. Turiieraceae. Ueber die Zusammensetzung dieser Vegetabilien ist nichts bekannt. Turnera ulmifolia. L. Hat ein wohlriechendes Kraut. Turnera opifera. Mart. Das schleimige Kraut ist gerbslofl'haltig. Classis XVI. Peponiferae. 93 O. 103. Passiiloieae. Keine Pflanze dieser Ordnung ist chemisch untersucht. Einige Beispiele mögen eine Vorstellung von ihren Eigenschaften geben. Passiflora rubra. L. Blüthen und Früchte sollen opiumartig wirken. Passiflora quadrang-ularis. L. Die giftige Wurzel bewirkt unter Er- brechen und Convulsioncn den Tod. Passiflora serrata. L. Hat wohlriechende Blüthen. Passiflora foelitla. Cav. Besitzt einen starken, unangenehmen Geruch. Passiflora nialiforrais. /.. Der Saft der Pflanze wird gegen Wechselfieber gebraucht. Passiflora coccinea. Auhl. Passiflora maliformis. L. Passiflora serratistipula. DeC. Passiflora liyiilaris. Juss. Passiflora serratirolla. L. Passiflora ornata. Knth. Passiflora quadrangularis. L. Passiflora laurifolia. L. Passiflora incarnata. L. Passiflora coeriilea. L. Passiflora filamentosa. Cav. Passiflora serrata. L. Passiflora pcdata. L. Passiflora lutea. /.. Murucuja ocellata. Pers. (Passiflora Murucuja. L. wie Opium. [Hamilton.) Murucuja orbiculata. Pers. (Passiflora. Cav.) Die Blüthen Opium. [Broiüne.) Besitzen , wie noch mehrere Arten , ein > (meist schleimiges) säuerlich - süsses, häufig wohlriechendes Fruchtmark. Die Blüthen wirken irkt O. 104. Alaiigieae. Keine Pflanze dieser Familie ist chemisch näher untersucht. O. 105. Ilomalineae. Die Zusammensetzung derVegetabilien dieser Ordnung ist unbekannt. Die Wurzel von Homalium racemosum Jacq. ist reich an Gerbstofl". O. 106. I§ainydeae. Die Gewächse dieser Ordnung sind chemisch nicht untersucht. Sie scheinen viel Bitterstoffe zu ölithalten ; z, B. 94 '■ Vegetahilia dicotyledonea. Casearia Anavin^a. Pers. Alle Theile der Pflanze sind bllter. Casearia esculenta. Rxbg. Die bittere Wurzel purgirt. Das Frucht mark enthält einen scharlachrothen Farbstoff". CLASSIS XVII. Rhoeadeae. O. 101. Capparideae. Capparis spinosa. L. Die B 1 ä 1 1 e r und die R i n d e , besonders die W u r- zel rinde, sind bitter, scharf und gerbstoffhaltig. — Die Blüthen- kn ospen enthalten Pektin und Rutinsäure. {Rochlederund Hlasiivetz.) Scharfe Stoff'e (Senföl?) und Bitterstoffe, sowie verschiedene äthe- rische Oele erscheinen sehr verbreitet in dieser Familie. Wahrschein- lich enthalten alle hieher gehörigen Pflanzen Gerbstoff. Die folgenden Beisi)iele dienen als Beleg. Gynandropsis pentaphylla. DeC. Die Pflanze besitzt einen widrigen Ge- ruch und bedeutende Schärfe, zieht wie Senf Blasen auf der Haut. Die scharfen Samen sind ölreich. Gynandropsis triphylla. DeC. Ist so scharf wie Senf. Cleome gigantea. L. Riecht widrig, schmeckt brennend-scharf wie Senf, wirkt wie dieser auf die Haut. Polanisia graveolens. Raßn. Besitzt einen sehr unangenehmen Geruch. Polanisia icosandra. W. et .1. Besitzt gerieben Senfgeruch, schmeckt scharf und bilter. Polanisia fellina. DeC. Stimmt in ihren Eigenschaften mit den vorigen überein. Crataeva Tapia. L. Die bittere Rinde enthält viel Gerbstoff, die süss- lichen Früchte riechen laucharlig. (Knoblauchöl.) Crataeva gynandra. L. Die Wurzel ist so scharf wie Senf , wirkt wie Canthariden auf die Haut. Rinde und Früchte verhallen sich wie bei C. Tapia. Crataeva Nurvala. Harn. Die angenehm riechenden Blätter schmecken säuerlich. Capparis brevispina. DeC. Blätter und B 1 ü t h e n purgiren . Capparis cynophallophora. L. Die Wurzelrinde ist scharf, die Blü- then sind wohlriechend, die Wurzel riecht nach Meerrettig. [Ha- rn illon.) Capparis araygdalina. Lam. Besitzt einen unangenehmen, starken Geruch, die Blüthen riechen wie Excremente. Capparis ferrtigiiiea. L. Besitzt einen stechend -scharfen Geruch und Geschmack. Classis XVII. Rhneadeae. 95 Capparis Sodada. R.Br. Die Pflanze rieclit sinrk narkotisch, die Fiijchle schmecken kressenarlig. Capparis frondosa. Jacq. Die Sa men gelten für giftig. O. 108. Criiciferae. Isalis lincloria. /.. Die frischen Blätter mit den Blattstielen geben, ausgepresst, einen Saft und einen trocknen Rückstand. Der Saft liisst Satzmelil fallen. Das Satzmehl enthält: Wachs, Blattgrün, Indig, kle- berarlige Materie, Holzfaser. Der filtrirte Saft enthält: riechendes Princip vom Geruch der Cruciaten , harziges Blattgrün , rothen Farb- stoff, in Wasser, nicht in Weingeist löslichen, gelben Farbstofl", Schleimzucker, Gummi, Princip vom Geruch des Osmazoms, ihieri- schen , in Wasser, nicht in Weingeist löslichen Stoff, (Phytokoll?), kleberartige, bei 55° C gerinnende Materie, eiweissartige, bei 70° C. gerinnende Materie , angefärbten Indigo, Essigsäure und eine andere freie Säure, essig- und salzsaures Ammoniak, essig-, schwefel- und salpetersaures Kali , Chlorkalium, cilron-, schwefel- und phosphor- sauren Kalk, j)hosphorsaure Biltererde, Eisen und Mangan. Das aus- gepresste Kraut (Rückstand vom l^rcssen) enthält: Wachs, Blattgrün, rothe, harzige Materie, bidig, Holzfaser, verschiedene Salze. {Chevreul.) Die Samen enthalten Myrosin, aber keine 3Iyronsäure. [Lepage.) Raphanus sativus. L. Die frische Wurzel enthält: Lignin , eine stick- stoffhaltige Materie, Stärke, Eiweiss, Exlractivsloff, Gummi, Zucker, rothen Farbstoff, fettes Oel, Sinapin, Phosphor- und Kohlensäure mit Erden, Essigsäure mit Kali und iNatron verbunden, Chlorkalium und Kochsalz. [T/i. Herapath.) Wurzel und Samen geben, mit Wasser destillirt, ätherisches, schwefelhaltiges Oel. [Pless.) hi den Samen von R. sativus a. radicula und ß. nigra ist Myrosin enthalten, konnte aber keine Myronsäure gefunden werden. [Lepage.) Die Samen ent- halten viel fettes Oel. Raphanus Rapliaiilstrum. L. (Raphanistrum segelum. Buumg.) Die Sa- men geben etwas Senföl. (Pless.) Die Sa men enthalten Myrosin, es lässt sich aber daraus keine Myronsäure darstellen. [Lepage.) Lepidium ruderale. L. Das Kraut enthält: braungelbe, ölige Substanz, grünes , weiches , nach Fischthran riechendes Harz von kratzendem Geschmack , braungelben . schwach scharf und bitter schmeckenden Extractivstoff, Gummi, etwas Inulin. [Glaser.) Das Kraut enthält: ein schwefelhaltiges, ätherisches Oel, das auch in den Samen unter Mitwirkung des Wassers gebildet wird. [Pless.) Die Samen enthal- ten Myrosin, aber keine Myronsäure. [Lepage.) Die ganze scharf schmeckende Pflanze riecht widrig. Lepidium saÜvuni. L. Kraut und Samen sind scharf. — Die Samen verhalten sich wie die von Lepidium ruderale. [Pless.) Sie enthalten Myrosin, aber keine Myronsäure. [Lepage.) 96 I- VegetaljÜia dicotyledonea. Lepitlium campestre. R. Br. (Thlaspi. L.) Die Samen verhalten sich wie die von Lepidium ruderale und L. sativum. (Pkss.) Lepidium lalifolium. L. Die Pflanze schmeckt scharf, fast pfefferartig. — Die Samen entiialten Myrosin, aber keine Myronsäure. (Lepage.) Lepidium Ibcris. L. Enthält in den Samen und zur Bllithezeit in den Sum itatibus einen fieberwidrigen, bitlern, unkryslaliisirbaren Stoff, das Lepidin, sowie alle andern Arten von Lepidium. [Leroux.) Lepidium Draba. L. (Cochlearia. L.) Die Samen mit Wasser macerirt geben ein schwefelhaltiges, ätherisches Oel, das sich wie jenes von Raphanus verhält. [Pkss.) Iberis amara, L. Kra ut und Samen enthalten Senföl ohne Knoblauchöl. [Pless.) Capsella Bursa pastoris. Moench. (Thlaspi. L.) Des Kraut schmeckt bitter und scharf. — Der Samen gibt wenig Senföl. [Pless.) Thlaspi arvense. L. Kraut und Samen geben Senf- und Knoblauchöl. [Pless.) Im Samen ist Myrosin, aber keine Myronsäure enthalten. [Lepage.) Cochlearia officinalis. /:. Der Saft des Krautes enthält: braunes, süsses Extnict, nur in heissem Weingeist löslich , durch Chlor und Gerbstoff fällbar, — nicht in heissem Weingeist lösliche, durch Gerb- stoff fällbare, thierische Materie (Phytokoll), pflanzensaures Kali und Kalk, Chlorkalium und schwefelsaures Kali, flüchtiges Oel, Blattgrün und Eiweiss. [Bracotinot.) Das frische Kraut enthält: flüchtiges Oel , bitteres Harz, bittern Extractivstoff, Gummi, grünes Satzmehl, Eiweiss, salz- und schwefelsaures Ammoniak, Salpeter und Gyps. [Gutret.) Im Exlracte des Krautes finden sich Salpeterkrystalle. [Toi^- deux.) Die Pflanze enthält Gerbstoff und einen Bitterstoff, der mit Myrosin aus weissem Senf Löffelkrautöl entwickelt. [Winkler'.) Cochlearia Armoracia. L. (Armoracia sativa. Hell.) Die frische Wur- zel enthält: scharfes, flüchtiges Oel, bitteres Harz, Extractivstoff, Zucker, Gummi, Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Essigsäure, essigsauren Kalk und Gyps. [Gutret.) Enthält Myrosin und eine Verbindung von Zucker mit Kali. [Wüikler.) Nur in der Wurzel, nicht in den übri- gen Theilen der Pflanze ist Stärke enthalten. [Hünefeld.) Die Wur- zel, mit Wasser destillirt, gibt Senföl. [Hubutka.) Die Wurzel ent- hält: flüchtiges Oel, Eiweiss, Stärke, Gummi, Zucker, bitteres Harz, essigsauren Kalk, Gyps, freie Essigsäure und Faserstoff. [Einhof.) Sinapis nigra. L. (Brassica sinapoides. Roth.) Der Samen enthält: scharfes, flüchtiges Oel, grünlich -gelbes, mildes, fettes Oel, viel Gummi, Pflanzenei weiss und Holzfaser. Die Asche enthält: phosphor- sauren Kfilk, Gyps und wenig Kieselsäure. [Thibierge.) Der Samen enthält Sinapisin [E. Simon) ^ kein Sinapisin [Winkler), sondern Myro- sin und Myronsäure. [Bussy.) Er enthält: fettes Oel, Harz, Extractiv- stoff, Sina])in, Gummi, Eiweiss, Gliadin, Faser und Salze. [J. Hoff- Classis XVll. Rhoeadeae. 97 mann.) Das Fett des Samens enthält Oel-, Talg- und Eruca- Säure. {Darby.) Sinapis alba. L. Die Samen enthalten: scharfes, flüchtiges Oel, gelbes, fettes Oel, braunes, nicht scharfes Harz, sehr wenig Extractivstoff, wenig Gummi, Holzfaser, Eiweiss, freie Phosphorsäure und Salze. In der Asche : phosphorsaure Kalk- und Bittererde, wenig phosphor- saures Kali, Chlorkalium, Gyps und Eisenoxyd. (John.) Sie enthalten: fettes Oel, Harz, sinapinhaltigen Extractivstoff, Gliadin, Gummi, Ei- weiss, phosphorsauren Kalk und Biltererde, Chlorcalcium, schwefel- saures Kali, citronsauren Kalk, äpfelsauren Kalk, Schwefel und Faser- stoff. {J. Hoffmann.) Das Fett des weissen Senf enthält Erucasäure und Oelsäure, die von der gewöhnlichen Oelsäure verschieden zu sein scheint. [Darby.) Der weisse Senfsamen enthält Sulfocyansinapin und eine Verbindung, die durch Schwefelcyankalium in Sulfocyan- sinapin übergeht. Ausserdem scheint noch eine schwefelreichere Ver- bindung im Senf enthalten zu sein. [v. Babo und Hirschbrunn.) Brassica oleracea. ß. viridis. L. Der Saft des frischen Kohles enthält: Harz, Extractivstoff, gummiges Extract, Eiweiss, grünes Satzmehl, essigsaures, schwefel- und salpetersaures Kali, Chlorkalium, äpfel- und phosphorsauren Kalk, phosphorsaure Bittererde, Eisen und Man- gan. [Schrader.) Brassica oleracea, botrytis. L. Der Saft enthält: Eiweiss, gelbbraunen, in Wasser, Alcohol und Aether löslichen Extractivstoff, freie Aepfel- säure, Oxalsäure mit Kali, Ammoniak und Kalk verbunden, Kochsalz, Gyps, phosphorsaure Kalkerde, Fett, Blattgrün. Das ausgepresste Skelett enthält: Harz, Pektin und Pektinsäure, eine in kochendem Wasserlösliche, schleimige Substanz und Pflanzenfaser, keine Spur von Zucker oder Stärke. [Trommsdorff.) Brassica oleracea. y. rubra. L. Der Farbstoff der Blätter wird durch Säuren roth, durch Alkali grün. (Schlesinger.) Die Samen von Brassica oleracea enthalten fettes Oel — sie ent- halten Myrosin, aber keine Myronsäure. (Lepage.) Brassica Rapa. L. Die Samen enthalten viel fettes Oel. Der Saft der Rüben und Kohlrabi enthält viel Eiweiss, einen beim Eindampfen sich bräunenden, farblosen Stoff und sehr viel Zucker. {Drappier.) Brassica Napus. L. Die Samen sind reich an fettem Oel. — Die Sa- men geben, mit Wasser destillirt, ein ätherisches Oel, welches sich wie das von Raphanus verhält. [Pless.) Erysimum AUiaria. I. (Alliaria olficinalis. Andrs.) Wurzel und Kraut enthalten Senföl. {Wertheim.) Die Samen enthalten Senföl und Knoblauchöl , an sonnigen Standorten blos Senföl. {Pless.) Der Sa- men enthält Myrosin, aber keine Myronsäure. {Lepage.) Ebenso Ery- simum officinale und E. cheiranthoides. {Lepage.) Die Blätter von E. Alliaria geben ein nach Knoblauch riechendes Destillat, aber kein ätherisches Oel. Rochletler, Phytocheoiie. 7 98 !• Vegetabilia dicotyledonea. Sisymbrium officinale. Scop. Die Samen enthalten wenig Senföl. Diplotaxis tenuifolia. DeC. (Sisymbrium. L.) Die Samen enthalten Myrosin, aber keine Myronsäure. (Lepage.) Hesperis matronalis. L. Die Blüthen sind des Abends wohlriechend. Blätter und Samen sind scharf, zerrieben von kressenartigem Ge- ruch. — Der Samen enthält Myrosin, aber keine Myronsäure. [Lepage.) Cardamine amara. L. Das Kraut schmeckt scharf, bitter, es enthält vor der Blüthezeit : Gerbstoff, eine Stickstoff- und schwefelhaltige Säure, die durch Myrosin des weissen Senfs zerlegt wird , wobei ein dem Senföl ähnliches Oel gebildet wird. {Winklet:) Die Samen enthalten Myrosin, aber keine Myronsäure. [Lepage.) Cardamine pratensis. L. Blüthen und Kraut riechen gerieben kres- senartig, schmecken etwas bitter und scharf. — Die Samen enthal- ten Myrosin, aber keine Myronsäure. Barbarea vulgaris. R.Br. (Erysimum Barbarea. L.) Das Kraut schmeckt kressenartig, schleimig bitterlich. — In den Samen ist Myrosin, aber keine Myronsäure enthalten. [Lepage.) Cheiranthus Cheiri. L. Die angenehm riechenden Blüthen schmecken bitter und kressenartig. — Sie enthalten einen durch massig ver- dünnte Schwefelsäure carminroth werdenden Stoff. {Verno7i.) Die Samen enthalten Myrosin, aber keine Myronsäure. [Lepage.) Malthiola annua. R. Br. (Cheiranthus. L.) Die Samen mit Wasser destillirt geben ein ätherisches Oel , welches sich wie das aus Rapha- nus sativus verhält. [Pless.) Scharfe Stoffe und Bitterstoffe kommen am häufigsten in den Ge- wächsen dieser Familie vor, wie folgende Beispiele zeigen. Bunias Erucago. L. Alle T heile dieser Pflanze sind ziemlich scharf. Cakile maritima. Scop. Das scharfe Kraut wirkt purgirend. Lepidium piscidium. Forst. Die scharfe Pflanze wird zum Betäuben der Fische verwendet. Lepidium oleraceum. Forst. Ist wenig scharf. Lepidium Draba. L. (Cochlearia. L.) Die Samen schmecken scharf, pfefferartig. Senebiera Coronopus. Poir. (Cochlearia. L.) Das Kraut riecht und schmeckt scharf kressenartig. Iberis umbellata. L. Die Samen sind scharf und bitter. Thlaspi alliaceum. L. Das Kraut riecht stark knoblauchartig. Camelina sativa. Crntz. (Myagrum. L.) Die Samen enthalten viel fettes Oel und Schleim, schmecken bitterlich und schwach kressenarlig. Camelina dentata. P. Kömmt in allen Eigenschaften mit der vorigen überein. Classis XVII. Rhoeadeae. 99 Cochlearia glastifolia. L. \ Cochlearia anglica. L. \ Kommen in ihren Eigenschaften mit Cochlearia danica. L. i Cochlearia officinalis Uberein. Cochlearia oblongifolia. DeC. \ Cochlearia macrocarpa. W. Kit. Ist etwas weniger scharf als Cochlearia Armoracea. Lunaria rediviva. L. 1 Die Samen riechen und schmecken kressen- Lunaria hiennis. Moench. J artig. Eruca sativa. Lam. (Brassica Eruca. L.) Die Pflanze riecht stark und unangenehm, schmeckt bitter und scharf. Die scharfen Samen ent- halten viel fettes Oel. Sinapis arvensis. L. Die Samen sind bedeutend scharf. Sinapis brassicata. L. Die Samen gleichen in ihren Eigenschaften denen des schwarzen Senfs. Sinapis ramosa. Rxbg. Die Samen sind reich an fettem Oel. Dentarla bulbifera . L. Der W u r z e 1 s t o c k schmeckt scharf. Dentaria enneaphylla. L. ] ^ „, , , . , r . ^ r P, , . ,..,„„, Der Wurzelslock ist scharf wie Senf. Dentaria diphylla. Mchx. ( Cardamine palustris. Peterm. Das Kraut schmeckt kressenarlig, scharf. Cardamine asarifolia. L. Kömmt in seinen Eigenschaften mit dem Kraut von Cochlearia officinalis überein. Cardamine nasturtioides. Bert. Schmeckt kressenartig. Nasturtium olFicinale. R. Br. Das Kraut schmeckt bitterlich und kres- senartig-scharf. Die Samen verhalten sich wie Senfsamen. Nasturtium luimlfusum. Guill. et Perr. Schmeckt kressenartig. Nasturllum palustre. DeC. Die Wurzel schmeckt scharf. Nasturtium sylvestre. R. Br. Das Kraut schmeckt kressenartig. Matthlola incana. R. Br. (Cheiranthus. L.) Die BlUthen sind äusserst wohlriechend, die Samen schmecken scharf, sie enthalten fettes Oel. O. 109. Papaveraceae. Papaver somniferum. L. Das orientalische Opium enthält: Narcotin, Morphin, Code'in, Narcein, Meconin , Meconsäure, Fett, Caoutchouc, Harz, gummiartiges Extract, Gummi, Pflanzenschleim. [Mulder.) Es enthält: Morphin, Codein, Meconin, Narcotin, Narcein, Meconsäure, eigenlhümliches Harz , flüchtiges Oel , Pflanzenschleim , Caoutchouc, saures Fett, Pflanzenfaser, braune, in Alcohol und Wasser lösliche Säure, braune, nur in Wasserlösliche Säure, Gummi, Kalk, Talk- undThonerde, Eisenoxyd, Kieselsäure, phosphorsaure Kalkerde und verschiedene andere Salze. [Schindler.) Das Opium enthält ausser- dem einen flüchtigen narkotischen Bestandtheil und bisweilen Por- phyroxin. [Merk.) Es enthält nebst den angeführten Bestandtheilen 7* 100 I. Vegetabilia dicotyledonea. Pseudomorphin {Pelletier), Thebain oder Paramorphin [Thiboumery) , Papaverin [G. Merk) , Opianin [Hinterberger) und zwei dem Narcolin homologe Basen [Wertheini) und das eigentliche Narcotin. {Hinter- herger.) Im Opium soll eine der Benzoesäure ähnliche, Eisenoxyd- salze nicht röthende Säure enthalten sein. {Pfaff.) In dem Opium, aus Mohnköpfen in Europa erzeugt, ist Mor- phin enthalten. [Choiüant.) Das vom weissblumigen Mohn durch Einschnitte erhaltene Opium enthält: harzigen Farbstoff, Feder- harz, Morphin (und Opian), bittern Extractivstoff, Meconsäure, schwe- felsaures Kali , Spur von Kalk- und Eisensalzen. {Lindher gson.) Der durch Ritzen der unreifen Mohnkapseln des schwarzsamigen Mohnes erhaltene Milchsaft enthält : Fett, Harz, Federharz, Morphin (wahr- scheinlich Opian) , viel braunen , harzigen Extractivstoff", Kleber oder Ei weiss , Meconsäure, phosphor- und wenig pflanzensauren Kalk. {Geiger.) Das vom weisssamigen Mohn durch Einschnitte erhaltene Opium enthält: Morphin, Opian, Gummi, Mohnsäure, ein Kalkerde- und ein Magnesiasalz. Das durch Auskochen des Mohns mit Wasser erhaltene Extract enthält: Morphin, Opian, Harz, Mohn- säure, aber kein Federharz. {Duhlanc.) Das bei Provins durch Ein- schneiden der Kapseln erhaltene Opium enthält doppelt so viel Morphin als das orientalische Opium. {Petit.) Inländisches Opium, aus weissem und blauem Mohn bereitet, enthält Morphin und Narcotin. {Heumann.) Die Kapseln desbiausami- gen Mohnes, nach der Samenernle, enthalten Morphin, Narcotin, Narcein, statt der Meconsäure eine andere (?) Säure, kein Paramorphin, Godein und Meconin, ferner Cerin, Myricin, flüssiges Fett, Chlorophyll und braunes Harz. {Winkler.) Pavot blanc ä yeux ouverts. Die Sa- men enthalten viel fettes Oel, Pektin, Proteinsubslanzen, Faser. {Sacc.) Papaver Rlioeas. L. Die beinahe reifen, frischen Mohnköpfe enthalten kein Morphin {Winkler, Lafargue), keine Meconsäure, aber Paramorphin und Narcotin. {Winkler.) Die Blüthen enthalten: Stärke, betäubend riechendes Princip, Cerin (vielleicht mit Myricin), Weichharz, rothen Farbstoff", Gerbstoff", viel Gummi, Holzfaser, Ei- weiss, Aepfel-, Essig-, Gallus?- Säure, Phosphor-, Schwefel- und Salz -Säure, an Kali, Kalk und Bittererde gebunden, Spuren von Eisen- und Mangan -Oxydul, kein Morphin und Opian. {Beetz und Ludewig.) Sie enthalten: riechende, gelbe, fette Materie, rothen Farb- stoff , Gummi , Holzfaser, in der Asche der Faser kohlen- und phos- phorsauren Kalk, Bittererde, Kieselsäure und Eisenoxyd. {Riffard.) Papaver Orientale. L. Gibt Opium. Sanguinaria canadensis. L. Der Wurzelstock enthält blutrothen Milch- saft. — Die Wurzel enthält Sanquinarin {Dana), vielleicht identisch mit Chelerythrin {Schiel), und ein zweites, dem Porphyroxin ähnliches Alkaloid. {Riegel.) Die W^urzel wirkt narkotisch und drastisch eme- Classis XVII. Rhoeadeae. 101 lisch purgirend. Die Samen sollen wie die von Datura Stramonium wirken. Chelidonium majus. L. Das Kraut vor der BlUthe enthält: Blatt- grün, braunes Weichharz, narkotischen Exlractivsloff, braunen Farb- stoff, Gummi, Bassorin, Holzfaser, Eiweiss, thierisch- vegetabilische Materie, kein Oel , trotz dem belaubenden Gerüche. Das Destillat des frischen Kraules ist nicht scharf, durch Trocknen scheint alle Schärfe verloren zu gehn. [Leo Meyer.) Das frische Kraut sammt der Wurzel enthält: flüchtiges Princip, grünes Harz, braungelbes, schar- fes Hartharz, nicht giftige, durch Ammoniak fällbare Materie und Eiweiss, {Godefroy.) Die Schärfe des Kraules geht bei der Destillation verloren, die Farbe des Saftes kömmt von einem extractiven Farb- stoffe. [John.) Das Kraut und die Wurzel enthalten zu jeder Vege- tationsperiode Chelidonsäure, drei Substanzen , wovon zwei in Am- moniak mit brauner Farbe löslich sind, die drille in Wasser sich schwer mit gelbbrauner Farbe löst, Chelerythrin , wenig im Kraut, mehr im Safte der Wurzel und Früchte, von giftiger Natur, Chelidonin, am meisten in der Wurzel, nicht giftig, Chelidoxanlhin , in Wurzel, Kraut und Blülhe, vielleicht der gelbe Farbstoff der letzleren. [Probst.) Die meiste Chelidonsäure ist zur Blülhezeit neben Aepfelsäure vor- handen , keine Citronsäure. [Lerch.) Es enthält Fumarsäure. —Die Pflanze enthält ein Alkaloid und Pyrrhopin , ein Subalkaloid. [Polex.) Glaiicium luteum. Scop. (Chelidonium Glaucium. L.) Der ausge- presste Saft der über der Erde befindlichen Theile der Pflanze gibt mit Ammoniak einen in Weingeist und Schwefelsäure theilweise löslichen Niederschlag. Die ausgepresste Pflanze gibt an Weingeist ein grünes Harz vom Geruch der Bockshornsamen ab. [Godefroy.) Die Pflanze enthält: Glaucopicrin, Glaucolin, Chelerythrin in der Wurzel, Glaucin und Fumarsäure im Kraut, einen gelben FaiHistoff in der Blüthe, ferner eine braune basische und eine saure, humusartige Substanz. [Probst.) Eschscholtzia califoniica. Cham. Der gelbe Saft der Pflanze schmeckt sehr sauer. — Die Wurzel enthält: ein Alkaloid, mit Säu- ren hochrothe Salze bildend, ein zweites Alkaloid, mit Säuren weisse Salze gebend, ein drittes Alkaloid, mit Schwefelsäure violett werdend, bitlern, rothbraunen Farbstoff, braunen, in Wasser und Alcohol lö*s- lichen Farbstoff, eigenlhümliche Säure, Aepfel-, Citren-, Salz-, Phos- phor- und Schwefelsäure, braune, basische Substanz , Kali, Kalk, Thonerde , Eisenoxyd , Pflanzenschleim , grünbraunes Harz , Gummi, Eiweiss, Zucker und Faser. Das Kraul enthält dieselben Bestand- Iheile wie die Wurzel, mit Ausnahme des rolhe Salze gebenden Alka- loides, des braunen, in Wasser und Alcohol löslichen Farbstoffes, des, mit Säuren weisse Salze gebenden, zweiten Alkaloides, es enthält da- gegen ein weisses , in Aether lösliches Alkaloid , ein grünes Harz und Ghlorophyfl. [Walz.) IQ2 I- Vegetabilia dicotyledonea. Die übrigen Pflanzen dieser Familie kommen mit den angeführten in den meisten Eigenschaften ausserordentlich nahe überein, wie die folgenden Beispiele zeigen. Papaver nudicaule. L. Die Samen wirken schmerzstillend. Argemone niexicana. L. Enthält einen gelben Milchsaft. Die Samen enthalten fettes Oel, das emetisch purgirend wirkt. [Hamilton.) Nach einer spätem Mittheilung von demselben wirkt es narkotisch und pur- girend. Auch die Blüthen sollen narkotisch wirken. Meconopsis nepalensis. DeC. Das Kraut, vorzüglich aber die Wurzel sollen in hohem Grade giftig sein. O. 110. Fumariaceae. Corydalis tuberosa. DeC. (Fumaria bulbosa. a. L. F. cava. Mill Bul- bocapnos cavus. Beruh.) Die Wurzel enthält: grünes Harz, weiches, widrig schmeckendes Fett, Corydalin mit Aepfelsäure verbunden, Schleimzucker, Gummi, äpfelsauren Kalk, Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Chlorkalium und schwefelsaures Kali; in der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Thonerde, Eisenoxyd und Kieselsäure. [Wackenroder.) Fumaria officinalis. L. Das Kraut schmeckt stark und unangenehm bitter, — es enthält: Blattgrün, Eiweiss, bittern Extractivstoff, stick- stoffhaltige, in Alcohol und Wasser lösliche, durch Galläpfel -Infusion fällbare Materie, ein weiches Harz, Gummi, Gyps, weinsauren Kalk, schwefelsaures Kali , Chlorkalium und phosphorsauren Kalk. [Merk.) Das Kraut enthält Fumarsäure [Winkler) und eine eigenthUmliche, bittere Materie, das Fumarin. [Peschier.) Bitterstofle scheinen sehr verbreitet zu sein in den Gewächsen dieser Ordnung. Corydalis lutea. DeC. Das Kraut ist scharf und bitter, Dicentra cucuUaria. Brkh. (Fumaria. L.) Der Wurzelstock schmeckt bitter und scharf. ( Kommen so wie mehrere andere Arten in ih- Fumaria Vaillantii. Lois. j ren Eigenschaften mit F. officinalis überein. Fumaria spicata. L. \ Beide wirken in grösserer Menge durch ihre l Ausdünstung narkotisch. [Landerer.) O. 111. Resedaceae. Reseda luteola. L. Die Wurzel riecht rettigartig. Alle Theile enthal- ten Luteolin. Reseda odorata. L. Die sehr angenehm riechenden Blüthen enthalten: ätherisches Oel, Wachs und Chlorophyll. [Büchner jun.) Scharfe Stoffe und gelbe Farbstoffe sind die verbreitetsten Stoffe in dieser Ordnung. Glassis XVll. Rhoeadeae. 103 Reseda lutea. L. Die Wurzel ist scharf, Reseda chinensis. Lour. \ ^. r^ ,^ e x. „ j , . ... . , } Dienen zum Gelbfärben. Reseda cochinchmensis. Lour. 1 O. 112. Polygaleae. Polygala Senega. L. Die Wurzel enthält: Weichharz, Senegin, süssen, etwas kratzenden Extractivsloff, Gutnmi, etwas Eiweiss und Holzfaser. {Gehlen.) Sie enthält: flüchtiges Oel, Wachs oder wachsähnliches Fett, Harz, gelben Extractivstoff, scharfen Extractivstoff, Gummi, Gallert- säure, Holzfaser, durch Schwefelsäure sich rothfärbende Materie, saures, äpfelsaures Kali und Kalk, Eisen. {J. Dulonfj.) Enthält: zwei Harze, ungleich löslich in Weingeist, flüchtiges Princip, von harzar- tigem Aussehn und Seifengeruch , Polygalin, Extractivstoff", Isolusin, gelben Farbstoff, einAlkaloid, Gummi, Inulin, Holzfaser, Polygalasäure (Aepfelsäure?), phosphorsauren Kalk und Eisen. {Peschier.) Sie ent- hält: dickes Oel, Wachs, scharfe Materie, gelben Farbstoff, gummi- arligen Extractivstoff, stickstoffhaltige Materie, freie Gallussäure, schwefelsaures Kali, kohlen- und schwefelsauren Kalk und andere Salze. [Folchi.) Die W^urzel enthält: Bitterstoff, pektische Säure, ätherisches und fettes Oel, gelben Farbstoff, Gummi, Eiweiss, Holz- faser, sauren äpfelsauren Kalk, phosphor- und schwefelsauren Kalk, Chlorkalium, Kieselsäure und pflanzensaures Kali. [Feneulle.) Sie enthält: kratzend schmeckendes, festes Harz, süsslich- bitteren, kratzenden Extractivstoff, pektische Säure, wachsartige Materie, schmieriges Weichharz, ätherisches Oel, Spur, — Schleim, Holzfaser, äpfelsaures Kali, sauren äpfel- und phosphorsauren Kalk. [Tromms- dorff.) Sie enthält: Polygalasäure, virginische Säure, Gerbstoff, pek- tische Säure, Cerin , fettes Oel , gelben Farbstoff, Gummi, Eiweiss, Holzfaser, kohlen-, phosphor- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kohlen-, Schwefel- und phosphorsauren Kalk , Thonerde , Magnesia, Kieselsäure und Eisen in der Asche. {Quevenne.) Polygala amara. L. Die ganze Pflanze schmeckt bitter. — Die Wur- zel sammt Kraut enthält: Pflanzenfaser, Eiweiss, ätherisches Oel, Chlorophyll, fettes Oel, Bitterstoff oder Polygalamarin, Wachs, Gummi, Extractivstoff, Zucker, Gallertsäure, Kali- und Kalksalze, eisengrü- nenden Gerbstoff". {H. Reinsch.) Monina polystachya. R. et P. Die Rinde enthält Saponin. [Le Beuf.) Die Wurzelrinde enthält viel Gerbstoff. Krameria triandra. R. et P. Die Wurzel enthält: zuckerhaltiges Ex- tract, eine in Wasser lösliche, stickstoffhaltige, schleimige Substanz, eine nur in heissem Wasser lösliche , stärkeartige Materie und Holz- faser (Gme/m) , eisengrünenden Gerbstoff. (Gmelin^ Vogel, Tromms- dorff.) Enthält chinasaures Kalksalz. [Berzelius.) (??) 104 I- Vegetabilia dicotyledonea. Die Eigenschaften der Vegetabilien dieser Ordnung im Allgemeinen ergeben sich aus den folgenden Beispielen. Polygala vulgaris. L. Die Wurzel schmeckt gewürzhaft-bitterlich, etwas scharf. Polygala major. L. Soll in ihren Eigenschaften mit Polygala Senega und P. amara übereinkommen. Polygala sanguinea. L. \ ^ , . . , „ , . „ , , ,^ Scheinen m der Zusammensetzung sehr erosse Po yga a purpurea. Null. > . u .- ui •. * n c i •. 'i^ ^ ^ [ Aehnlichkeit mit P. Senega zu besitzen. Polygala paniculata. L. ] Polygala scoparia. Knth. \ Polygala glandulosa. Knth. > Die Wurzeln wirken emetisch. Polygala Poaya. Mart. I Polygala venenosa. Jacq. Soll sehr giftig wirken , selbst die blosse Be- rührung soll gefahrliche Zufalle bewirken. Polygala tinctoria. Vahl. Soll einen dem Indigo ähnlichen Farbstoff ent- halten. Badiera diversifolia. DeC. Besitzt einen dem Guajacharze ähnlichen Ge- schmack und soll diesem ähnliche medizinische Wirksamkeit besitzen. Securidaca scandens. L. Die Blüthen sind wohlriechend. Soulamea amara. Lam. Alle Theile, besonders aber die Rinde, sind ausserordentlich bitter. Krameria Ixina. L. Die Wurzel enthält eine grosse Menge Gerbstoff. O. 113. Tremandreae. CLASSIS XVIII. Polycarpicae. O. 114. Raiiuiiculaceae. Clematis Flammula. L. Der im März gesammelte Splint der jun- gen Zweige enthält: flüchtiges, scharfes Princip, Zucker, Gummi, thierische Materie, Holzfaser, citron- und äpfelsaures Kali und Kalk. [Braconnot.) Anemone nemorosa. L. Die ganze Pflanze ist sehr scharf. — Das über die Pflanze destillirte Wasser setzt Anemonin ab und enthält Anemon- säure. {J. Schwarz.) Pulsatilla pratensis. AM. (Anemone. L.) Das über die Pflanze abdestil- lirte Wasser ist scharf, enthält Oelflocken suspendirt, verliert den Ge- Classis XVIII. Polycarpicae. 105 ruch nach und nach und setzt Anemonin ab , später Anemonsäure. [J. Schwarz^ Heyer ^ Rahenhorst.) !Mit Wasser destillirt liefern beide ein schar- fes Destillat, aus dem sich nach längerem Stehen anemoninähnliche Kryslalle absetzen. (J. Müller.) Eranthis hiemalis. Salish. (Helleborus. L.) Die Wurzel besitzt ähnliche Eigenschaften wie die von Helleborus. — Sie enthält: scharfes Weich- harz , gummigen ExtractivstofF, Zucker, Stärke, Faser und thierisch- vegetabilische Materie, beim Abdampfen in Häuten gerinnend. [Vau- quelin.) Helleborus niger. L. Die drastisch purgirende und emetisch wirkende Wurzel enthält: Spuren von widrig riechendem, ätherischem Oel, Wachs, scharfes, fettes Oel, Harz, Bitterstoff, Gummi, Holzfaser, gal- lussaures (??) Kali und Kalk, ein Ammoniaksalz und ein essigsaures Salz. Die Asche enthält: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlor- kalium, kohlen- und pliosphorsauren Kalk , Kieselsäure und Eisen- oxyd. {Feneulle und Capron.) In der Asche ist etwas Thonerde ent- halten. [Berzelius.) Die Wurzel enthält : Spuren ätherischen Oeles, scharfes, fettes Oel, bittern Extraclivsloff, Gummi, braunen Farbstoff, Eiweiss , Faser , phosphorsauren Kalk , Thonerde und mehrere Kali- und Kalksalze. {Riegel.) Nigella sativa. L. Die, geiieben, gewürzhaft riechenden Samen schmek- ken scharf, sie enthalten: fettes Oel, (aus flüssigem und festem Fett bestehend) , ätherisches Oel , (aus Elaeopten und Stearopten beste- hend), — grünes, chlorophyllähnliches Harz, schillernden Stoff, Pflan- zenschleim, braunes Harz, eisengrünende Gerbsäure, Bitterstoff, Ni- gellin, — Emulsin (Sameneiweiss), Gummi, Extractivstoff, Schleim- zucker, eigenthümliche , Eisen gelblichweiss fällende Säure, wenig hygroscopisches Gummi, Spermin (! ?!) [d. i. eine braune, ulminähn- liche Substanz], Pflanzenfaser, Kali- und Kalksalze. (Reinsch.) Delphiniuiii Staphisagria. L. Die Samen riechen zerrieben unangenehm und schmecken bitter und äusserst scharf. — Sie enthalten : ein leicht und ein schwer in Weingeist lösliches, fettes Oel, fettwachsartige Materie, Delphinin, Gummi, Stärke, Holzfaser, Phylokoll , lösliches und verhärtetes Eiweiss, äpfel-, essig- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Gyps, phosphorsauren Kalk und Bittererde, bi der Asche der Holzfaser auch Mangan und Kupfer. {Brandes.} Die Samen ent- halten : flüchtiges Oel von warmem , nicht scharfem Geschmacke in geringer Menge , blassgelbes, mildes, fettes Oel, braunen Bitlerstoff, nicht durch Bleizucker fällbar, äpfelsaures Delphinin, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, thierische Materie, nicht in Weingeist löslich, durch Galläpfel und Bleizucker fällbar, lösliches Eiweiss, äpfel- und phos- phorsaures Kali und Kalk und andere Salze. In der Asche: kohlen-, Schwefel- und phosphorsaures Kali, Ghlorkalium, kohlen-, phosphor- 105 I. Vegetabilia'dicotyledonea. und Schwefel ?-sauren Kalk und Kieselsäure. {Lassaigne und Feneulle.) Neben dem Delphinin soll eine zweite Base, das Staphisain, in den Sa- men enthalten sein. [Couerhe.) Aconitum Lycoctonum. L. Die unangenehm riechende, bitter- scharf schmeckende Wurzel und die Blätter sind ein narkotisch- scharfes Gift. — Die Wurzel enthält: schwarze, ölige Materie, grünes, talg- artiges Fett, vielleicht eine Pflanzenbase, Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Aepfel-, Schwefel- und Salzsäure, theils frei, theils mit Basen, vor- züglich mit Kalk verbunden. [Pallas.) Das wässerige Infusum der Wurzel wird durch Eisenchlorid dunkelgrün gefärbt.. [Bley.) Aconitum Stoerkianum. Reh. (Aconitum Napellus. Stoerk. A. neomon- tanum. Wüld. nee Wulf. A. medium. Schrod.) Die Blätter riechen zerrieben unangenehm und schmecken anfangs bitter, dann scharf. — Sie enthalten äpfelsauren Kalk [Braconnot, Trommsdorff) , äpfel- und cilronsauren Kalk {Vauquelin, Buchoh) , Weinsäure [Remsch), das Kalksalz einen eigenthUmlicher Säure {Benner scheid), Aconitsäure [Peschier] und Aconitin. [Hesse.) — Die Wurzel enthält Aconilin, ihr wässeriges Infusum wird durch Eisenchlorid grün gefärbt. [Bley.) Das frische Kraut enthält : Blattgrün, Extraclivstoff, Gummi, Holz- faser, Eiweiss, äpfel- und citron- (d. i. aconitr-) sauren Kalk, essig- und salzsaure Salze und flüchtige Theile. [Buchoh.) Aconitum Anthora. L. Die frische Wurzel enthält: bittern Extractiv- stofF, wenig Gerbstoff", sehr viel krystallisirbaren Zucker, Gummi, viel Stärke, Holzfaser, etwas Eiweiss. [Wackenroder.) Scharfe Materien und Bitterstoffe kommen häufig in den Gewächsen dieser Ordnung vor, wie aus den folgenden Beispielen zu ersehen ist. Clematis recta. L. \ Alle Theile sind im frischen Zustande scharf, Clematis Vitalba. L. J blasenziehend. Clematis dioica. L. Die Wurzel wirkt purgirend. Clematis raauritiana. L. | ^. , i, r • n .i. ^ „ ^ . . , \ Sind scharf wie Canthariden. Clematis cnspa. L. j Thalictrum flavum. L. Die ganze Pflanze, vorzüglich die Wurzel, schmeckt anfangs süsslich, dann bitter, etwas scharf, wirkt diuretisch und purgirend, färbt den Harn gelb. Ebenso verhalten sich Th. aqui- legifolium I., Th angustifolium L. und mehrere andere Thalictrum- Arten. Anemone apennina. L. Enthält eine flüchtige, scharfe Materie. Anemone ranunciiloides. L. \ Anemone helleborifolia. DeC. \ Sind brennend scharf. Anemone coronaria. L. \ Pulsatilla patens. Mill. (Anemone. L.) Ist sehr scharf, blasenziehend. Hepatica triloba. DeC. (Anemone Hepatica. L.) Die Blätter enthalten Gerbstoff". Ranunculus aborlivus. — , ^. , , , , , ^ Ranunculus acris. ' ^ ^'"^ bedeutend scharf Classis XVIII. Polycarpicae. 107 Hydraslis canadensis. L. Die stechend -bitter schmeckende Wurzel färbt schön gelb. ,p ,. . . » . ^. ,k^■.nlA Sind bedeutend scharf. Knowltonia vesicatoria. Smj5. Adoms. L.^/.l „,.... „, , . , ,. ...... ^,., ^< Blatter u. Wurzelsind Knowltoma ngida. 8a/..6. | j^ig^enziehende Mittel. Adonis vernalis. L. Die bitter -scharfe Wurzel wirkt emetisch pur- girend. Adonis aestivalis. L. Früchte und Blüthen sind etwas scharf. Ranunculus sceleratiis^'l.} ^^"^ ^'''''''' ^^^^•'^' blasenziehend. US. LA L. \ Ranunculus arvensls. L. \ Ranunculus Thora. L. \ Sind äusserst scharf. Ranunculus hybrldus. Bir.\ Ranunculus alpestris. L. Ist scharf, das darüber abdestillirte Wasser purgirt. Ranunculus fluitans. L. ] Ranunculus aquaticus. L. \ Besitzen viel Schärfe. Ranunculus divaricatus. Schrnk. J Ranunculus repens. L. Ist nur wenig scharf. Ficaria verna. Mönch. (F. ranunculoides. Roth. Ranunculus Ficaria. L.) Die Wurzel ist vor der Blüthezeit scharf, das Kraut hat nur geringe Schärfe. Caltha palustris. L. Alle Th eile sind scharf. Caltha Bishma. Hafn. 1 Die bittern Wurzeln werden als Antifebrilia Caltha Nirbisha. Harn. | gebraucht. Caltha Cadua. Harn. Die Wurzel soll ein sehr heftiges Gift sein. Trollius europaeus. L. Die Pflanze besitzt keine merkliche Schärfe. Helleborus viridis. L. Die Wurzel schmeckt sehr bitter. Helleborus foetidus. L. Wurzel und Kraut riechen sehr unangenehm, schmecken bitter- scharf, wirken drastisch purgirend. Alle Helle- borus -Arten sind giftig. Coptis trifolia. Salisb. (Helleborus. L.) Die Wurzel ist sehr bitter. Die Pflanze dient zum Gelbfärben. CoplisTeeta. Wall. Die Wurzel ist reich an gelbem Bitterstoff". {Pereira.) Nigella arvensis. L. Die Samen besitzen einen ähnlichen Geruch wie die von N. sativa. Aquilegia vulgaris. L. Kraut und Wurzel besitzen einen widrig bit- terlichen Geschmack. Delphinium Consolida. L.\j)ie Blätter schmecken bitterlich, die Sa- Delphinium Ajacis. L. J men bewirken Ekel und Purgiren, 108 i- Vegetabilia dicotyledonea. Aconitum taiiricum. Wulf. Enthält Aepfelsäure oder eine verwandte Säure. (Wohl Aconitsäure?) Aconitum ferox. Wall. Ist eine der giftigsten Arten von Aconitum , be- sonders giftig ist die Wurzel. O. 115. Paeoniaceae. Botrophis actaeoides. Raf. (Actaea raceraosa. L. Cimicifuga. Bart.) Die Pflanze riecht stark, widrig. — Die Wurzel enthält: fette Materie, Gummi, Stärke, Harz, Gerbstoff, Wachs, Gallussäure, Zucker, Oel, schwarzen und grünen Farbstoff, Holzfaser, Salze von Kali, Kalk, Magnesia und Eisen. {John Tilhgmann.) Der Geschmack der Wurzel ist scharf, bitter und schleimig. Paeonia officinalis. L. Die frische Wurzel enthält: widrig riechendes, flüchtiges Princip, ranziges, salbendickes, saures Fett, Schleimzucker, Gummi, Gerbstoff, Stärke, Holzfaser, braune, stickstoffhaltige, durch Gerbstoff fällbare Materie, freie Aepfel- und Phosphorsäure, klee-, äpfel- und phosphorsauren Kalk, äpfel- und schwefelsaures Kali. {Morin.) Die frischen Samen wirken emetisch. Bitterstoffe und scharfe Materien kommen häufig in den Vegetabi- lien dieser Ordnung vor, wie die folgenden Beispiele zeigen. Actaea spicata. L. Die Wurzel schmeckt bitter und scharf, wirkt eme- tisch purgirend, enthält eisengrünenden Gerbstoff. Actaea brachypetala. DeC. Kömmt im Wesentlichen mit der vorigen Uberein. Cimicifuga foetida. L. Das höchst widrig riechende und schmeckende Kraut wirkt heftig emetisch purgirend. Xanthorrhiza apiifolia. L'Her. Wurzel und Holz sind bitter. {Der unangenehm bitter und scharf schmeckende Wurzelstock ist ein heftiges Purgirmittel. Das Kraut von P. peltatum wirkt narkotisch. Paeonia anomala. L. Die bittere Wurzel riecht veilchenartig. O. 116. Dilleniaceae. Keine Pflanze dieser Familie ist chemisch untersucht. Aus den folgenden Beispielen ist ersichtlich, dass besonders Gerbstoffe in dieser Ordnung vorwalten. Tetracera Tigarea. DeC. Die Abkochung ist roth , die Pflanze enthält etwas ätherisches Oel. Tetracera Rheedii. DeC. Die Blätter enthalten viel Gerbstoff. Davilla rugosa. Poir. 1 ^. , . , ^ , ,^ .,, „. ,. ^,, „., } Sind reich an Gerbstoff. üavilla elliptica. St. lld. i Classis XVIII. Polycarpicae. 109 Curatella Campaiba. St. Hü. Die Rinde ist reich an Gerbstoff. Dlilenia serrata. Thbg. Die Rinde enthält reichliche Mengen von Gerb- stoff. Dillenia speciosa. Thbg. Die Wurzelrinde ist geruchlos, von scharfem Geschmacke. O. 111. Maguoliaceae. Liriodendron tulipifera. L. Die Rinde enthält: harzige Substanz, Bitter- stoff, Eisen grün fällend, Leim, Galläpfelaufguss und Brechweinstein nicht fällend, (also wohl ein Gemenge von Bitterstoff und eisengrilnen- den Gerbstoff) , Gummi und Holzfaser. [Trommsdorf]'.] Sie enthält: flüchtiges Oel, keine Spur einer organischen Base. {Pfaff'.) [Das Lirio- dendrin von Emmel konnten Andere nicht darstellen.] Die Rinde enthält; Holzfaser, Gerbstoff, scharfes Weichharz , ein Alkaloid und Piperin. [Bouchardat.) [Bouchardat gibt nicht an, ob sein Piperin mit dem des Pfeffers identisch ist oder ob er blos für gut gefunden habe, durch Benennung eines neuen Stoffes mit diesem Namen Verwirrung hervorzubringen.] Illicium anisatum. Low. (non L.) Die Samenkapseln enthalten: flüchtiges Oel, brennend schmeckendes, dickflüssiges, grünes, fettes Oel, rothbraunes, geschmackloses Hartharz, in Kali, nicht in Aether undOelen löslich, — eisengrünenden Gerbstoff, Extractivstoff, Gummi, Holzfaser, durch Kali ausziehbaren, gummigen Extractivstoff, durch Kali ausgezogenes Stärkmehl, Benzoesäure, Aepfelsäure und äpfelsau- ren Kalk. Die Asche der Holzfaser enthält: kohlen- und schwefel- saures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk , phos- phorsaure Bittererde, Alaunerde, Kieselsäure, Mangan-, Eisen- und Kupfer-Oxyd. [Meissner.] Der Samenkern enthält: flüchtiges Oel, gelbes, fettes Oel, gelbes, butterartiges Fett, Harz, Extractivstoff, Gummi, Holzfaser, durch alkoholische Kalilösung ausgezogenen, bit- tern Extractivstoff", durch wässerige und weingeistige Kalilösung aus- gezogenen gummigen Extractivstoff, durch Kali ausgezogenes Slärk- mehl, Aepfelsäure, äpfelsauren Kalk und Oxalsäuren Kalk. [Meissner.) — Blätter, Rinde und Holz riechen wie die Früchte, nur schwä- cher. — Das flüchtige Oel ist ein Gemenge von zwei Oelen, wovon das eine die Zusammensetzung des Anisstearoptens besitzt. [Gerhardt und Cahours.) Drimys Winteri. Forst. (Winterana aromatica. Murr.) Alle Theile des Baumes sind sehr gewUrzhaft. — Die Rinde enthält: brennend scharfes, ätherisches Oel, braunrothes, anhaltend scharf schmecken- des, in Weingeist und Aether lösliches Hartharz, Farbstoff', eisen- bläuenden Gerbstoff, Stärke, Holzfaser, essig- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, kleesauren Kalk und in der Asche auch Eisenoxyd. [N. E. Henry.) Die Rinde enthält einen eigenen Zucker und ein 110 !• Vegetabilia dicotyledonea. bitteres Extract. [Betroz und Robinet.) Das ätherische Oel besteht aus Elaeoplen und Stearopten. (Cartheuser.) Die Rinde enthält eisenschwärzenden Gerbstoff. Drimys granalensis. L. fil. Die Rinde (Melamborinde) ist sehr bitter. — Sie enthält: blassgelbes, bitleres, nach Pfeffer und Thymian rie- chendes, ätherisches Oel, rothl)raunes, bitteres Hartharz, Bitterstoff, gelbbraune, stickstoffhaltige, nicht bittere, gummiarlige Materie, Holz- faser, pflanzensaures Kali , nicht in Weingeist lösliches, gelbweisses Pulver. [Vauquelin.) Bitterstoffe, Gerbsäuren und ätherische Oele sind die am häufigsten vorkommenden Bestandtheile der Glieder dieser Familie, wie die fol- genden Beispiele ersichtlich machen. Michelia Campaca. L. Die Blüthen sind wohlriechend. Michelia montana. Blum. Die Rinde ist gewürzhaft, bitler. Michelia Tsiampaca. L. (M. sericea. Pers.) Die Blätter sind gerieben wohlriechend, sie besitzen einen bitlern Geschmack. * Aromadendron elegans. Blum. Die bittere Rinde ist angenehm gewlirz- haft, die Blätter sind weniger bitter, aber gewürzhaft. Magnolia grandinora. L. Die Rinde ist etwas aromatisch, bitter, wird als Mittel gegen Wechselfieber gebraucht. Magnolia glauca. L. Die bittere Rinde riecht sassafrasarlig. Magnolia auriculata. Lam. Die angenehm aromatische, bittere Rinde wird als Febrifugum gebraucht. Magnolia macrophylla. Mchx. Die Rinde der Wurzel und des Stammes ist bitter - aromatisch. Magnolia Yulan. Desf. (M. conspicua. Sal.) Die bittern Samen dienen als Fiebermittel. Magnolia Kobus. DeC. (M. gracihs. Salsh.) Die Rinde riecht nach Campher. Die Blüthen der meisten Magnolia -Arten sind wohlriechend. Talauma Plumieri. DeC. (Magnolia. Sw.) Die jungen Aestchen, Blätter und Knospen sind aromatisch. Aus den Früchten schwitzt ein schwärzlich -braunes, erwärmend, scharf und bitler schmeckendes, aromatisches Harz aus. Die Blüthen sind wohl- riechend. Illicium floridanum. Ell. Riecht anis-, zugleich etwas corianderartig. Illicium parviflonim. Mchx. Besitzt einen Geruch nach Sassafras. Temus moschata. Mol. Die Blätter riechen nach Bisam, die Beeren sind äusserst bitter. Drimys axillaris. Forst. Besitzt einen brennend -scharfen Geschmack. Tasmannia aromatica. R. Br. Die Rinde ist aromatisch. ClassisXIX. Trisepalae. Hl CLASSIS XIX. Trisepalae. O. 118. Aiioiiaceae. Asimina triloba. Dun. (Anona. L. Porcelia. Pers.) Rinde und Blät- ter riechen unangenehm, die Samen sollen emetisch wirken. — Die von Samen befreite Frucht enthält: Blattgrün, wenig Bitterstoff, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, Aepfelsäure, äpfelsauren Kalk und Kalisalze. (Lassaigne.) Habzelia aethiopica. A. DeC. (Unona. Dun.) Die, unter dem Namen äthiopischer Pfeffer bekannten, scharf aromatischen Früchte enthalten: schweres, gewUrzhaftes Oel , scharfes Harz und Stärke. {Virey.) Auch in dieser Ordnung finden wir ätherische Oele als die ver- breiletsten Bestandtheile, diesen zunächst am häufigsten treten die Bitterstoffe auf. Monodora Myristica. Dim. (Anona. Gaertn.) Die Früchte besitzen ein den Muskatnüssen ähnliches Arom. Xylopia sericea. St. Hü. Die Früchte sind ausgezeichnet gewUrzhaft. Xylopia friitescens. Auhl. Die Rinde schmeckt stechend gewürzhaft, die terpentinartig riechenden Früchte schmecken scharf, die Sa- men siechend aromatisch. Xylopia gramliflora. St. HU. Die Früchte schmecken sehr gewürzhaft. Xylopia glabra. L. Das Holz ist sehr bitter. Artabotrys suaveolens. Blum. Die Blätter sind gewürzhaft. Artabotrys odoratissimus. B. Br. Die Blüthen sind ausgezeichnet wohlriechend. Unona odorata. Dun. (Uvaria. Lam.) Die Blüthen riechen angenehm wie Narcissen und Nelken. Die Samen sind bitter, die Wurzel- rinde ist aromatisch und bitter. Uvaria febrifuga. H. et B. (Xylopia longifolia. DeC. f.) Die Früchte sollen ein ausgezeichnetes Febrifugum sein. Uvaria lig^ularis. Lam. 1 ^. ^ . , , , . . Die Samen smd wohlriechend. Uvaria lalifolia. Blum. Uvaria Narum. Blum. Die gewurzhafte Wurzel enthält ein grünliches, ätherisches Oel. Die Blätter riechen zimmtartig, die Samen wie Ingwer. Uvaria arg'entea. Blum. Die schwarze Rinde riecht nach Bisam. Uvaria trlpetala. Lam. Die Samen sind wohlriechend, aus der Rinde fliesst nach gemachten Einschnitten ein wohlriechender, klebriger, zu einer weissen Masse erhärtender Saft aus. 112 I. Vegetabilia dicotyledonea. Porcelia nitidifolia. R. P. Die Blätter dienen zum Gelbfärben. Gualteria sempervirens. Dun. Die Wurzelrinde ist sehr gewürzhaft. Anona sqiiamosa. X. Die Rinde der Früchte hat einen terpentinarti- gen Geruch und Geschmack, das Fruchtfleisch ist süss, die Rinde des Stammes, der Wurzel und die Samen sind reich an Gerbstoff. Anona muricata. L. | Die Samen enthalten sehr viel Gerbstoff. Die Anona Cherimolia. iM.l Blätter riechen unangenehm, besonders die Anona reticulata, L. j von A. reticulata , deren Geruch belaubend ist. Anona spinescens. Mart. Die Samen dienen, wie die der meisten Arien von Anona zum Tödlen des Ungeziefers. Die Wurzeln einieer Anona- Arten dienen zum Rothfärben. O. 119. Myristiceae. Myristica moschata. Thb. (M. officinalis. L. fil.) Die Muscatnuss ent- hält: flüchtiges Oel, braunes, butterartiges, fettes Oel, weissen Talg, Gummi, (vielleicht beim Kochen aus Stärke gebildet?), Stärke, Holz- faser und Säure. (Bonaslre.) Bei der Destillation mit Wasser wird mit Bleizucker getränkte Leinwand durch den Dampf geschwärzt. {Bleij.) — Die Muscatblüthe (der Samenmanlei) enthält: flüchtiges Oel, rothes, in Weingeist leicht lösliches, fettes Oel, gelbbräunliches, krystallisirles, nicht in heissem Weingeist lösliches Fett, wenig rolh- braunes , scharf schmeckendes , weingeisliges Extract, zum Theil in Wasser löslich, Stärke (durch Kochen in Amidin umgewandelt), Holz- faser und etwas Kalk. [N. E. Henry.) Das Fett der Muskatnüsse, die Muscatbutter, enthält zwei feste Felle und ein flüssiges Oel {Schra- der) , enthält Margarin {Pelouze und Boudet) , kein Margarin , sondern Myristin und ein weiches, rothes Fett, das aus einem ätherischen Oele und zwei Fetten besteht, [Play fair.) Aetherische Oele, Fette und Wachsarten sind neben Gerbstoffen die verbreitetsten Stoffe in den dieser Ordnung angehörenden Ge- wächsen, wie aus den folgenden Beispielen sich ersehn lässt. Myristica tubiflora. Blum. Samenmantel und Kern sind sehr ge- würzhaft. Myristica fatua. Houtt. Der Samenmantel ist geschmacklos, der Kern herb. Myristica lepidota. Blum. Samenmantel und Kern sind angenehm gewürzhafl. Myristica iners. Blum. Samenmantel, Kern und Blätter sind schwach aromalisch. Myristica succetlanea. Blum. Die Früchte sind sehr aromatisch. Myristica officinalis. Marl. (M. Bicuhyba. Schott.) Gibt nach Brogniart das Bicuhyba-Wachs. Classis XX. Cocculinae. 113 Myristica Ocoba. H. et B. Liefert einen Theil des Ocuba-Wachses. {Brogniart.) Myristica glauca. Blum. Der Samenmantel ist schwach gewürzhaft, der Ivern schmeclit scharf. Myristica Horsfieldii. Blum. (M. Iriagdehi. Gaertn. Horsfieldia odorata. W.) Die Blüthen riechen veilchenartig. Myristica madagascariensis. Lam. Die Blätter riechen angenehm ge- würzhaft. Die Samen sind mehr scharf als gewürzhaft. Virola sebifera. Aubl. (Myristica. Lam.) Soll einen Theil des Ocuba- Wachses liefern. [Brogniart.) Die Frucht lässl in kochendem Wasser viel Fett austreten. {Bonastre.) Das Fett der Samen ist talg- artig und scharf. Nach Einschnitten in den Stamm fliessl ein rolher, scharfer Sa ft aus. Knema laurina. Peterm. (Myristica. Blum.) Aus den durchschnittenen Acslen fliesst ein rother, gerbstoffhaltiger Saft aus. CLASSIS XX. Cocculinae. O. 120. Menispermeae. Cocculus palmatus. DeC. (Menispermum. L.) Liefert die Columbo- WurzeL — Diese enthält: flüchtiges Oel, Spuren, gelben Bitterstoff, Gummi, Stärke, Holzfaser, in Wasser, nicht in Alcohol lösliche, thie- rische Materie (Phytokoll). Die Asche enthält: kohlensaures Kali, Ei- senoxyd, Kieselsäure, Gyps? und Chlorcalcium. [Planche.) Die Wur- zel enthält Bitterstoff und gelben Farbstoff, Wachs, Gummi, Stärke, Pektin, Pflanzenfaser und Salze. {Buchner.) Die Wurzel enthält Columbin [Wittstock] , Berberin, Columbosäure und viel Salpeter. (0. Boedeker.) Cissampelos Pareira. L. Die Wurzel enthält eine organische Base, das Pelosin. [Wiggers.) Abuta nifescens. Aubl. (Menispermum Abuta. Lam.) Alle Theile der Pflanze sind bitter. Die Wurzel kömmt ebenfalls als Radix Pareirae bravae vor wie die der vorhergehenden. Enthält also auch Pelosin. Anamirta Cocculus. W. et A. (Menispermum. L. Cocculus lacunosus. DeC.) [Die männliche Pflanze == Menispermum monadelphum Bxbg. oder M. heteroclitum Rxbg. und Carey. Die weibliche Pflanze Meni- spermum Cocculus Wall, oder Cocculus suberosus DeC] Letztere lie- fert die Kokkelskörner. — Diese enthalten: fettes Oel, Talg, extractiven, gelben Farbstoff, Pikrotoxin, Holzfaser, Eiweiss, Meni- spermsäure (=Aepfelsäure), schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phos- Kochleder, Pliytoclieiuie. 8 114 !• Vegetabilia dicotyledonea. phorsauren Kalk, Kieselsäure und Eisen. [Boullay.) Sie enthalten eine eigenthümliche, fettartige Säure. [Boullay.) Diese ist ein Gemenge von Oelsäure und einer festen fetten Säure. Dieselben enthalten : grünes, hutterartiges Fett , Harz, in Wasser und Weingeist löslichen Extraclivstoff und Pikrotoxin. [Voget.) Sie enthalten in den Schalen: Wachs, Feit, Blattgrün, Harz, Gummi, Stärke, Unterpikrotoxinsäure, Menispermin , Paramenispermin , Salpeter- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, pflanzensaure Salze von Kali und Kalkerde, Oxyde von Eisen, Mangan und Kupfer. In den Kernen: Pikrotoxin, Harz, Gummi, fette Säuren, Wachs, Aepfelsäure, Pflanzenschleim, Stärke, Pflanzen- faser, Chlorkalium und Salpeter. [Pelletier und Couerbe.) Das Feit besteht aus Olein und Slearophanin. [Francis.) Coscinium fenestratum. Coolebr. (Menispermum. Gaertn.) Das Holz enthält Berberin. [Perrins.) Unter allen Stoffen treten gelbe Farbstofi"e (Berberin?), bitlere Ma- terien, gallertartige Substanzen (Pektin?) am häufigsten auf. In den Beeren ist häufig Zucker enthalten, wie die folgenden Beispiele zeigen. Lardizabala Mternata. R. et P. Die Beeren schmecken süss. Cocculus flavescens. DeC. Die dickern Aeste sind innen gelb, die Jüngern Aaste hen enthalten einen schwarzfärbenden Saft. Cocculus Bakis. Rieh. 1 Die Wurzel dieser, wie mehrerer ande- Cocculus cinerascens. St. Hil.\ ren Cocculus-Arten, ist sehr bitter. Cocculus Burmanni. DeC. ] , ,.,.,. Cocculus glaucus. DeC. ?'^ ^ f ' ^ ^ ';. ^'^'J" ^'^ ''^' schleimiges, „ , f. . X, , fast gallertartiges Decocl. Cocculus hirsutus. Buchan. ] "^ Cocculus Amazonum. Marl. Aus der Rinde wird Pfeilgift bereitet. Cocculus Cehalha. DeC. Die scharf schmeckenden Beeren enthalten viel Zucker. Cocculus Fibraurea, DeC. Die Stengel werden zum Gelbfärben ver- wendet. Cocculus cordifolius. DeC. Wurzel und Blätter sind bitter. O. 121. Berberideae. ßerberis vulgaris. L. Die im Frühjahr gegrabene Wurzel ent- hält: Talg, Cerin , fettes Oel (Weichharz?) , nicht in Aether lösliches Hartharz, Blattgrün, gelben Farbstoff, braunen, extractiven Farbstoff, Gummi, Stärke, Holzfaser, äpfelsaure Salze und phosphorsauren Kalk. [Brandes.) Die Wurzel enthält eine Untersäure, das Berberin. [Buch- ner.) Das Berberin ist eine Base. [Fleitmann.) Die Wurzelrinde enthält: Berberin, Oxyacanthin , Gummi, Weichharz, Fell, Wachs, Stärke, Eiweiss, eisengrünenden Gerbstoff, eine Säure (Aepfelsäure?), Riechstoff, Faser, durch Veränderung des Berberins entstandenen Ex- Classis XXI. Umbelliflorae. 115 tractivstoff. (Pokoc.) Auch in dem Baste des Stammes und der Aeste, der bitler schmeckt, ist Berberin enthalten. — Die Beeren enthalten Aepfelsiiure, fast frei von Citronsäure. (Scheele.) Berberis glauca. DeC. ] ßerberis ilicifolia. Forst. ^^'^''^^" ^"'^ Gelbfärben verwendet und n i ■ ^ t r, . n Schemen alle Berberin zu enthalten. Für ßerberis tomentosa. R.etP. ,.■,., t. v • k . „, ., ^ „ > die indischen Berberis-Arten ist Herbens lutea. R. et P. ( ^,;^ Gegenwart des Berberin von Solly ßerberis aristata. DeC. nachgewiesen. Berberis tincloria. Lesch. ) Alle bekannten Berberis-Arten haben schön gelb gefärbte Wurzeln, wahrscheinlich enthalten alle Berberin. Bitterstoffe sind sehr veil)reitet, wie diess aus den folgenden Beispielen zu ersehn ist. ßerberis Lyciuin. Royl. Soll ein gutes Fiebermittel abgeben. I^pimedium alpinum. L. Die Blätter schmecken bitter. Leontice Leontopetaliim. L. Die knollige, bittere Wurzel dient statt Seife. (Saponin?) Leontice Chrysogonum. L: (Bongardia Chrysogonum. C. A. Meij.) Die Blätter schmecken wie Sauerampfer. CLASSIS XXI. Umbelliflorae. O. \2Z. Hamamelideae. Keine Pflanze dieser Familie ist chemisch untersucht. Hamamelis virginica. L. scheint eine scharfe und bittere Materie, ein ätherisches Oel und viel Gerbstoff zu enthalten. O. 123. Ilederaceae. Hedera Helix. L. Von sell)st oder nach gemachten Einschnitten fliesst ein Harz aus. — Dieses besieht aus: Harz, Gummi und Aepfelsäure. [Pelletier.) Die Samen enthalten: flüssiges und festes Fett, eine kry- stallisirbare Säure , die Hederinsäure , eine amorphe, eisengrünende Säure , Zucker, etwas Pektin , eine dem Emulsin ähnliche Substanz und unorganische Salze. {Posselt.) Cornus mascula. /.. Die Rinde enthält: Hartharz, grünes Weichharz, eisenbläuenden Gerbstoff, Gummi, Gallertsäure, Holzfaser, äpfelsau- ren Kalk, äpfel- und schwefelsaures Kali, und Chlorkalium. [Tromms- dorff.) Die unreifen Früchte enthalten viel Gerbstoff, die reifen Früchte sind süss. Cornus sanguinea. L. Aus den Kernen der bitler und widrig schmelt- 8* 116 I. Vegetabilia dicolyledonea. kenden Früchte wird Oel gepresst. — Die Frucht enthält: fettes Oel, Blattgrün, rothen, nur in Wasser löslichen Farbstoff, Bitterstoff, Holzfaser, freie Säure, äpfel-, phosphor-, Schwefel- und salzsaures Kali und Kalk, Bittererde und Kieselsäure. {Murion.) Cornus florida. L. Die scharlachrothen Früchte sind sehr bitter. — Die Wurzelrinde enthält: eine krystallisirte, bittere Substanz, von mehr saurer als basischer Natur , eisenbläuenden Gerbstoff, eine in- differente , krystallinische , harzartige Substanz, kleesauren Kalk, äpfel- und phosphorsauren Kalk, und Magnesia. [Geiger.] Die Rinde enthält: eine krystallinische Substanz, Gerbstoff, Gallussäure, Gummi, Harz, Oel, Fett, biltern Exlraclivstoff, Wachs, rothen Farbstoff, Holz- faser, Kali-, Eisen-, Kalk- und Magnesia-Salze. [J. Cockburn. Weder Geiger noch Cockburn konnten das basische Cornin von Carpenter in der Rinde finden. Aetherische Oele und Harze sind besonders bei den Hedera-Arlen sehr verbreitet, wie sich aus den folgenden Beispielen ergibt. Hedera arborea. Sw. Alle Theile sind sehr aromatisch. Hedera umbellifera. DeC. Das Holz riecht stark nach Rosmarin und Lavendel. Hedera terebinthinacea. Vahl. Schwitzt ein terpentinartiges Oel aus. O. 124. Araliaceae. Keine der hieher gehörigen Pflanzen ist chemisch lus jetzt genauer untersucht. Die ätherischen Oele und Harze sind unter allen Stoffen die am meisten verbreiteten, wie folgende Beispiele zeigen. Panax quinquefolius. L. Die harzige Wurzel hat einen schwach ge- würzhaften Geruch und einen süsslich-bittej'lichen , aromatischen Geschmack. Panax cochleatus. DeC. Diese Pflanze (besonders Wurzel und Rin de) hat einen narkotischen, petersilienartigen Geruch und Geschmack. Panax fruticosus. L. Hat einen angenehmen, durchdringend gewürzhaf- ten Geruch, schmeckt wie Petersilie und Sellerie. Paiiax Anisum. DeC. Die Beeren riechen stark anisartig, ähnlich rie- chen die Blätter. Artoxa Moschatellina. L. Die Pflanze, besonders ihre Blüthen, riechen bisamartig. Aralia nudlcaulis. L. Die ganze Pflanze ist aromatisch. Aralla hispida. Mchx. Schmeckt ekelhaft bitter und riecht widrig, ähn- lich dem Attichflieder. Aralia spinosa. Mchx. Die Wurzel schmeckt gewürzhaft bitter. Dimorphanthus edulis. Miq. (Aralia. Sieb, et Zucc] Die Wurzel * schmeckt gewürzhaft bitter. ClassisXXI. Umbelliflorae. 117 O. 125. Umbelliferae. Diserneston gummiferum. Jaubert et Spnch. Liefert das Gummi Am- moniacum. Nach der Meinung von Biishe kömmt es von Dorema Aucheri. Boiss., nach Andern von Doremma ammoniacum. Do7i. Levisticum officinale. Koch. (Ligusticum Levisticum. L.) Die Wurzel enthält: Schleimzucker, flüssiges Balsamharz, zwei andere Harze, ätherisches Oel , reich an Stearopten . Eiweiss , Stärke, färbenden ExlractivslofT, Schleim und essigsaures Kali. [Tr-ommsdorlf.) Die Wurzel enthält: gelbes, ätherisches Oel, fettes Oel, Harz, Zucker, Extractivstoff, eigenthümlich süssen, denrGlycyrrhizin ähnlichen Stoff, Gummi, Stärke, Bassorin, braunen Balsam, Pflanzengallerte, Farbstoff, Pflanzenfaser, pflanzensaure Kalksalze. (Riegel.) Die ganze Pflanze besitzt einen sellerieartigen, unangenehmen Geruch. Archangelica officinalis. Ho/f'm. (Angelica Archangelica. L.) Die Wur- zel enthält: eine grosse Menge krystallisirten Zuckers, eisengrünenden Gerbstoff, freie Aepfelsäure, Bitterstoff, ätherisches Oel, Angelica- wachs , — Angelicin , ein krystallisirtes Unterharz , — Angelicasäure, amorphes, braunes Harz, gummiartigen Körper, Stärke, Eiweiss, Pek- tin, kein Inulin. {Buchner inn.) Die Wurzel enthält neben Angelica- auch Valerian-Säure. [Zenner und Meyer.) Ferula persica. W. Die Wurzel enthält einen stark knoblauchartig rie- chenden Milchsaft. Nach der Meinung Einiger liefert sie das Sagape- num , das Andere von Ferula Szowitziana. DeC. ableiten. Einige glauben, dass eine Art Asa foetida von Ferula persica abstamme. Die Wurzelrinde enthält knoblauch- artig riechenden Milchsaft, der einge- trocknet als Asa foetida im Handel vorkömmt. Sie enthält : schwefelhalti- ges, ätherisches Oel, Harze und fette, flüchtige Säuren. [Hlasiwetz.) Opopanax Chironiiim. Kch. (Pastinaca Opopanax. L.) Die Wurzel und der untere Theil des Stengels enthalten Milchsaft, der nach gemachten Einschnitten ausfliesst und erhärtet das Opopanax- Gummiharz liefert. Pastinaca sativa. L. Die Frucht ist gewürzhaft bitterlich. Die Wurzel enthält eine reichliche Menge Zucker. — Die Samen enthalten ein ätherisches Oel und ein flüchtiges Alkaloid, das Pastinacin. [Wittstein.) Die Wurzel enthält: Stärke, Eiweiss, Schleimzucker, Schleim, Ex- tract und Faser. (Crome.) Imperatorla Ostmthium. L. (Peucedanum. Kch.) Die Wurzel enthält im Winter und im Frühjahre einen weissen, an der Luft gelb werdenden Milchsaft. — Das ätherische Oel setzt mit der Zeit Stea- ropten ab [Kallhofert] , es ist das Hydrat eines Kohlenwasserstoffs. [Hirzel.) Die Wurzel enthält: Imperatorin [Oscmn.], flüchtiges und Ferula Asa foetida. L. Narthex Asa foetida. Falconei 118 I. Vegetabilia dicotyledonea. fettes Oel, Harz, Stärke, Pflanzenfaser, in kochendem Wasser lösliches Extract, Gummi, in Wasser lösliches Extract, ein in Wasser und Al- cohol lösliches, durch Bleiessig fällbares Exlract. [Keller.) Peucedanum ofRcinale. L. Die unangenehm riechende Wurzel schmeckt bitterlich scharf und enthält im Frühjahr einen weissen Milchsaft. Sie enthält: Peucedanin {Schlauer, Erdmann), ein in Aether unlösli- ches Harz, einen , wahrscheinlich durch Einfluss der Luft aus Peuce- danin gebildeten, weissen, pulverigen Körper. [Erdmann.) Thysselinum palustre. Hoffm. (Selinum. L.) Die Wurzel enthält: ätherisches und fettes Oel , Gummi , Schleimzucker, eine eigenthüm- liche Säure. [Peschier.) Foeniculum offlclnale. All. (Anethun) Foeniculum. L.) Alle Theile der Pflanze enthalten älherisches Oel , das aus Anisstearopten und einem an Sauerstoff reicheren , flüssigen Oeie besteht. [Blanchet und Seil.) Das Huile de fenouil amer (wovon kömmt es?) besteht aus einem Koh- lenwasserstoft" und einem dem Anisstearopten isomeren Theile. [Ger- hardt und Cahours.) Meiim alhamantinum. Jacq. (Aethusa Meum. L.) Die Früchte sind gewürzhaft scharf, die Wurzel riecht balsamisch und schmeckt scharf gewürzhaft. — Die Wurzel enthält: ätherisches Oel, fettes Oel, Wachs, Eiweiss, Harz, süssen, in Weingeist löslichen Stoff, gummiges Extract, Gummi, Stärke, Schleim, harziges Extract, Pektin, Pflanzen- faser und Mein, ein , nicht ohne Zersetzung flüchtiges Oel. [Reinsch.) Nach einer andern Analyse von Reinsch enthält die Wurzel Mannit und ein saures Harz. Peucedanum Oreoselinum. Moench. (Athamanta. I.) Alle Theile riechen gewürzhaft und schmecken bitter. — Enthält Athamantin [Winkler.), das ist valeriansaures Oroselon. [Schnedermann und Winkler.) Canim Carvi. L. Die gewürzhaften Früchte enthalten: flüchtiges Oel, Wachs, grünes Oel, Harz, eisengrünende Gerbsäure, Schleimzucker, Schleim (Pektin?) , saure äpfelsaure Kalkerde, Pflanzenfaser, phos- phorsaures Kali, andere, zum Theil pflanzensaure, Salze von Kalk und Kali. [Trommsdorff.) Das bei der Destillation mit dem ätherischen Oele übergehende Wasser enthält Ameisensäure und Essigsäure. [Kj^aeiner.) Cicuta virosa. L. Enthält im Samen und den oberirdischen Theilen des noch nicht blühenden Krautes ein flüchtiges Alkaloid, Cicutin genannt. [Polex. Wittstein.) Die Wurzel enthält ein ätherisches, nicht giftiges Oel. [E. Si^non.) Das Kraut hat den Geruch des Sellerie, und den Geschmack der Petersilie. Die Wurzel enthält: Harz, Eiweiss, SeifenstofF (??), Gummi, Schleim, Faserstoff und ätherisches Oel. [Albrecht.) Das meiste Gift ist in der Wui*zel- rinde enthalten. [Scheife.) Apiuni graveolens. L. Die Samen enthalten: flüchtiges Oel, baisam- ClassisXXl. Umbelliflorae. 119 artige Materie, liitterlichen Extractivstoff , Schleim, Holzfaser und Kalksalze. [Tietzmann.) Das Kraut enthält : flüchtiges Oel, schmie- riges, fettes Oel, Blattgrün, braunen Extractivstofl', Mannit, Gummi, Pflanzengallerte, freie Saure , viel Salpeter, Chlorkalium, Schwefel, Spur. [A. Vogel.) Der aus den aufgeschossten Sellerie- pflanzen beim Abschneiden ausfliessende Saft enthält: Schwefel-, Salz-, Phosphor- und Kohlen-Säure, Kali, Natron, Am- moniak , Bittererde , Kieselsäure , kein Mangan und Eisen , Spuren von organischer Säure , Eiweiss und ätherischem Oele. [Lampadius.) Stengel und Bl ätter enthalten sehr wenig Apiin. [Bracomiot.) Petroselinuni sativum. Hofjm. (Apium Petroselinum. L.) Die Samen enthalten : flüchtiges Oel , eine schleimige , in Alcohol lösliche Sub- stanz, Extractivstofl", Elain, Stearin, Schleim, Gummi, Stärke. Kalk- salze von Aepfel-, Phosphor- und Schwefel -Säure, Eiweiss und Pflanzenfaser. [Rump.) Die Pflanze enthält Apiin. [Bracomiot.) Das ätherische Oel der Samen [Huebschmann) enthält ein Stearopten [Blan- chet und Seil) , aus dem festen Theile des Petersilienoles durch Oxy- dation gebildet. {Löwig.) Pimpinella Saxifraga. L. Die weisse Pimpinellwurzel enthält: flüchtiges Oel, ranziges, schmieriges Fett, scharfes Weichharz, bitteres Hartharz , harzigen Extractivstofl", krystallisirbaren Zucker, Schleim- zucker, süssen Extractivstofl", Gumn)i, gummigen Extractivstoff", Stärke, Holzfaser, lösliches Eiweiss, Aepfel-, Essig- und Benzoe-Säure, essig- und äpfelsaures Kali und Kalk; in der Asche: Schwefel-, Salz- und Phosphor-Säure mit Kali, Kalk und Bittererde, Kieselsäure und Man- ganoxyd. {Bieg.) Die Wurzel der schwarzen Varietät ent- hält: flüchtiges Oel, weissen Talg, scharfes Weichharz, braunes Weichharz, schwarzes Weichharz, Harüiarz, eisengrünenden Gerbstoff und Extractivstoff", Schleimzucker, krystallisirbaren Zucker, Gummi, gummigen Extractivstoff", Stärke, Holzfaser, lösliches Eiweiss, Benzoe- säure, Aepfel- und Essig-Säure, Salz-, Schwefel-, Phosphor-Säure, Kali, Kalk, Bittererde, Kieselsäure, Thonerde, Mangan, Eisen, Spuren von Schwefel. Die Rinde der Wurzel enthält mehr scharfes Weichharz und Gerbstoff", dagegen weniger Zucker und Aepfelsäure, als das Innere der Wurzel, und keine Stärke. [Bieg.) Das Oel der Varietät mit schwarzer Wurzel soll schön blau sein. Pimpinella Anisum. L. Die Früchte enthalten: flüchtiges Oel, leicht in Weingeist lösliches, fettes Oel, Talg mit Blattgrün, nicht in Aether lösliches Hartharz, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, Extractivstoff, Phytokoll , durch Kali ausgezogene , gummiarlige Materie, durch Kali ausgezogenen Moder, saufes äpfelsaures Kali, essigsauren und sauren äpfelsauren Kalk, phosphorsauren Kalk und Gyps. (Brandes und Rei- mann.) Das Oel besteht aus einem krystallisirten und einem flüssigen Antheil, beide von gleicher Zusammensetzung. [Blanchet und Seil.) J20 I- Vegetabilia dicotyledonea. Sium Sisarum. L. Die schwach aromatische Wurzel enthält sehr viel Zucker. (8 pCt. Drapper.) Oenanthe Phellandrium. Lam. (Phellandrium aquaticum. L.) Der Sa- men des Wasserfenchels enthält: blassgelJDes, flüchtiges, durchdrin- gend riechendes Oel , weiches Harz, hartes Harz, ExtractivslofF, Gummi, Pflanzenfaser; in der Asche: kohlensaures Kali, Chlorkalium, Bittererde, Thonerde, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Herz.) Die Samen enthalten : flüchtiges Oel , fettes Oel , Cerin , Harz , Exlractivstoff", Gummi , Pflanzenfaser ; in der Asche ausser den gewöhnlichen Be- standtheilen : Thonerde, Kieselsäure und Eisenoxyd. {Berthold.) Der Samen enthält ätherisches Oel , aber kein flüchtiges Alkaloid. [Fri- ckinger.) Oenanthe fistulosa. L. Enthält Oenanthin, einen eigenthümlichen Stoff, wahrscheinlich basischer Natur. {Gerding.) Coriandnim sallviim. L. Die Samen enthalten: flüchtiges Oel, Stearin, Elain, gefärbtes Extra et, Schleim, stickstoffhaltigen Extractivstoff, eisengrünende Gerbsäure, äpfelsaures Kali, pflanzensaure Kalksalze, Pflanzenfaser. ( Tromimdorff. ) Chaerophyllum biühosum. L. Enthält ein , den nauseosen Geruch der Pflanze besitzendes, flüchtiges Alkaloid. {Polstor/}'.) Das Kraut ent- hält kein Apiin. {Braconnot.) Daucus Carola. L. Die Früchte der wildwachsenden Pflanze riechen gewürzhaft, schmecken gewürzhaft bitterlich. Der rothe Farb- stoff, das Carotin, ist ein Kohlenwasserstoff. {Zeise.) — Der, nach dem Auspressen der Wurzel, bleibende Rückstand ent- hält: Gallertsäure, wenig Stärke, Holzfaser, pflanzen- und phosphor- sauren Kalk.- Der ausgepresste Saft: gelben, weichen, harzi- gen Farbstoff, nicht krystallisirbaren, gährungsfähigen Zucker, Mannit, Gallertsäure, stickstoffhaltige, in Wasser und schwachem Weingeist lösliche Materie , Eiweiss, wenig freie Säure, pflanzensaures (wahr- scheinlich äpfelsaures) phosphor- und salzsaures Kali und Kalk. {Vauquelin.) — Der ausgepresste Saft enthält: fettes Oel, etwas flüchtiges Oel, krystallisirbaren, rothen Farbstoff, Carolin genannt, Schleimzucker, Stärke, Eiweiss, Aepfelsäure ; in der Asche : Kalk, Thonerde und Eisenoxyd. {Wackenroder.) Der Mannit ist erst nach der Gährung im Safte enthalten. {Wackenroder.) Cuminum Cyminum. L. Die unangenehm riechenden, bitter schmecken- den Früchte enthalten ein ätherisches Oel , — dieses besteht aus Cuminol und Cymol. {Gerhardt und Cahours.) Conium maciilatum. L. Die widrig -süsslich riechende Pflanze schmeckt bitterlich scharf. — Der Saft der frischen Blätter enthält: Harz, Extractivstoff, Gummi, Eiweiss, grünes Satzmehl, Essigsäure, Schwe- fel-, salz- und salpetersaures Kali, äpfel- und phosphorsauren Kalk, phosphorsaure Bittererde, Eisen und Mangan. {Schrader.) Das Kraut Glassis XXI. Umbelliflorae. 121 enthält die eigenthümliche Coniinsäiire. {Peschier. Trommsdorff.) Die Asche enthält Kupferoxyd. — Das Kraut, mehr die Samen, ent- halten eine flüchtige, organische Base, das Coniin. [Gieseke. Geiger.) Aetherische Oele, Bitlerstoffe und Gerbstoffe, sind die verbreitet- sten Stoffe in den Vegetabiiien dieser Ordnung, wie aus den folgenden Beispielen sich ergibt. Laserpitlum latifolliim. L. Die Wurzel ist bitler und scharf gewürzhafl. Die Früchte sind angenehm gewürzhaft. Laserpitlum Siler. L. Die Früchte schmecken scharf, bitter, enthalten ein blaues ätherisches Oel. Die Wurzel schmeckt bitterlich scharf. Laserpitium pruthenlciim. L. Die Früchte riechen gerieben nach Möh- ren, Citronen und Benzoe. Laserpitium Archangellca. L. \ ^ Laserpitium galliciim. L. \ ^'^ ^^"'■^^' '^^ ''^' ^"-omatisch. Siler trilobum. Scop. (Laserpitium. L.) Die Wurzel ist sehr gewürzhaft. Thapsia garganica. L. Die Wurzel wirkt heftig purgirend. Thapsia villosa. L. Die milchende, bittere Wurzel ist ein heftiges Pur- girmittel. Thapsia Asciepium. L. Die Wurzel purgirt. Thapsia foetida. L. Die widrig riechende Wurzel purgirt. Angelica sylvestris. L. Kraut, Wurzel und Früchte enthalten äthe- risches Oel. Angelica lucida. L. Die Wurzel schmecktaromatisch, scharf sellerieartig. Archangelica atropurpurea. Hoffm. Kömmt mit Archangellca officinalis überein. Archangelica Gmelini. DeC. Hat grosse Aehnlichkeit mit Petersilge. Tordylium offlcinale. L. Die Früchte sind gelind gewürzhaft. Krubera leplophylla. Hoffm. Schmeckt süss, selleriearlig. Ferula nodiflora. Jacq. Wurzel und Samen, weniger die Blätter, sind aroma lisch. Der Milchsaft der Wurzel riecht angenehm, citronenartig, soll (nach Friedlaender) ein Antifebrile sein. Ferula communis. L. Die Früchte sind aromatisch, der Milchsaft der Stengel ist gelb, von üblem Geruch. Ferula galhanifera. Kch. (F. Fernläge. L.) Die milchende Wurzel be- sitzt einen starken Geruch. [Sie gibt kein Galbanum.] Heracleum Spliondilium. L. Die Rinde des Stengels und der Blattstiele schmeckt beissend scharf und röthet die Haut. Die von der Rinde befreiten Stengel enthalten viel Zucker, die Wurzel schmeckt scharf gewürzhaft und süss, die Früchte riechen und schmecken angenehm gewürzhaft. Bubon Galbanum. L. Enthält einen stark riechenden, weissen Milchsaft. Diese Pflanze wurde irrig für die Mutterpflanze des Galbanum ge- halten. 122 I- Vegetabilia dicotyledonea. Anethum graveolens, L. Blut he, Kraut und Samen sind gewürzhaft, enthalten ein sUsslich-brennendes, lichlgelbes, ätherisches Oel. Foenicilliim dulce. C. Bauh. Die Th e i I e dieser Pflanze schmecken mil- der, aber ähnlieh wie Fenchel. Foeniciilum piperitiim. DeC. Hat beissend scharf aromatische Früchte. Foeniculum Panmorium. DeC. Die Früchte riechen und schmecken wie die von F. officinale. Foeniculum capense. DeC. Die Wurzel riecht wie Fenchel. Athamanta cretensis. L. Die ganze Pflanze, besonders die Früchte, besitzen einen gewürzhaften Geruch und Geschmack. Athamanta macetlonica. Spr. Die Früchte besitzen einen angenehmen, aromalischen Geruch und Geschmack. Molopospermum cicutarium. DeC. Die Pflanze besitzt einen starken, unangenehmen Geruch, sie soll giftig wirken. Cnidium diffusum. DeC. Die Früchte sind aromatisch. Seseli tortuosum. L. Riecht gewürzhaft, schmeckt gewürzhaft, etwas scharf, besonders die Früchte. Libanotis montana. All. (Athamanta Lijjanotis. L.) Die Wurzel ist sehr gewürzhaft. Crithmuni maritimum. L. Früchte und Wurzel sind angenehm ge- würzhaft, das Kraut schmeckt schwach gewürzhaft, salzig bitterlich. Sium latifolium. L. Die Pflanze besitzt einen unangenehmen, bitumi- nösen Geruch und bitterlich scharfen Geschmack. Sium ]Ninsi. Thhg. Die Wurzel kommt mit der von S. Sisarum überein. Ammi majus. L. Die Früchte sind gewürzhaft. Carum gracile. Royl. 1 Kommen mit unserem gewöhnlichen Kümme Carum nigrum. Royl. [ überein. Aeg'opodium Podagraria. L. (Sison Podagraria. Spr.) Das Kraut ist schwach aromatisch. Sison Amomum. L. Die Blätter sind schwach gewürzhaft, die Wur- zel schmeckt wie Sellerie , die Früchte riechen stark aromalisch, schmecken aromatisch-scharf. Helosciadium nodiflorum. Kch. (Sium. L.) Das Kraut ist schwach gewürzhaft. Helosciadium lateriflorum. Kch. (Pimpinella. Lk.) Die Früchte sind angenehm aromatisch. Petroselinum peregrinum. Lug. Hat Geruch und Geschmack der gemei- nen Pelersilge. Aethusa Cynapium. L. Das Kraut riecht anfangs pelersilgenartig, dann kraularlig. Die Pflanze ist giftig. Ptychotis coptica. DeC. (Ammi. L.) Die Früchte sind sehr gewürzhaft. Pimpinella magna. L. Die Wurzel riecht angenehm gewürzhaft, schmeckt scharf-, fast brennend-aromatiscb. GlassisXXI. Umbelliflürae. 123 Pimpinella peregrina. L. | Hüben aromatische, aber mehr scharf Pinipinella aromatica. M. B. | schmeckende Früchte, als der Anis. Anesorrhiza capensis. Cham, et Schi. Die möhrenartige Wurzel ist aromatisch und wie es scheint, reich an Zucker. Oenanthe crocata. L, Die Pflanze ist ein heftiges Gift. Oenanthe Inehrians. Thbg. (Lichlensteinia pyrethrifolia. Cham, et Schi.) Die Wurzel scheint viel Zucker zu enthalten, ßlforis radians M B I ß^sitzen in hohem Grade den widrigen Geruch ßiforistesticulata.'^-. ^^^^ Corianders. Die Samen (Früchte?) sind l geruch- und geschmacklos. Chaerophyllum temulum. L. Gilt für narkotisch giftig. Chaerophyllum aureum. L. \ Chaerophyllum hirsutum. L. [ Die Früchte sind aromatisch. Chaerophyllum aromaticum. L. Die ganze Pflanze riecht, gerieben, aromalisch, auch die Früchte sind aromatisch. Myrrhis odorata. Spr. (Scandix. L.) Die ganze Pflanze riecht an- genehm anisarlig. Osmorrhiza longlstylis. DeC. \ Die Wurzeln riechen angenehm anis- Osmorrhiza brevistylis. DeC. i artig. Scandix Pecten Veneris. L. Riecht wie Anthriscus Cerefolium. Hoffm. Anthriscus Cerefolium. Hoffm. (Scandix. L.) Besitzt einen angenehm gew'ürzhaften , süsslichen Geschniack und Geruch. Anthriscus sylvestris. Holfm. (Chaerophyllum. L.) Das Kraut riecht unangenehm, schmeckt bitterlich scharf. Cachrys odontalgica. Pell. Die Wurzel schmeckt sehr scharf. Prangos ferulacea. Lindl. Die Wurzel enthält viel scharfen bittern Milchsaft. Prangos pabularla. Lindl. Das frische Kraut besitzt einen der Ferula ähnlichen Geruch. Smyrnium Ollisastnim. L. Alle Th eile riechen angenehm gewUrzhaft. Die Wurzel enthält einen scharf bitterlichen, aromatischen Saft. Smyrnium perfoliatum. Mill. Die Wurzel schmeckt scharf aromatisch, die Blätter riechen myrrhenartig. Bupleurum rotundifolium. /.. Früchte und Kraut sind geruchlos, scheinen sehr viel Gerbstoff zu enthalten. Hydrocotyle vulgaris. L. Die Pflanze besitzt einen scharfen, etwas brennenden Geschmack. Hydrocotyle asiatica. L. Schmeckt bitterlich, etwas scharf. Hydrocotyle umbellata. L. Der Saft der Pflanze wirkt emetisch. Die Wurzel riecht petersilgenartig. Asteriscium chilense. Cham, et Schi. Die Pflanze riecht anisartig. Bolax Gilliesii. Hock. Sondert eine harzarliae Substanz ab. 124 I- Vegetabilia dicotyledonea. Lagoecia cuminoides. L. Die scharf gewürzhaften Früchte schmecken stärker als Kümmel. Astrantia major. L. Der geruchlose, scharf bittere Wurzelstock soll purgiren. Sanicula europaea. L. Die scharf schmeckende Pflanze enthält viel Gerbstoff". Sanicula marylandica. L. Die Wurzel schmeckt petersilgenarlig. Arctopiis echinatus. L. Die aromatische Wurzel ist harzreich. Echinophora trichophylla. Sm. Riecht stark nach Galbanum. Eryngium campestre. L. Die frische Wurzel riecht möhrenartig, schmeckt süss und scharf gewürzhaft. Eryngium maritimum. L. Die Wurzel ist süsslich und schleimig. Eryngium foetldum. L. Die Pflanze riecht stark und unangenehm, wie Coriander, schmeckt süsslich und scharf. CLASSIS XXII. Lorantheae. O. 126. Lorantheae. Viscum album. L. Die Beeren der auf Aepfelbäumen wachsenden Mi- stel enthalten : viel gelbes Wachs , vorzüglich in der Schale , viel Vogelleim, Iheils in der Frucht, theils neben Blattgrün im Samen, theils eine Lage zwischen Embryo und Endospermum bildend , Blatt- grün, sehr klebriges Gummi, viscose iMaterie; in der Asche : kohlen-, Schwefel- und salzsaures Kali, kohlen- und schwefel-? sauren Kalk, Bittererde und Eisen. (A^. E. Henry.) Die Beere enthält: Schleim, kratzenden Extractivstoff, essigsaure Salze, kratzendes, grünes Weich- harz; Faser und Häute. [Funcke.) D ie ganze Miste 1 pflanze ent- hält : grünes Harz , Schleim, Extractivstoff, essigsaure Salze , freie Essigsäure, Holzfaser. Die Asche enthält : kohlen-, schwefel- und salzsaures Kali , phosphorsauren Kalk , Biüererde und Kieselsäure. {Funcke.) Die Stengel und Blätter der ausgewachsenen Mistel- pflanze auf Pinus Abies enthält: stark riechende (vielleicht flüchtige?) ölige Substanz, fettes Oel (mit Vogelleim?), braungrünes, ranzig und kratzend schmeckendes Blattgrün, Schleimzucker, Gummi, Spuren von Gerbstoff, Spuren von Stärke, Holzfaser und Kalisalze. (Wifikler.) Rinde und Blätter enthalten ebenfalls Vogelleim, [N. E.Henry.) LoranUius europaeus. L. Enthält einen riechenden Stoff' (ätherisches Oel) von Rosengeruch, eisengrünenden Gerbstoff", etwas in Aelher lösliches Harz, Gummi und braunen Extractivstoff. [Änthon.) Classis XXIII. Ligustrinae. 125 Nuytsia floribunda R. Br. (Loranthus. Lab.) Gibt ein eigenlhümliches Gummi. CLASSIS XXIII. Ligustrinae. O. \Z1. Oleiiiae. Olea europaea. L. Die Blätter enthalten: Harz, Extractivstoff, Schleim, Holzfaser, in der Asche : Kali, Thonerde, Eisenoxyd (Parrof.), einen eisengrünenden Stoff (Gerbstoff?) [Ferrat.) , extractiven Bitterstoff, Aepfel- und Gallussäure. {Pelletier.) luden Blättern befindet sich ein in Wasser unlöslicher, in Säuren löslicher, bitterer, krystallisirler Stoff (Alkaloid). {Landerer.) Aus den Oelbäun)en des südlichen Ita- liens und der Insel Sardinien schwitzt ein Harz — dieses enthält Olivin, ein Harz und Benzoesäure {Pelletier), keine Benzoesäure, Oli- vil, einen in Aether und Weingeist unlöslichen, in Wasser schwer lös- lichen Stoff, eine in Alcohol, nicht in Aether lösliche Materie. {Sobrero.) Die Fruchthülle ist reich an fettem Oel, das aus Olein und Marga- rin besieht. — Die unreifen Früchte enthalten einen krystallisir- baren Bitlerstoff. {Landerer.) — Die Rinde ist bitter und reich an Gerbstoff. Rinde und Blätter enthalten einen krystalli- sirbaren Bitlerstoff; mehr in den Blättern als in der Rinde von einem sauren Harze. {Carboncim.) Dieser Bitlerstoff (Phillyrin) ist ein Alkaloid. {Ja- chelli.) Phillyrea angustifolia. L. Scheint dieselben Bestandtheile zu enthalten. Ligustrum vulgare. L. Die Rinde enthält: Liguslrin, Mannit, krystal- lisirten Zucker, Schleimzucker, Gummi, Stärke, Chlorophyll, bitleres Harz, biltern Extractivstoff, eisenbläuenden Gerbstoff, Eiweiss, Faser, Salze, besonders von Bittererde. {Polex.) Syring-a vulgaris. I. Die wohlriechenden Blüthen enthalten: einen wohlriechenden Stoff (ölartig) , Wachs, das aus dem Aroma gebildet werden soll, und Farbstoff. {Faorot.) Das Wachs der Blätter ist dem Bienenwachs gleich zusammengesetzt. {Miilder.)'! — Die Blätter enthalten: Gerbstoff, einen krystallisirten Bitterstoff (Syringin), gum- mige Theile und Kalksalze. {Bernays.) Ebenso die Zweige. — Die Samenkapseln, so lange sie noch grün sind, so wie die Blätter, enthalten einen krystallisirten Stoff' (Lilacin) und Mannit. {Meillet.) Durch trockne Destillation des Holzes soll ein dem Rosen- und Santel- holz ähnlich riechendes, butterartiges Oel gewonnen werden können. Fraxinus excelsior. L. In der Rinde ist Aesculin enthalten {Frischmann), Phillyrea media. L. Phillyrea latifolia. L. 126 I- Vegetabilia dicotyledonea. eine Gerbsäure und Fraxinin, ein Bitterstoff [Keller). Die Rinde ent- hält einen amorphen Bitterstoff und Mannit. [Rochleder u. R. Schwarz.) Ornus europaea. Pers. (Fraxinus Ornus. L.) Aus dem Stamme fliesst freiwillig, mehr nach gemachten Einschnitten, vom Manna aus, diese enthält : Mannit, gährungsfähigen Zucker, unkryslallisirbaren , ekel- erregenden Stoff. [Thenard.) Sie enthält: Mannit, Schleimzucker, Farbstoff, gummigen Extractivstoff, kleberartige Materie. [Bucholz.) Die Manna enthält: Zucker, Mannit, pflanzenschleimartigen Körper, harzartige Substanz, eine Säure, wenig stickstoffhaltige Substanz und Aschenbestandtheile. [Leuchtweiss.) Bisweilen findet sich in der Manna Aesculin. In den B 1 ü t h e n vieler hieher gehörigen Pflanzen sind wohl- riechende ätherische Oele enthalten, z. B. in den Blüthen von Os- manthus fragrans. Lour. Syringa chinensis, L. und S. persica. L. Die Blätter von Olea chrysophylla. Lam. wirken eraelisch-purgirend. O. 128. Jasmineae. Ueber die Zusammensetzung dieser Pflanzen ist nichts bekannt. Die Blüthen vieler, wie Jasminum oflicinale I., J. SambacZ., J. angusti- folium TF., Nyctanthes Arbor tristis L. sind wohlriechend, enthalten also irgend ein ätherisches Oel , auch Bitterstoffe scheinen häufig vorzukom- men, so sind z. B. Blätter und Aeste von Jasminum nervosum Lour., die Wurzel von Jasminum angustifolium W. sehr bitter. Die Blätter von Jasminum noctiflorum Afz. sind scharf, die Blüthen von Nyctanthes Arbor tristis L. enthalten einen orangegelben Farbstoff. CLASSIS XXIV. R u b i a c i n a e . O. 129. Vibiiriieae. Viburnum Opulus. L. Die Rinde enthält: eisenbläuenden Gerbstoff, einen eigenthUmlichen Bitterstoff (Viburnin) , braunes, saures Harz, Chlorophyll, Wachs, Gerbsäureabsatz, Gummi, Pektin, äpfelsaures Kali und Kalk, Gyps, Eisenoxyd, Bittererde, Pflanzenfaser und eine flüchtige Säure. [Kraemer.) Diese ist ein Gemenge von Valerian- und Essigsäure, [v. Morro.) Die sauren, gerbstoffhaltigen Beeren ent- halten Phocensäure [Chevreul), identisch mit Valeriansäure. [Dumas.) Sarabucus nigra. /.. Die Blüthen enthalten: flüchtiges Oel, dunkel- grünes, kratzend schmeckendes Hartharz , Gerbstoff, oxydirten Ex- tractivstoff, stickstoffhaltigen Extractivstoff, Gummi, Holzfaser, kleber- artige Materie, Eivveiss, äpfelsaures Kali und Kalk, Mineralsalze, Spu- ren von Schwefel. {Eliason.) Das über die Blüthen abdestillirte Classis XXIV. Rubiacinae. 127 Wasser ist alkalisch durch einen Gehalt an Ammoniak. [Gleitsmann, Pagenstecher.) Die Blüthen enthalten ätherisches Oel , das durch Cohobiren gewonnen werden kann {Pagensiecher) , oder durch Aus- ziehn der mit Kochsalz gesättigten Aqua destillata florum Sambuci mit Aether. [Winkler.) Die Blüthen enthalten Viburnumsäure {Kraemer), das ist: Valeriansäure. ■ — Wasser zieht aus den Blüthen einen bit- tern, etwas scharf und säuerlich schmeckenden Extractivstoff aus, die Infusion wird durch Eisensalze dunkelgrün gefärbt. — Die Blüthen enthalten einen Stoff, ähnlich dem Fleischextract. [Berzelius.) — Die Beeren enlhalten : Aepfel- ohne Citronsäure, Zucker, Gummi, einen schweisstreibenden, auch in den Blülhen enthaltenen Stoff, einen rothen Farbstoff, der mit wenig Alkali blau, mit mehr grün wird. (Scheele.) Der Farbstoff gibt mit Bleioxyd eine indigblaue Verbindung. — Die Wurzelrinde enthält ein emetisch purgirendes Weichharz. (E. Smo7i.) Die mittlere, grüne Binde der zweijährigen Aeste enthält: Viburnumsäure (i.e. Valeriansäure), Spuren eines ätheri- schen Oeles, Eiweiss, indifferentes Harz, saures, schwefelhaltiges Fett, • Wachs, Chlorophyll, Gerbsäure, Traubenzucker, Gummi, Extractiv- stoff, Amylon, Pektin, äpfelsaures Kali und Kalk, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Gyps, phosphorsauren Kalk, Bitlererde, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Kraemer.) Die Samen enthalten fettes Oel. [Blass.) — Das Hollundermark enthält; Medullin (i. e. Cellulose) , Spuren von Extractivstoff, pflanzensauren Kali und Kalk, phosphorsauren Kalk und Eisenoxyd. [John.) Die ähnliche Zusammensetzung der übrigen , nicht näher unter- suchten Pflanzen dieser Familie wird sich aus den angeführten Bei- spielen ersehn lassen. Vlhurnum Lantana. L. Aus der Wurzel wird Vogelleim bereitet. Die innere Binde ist scharf, blasenziehend (Senföl?). Die Beeren sind schleimig, süss und gerbstoffhallig. Die Blätter sind reich an Gerb- stoff. Viburnum Tinus. L. Die Beeren wirken drastisch purgirend. Sambiicus Ebulus. L. Alle Theile sind scharf und riechen unange- nehm, mit Ausnahme der Blüthen, schmecken bitterlich und pur- giren, besonders heftig die W^urzel. Die Beeren sind säuerlich- sUss und schleimig. — Die Beeren enthalten ein Harz, ähnlich dem Vogelleim (oder Viscin). {Zeller.) Sambucus racemosa. L. Kömmt in seinen Eigenschaften sehr nahe mit S. nigra überein. Die Beeren enthalten einen scharlachrothen Farb- stoff. O. 130. Caprifoliaceae. Die Caprifoliaceen sind nicht chemisch untersucht. Die folgenden Beispiele mögen ein Bild ihrer Zusammensetzung geben. 128 J- Vegetabilia dicotyledonea. Lonicera corymbosa. L. Mii der Rinde wird schwarz gefärbt (Gerbstoff). Lonicera Xylosteum. L.\ ^. ^ . , , . , r . X . . T }■ Die Beeren wirken stark purairend. Lonicera tartanca. /- ( Triosteum perfoliatiim. L. Die bittere, purgirende Wurzel soll fieber- vertreibend wirken, in grösserer Dosis bringt sie Erbrechen hervor. Syraphoricarpos vulgaris. Mchx. Die gerbsloffreichen Äeste und Wur- zeln sollen ein Antifebrile sein. Linnaea borealis. Gvon. Die Blüthen riechen angenehm, besonders l)ei Nacht. Die Pflanze schmeckt bitter. O. 131. Riibiaceae. Genera A. Stellata. Galium Aparine. L. Die Früchte werden als KafiFesurrogat gebraucht. (Gaffeln?) — Das Kraut enthält: Galitannsäure, Rubichlorsäure, Citronsäure, Chlorophyll, (fi. Schwarz. ) Galium verum. L. Das Kraut enthält: Chlorophyll, Stärke, mehr Gali- tannsäure , weniger Citronsäure , beiläufig ebensoviel Rubichlorsäure als das Vorhergehende. {R. Schwarz.) — Die Wurzel ist roth, ent- hält vielleicht dieselben Bestandtheile wie die von Rubia tinctorum. L. Asperula odorata. L. Das Kraut enthält: Gerbstoff, bittern Extractiv- stoff und Cumarin {Kosmann), Cumarin {Bleibtreu). — Das Kraut enthält: Chlorophyll, Aspertannsäure , Rubichlorsäure, Cumarin, [wahrscheinlich Citronsäure und Catechusäure] und etwas Fett. [R. Schivarz.) Rubia tinctorum. L. Die Blätter enthalten: Chlorophyll, Rubitann- säure , Rubichlorsäure, Citronsäure, Schwefel- und Phosphorsäure, Kalk- und Bittererde. [E. Willigh.) — Die Wurzel enthält: Alizarin, Rubiacin, Rubian, « Harz, ß Harz, Pektinsäure, Xanthin, oxydirten Extractivstoff und Oxalsäure. {Schunk.) Die Krappwurzel enthält: Citronsäure, keine Oxalsäure, keine Aepfelsäure [die Kuhlmann gefun- den haben will], keine Weinsäure [wie John angegeben hat], Alizarin, Spuren von Purpurin, Ruberythrinsäure, Rubichlorsäure, Pektinsäure, Zucker, etwas Fett. {Rochleder.) Rllbia Munjista. Rxbg. Die Wurzel enthält dieselben Farbstoffe wie die Krappwurzel. {Runge.) Auch Ruijia peregrina L., Rubia chilensis Mol., R. Relbun Cham. elSch.^ R. hypocarpia DeC. scheinen dieselben Farbstoffe zu enthalten. j G. B. Anthospermea. Von den Pflanzen dieser Abiheilung ist in Beziehung auf ihre Zu- sammensetzung nichts bekannt. Anthospermum aethiopicum L. riecht angenehm ambraartig. Glassis XXIV. Rubiacinae. 129 G. C. Spermacocea. Richardsonia scabra. Knth. (Richardia. L.) Die Pflanze (im botanischen Garten zu Prag gezogen) enthält Gilronsäure in allen Theilen in reichlicher Menge, Gerbstoff" in den oberirdischen Theilen, kei- nen in der Wurzel. {Rochleder und Wüligk.) Die Wurzel (der aus ihrer Heimath bezogenen Pflanze) enthält: Emetin, Gummi und Faser. [Pelletier.) Die Wurzeln mehrerer Pflanzen dieser Abtheilung dürften Eme- tin (?) enthalten. Richardsonia rosea. Sl. Hü. \ ßorreria ferruginea. DeC. \ Haben emetisch wirkende Wurzeln. Borreria Poaya. DeC. J G. D. Hedyotidea. Ueber die Zusammensetzung der Pflanzen dieser Abtheilung ist ebensowenig bekannt, wie über die Abtheilung der Spermacoceae. Einige Pflanzen, die ich beispielsweise hier anführe, zeigen, dass sie mit denen der früheren Abtheilungen nahe übereinkommen. Oldenlandia umbellata. L. Die Wurzel wird wie Krapp verwendet. (Alizarin?) Bouvardia Jacquini. H. eiB. \ ^ , , . . ^ . , ^ „. , . , , , ) Enthalten viel Gerbstoff^. Sipanea pratensis. Auhl. J Iserlia coccinea. VahL Das Holz dieses Baumes ist bitler. G. E. Cinchonea. Exostemma caribaeum. fi, et S. (Cinchona. Jacq.) Liefert den Gor lex China e caribaeus. Exostemma floribundum. R. et S. (Cinchona. Sw.) Von diesem Baume stammt die China St. Luciae, ma rtinicensis, jamaicensis , montana, Pyton. Diese Rinde enthält: eine sehr bitlere Materie, wenig in Wasser, leicht in Säuren löslich, eine dem Chinaroth ähnliche Materie, eine der Chinasäure ähnliche Säure. [Pelletier nnA Caventou.) Das Infusum dieser Rinde fällt Leim- und Brechweinstein- Lösung, grünt Eisenoxydsalze, wird sehr wenig von Galläpfelinfusum gefällt. Exostemma angustifolium. R.&iS. (Cinchona. Sw.) Die Blüthen sind wohlriechend wie bei E. caribaeum. Die Rinde kömmt als Gort ex Chinae angustifoliae in den Handel. Exostemma brachycarpum. R. et S. Die Rinde ist sehr bitter und kömmt als Cortex chinae brachycarpae im Handel vor. Buena hexandra. Pohl. Die bittere Rinde wird als China von Rio Janeiro gebraucht. Cinchona. Alle Chinarinden enthalten einen eisengrünenden Gerbstoff, Chinasäure, Chinin oder Cinchonin oder beide Basen zugleich, ferner (immer?) Cinchotin , einen mehr oder weniger dunkelgefärbten Stoff, Ruchleder, Phytocheniie. 9 130 I- Vegetabilia dicotyledonea. ein Zersetzungspioclukt der Gerbsäure. In wenigen dieser Rinden ist Aricin. in einigen Chinidin enthalten. Die eisengrünende Gerbsäure kömmt auch in den Blättern, in denen die Basen und die China- säure fehlen, vor. In den Früchten fehlen die Basen, nicht in der Wurzel. Auch der aus Einschnitten ausfliessende Saft enthält die Basen. Die Rinden enthalten auch Chinovasäure oder Chinovabitter. Portlandia grandiflora. L. Die Rinde soll die China nova Xauxa sein. [T. Martins.) Sie enthält: Chinovagerbsäure , Chinovaroth, Gummi, Chinasäure, Chinovasäure. [Hlasiwetz.) Emetisch wirkende Stoffe (Emetin?), Bitlerstoffe (Basen? Chinin?), Gerbstoffe und Farbstoffe kommen in mehreren Pflanzen dieser Ab- iheilung vor; z. B. Manettla cordifolia. Marl. Die Wurzel soll emetisch wirken (Emetin?). Mussaenda Landia. L. (M. lalifolia. Poir.) Die Rinde (Beiahe oder Bela- aye) ist bitter, etvi'as aromatisch und gerbsloffhaltig. Pinkneya pilbens. Mchx. Rinde und Wurzel werden statt Chinarinde gebraucht (Chinin?). Coutarea speciosa. Auhl. (Portlandia hexandra. Jacq.) Die Rinde wird wie Chinarinde gebraucht, soll emetisch und purgirend wirken (Eme- tin? Chinin?). Wendlandia tinctoria. DeC. Die Rinde enthält einen brauchbaren Farb- stoff. G. F. Gardeniea. Keine der hieher gehörigen Pflanzen ist chemisch genauer unter- sucht. Aus den angeführten Beispielen kann man sich von ihrer Stoff- bildung im Allgemeinen einen Begriff machen. Catesbaea spinosa. L. (C. longiflora. Siv.) Soll den Cor lex Chinae spin osae liefern. Posoqueria longiflora. Auhl. Die Beeren sind süss. Oxyanthus tubiflorus. DeC. Die Blüthen sind sehr wohlriechend. Genipa americana. L. (Gardenia Genipa. Sw.) Die Blüthen riechen sehr angenehm, nelkenartig. Der Saft der unreifen Fruchl- rinde schwärzt die Haut dauernd. Das Fruchtmark enthält viel Zucker. Genipa Merianae. Rieh. Die Früchte riechen quittenarlig , schmecken süss und säuerlich. Genipa campanulata. Rxbg. Die Früchte purgiren. Gardenia florida. L. Die Blüthen riechen sehr angenehm. Der Saft der Früchte enthält einen orangegelben Farbstoff. Randia dumetorum. Lam. (Gardenia. Reiz. G. spinosa. L.) Die Blü- then sind wohlriechend, die Früchte wirken emetisch (Emetin?) und dienen zum Beläul)en der Fische. Randia longiflora. Lam. Die Rinde ist ein Fiebermittel (Chinin?). Classis XXIV. Rubiacinae. 131 Stylocoryna Webera. W. et Ä. (Webera corymbosa. W. Cupia. DeC.) Die Blülhen riechen angenehm. Die Früchte sind süss. Die bitte- ren Blätter enthalten Gerbstoff und riechen angenehm. Grifflthia fragrans. W. et A. Die unreifen Früchte sind reich an Gerbstoff. G. G. Guettardea. Die Pflanzen dieser Abtheilung sind ebenfalls chemisch nicht un- tersucht. Guettarda argentea. Lam. )t^t,i ii n i , a- ^ " . , Die Rinden enthalten Gerbstoff und Guettarda speciosa. L. i Rtt t ff Antirrhoea verticillata. DeC. ) G. H. Psychotriea. Coffea arabica. L. Die Kaffebohnen enthalten: Cellulose, fette Mate- rien, Glucose, Dextrin, eine organische Säure, Legumin, Casein (Glu- tin??), chlorogensaures (i, e. caffegerbsaures) Kali-Caffein, eine stick- stoffhaltige Materie, Caffein, ätherisches, festes und flüssiges, aroma- tisches Oel, in der Asche: Kalk, Kali, Biltererde, Phosphor-, Schwefel- und Kieselsäure, Spuren von Chlor. (Payen.) Die Bohnen enthalten ausser Cellulose noch ein in Schwefelsäure lösliches Kohlehydrat. {v. Baumhauer.) Die Bohnen enthalten: Kaffegerbsäure , Viridin- säure, öl- und palmitinsaures Glyceryloxyd, Legumin, Eiweiss, Zucker, Holzfaser, Spuren von riechenden), flüchtigem Oel, Spuren von Citron- säure und Caffein. [Rochleder.) Chiococca racemosa. Jacq. Die Cainana- oder Cainca- Wurzel enthält: Fett, Wachs, Hartharz, nicht in Aether löslich, —Weichharz, Federharz (??), Emetin, kratzenden, bittern Extractivstoff, eisengrü- nenden Gerbstoff, Schleimzucker, Bassorin, Holzfaser, braune Materie, wenig in Wasser, leicht in Weingeist löslich, durch Jod daraus fällbar, — Eiweiss, Benzoesäure , freie Aepfelsäure , äpfelsauren Kalk , Gyps und Eisen. [Nodt und v. Santen.) Die Wurzel enthält: Caincasäure, ein grünes, in Aether lösliches, widrig riechendes Fett, ein in Wasser und Weingeist von 0,833 lösliches, durch Bleiessig fällbares Extracl, dadurch nicht fällbares Extract. [Francois ^ Pelletier und Caventou.) Die Wurzel enthält: in Alcohol, Wasser und Aether löslichen, gelben, scharfen Extractivstoff, scharfes, weiches Harz, ein dem Vogefleim ähnliches Harz, eisengrünende Gerbsäure , Gallussäure, Gerbsäure- absatz, Stärke und Gummi. [Nees von Esenheck.) Die Wurzel ent- hält Caincasäure und Kaffegerbsäure. {Rochleder und Hlasiwetz.) Psychotria emetica. L. (Ronabea. Rieh.) Die Wurzel (schwarze, ge- streifte oder peruanische Ipecacuanha) enthält: fette Substanz, Emetin, Gallussäure, Stärke, Gummi und Holzfaser. [Pelletier.) Cephaelis Ipecacuanha. Rieh. (C. emetica. Pers.) Die Wurzel (ächte, geringelte, braune, graue Ipecacuanha) enthält in der Rinde: 9* 132 I- Vegetabilia dicotyledonea. Talg, flüchtiges Oel, Wachs, Emetin, Gummi, Stärke, Holzfaser, eine Spur einer Säure , wahrscheinlich Gallussäure (keine Gallussäure, Pfaff); in dem inneren holzigen Theile: Spuren von flüchtigem Oel, Emetin, nicht emetischen Extra ctivstoff, Gummi, Stärke, Holz- faser. [Pelletier.) — Die Wurzel rinde enthält: fette Materie, Wachs, Harz, Emetin, Gummi und Salze, Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Spuren von Gallussäure. { Richard und Bairuel.) Die Wurzel ent- hält: Weichharz, Wachs, Emetin, Exti'activstoff von zuerst süsslichem, dann bitterem Geschmack , krystallisirbaren Zucker , Gummi, stärk- mehlartigen Stoff , Holzfaser, durch Kali ausziehbaren , stärkeartigen Körper, in der Asche der Holzfaser Kupfer. [Bucholz.) Die Wurzel enthält: kleine Mengen Fett, Spuren eines ekelhaft riechenden, äthe- rischen Oeles, Gummi, Stärke, Pektin, Emetin, Holzfaser, Ipecacuanha- säure. [Willigk.) Die Pflanzen dieser Abtheilung enthalten bittere und emetisch wir- kende Stofl'e sehr häufig, manche sind heftige Gifte, die Früchte von einigen sind reich an Zucker, wie diess aus den angeführten Beispielen hervorgeht. Coffea niaiiritiana. Lam. Die ekelhaft bittern Samen sollen emetisch wirken (Emetin?). Coffea benghalensis. Rxbg. Coffea racemosa. B. et P. Ihre Samen werden wie die von C. arabica Coffea mozambicana. DeC. \l. gebraucht (Caffein?). Coffea Zangiiebariae. Lour. Ixora Bandhuca. Rxhg. | Die Wurzeln werden als Fiebermittel ge- Ixora grandiflora. Ker. | braucht (Chinin?). Ixora lanceolata. Lam. Die Wurzel schmeckt bitter und scharf. Pavelta parviflora. Afz. Die Wurzel ist bitter. Pavetta liidica. L. Die aromatische Wurzel schmeckt bitter. Die Blät- ter riechen stark, aber unangenehm. Psychotria parasitica. Sw. Die Wurzel wirkt emetisch. Psychotria iiliginosa. Sw. Psychotria nervosa. Sio. Psychotria laxa. Siv. Psychotria brachiata. Sw. Psychotria inarginata. Sw. Palicoiirea speciosa. Hwn. et Bonpl. Die Blätter wirken giftig. Palicoiirea noxia. Marl. \ Palicourea longifolia. St. HU. (nee H. ei B.) > Die Früchte sind giftig. Palicourea Marcgravii, St. HU. ) Palicourea diuretica. Mart. Die Blätter sind giftig. [Guibourt.) Canthiiim parviflorum. Lam. Die Blüthen sind wohlriechend, die Früchte süss. Die Samen dienen als Caffiesurrogat (Caf- fein?). Classis XXV. Contortae. 133 Canthium Rhedii. DeC. Die wohlriechende Wurzel schmeckt bitter. Serlssa foetida. Comm. Die bittere Wurzel ist reich an Gerbsloflf. Vanguerla edulis. Vahl. Die Früchte sind süss. Geophila reniformis. Cham, et Seh. ] Cephaelis muscosa. Siv. l Die Wurzel wirkt emetisch. Cephaelis punicea. Vahl. | G. I. Cephalanthea. Uncaria Gambir. Rxbg. (Nauclea. Hunt.) Liefert Catechu [wahrschein- lich die Sorte, welche das Catechin = d+HeOe + aHO enthillt.] Morlnda citrifolia. L. Die Wurzel enthält Morindin. {Anderson.) Die Früchte sind übelriechend. Ueber die Zusammensetzung der hieher zu zählenden Pflanzen ist nichts genaueres bekannt. Viele scheinen Farbstoffe (Alizarin?) zu enthalten. CephalanUius occidentalis. L. Die Blüthen köpfe sind wohlriechend, die Rinde wirkt purgirend und fieberwidrig. Morinda multlflora. Rxbg. Morinda tinctoria. Rxbg. I Die Wurzeln dienen zum Rothfärben. Morinda bracteata. Rxbg. | (Alizarin?) 3Iorinda angustifolia. Rxbg. Morinda umbellata. L. Die Rinde soll das Material sein, womit die in- dischen Foulards roth gefärbt werden, [Virey.) G. K. Operculariea. Ueber die Stoffbildung dieser Gewächse ist nichts Bestimmtes bekannt. O. 133. Lagodysodeaceae. Ueber die Zusammensetzung der hieher gehörigen Gewächse ist nichts bekannt. CLASSIS XXV. Contortae. O. 133. Logaiiieae. Strychnos Nux vomica. L. Die Rinde (falsche Angustura-Rinde) enthält: nicht scharfes Fett, galläpfelsaures Brucin , Gummi, Spuren von Zucker, Holzfaser. {Pelletier und Caventou.) Das Decoct der Rinde wird von Eisenoxydsalzen stahlgrün gefärbt. ( Winkler. ) *) Die Samen *) Angustura-Rinde, falsche. Stammt nach O'Shaugnessy von Strychnos Nux vo- mica ab. Sie wurde früher fälschlich von Brucea antidesenterica Mill. abgeleitet. 134 I- Vegetabilia dicotyledonea. (Nuces vomicae oder Krähenaugen) enthalten dieselben Bestandtheile wie die Ignaziushohnen, nur weniger Strychnin und mehr Brucin als diese, ferner mehr Fett und Farbstoff. {Pelletier und Caventou.) Sie enthalten eine übel riechende, flüchtige Materie [Pfaff) und Zucker, und gehn deshalb, mit Wasser übergössen, in Gährung über. [Pfaff, Desportes, Chevi-eul, Robiquet.) Die Asche enthält Kupfer. [Meissner.) Strychrios colubrina. L. Alle Theile der Pflanze sind sehr bitter und höchst giftig. Das Holz enthält dieselben Bestandtheile wie die Igna- tiusbohnen, nur viel mehr Farbstoff und Fett, weniger Strychnin und Holzfaser statt Stärke und Bassorin. [Pelletier und Caventou.) Strychnos ligustrlna. Blum. (St. muricata. Kost.) Die bittern Wurzeln und Aeste geben das Lignuni colubrinum timorense, das ganz, wie das Holz von St. colubrina zusammengesetzt zu sein scheint. Strychnos Tieute. Leschen. Aus der Wurzel rinde wird das Upas tieute bereitet, das als Pfeilgift verwendet wird. Dieses enthält: rothbrau- nen, harzigen Farbstoff, durch Salpetersäure grün werdend, ähnlich dem der falschen Angustura- Rinde, gelben extractiven Farbstoff, der durch Salpetersäure geröthet wird, Strychnin mit einer Säure, wahr- scheinlich Igasursäure. [Pelletier und Caventou.) Strychnos Pseudo-China. St. Hü. Die Rinde enthält: harzartigen Stoff, bittern Extractivstoff, braunes, mit stickstoffhaltiger Substanz verun- reinigtes Gummi, eine eisengrünende und Leim fällende Säure, die aber keine Gerbsäure ist. (Obwohl sie gerbt!?) [Vauquelin.) Die Rinde enthält kein Strychnin. Ignalia amara. L. ßl. (Strychnos Ignatii. Berg.) Die Samen (Igna- tiusbohnen) enthalten: grünes, butterartiges Fett, wenig Wachs, saures igasursaures Strychnin , etwas Brucin , extractiven , gelben Farbstoff, viel Gummi, Bassorin, wenig Stärke, Holzfaser, in der Asche kohlensauren Kalk und Chlorkalium. [Pelletier und Caventou.) Die [\on Berzelius) für Milchsäure erklärte Igasursäure ist eine eigenthüm- liche Säure. [Marsson.) [Die Versuche von Corriol sind nicht entschei- dend.] Die Ignatiusbohn en enthalten durch Aether ausziehbares, fettes Oel. [Sticket.) Die Ignatiusbohnen enthalten: eisengrünen- den Gerbstoff", gerbsaures Strychnin, einStrychninsalz mit eigenthüm- licher Säure, Gummi, ein unlösliches Gummi (?), Stärke, eine harz- artige, aromatische Substanz, Pflanzenfaser. [Jori.) Giftige Stoffe (wahrscheinlich Strychnin und Brucin) , Gerbstoffe und Harze scheinen in allen Pflanzen dieser Abtheilung verbreitet zu sein, wie folgende Beispiele zeigen. Strychnos guianensis. Mart.\ Aus der Rinde wird ein Pfeilgift (Wurali Strychnos toxifera. Schomb. ) oder Urari) dargestellt. Strychnos axillaris. Colbr. Die Samen sind giftig. Strychnos hicirrhosa. Lesch. Die Wurzel schmeckt äusserst bitter. Classis XXV. Contortae. J35 Brelimia spinosa. Harv. (Strychnos. Lam.) Der Brei der unreifen Beeren schmeckt äusserst bitter, der der reifen Beeren ange- nehm, scheint etwas Gerbstoff neben viel Zucker zu enthalten. Geniostoma febrlfugum. Spr. (Anassera. Mart.] Dient als Antifebrile. Gardneria ovata. Wall. Die jüngeren Aeste und Blätter enthalten viel gelben Saft. Williighheia edulis. Rxbg. Enthält viel klebrigen, an der Luft Caoutchouc absetzenden Milchsaft. Die Rinde enthält viel Gerbstoff. Potalia amara. Aubl. Alle The ile der Pflanze sind bitter, die Blätter und jungen Stengel wirken emetisch. Ueber Feuer schwitzt aus den Stämmen ein benzoeartig riechendes Harz aus. Potalia resinifera. 3[art. Die Blätter sind reich an Gerbstoff und Schleim. O. 134. Apocyneae. Genera A. Echitea. Von den Pflanzen dieser Abtheilung ist keine genauer untersucht. Die folgenden Beispiele mögen eine Vorstellung von ihren Eigenschaf- ten geben. Emetische und purgirende Materien, häufig Gifte, Bitter- stoffe , und besonders in den Blüthen ätherische Oele kommen sehr verbreitet vor. Einige dieser Pflanzen enthalten Caoutchouc, in andern soU Indigo enthalten sein. [Alle Theile, besonders Echites siiberecta. Jacq. (Ilaemadictyon. Z>o«.)jdie V^urzel der zweiten, Echites longiflora. Desf. \ enthalten scharfen giftigen l Milchsaft. Echites malabarica. Lam. Die Wurzel soll ein Febrifugum sein. Ag-anosma caryophyllata. Don. (Echites. Rxbg.) Die Blüthen dieser Art, sowie der andern Arten riechen angenehm nelkenartig. {Die Rinde (Cortex antidyssentericus) schmeckt stechend- bitter. Apocynum androsaemifolium. L. Alle Theile enthalten einen bittern, scharfen Milchsaft. Die Wurzel wirkt emetisch. Apocynum cannabinum. L. | Kommen in ihren Eigenschaften mit dem Apocynum pubescens. R. Br. j vorhergehenden überein. Apocynum venetum. L. Enthält einen scharfen , bitter schmeckenden Milchsaft. Die Wurzel wirkt emetisch purgirend. Nerium Oleander. L. Alle Theile sind narkotisch -giftig, selbst die Ausdünstung wirkt schädlich. — Auf den Blättern und Früchten schwitzt eine terpentinartige Materie von bitterem, brennend-scharfem Geschmack aus , die sich in Alcohol nur theilweise löst. Der Alcohol- 136 I- Vegetabilia dicotyledonea. Auszug gibt beim Verdunsten unter Verbreitung eines storaxähnlichen Geruches die Augen reizende Dämpfe. Die ausgeschwitzte Materie enthält ein giftiges Harz und eine sauer reagirende Substanz. {Lan- derer.) Nerium odoratum. Lam. Die Blüthen sind wohlriechend, Blätter und Wurzel giftig. Wrightia coccinea. Sims. Die Blüthen besitzen einen starken Wohl- geruch. Wrightia Piscida. Do7i. (Nerium. Rxhg.) Die Rinde, ins Wasser gelegt, tödtet die darin befindlichen Fische. Wrightia tinctorla. R. Br. Soll Indigo enthalten. Wrightia tomentosa. Rth. (Nerium. Rxbg.) Enthält in allen Theilen gelben Milchsaft. Die Samen sollen ein kräftiges Antifebrile sein. Alstonia scholaris. R. Br. Die Rinde ist bitter wie Enzian. Blaberopus venenata. Decsn. (Alstonia. R. Br.) Enthält in allen Thei- len giftigen Milchsaft. Vinca minor. L. \ Die bittern Blätter enthalten viel Gerbstoff (eisen- Vinca major. L. j grünend). Tabernae montana coronaria. Rxbg. (Nerium. L.) Die Blüthen sind des Nachts äusserst wohlriechend. Die Blätter enthalten milden Milchsaft. Die Rinde der Wurzel dient als anthelmintisches Mittel, Tabernaemontana citrifolia. L. Die Wurzel ist sehr bitter. Tabernaemontana alba. Mill. Enthält eine grosse Menge Milchsaft. Die Wurzel ist bitter. Tabernaemontana crispa. Rxbg. (T. orientalis. R. Br.) Die gelbe, an Milchsaft reiche Wurzel schmeckt stechend bitter. Tabernaemontana utilis. Arn. Nach gemachten Einschnitten fliesst eine reichliche Menge Milch ohne alle Schärfe aus. Tabernaemontana persicariaefolia. Jacq. Der Milchsa ft ist ätzend scharf. Vahea gummifera. Poir. I ,,., , r. •. . ^ . u TT 1 , ». T, 7 ^ Der Milchsaft gibt Caoutchouc. Urceola elastica. Rxbg. j ° Plumiera rubra. L. Die Pflanze enthält ätzend scharfen Milchsaft, der heftig purgirt. Die Blüthen sind wohlriechend. Plumiera alba. L. Enthält ätzend scharfen Milchsaft. Plumiera acuminata. Dnjand. Die Wurzel ist ein drastisches Purgir- mittel, der Milchsaft der Pflanze ist ätzend scharf. Plumiera phagedaenica. Marl. Enthält ätzend scharfen Milchsaft. Plumiera drastica. Marl. Der Milchsaft dieser Pflanze ist ein drastisches Purgirmittel. Plumiera relusa. Lam. Der M i 1 c h s a f t ist ätzend scharf. Plumiera pudica. Jacq. Die Blüthen sind äusserst wohlriechend. Allamanda Aubletii. Pohl. (All. cathartica. R. et S.) Die Blätter pur- giren sehr stark. Classis XXV. Contortae. 137 Allamanda Linnaei. Pohl. (All. cathartica L.) Die Blätter purgiren heftig. Allamanda Schottii. Pohl. Wirkt emetisch und purgirend. G. B. Cariasea. Die Pflanzen dieser Abtheilung kommen, wie es scheint, im We- sentlichen mit denen der ersten Abtheilung überein. Keine davon ist chemisch untersucht. Carlssa Xylopicron. Pet. Th. Das gelbe Holz ist sehr bitter. Ambelania acida. Äicbl. Die stark milchende Rinde der sauren, essbaren Beeren wirkt purgirend. Hancornia speciosa. Gomez. Liefert Caoutchouc. Die Rlüthen dieser Art sowie der andern sind wohlriechend. Hancornia pubescens. N. et M. Die Milch schmeckt anfangs süsslich, dann bitter. Caprosma. Forst. Die Arten haben einen äusserst unangenehmen Geruch. G. C. Rauwolfiea. Tanghinia madagascariensis. Pet. Th. (T. venenifera. Poir.) Die Sa- men sind ein furchtbares Gift. — Die Schalen derselben enthalten: Holzfaser, sehr wenig Harz, in der Asche Kalk und Eisenoxyd. Die Mandeln enthalten: Tanghin -Camphor, farbloses, fettes Oel , in Wasser und Weingeist lösliches, rothbraunes, bitterliches, Lackmus röthendes Extract, sich mit Säuren grünend, mit Alkalien bräunend, Spuren von Gummi , viel Eiweiss (Emulsin?), Holzfaser und in der Asche Kalk und Eisenoxyd. (0. Henrij und Ollivier.) Alyxia stellata. Rxbg. Die Rinde riecht fast wie Tonkabohnen und schmeckt gewürzhaft bitter. Sie enthält : riechendes Princip, gelbes, widrig bitteres , etwas scharfes Harz , Weichharz , bittern Extractiv- stofi', Holzfaser, Benzoesäure, Kalksalz. {Fr. v. Esenbeck.) Enthält eine camphorartige , krystaUisirte Substanz, den Alyxia -Camphor. {Nees V. Esenbeck jun.) Alyxia laurlna. Gaudich. Kömmt in ihren Eigenschaften mit der vorigen Pflanze überein. Bitterstoffe , ätherische Oele , scharfe , oft giftige Körper sind , wie sich aus den folgenden Beispielen ergibt , in den Pflanzen dieser Ab- theilung verbreitet. Cerbera Odallam. Harn. (C. Manghas. Ait.) Die Rinde und wohlrie- chenden Blüthen schmecken stechend bitter und purgiren. Die Sa- men sollen wie die des Stechapfels wirken. Cerbera lactaria. Harn. Enthält eine reichliche Menge von Milchsaft, der nicht scharf, sondern fad und widrig bitter schmeckt, und purgirt, wie auch die Blätter und die Rinde. Die Samen enthalten viel fettes Oel. 138 I- Vegetabilia dicotyledonea. Gerbera salutaris. Lour. Enthält viel zähen, klebrigen, nicht scharfen Milchsaft. Die Wurzel schmeckt sehr bitter, die Samen ähnlich den Haselnüssen. Thevetia nerlifolia. Juss. (Cerbera Thevetia. L.) Enthält in allen Th ei- len einen ätzenden, höchst giftigen Milchsaft. Thevetia Ahovai. Decsn. (Cerbera. L.) Alle Theile enthalten einen stark knoblauchartig riechenden Milchsaft. Die Samen wirken in hohem Grade narkotisch -giftig, ebenso die andern Theile, wie das stinkende Holz, das in Wasser geworfen die Fische betäubt. Rauwolfia nitida. L. Der Milchsaft, der weder scharf noch ätzend ist, wirkt emetisch purgirend. Rauwolfia canesceiis. W. Soll einen ätzend scharfen Milchsaft besitzen. Die aromatische Rinde, Gasca de Anta, soll davon herstammen. Rauwolfia vomitoria. Afz. Wirkt emetisch purgirend. Ophioxylon serpentinum. L. Die stark bittere Wurzel wirkt purgirend. Couma guianensis. Auhl. Die nussgrossen Beeren enthalten im unreifen Zustande einen sehr scharfen Milchsaft. O. 135. Asclepiadeae. Stapelia hirsuta. L. Enthält einen eignen, in Wasser, Alcohol und Aether löslichen Bitterstoff. [Bernays.] Die BlUthen der Stapelien riechen häufig sehr übel, ähnlich dem Menschenkoth. Marsdenia tinctoria. R. Br. Soll Indigo in bedeutender Menge enthalten. Asclepias syriaca. L. Der Milchsaft enthält Asclepion. [List.) Der- selbe enthält: Wachsfett (??), Elastin (!) [d. i. Caoutchouc], Gummi, Zucker, essigsaure und andere Salze. [Schultz.) In derWurzel, nicht in den oberirdischen Theilen , ist Stärke enthalten. [Hünefeld.) Der Milchsaft enthält: Harlharz, Federharz, Extractivstoff, kleberartige Substanz, Ei weiss, Spuren von Weinsäure. [John.) — Die Blüthen sondern sehr viel Honig ab, von reichlichem Zuckergehalt. Calolropis g^antea. /{. Br. (Asclepias. L.) Die ganze Pflanze ent- hält reichlich Milchsaft, der geruchlos, von scharfem Geschmack und ein drastisches Purgirmittel ist. Die Rinde wirkt emetisch und auch häufig purgirend. [O'Shmignessij.) — Die Wurzel (Radix Mudarii) enthält in der Rinde: Mudarin (brechenerregend wie Emetin), weis- ses, wachsartiges, bei 90" C. schmelzbares Harz, Stärke, Gummi, Eiweiss, fettes Oel und Pflanzenfaser. [Duncan.] Cynanchum acutum. L. Der scharfe Milchsaft dieser Pflanze purgirt. — Er enthält : Wachs, zwei Harze, Gummi, Eiweiss, vegetabilischen Leim, Gyps, Chlorkalium und Chlormagnesium, etwas Extractivstoff. Der ausgepresste Saft der Blätter besteht aus einem aufge- schlämmten Pulver und einer Flüssigkeit. Das Pulver enthält: in Al- cohol löslichen Extractivstoff Gummi, Faser, Eiweiss, Wachs, Chloro- Classis XXV. Contortae. 139 phyll, Kalk, Spuren von Chlor. Der abfiltrirte Saft enthält: Gummi, Gyps, Ei weiss, drei Extractivsloffe, Chlorkalium, einen durch Gallus- tinctur fällbaren Stoff, eisengrünenden, catechinähnlichen Stoff; — schwefelsaures Kali , Chlormagnesiuni und Kalk in der Asche. [Cla- mor-Marquart.) Vincetoxicum offlcinale. Mnch. (Cyanchum Vincetoxicum. R. Br. Ascle- pias. L.) Die Wurzel riecht frisch durchdringend, camphorartig, ähnlich der Asarumwurzel^ ist trocken fast geruchlos, schmeckt anfangs süsslich, dann bitter- scharf. — Sie enthält: Spuren von flüchtigem Oel, wachsartiges Fett, harzartige Materie, brechenerregende, extrac- tive Materie, Gummi, Gallertsäure, Stärke, Holzfaser, Ammoniaksalz, saures äpfelsaures Kali und Kalk, kleesauren Kalk, und in der Asche: kohlen-, phosphor- und schwefelsauren Kalk und Kieselsäure. [Fe- neulle.) Die Pflanzen dieser Familie enthalten häufig scharfe Stoffe im Milchsaft, manche enthalten Bitterstoffe, einige einen blauen Farb- stoff. Folgende Beispiele mögen dienen , eine Vorstellung von den Eigenschaften der Pflanzen dieser Familie zu geben. Hoya viridiflora. R. Er. Die Wurzel ist scharf, sehr bitter. Hoya coronaria. Blum. \ Hoya Rumphii Blum l E^^-^^^^^^ "^ allen Theilen einen nicht schar- Hoya lutea. Ä'ö.^. ' J fen Milchsaft. Tylophora punctata. Kost. Die bitterlich schmeckenden Blätter riechen stark und unangenehm, die Wurzel besitzt einen äusserst bittern Geschmack. Tylophora asthmatica. W. ei A. Die Wurzel wirkt wie Ipecacuanha. Marsdenia erecta. R. Br. (Cynanchum. L.) Der Milchsaft ist sehr scharf, zieht Blasen auf der Haut, wirkt emetisch und drastisch pur- girend. Dischidia Nummularia. R. Br. y Enthalten eine Menge eines nicht Conchophyllum imbricatum. Blum, i scharfen Milchsaftes. Gymnema sylvestre. R. Br. (Periploca. W.) Die Wurzel schmeckt bit- ter. Werden die, nicht scharfen Blätter gekaut, so heben sie auf 24 Stunden das Vermögen, den süssen Geschmack des Zuckers wahrzu- nehmen, auf. [Edgeworth.) Gymnema lactiferum. R. Br. (Asclepias. L.) Enthält eine reichliche Menge milder, angenehm schmeckender Milch. Gymnema tingens. Spr. (Asclepias. Harn.) Die Blätter enthalten einen blauen Farbstoff (Indigo?). Gonolobus macrophyllus. 3Ichx. Der äusserst scharfe Milchsaft dieser Pflanze wird als Pfeilgift gebraucht. Gonololms discolor. R.eiS. Der M ilchsaft dieser Pflanze soll ebenfalls sehr scharf sein und heftig emetisch -purgirend wirken. J40 I- Vegetabilia dicotyledonea. GonolobUS tingens. Decsn. Die Blätter enthalten einen blauen Farbstoff (Indigo?). Asclepias curassavica. L. Die Blätter wirken emetisch, noch stärker die gerbstoffhaltige Wurzel. [Hamilton.) Asclepias prolifera. Rott. Die Wurzel wirkt emetisch. Asclepias alexicaca. Jacq. Alle Theile der Pflanze wirken emetisch. Pentatropis splralis. Decsn. (Asclepias. Forsk.) Die Samen schmecken süss. Calotropis procera. R. Br. (Asclepias. Ait.) Der Milchsaft der Pflanze ist scharf, wirkt heftig purgirend , giftig. Die Blüthen sind in der Sonne wohlriechend, geruchlos im Schatten, die Blätter sollen eine Art Manna oder Zucker ausschwitzen. Kanahia laniflora. R. Br. (Asclepias. Forsk.) Die Pflanze enthält eine grosse Menge von Milchsaft. Holostemma Ada-Kodlen. R. et 8. Der Milchsaft dieser Pflanze ist mild. Solenostemma Argel. Hayn. (Cynanchura. DeC. C. oleaefolium. Nect.) Die Blätter schmecken unangenehm bitter und enthalten Gerbstoff". — Sie wirken durchaus nicht giftig. [Heerlein.) Daemia extensa. R. Br. Besitzt einen üblen Geruch. Sarcostemma viminale. R. Br. \ Enthalten milden Milchsaftinreich- Sarcostemma stipitaceum. R. Br. \ lieber Menge. Sarcostemma glaucum. H. et B. Die Wurzel wirkt wie Ipecacuanha. Secamone emetica. R. Br. Die emetisch wirkende Wurzel riecht sehr angenehm, eigenthümlich gewürzhaft. Secamone Alpini. R. etS. Enthält einen gelblichen, scharfen Milchsaft, wird als Brech- und Purgirmittel angewendet. Hemidesmus Indiens. R. Br. (Periploca. W.) Die Wurzel (Radix Na- nari) ist geruchlos, schleimig-bitter. [Kömmt als indische Sasseparille nach England.] Peripioca graeca. L. Der scharfe Milchsaft ist ein tödtliches Gift. Periploca vomitoria. Lesch. ] ^,. „, , . , ,. , „ ... , V Die Wu rzeln wirken emetisch. Periploca ciliata. Lesch. J Camptocarpus maiiriliana. Decsn. (Periploca. Poir.) Die Wurzel wirkt wie Ipecacuanha. O. 136. Geiitianeae. Gentiana lutea. L. Die Wurzel enthält: Vogelleim, ein in Weingeist lösliches Weichharz, — etwas flüchtiges Oel , Bitterstoff", braunes Gummi, Holzfaser, ein Kalksalz, wahrscheinlich phosphorsaures, • Zucker, blos durch Gährung nachweisbar. (A^ E. Henry.) Das Gen- tianin von Henry ist ein Gemenge von Bitterstoff" und einer geschmack- losen krystallisirten, gelben Substanz, dem Genlianin. [Trommsdorff.) Die Wurzel enthält: Genlianin, Bitterstoff, Fett, caoutchoucartige Classis XXV. Contortae. 141 Materie, Zucker und eine Säure, [Baumert) und Gallertsäure. (Denis.) Sie enthält: gelben krystallisirten Farbstoff (Gentisin) , einen Bitler- stoff (Gentianin), einen Leim, bestehend aus Wachs und einer caout- clioucartigen Materie, Zucker und eine Säure. [Lecomte.) Spigelia marylandica. L. Die unangenehm riechende , widerlich bitter schmeckende Pflanze wirkt narkotisch. Die Wurzel derselben ent- hält: Spuren von fettem Oel, scharfes Harz von widrigem Geschmack, in der Hitze Ammoniak entwickelnd, eisengrUnenden, eigenthUnilichen Gerbstoff, bittere, ekelerregende, extractive Materie und Holzfaser. Die Blätter enthalten: Myricin , Harz, Blattgrün, eigenthümliche, harzartige Materie, eigenthümlichen, eisengrünenden Gerbstoff, Holz- faser, äpfelsaures Kali, Chlorkalium, äpfelsauren Kalk. [Wackenrodev.) Spigelia anthelmlntica. L. Im frischen Zustande wirkt das Kraut nar- kotisch giftig, weniger kräftig nach längerer Aufbewahrung. — Die Wurzel enthält: Talg, Wachs, durch Aether ausgezogenes, hellgrü- nes, weiches, harziges Fett, Spigelin (ein giftiges Weichharz), wenig Harz, eine braune, nicht giftige, extractive Materie, Gummi, Holzfaser, Eiweiss, Gallussäure; und in der Asche : kohlensaures Kali, Chlor- kalium, kohlen-, phosphor- und Schwefel? -sauren Kalk, Eisenoxyd und Kieselsäure. — Die Stengel und Blätter enthalten: flüchtiges Oel, Talg und Wachs (?), Blattgrün, schwärzliche, nicht bittere, gum- miartige Substanz , Holzfaser , Gallussäure , und in der Asche : viel kohlensaures Kali und Ghlorkalium, wenig kohlen - , phosphor- und Schwefel ?- sauren Kalk , Kieselsäure und Eisenoxyd. [Ricord Ma- dianna.) Die Wurzel enthält: Spuren von flüchtigem Oel, v^eiches, scharfes, fettes Oel (Weichharz), Harz, sehr wenig, — extractiven Bitterstoff, süsse, gummiartige, in Alcohol unlösliche Materie, Holz- faser, Eiweiss, Gallussäure, äpfelsaures Kali und Kalk, in der Asche : kohlensaures Kali, Chlorkalium, kohlen-, phosphor- und schwefel- sauren Kalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. — Die Blätter enthalten: Blattgrün mit etwas fettem Oel, extractiven Bitterstoff, minder bitter, als der der Wurzel, viel Gummi, Holzfaser, Eiweiss, Gallussäure, äpfelsaures Kali und Kalk und Mineralsalze. [FeneuUe.) [Die Analyse von FeneuUe ist nach der Meinung von Ricord Madianna mit Spigelia marylandica angestellt worden.] MenyanUies trifoliata. L. Die Blätter sind äusserst bitter. Der aus- gepresste Saft des frischen Krautes enthält: extractiven Bitter- stoff, die I^isensalze smaragdgrün färbend (folglich ein Gemenge von Bitterstoff und Gerbstoff) , eine in Wasser und schwachem Weingeist lösliche, durch Gerbstoff fällbare Materie (PhytokoU?), braunes Gummi, Inulin , grünes Satzmehl (zu % aus Eiweiss und zu 7+ aus Blattgrün bestehend], Aepfelsäure , essigsaures Kali. Der ausgepresste Rückstand enthält: etwas Blattgrün, Bitterstoff, braunes Gummi und Holzfaser. ( Trommsdorjf.) Aus einem ätherischen Extracte setz- ten sich weisse, bittere, aus sauren Lösungen durch Alkali fällbare 442 I- Vegetabilia dicotyledouea. Kr\ stalle ab. — Das Kraut enthält einen eigenthümlichen Bitterstoff, das Menyanthin. [Brandes.) Die Pflanzen dieser Familie zeichnen sich besonders durch den Gehalt an Bitterstoff" aus, von dem jede etwas enthält. Gentlana purpurea. L. \ Gentiana pannonlca. Scop.lDie Wurzel schmeckt sehr bitter, Gentiana punctata. L. J Gentiana cruciata. L. Alle Theile der Pflanze sind sehr bitter. Gentiana Pneumonanthe. L. Blüthen, Blätter und Wurzel sind schwächer, aber angenehmer bitter als die vorhergehenden Pflanzen. Gentiana frigida. ^aen/,-. ) ^. _,_ , •. . • i j . i «•„ i •» „ .. ,. r i Die Pflanze besitzt eine bedeutende Bitterkeit. Gentiana acaulis. L. \ Gentiana humills. Stev. Das Kraut ist scharf bitter. Gentiana harbata. Froel. Die Pflanze schmeckt angenehm bitler. Gentiana Amarella. L. Die ganze Pflanze ist bitter. Gentiana aurlculata. Poll. Das Kraut ist bitter. Ophelia Chirayta. Gris. (Gentiana. Rxhg. Agathodes. Don.) Wurzel und Kraut sind sehr bitter. — Die Wurzel enthält: Harz, gelben Farbstoff", Aepfelsäure und Bitterstoff. [Boutron.) Swertia perennis. L. Wurzel und Kraut sind sehr bitler. Pleiirogyne rotata. Gris. (Swertia. L.) Die Pflanze ist bitter, die bitlern Früchte sind aromatisch. Halenia sibirica. Borkh. Besitzt einen angenehm biltern Geschmack. Clilora perfoliata. L. Das Kraut ist bitter. Chlora exaltata. Gris. Blätter und Wurzel schmecken bitter. Sabbatia angularis. PrsÄ. Das Kraut ist bitter. Frasera Walteri. Mchx. Die sehr bitlere Wurzel soll frisch, emetisch purgirend wirken, nicht nach längerer Aufbewahrung. Erythraea Centaurium. Pers. (Gentiana. L.) Das Kraut ist sehr biller. Erythraea pulchella. Fr. (Gentiana. Sw.) Das Kraut ist so bitter wie das der vorhergehenden Pflanze. Hippion verticillatum. Spr. (Gentiana. L. Exacum. W.) Ist so bitler wie Enzian. Coutoubea spicata. ylwö/. Das Kraut ist sehr bitter. Schultesia slenophylla. Mart. (Exacum guianense. Äicbl.) Ist sehr bitter. Apophragma tenuifolium. Gris. (Exacum. Äubl.)[ Beide bitlere Pflanzen Exacum pedunculatum. L. I dienen als Fiebermittel. Lisianthus grandiflorus, Aubl. Kömmt in seinen Eigenschaften mit dem Enzian Uberein. Lisianthus amplissimus. Mart. Die Wurzel ist sehr bitler. Lisianthus cheloroides. L. Das sehr bittere Kraul soll in grösseren Gaben purgirend wirken. Tachia guianensis. Aubl. Die Wurzel ist ausserordentlich bitter. Classis XXVI. Tubiflorae. 143 Spigelia glabrata. Marl. Die Wurzel riecht und schmeckt wie Baldrian- wurzel. Villarsia indica. Vent. Ist bitter, obwohl weniger als Menyanlhestrifoiiata. Villarsia ovata. Vent. Die Blätter sind ausserordentlich bitter. CLASSIS XXVI. Tubiflorae. O. 137. Boragiiieae. Onosma echioides. L. Die Wurzel scheint denselben Farbstoff zu ent- halten wie die Alkanna wurzel. Die Fruchtschale enthalt viel koh- lensauren Kalk. {Blitz.) Lithospermum olficinale. L. Die Schale der Frucht enthält: Holzfaser, Gyps, kohlensaures Kali und Kalk , und Kieselsäure. Das wässerige Decoct der Schalen und Häutchen der Kerne reagirt alkalisch, das der Kerne sauer. Die Asche der Samen sammt Schalen ent- hält: kohlensaures Kali , Ghlorkalium , phosphor- und kohlensauren Kalk, Gyps und Kieselsäure, Thonerde und Eisenoxyd. {Biltz.) Die Samen enthalten fettes Oel. — Die Fruchtschalen von andern Li- Ihospermum-Arten, von Cerinthe minor und C. aspera enthalten viel kohlensauren Kalk neben Holzfaser und Kieselsäure. {Biltz.) Alkanna tinctoria. Tsch. (Anchusa. L.) Der Kern der Wurzel enthält: wenig Harz, wenig harzigen Farbstoff, Extractivstoff, Gummi, Holz- faser. Die Rinde der Wurzel enthält: harzigen Farbstoff, Extractiv- stoff, Gummi, Holzfaser, oxydirten Extractivstoff. Die Asche der gan- zen Wurzel enthält: kohlen-, phosphor-, schwefelsaures Kali, Chlor- kalium, phosphorsauren Kalk und Bittererde, Eisenoxyd und Kiesel- säure. {John.) Die Wurzel enthält Anchusin, {Pelletier, Jolm, BoUey und Wydler) ferner Ammoniak, eine braune, in Wasser lösliche Mate- rie, eine bittere Substanz und vielleicht Gerbsäure. {Bolley und Wydler. ) Symphytum oflicinale. L. Die Wurzel ist zu % '" Wasser löslich. Die Lösung enthält: Gummi, Pflanzenschleim und etwas Asparagin, {Ber- zelius, Lehrb. B. 7.) und eisengrünenden Gerbstoff. — Die Zellen der Wurzel enthalten Stärkekörner und in Zucker überführbaren Schleim. (C. Schmidt.) Borago officinalis. L. Die frische Pflanze hat einen gurkenartigen Geruch, Der ausgepresste, durch Ruhe geklärte Saft enthält: thierische, in Wasser, nicht in Alcohol lösliche, durch Gerbstoff fäll- bare Materie, Mucus , äpfelsaures Kali oder das Kalisalz einer ganz ähnlichen Säure, essigsaures Kali, Kalksalz der der Aepfelsäure ahn- 144 '• Vegetabilia dicotyledonea. liehen Säure und Salpeter. {Braconnot.) Die ganze, frische, blü- hende Pflan ze enthält im wässerigen Extracl: Schleim, Ex tractivstoff," saures essigsaures Ammoniak, Kali und Kalk, schvvefel- und salpelersaures Kali , Chlorkalium und phosphorsauren Kalk ; im weingeisligen Extract: Hartharz, Blattgrün, Spuren von Kalk ; ferner Holzfaser und Eiweiss. In der Asche ist: kohlen- und schwe- felsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsaurer Kalk, Kie- selsäure , Eisenoxyd, Spur von Manganoxyd. Mit Ausnahme der Blüthen enthalten alle T heile freie Säure, der nach Gurken rie- chende Stoft' ist in den Blättern und Kelchen in grösster Menge enthalten, in geringerer in den Stengeln, nicht in der Wurzel und den Blüthen. Das grüne Harz ist am nieisten in den Blättern und Kelchen, nicht in dem Mark und den Blüthen enthalten, der Exlractivstoff hauptsächlich in der Wurzel, die meisten salzigen Theile in den Blättern, die erdigen Theile in den Stengeln. {Lam- padhis.) Cynoglossum officlnale. L. Die Wurzel enthält: Fett, Farbstoff, Harz, Gerb- und Extractivstoff, Gummi, Gallerlsäure, Inulin , Holzfaser, thierische Materie, saures, äpfelsaures Kali , essigsauren Kalk , klee- sauren Kalk, riechendes Princip. [Cenedella.) In den Pflanzen dieser Familie treten vorzüglich der PQanzen- schleim und andere Kohlehydrate in ansehnlicher Menge häufig auf. Einige enthalten ätherische Oele, Gerbstoffe scheinen in allen enthal- ten zu sein. Der rothe Farbstoff der Alkanna scheint in mehreren Pflanzen dieser Familie enthalten zu sein. Im Uebrigen mögen die folgenden Beispiele die Eigenschaften der Pflanzen dieser Familie an- deuten. Cordia Myxa. L. Die Früchte sind schleimig, süss, die Wurzel pur- girt, die Rinde enthält viel Gerbstoff. Cordia latifolia. Rxbg. Die Früchte sind schleimig-süss. Cordia crenata. DeC. Aus den Früchten wird Vogelleim bereitet. Cordia Sebestena. L. Die Früchte sind schleimig-süss. Das Holz verbreitet auf Kohlen geworfen einen angenehmen Geruch. Cordia Riimphii. Blum. Das Holz riecht angenehm, schwach moschus- arlig. (Cordia chinensis. Lam. Das Fruchtfleisch schmeckt sauerund scheint Gerbstoff zu enthalten. Cordia alba. R. et S. Die Früchte sind schleimig-süss, die Samen schmecken wie Haselnüsse. Cordia graveolens. AWk ^ • c u • ^ ,. .. . . ^, ^, y Die Blatter riechen last wie Salbei. Cordia divaricata. Ruth, i Heliotropiura eiiropaeura. L. Schmeckt bitterlich. Heliotropium peruvlaiium. L. Die B 1 ü t h e n riechen vanillenartig. Classis XXVI. Tubiflorae. 145 Echiuin vulgare. L. 1 r^ ,, ,. • , c , i • ^ , . ... , Enthalten viel Schleim. Echiiim plantagineum. L. 1 Onosma Emodi. Wall. Dient zum Färben. Rindera laevigata. R. et S. Enthält viel Schleim. LiUiospermum arvense. L. Blätter und Stengel enthalten in der Asche viel Kieselsäure. {Bütz.) Die Wurzelrinde ist roth. Pulmonaria -Arten. Die Blätter schmecken schleimig. Mertensia marlliraa. Don. (Pulmonaria. L.) Blätter und Blüthen schmecken süss und schleimig. Anchusa officinalis L. und andere Arten haben süsslich-schleimig schmek- kende Wurzeln und Blätter. Die Blüthen sind bitterlich. Ebenso verhalten sich : ßulboglossum officinale Tsch. und andere Arten von Bulboglossum. O. 138. Hydrophylleae. Diese Pflanzen sind bis jetzt nicht chemisch untersucht. O. 139. Solaiiaceae. Capsicum annuum. L. Die Früchte ohne Samen enthalten : Wachs, scharfes Weichharz, bitteren, schwach gewürzhaften ExtractivstofF, ExtractivstofT ■ mit etwas Gummi, Parenchym, besondere, eiweissartige Substanz. [Buchholz.) Die Früchte enthalten: wachsartige Materie, rothen Farb- stoff, scharfes Oel (Weichharz), Gummi, matiere feculente (Pektinsäure, mitExtractabsatz verunreinigt, jßer^e/n^s), thierische Materie (Phytokoll), citronsaures Kali^ phosphorsaures Kali, Chlorkalium, unlöslichen Rück- stand. [Braconnot.) Capsicum longum. DeC. Die Früchte kommen mit denen von C. annuum überein. Capsicum haccatum. L. Die Früchte (Cayenne- Pfeffer) sind schärfer als die von C. annuum und G. longum. Solanum Diilcamara. L. Die Beeren wirken heftig emetisch purgirend. Die Stengel enthalten: grünes Harz von myrrhenartigem Geruch, Spuren von Benzoesäure, bitlersüssen Extraclivstoff , freie Säure, gummigen ExtractivstoflF, durch längeres Auskochen erhaltenen, gum- migen ExtractivstofF, Stärke, weissgelbes Pulver, aus der heissen Weingeistlösung niederfallend , an der Luft zerfliessend , von wenig scharfem Geschmack, durch Galläpfel fällbar, — Ei weiss, Blattgrün, klee-, phosphor- und schwefelsauren Kalk. [Pfaff.) — Die Blätter und Stengel enthalten Solanin. [Desfosses.) Die Beeren enthalten: viel Solanin, fettes Oel , Harz, wenig Blattgrün, Farbstoff und eine eigenthümliche Säure. [Peschier.) Die im April gesammelten Stengel enthalten einen , dem Solanin sehr ähnlichen Körper, der sich jedoch durch sein Verhalten zu Sublimat und Platinchlorid von diesem unterscheidet. {Winkler.) Die (von Peschier) in dieser und Kooh leiler, Plijlocheinic. JO 146 I- Vegetabilia dicotyledonea. allen andern Solanum -Arten gefundene Solansäure ist Aepfelsäure. {JoJm, Braconnot, Desfosses.) Solanum nigrum. L. Die frische Pflanze riecht unangenehm, etwas nar- kotisch , soll sehr viel Solaniu enthalten, besonders in den Beeren {Desfosses.) Solanum Pseudoquina. St. Hü. Die Rinde (Quina da Campo oder de Mandanha) enthält: grüngelbes, schmieriges, gewürzhaft riechendes, scharf schmeckendes Fett, braunes, hartes, bitteres Harz, extractiven Bitterstoff, durch Gerbstoff, nicht durch Bleizucker fällbar, wenig Stärke, Holzfaser, sticksloffreiche, schleimige, in Wasser, nicht in Weingeist lösliche Substanz, l)asisch äpfelsaures K^ali und Kalk, klee- und kohlensauren Kalk; in der Asche: Bittererde, Mangan und Eisen, und Spuren von phosphorsaurem fvalk. {Vauquelin.) Solanum mammosum. L. Die bittere Wurzel purgirt. Die giftigen Früchte enthalten: flüchtiges Oel, wenig, — gelben, harzigen Farb- stoff, gelbes, ekelerregendes, bitteres, extractives Princip, durch Gall- äpfel fällbar, ähnlich dem Cytisin, äpfeisaures Solanin, Gummi, Holz- faser, wenig Gallussäure, freie Aepfelsäure; in der Asche : kohlensau- res Kali , Chlorkalium, kohlen-, phosphor- und seh wefel"?- sauren Kalk. {Movin.) Solanum verbascifolliun, L. Die Frucht enthält: Harz, Solanin, Ammo- niaksalze nebst andern Salzen. Die Stengel enthalten: gelben, ex- tractiven Farbstoff, Extractivstoff, Solanin, Spur, — Gummi, Holzfaser, Eiweiss, Aepfelsäure, Ammoniaksalz ; und in der Asche : kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Gyps (?), Spuren von Kieselsäure und Eisenoxyd. [Payen und Chevallier.) Lycopcrsicum esculentum. Mal. (Solanum Lycopersicum. L.) Die Früchte enthalten: flüchtige, unangenehm riechende Materie, har- ziges Roth , Spur , — extractive Theile , Pflanzengallerte , Eiweiss, wenig, — saures äpfelsaures Kali und Kalk, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Ivalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. [John.) Physalls Alkekengi. L. Die Beeren sind sauer, die Kapseln bitter, — letztere sind ein Antifebrile. [Gendron.) Alle Theile, besonders die Fruchthüllen, sind bedeutend bitter und enthalten einen amorphen Bitterstoff, das Physalin , [beinahe gleichzusammengesetzt mit Cnicin], die Früchte Citronsäure. {Dessaignes und Chautard.) Atropa Belladonna. L. Der ausgepresste Saft des Krautes enthält: narkotischen, durch Galläpfel fällbaren Stoff, lösliches Eiweiss, thie- rische Materie (Phytokoll) , freie Essigsäure, Ammoniaksalz, Sauer- kleesalz, essig-, Schwefel- und salpetersaures Kali, Chlorkalium. {Vauquelin.) Das Kraut enthält : Wachs, harziges Blattgrün, saures äpfelsaures Atropin, Gummi, Stärke, Holzfaser, Phytokoll, osmazom- arlige Materie, Pseudotoxin, lösliches und coagulirtes Eiweiss, Ammo- niaksalz, essigsaures Salz, äpfelsaures Atropin, klee-, äpfel-, Schwe- fel- und salpelersaures Kali, Clilorkalium , klee-, äpfel - und phos- ClassisXXVI. Tubinorae. 147 phorsauren Kalk, äpfel- und phospliorsaure Biltererde; in der Asche auch Kupferoxyd. [Brandes.) Die trocknen Blätter enthalten folgende mit Aether ausziehbare Substanzen : flüchtiges Princip , weiches und festes Fett, in Aether, nicht inAlcohol lösliches Harz (Wachs?), grünes, in Aether und Weingeist lösliches Harz (Chlorophyll), braunschwarzen Farbstoff, äpfelsaures Atropin, biltern, die Pupille nicht erweiternden Extractivstoff, {Simonin und Ranque.) Das Atropin ist identisch mit Daturin. [v. Planta.) In dem, ein Jahr alten Extracte der Blätter fanden sich Krystalle von Asparagin. {Schmidt.) Die Wur- zel enthält: Atropin, Alropasäure und Blauschillerstoff (Aesculin??). {Richter.) üatura Stramonium. L. Das frische Kraul enthält: Harz, Extractiv- stoff, gummigen Extractivstoff, Holzfaser, grünes Satzmehl, Eiweiss, phosphor- und pflanzensauren Kalk und Bittererde, ausserdem oft Salpeter. {Promnits.) Die Samen enthalten: fettes Oel, dickflüssiges, fettes Oel, butterartiges Fett, harziges Blattgrün , Wachs, in Aether auflösliches Harz , rothgelbe, extractive Materie, äpfelsaures Daturin, Schleimzucker, gununigen Extractivstofl", Gummi, Bassorin, Holzfaser, Phytokoll, lösliches Eivs^eiss, eine dem Moder ähnliche Materie (Glute- noin!!), äpfel- und essigsaures Kali, äpfelsauren Kalk, häutige, kie- selsäurehaltige Absonderung, essigsauren Kalk, Chlorkalium und Chlorcalcium, phosphorsauren Kalk, Thonerde und in der Asche auch Kupferoxyd. {Brandes.) In einem mehrere Jahre alten Extracte fanden sich Salpeterkrystalle. {Bley.) Die Samen enthalten neben dem (von Lindfjergson entdeckten) Daturin {Geiger) bisweilen Slramo- nin {Trommsdorff) . Nicotiana Tabacum L. Der Saft der frischen Blätter enthält: brau- nes Oel, rothe , thierische, in der Hitze nicht gerinnende, in Wasser und Weingeist lösliche , durch Bleizucker fällbare Materie , Eivi'eiss, grünes Satzniehl, Aepfel- und Essigsäure, Salmiak, Salpeter, Chlor- kalium , äpfelsauren Kalk, klee- und phosphorsauren Kalk ; Kiesel- säure und Eisen im ausgepressten Rückstande. {Vauquelin.) — Die Blätter des, bei Heidelberg gebauten Tabaks enthalten: Nicotianin , Blattgrün , äpfelsaures Nicotin , schwach bitteren , nicht scharfen, braunen Extraclivstofl", Gummi, Holzfaser, lösliches Eiweiss, kleberartige Materie^ etwas Wachs, Stärke, freie Aepfelsäure, äpfel- saures Kali, Kalk und Ammoniak, Schwefel- und salpetersaures Kali, Ghlorkalium , phosphor- und schwefelsauren Kalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. Tabak von magerem Boden und die Blätter junger Pflan- zen geben wenig, Tabak von fettem Boden mehr Nicotin. {Reimann und Posselt.) Luftlrockne Tabaksblätter geben, mit Wasser destillirt, ein sauerreagirendes Nicotianin, nicht die frischen oder im Ofen getrockneten Blätter, {Landerer.) Der Tabak enthält Citron- säure und Aepfelsäure {Goupil), eine eigenlhümliche Säure und stick- stoffhaltendes Nicotianin. {Barral.) 10* 148 I- Vegetabilia dicotyledonea. Hyoscyamus nig-er. L. Die Samen enthalten: fettes Oel , etwas Harz, ExtractivstoflF, etwas Zucker, Gummi, Holzfaser, Eiweiss, narkotischen Stoff und Salze. Die Asche enthält : phosphorsauren Kalk, Thonerde, Kieselsäure, Eisenoxyd. {Kirchhoff.) Die Sa men enthalten: leicht in Weingeist lösliches, fettes Oel, schwierig in Weingeist lösliches, fettes Oel, wachsartiges Fett, in Aether unlösliches Harz, äpfelsaures Hyos- cyamin, Schleimzucker, Gummi, Bassorin, Stärke, Holzfaser, Phyto- küll, lösliches Eiweiss, verhärtetes Eiweiss, ä[)felsaures Kali, Kalk und Bitlererde, schwefel?- und phosphorsaures Kali, phosphorsauren Kalk und Bittererde. In der Asche: kohlen-, phosphor- und schwefelsau- res Kali, Chlorkalium, kohlen- und viel phosphorsauren Kalk, viel Kieselsäure, Mangan, Eisen und N^enig Kupfer. [Brandes.) Das Ex- tract des Krautes enthält: narkotisches, extractives Princip, in Wasser und Weingeist löslich, gelbbraunes, süsslich-bitteres, extrac- tives Princip, gummigen ExtractivstoflF, äpfel-, schwefel- und phos- phorsaures Kali, Chlorkalium und Bittererde. [Lindbergson.) Die Blätter enthalten: fettes und flüchtiges Oel , eigenthümliches Harz, Gummi, Holzfaser, Hyosciamin von Brandes, (d. i. essig-, schwefel- und phosphorsaures und salzsaures Kali, Kalk und Magnesia. [Braiilt und Poggiale.) In dem einige Jahre allen Extract des Krautes fanden sich Würfel von Chlorkalium. [Bley.) Die Pflanze enthält eine or- ganische Base, das Hyoscyamin. [Geiger und Hesse.) [Das Koromegin von Runge, in Datura, Hyoscyamus und Atropa von diesem Chemiker aufgefunden, ist nach Brault und Poggiale dasselbe Salzgemenge, das von Brandes Hyoscyamin genannt wurde.] Hyoscyamus albus. L. Enthält zur Blülhe zeit wenig, zur Zeit der Samenbildung gar kein Hyoscyamin. [Landerer.) Die übrigen, hier beispielweise angeführten Pflanzen mögen ein Bild von den Eigenschaften der Solanaceen im Allgemeinen geben. Cestruni Parqui. VHer. Die Blätter riechen einem Schweinsbralen ähnlich, unangenehm. Cestruni undulatum. R. et P. Riecht besonders gerieben sehr unan- genehm. Cestruni nocturnum. L. Die bei Tag geruchlosen Blüthen sind zur Nachtzeit sehr wohlriechend. Cestruni venenatum. Thbg. Die Samen sind sehr giftig. Solanum quitoense. Lam. Die Früchte sind im Aussehn und Geschmack den Orangen sehr ähnlich. Solanum macrocarpum. L. Die äpfelgrossen gelben Früchte schmecken wie Citronen. Solanum crispimi. R. et P. Die ganze Pflanze schmeckt sehr bitter. Solanimi Jacquihi. Willd. Die Beeren schmecken säuerlich -bitter. Solanum Sodonieum. L. Die Früchte sind äusserst giftig. Solanum lasiocarpum. Dun. Wirkt purgirend. Solanum paniculaliim. L. Die Wurzel schmeckt sehr biller. ClassisXXVI. Tubinorae. 149 Solanum toxicariiim. Rieh. Ist sehr giftig. Solanum Hernandezii. Sess. Die bitter scharfe Wurzel purgirt heftig. Solanum saponaceum. Dun. Die unreifen Früchte (Killo-Killo) dienen statt Seife zum Waschen (Saponin?). Solanum Trongum. Poi7\ Die Wurzel riecht und schmeckt widrig. Lycopersicum Humboldi. Dun. | Die Fruchte kommen in ihren Eigcn- Lycopersicum cerasiforme. Dun. / schaften mit denen von L. esculentum Lycopersicum pyriforme. Dun. J überein. Physalis somnifera. L. Die Wurzel wirkt narkotisch. Physalis peruviana. L. Die angenehm riechend^en Beeren schmecken säuerHch-süss, die Wurzel schmeckt bitter. Physalis angulata. L. Die Früchte schmecken süss -säuerlich. Physalis foetidissima. Lag. Riecht widrig, betäubend. Nicandra physaloides. Gaertn. Die Samen schmecken brennend scharf. Mandragora vernalis. Bertol. (Atropa Mandragora. L.) Alle T heile der Pflanze riechen widrig, betäubend, schmecken ekelhaft scharf und bitter. Die Wurzel wirkt schlafmachend. Mandragora autumnalis. Bertol. (Atropa Mandragora. Sibth. flor. graec.) Die Pflanze ist narkotisch. Sarracha procumhens. R. et P. ) Die Blätter werden zu schmerzstillen- Sarraclia contorta. R. et P. i den Umschlägen gebraucht. üatura Metel, L. Wirkt noch mehr narkotisch als D. Stramonium. Brugmansia sanguinea. Don. (Br. bicolor. Pers. Datura sanguinea. R. et P.) Die Samen wirken narkotisch. Nicotiana latissima. 71////. ] ^^ . ^t ^ i • i ^,. .. , . . „. , Kommen mit N. labacum ui ihren Ligen- Nicotiana chuiensis. F , ,.. ... . ^,, . . I schalten uberem. Nicotiana rustica. L. j Nicotiana glutinosa. L. 1 r,- i • . i . r i i- ^^. , , . , , } Sind viel scliarter ais die vorigen. Nicotiana pulmonaroides. Rnth. i Scopolia carniolica. Jacq. ( Scopolina atropoides. Schult. Ilyoscyamus Scopolia. L.) Ist ebenso narkotisch wie Ilyoscyamus niger. Ifyoscyamus aureus. L. Ist narkotisch. Physochlaena physaloides. Don. (Ilyoscyamus. L.) Kraut und Wurzel wirken wie Opium. Dartus perlarius. Lour. Die Beeren schmecken fad süsslich, die Wur- zel ist schwach gewürzhaft. Fahiana imbricata. R. et P. Schmeckt bitter und riecht harzig. O. 140. Cuscuttae. Die Pflanzen tlieser Ordnung sind nicht chemisch untersucht, sie enthalten purgirende und bisweilen bittere Stoffe; z. B. Cuscuta Epithynuim. L. Wirkt drastisch purgirend. Cuscuta europaea. L. Schmeckt scharf und wirkt purgirend. Cuscuta americana. L. Schmeckt bitter, wirkt gelinde purgirend. 150 I- Vegelabilia dicotyledonea. O. 141. Coiivolviilaceae. Convolvulus arvensis. L. Das Kraut schmeckt bitter und purgirt. Die Wurzel enthält: gelbes, ranziges, scharfes, Lackmus rölhendes Oel, grünes, ranziges, scharfes, bei 70° C. schmelzendes Fett, Ilarlharz, krystallisirbaren Zucker, gummiartiges Extract, Starke, Holzfaser, Eiweiss , Ammoniaksalz, essigsaures Salz, saure äpfelsaure Salze, Gyps und in der Asche : kohlensaures Kali, Spuren von phosphor- und schwefelsaurem Kali, kohlen- und phosphorsaureni Kalk, Eisen- oxyd und etwas Kieselsäure. [Chevallier .) Convolvulus Scammonia*. L. Die Wurzel enthält: eine organische Säure an Kali gebunden , einen durch Gallustinctur fällbaren Stoff, (wahr- scheinlich ein Alkaloi'd), in kaltem und heissem Wasser löslichen Ex- tractivstoff, Chlorcalcium, essigsaures Kali, Rohrzucker, Wachs, Gummi, Stärke, einen in Alcohol löslichen Extraclivstoff, phosphorsauren Kalk und Magnesia. — Wachs, Harz und ein Theil Gunuui sind in dem Milchsaft, Zucker, Gummi, Extractivstoff, Salze und Stärke in den Zellen enthalten. {CAamor Marquart.) Diese Pflanze, sowie Convol- vulus farinosus , sagittifolius und einige andere Arten liefern das Scammonium. Das Scammonium besieht aus Harz, etwas Gummi und Stärke. (Dublanc.) ßatatas Jalapa. Chois. (Convolvulus Mechoacanna. VancL) Die Wurzel enthält: Weichharz, wässeriges Extract (Gummi), Stärke, Holzfaser und Eiweiss. [Cadet de Gassicourt.) ßatatas edulis. Chois. (Convolvulus Balalas. L. Ipomoea. Lam.) Die frische Wurzel der reihen Batate enthält: flüchtige, viros riechende, wahrscheinlich flüchtig -ölige Materie, gelbes Fett aus Talg und Oel, und einer durch Zutritt der Luft gebräunten Materie beste- hend, gährungsfähigen Zucker, zum Theil kryslallisirbar, etwas Biller- stoff, Stärke , Holzfaser , lösliches Eiweiss, freie Aepfelsäure , wenig äpfelsaures , viel phosphorsaures , wenig schwefelsaures Kali , etwas Ghlorkalium, äpfel- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Eisea- oxyd. (0. Henry.) Die frische Wurzel der Varietät mit ro- senfar bener Haut enthält: flüchtiges Oel, Spur, — bei 0° flüssiges und bei 0° festes Fett, rothen Farbstoff, sich durch Alkalien grünend, durch Säuren röthend, in der Oberfläche der Knollen Ijefindlich, sich an der Luft bräunende , durch Säuren bläuende Substanz, gemeinen Zucker, Schleimzucker, Gallertsäure, Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Aepfelsäure, saures äpfelsaures Ammoniak, Kali und Eisen, äpfel- und kleesauren Kalk, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphor- sauren Kalk, Kieselsäure, Spuren von Mangan. {Pai/en und 0. Henry.) Die Wurzel der auf Domingo gebauten Pflanze enthält viel mehr Zucker, Stärke und Eiweiss. {Avequin.) Ipomoea Turpethiim. li. Br. (Convolvulus.!.) Die Wurzelrinde ent- hält viel Milchsaft. Die Wurzel schmeckt anfangs süss, dann bitter ClassisXXVI. Tubinorae. 151 und schnrf. Sie enthält: flüchtiges Oel , gelbe, fettige Materie , nicht purgirend (Weichharz) — nicht in Aether lösliches, purgirendes llart- harz, extractiven, gelben Farbstofl", Starke, Moder durch Kali auszieh- bar, Eiweiss, freie Aepfelsäure, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Kalk. Die Asche enthält: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlor- kalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk und Eisenoxyd. {Boutron Chmiard.) Ipomoea Purga. Wender. (I. Schiedeana. Zucc] Die Wurzel enthält: Harz, Mannit, eine braungefärbte Säure, essigsaures Kali, wässeriges Extract, Stärke, kleberartige Substanz, Holzfaser und Aschenbestand- theile. [Widnnumn.) Das Harz l^esteht aus einem in Aether löslichen Weichharz und einem in Aether unlöslichen Hartharz, dem Jalappin {Buchner, Herherger) oder ß. Harz { Sandrock) oder Rhodeoretin. [Kaiser. Meyer.) Die Wurzel enthält : Hart- und Weichharz, brau- nes, in Alcohol nicht lösliches Extract , Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Farbstofl", Zucker, Essigsäure und Chlorcalcium, Spur; in der Asche : kohlensaures Kali, Chlorkalium, kohlen-, phosphor- und Schwefel ?- sauren Kalk, Chlorcalcium?, Bittererde, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Cadet de Gassicourt.) — Die Wurzel enthält: Weich- und Hartharz, mit Alkalien sich röthenden Farbstofl", Schleimzucker, Gummi, Stärke, Holzfaser, gelinde kratzenden Extractivstofl', Eiweiss, durch Salzsäure ausgezogenes Bassorin, durch Kali ausgezogenes Gummi, Aepfelsäure, zum Theil an Kali und Kalk gebunden, phosphorsaures und schwefel- saures Kali und Kalk, essigsaures Kali und Chlorkalium, Chlorcalcium, kohlen?- und phosphorsauren Kalk, phosphorsaure Bittererde, in der Asche auch Kupferoxyd. [Gerber.) Die sogenannte Gialappone enthält: Jalappenharz, gummihaltiges Extract, Stärke, Eiweiss, Pflan- zenfaser, Chlorkalium, kohlensaures Kali, kohlen- und phosphorsaure Kalkerde. [Canobbio.) Ipomoea orizabensis. Ledern. Die Wurzel enthält nur ein in Aether lös- liches Harz. [Johnston. Kayser.) Die Wurzel enthält: Harz, Gummi, Extractivstofl', Stärke, Eiweiss und Holzfaser. [LeDanois und Planche.) Calyslegia sepiiim. R. Br. (Convoivulus. L.) Die Pflanze wirkt pur- girend, die Wurzel enthält: in Aether lösliches, grüngelbes Fett, purgirendes Harz, braungelben Extractivstofl", wenig Zucker, Gummi, Holzfaser, Eiweiss, essig- und salzsaures Ammoniak, essigsaures Kali, saures äpfelsaures Kali und Kalk, Ghlorkalium, phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Chevallier .) Harze, die bisweilen drastisch purgiren , scharfe Stoffe im Milch- saft, ätherische Oele, viel Kohlehydrate kommen in den Pflanzen dieser Familie vor, so z. B. Convoivulus pellatus. Forst. Enthält einen sehr klebrigen Saft. Convoivulus scoparius. L. \ Liefern einen Theil des Rosenholzes Convoivulus floridus. L. J (Lignum rhodium.) 152 I Vegetabilia dicotyledonea. Ipomoea pandurata. Mey. (Convolvulus. Lam. Conv. brasiliensis. L.) Die Pflanze enthält in allen Theilen einen scharfen Milchsaft, der purgirend wirkt. Ipomoea operculata. Marl. (Convolvulus. Gomez.) Die knollige, an Stärke reiche Wurzel wird wie Jalappa gebraucht. Calystegia Soldanella. R. Br. Das Kraut schmeckt bitter und scharf. Pharbltls Nil. Chois. (Ipomoea coerulea. Kön.) Der Samen wirkt dra- stisch purgirend. {O'Shaugnessij.) O. 142. Ilydroleaccae. Bei der Gattung Hydrolea findet sich ein Bitterstoff' im Kraut vor. O. 143. Poleiuouiaceae. Die chemische Zusammensetzung der hieher zu zählenden Pflanzen ist unbekannt. Folgende Beispiele mögen eine Vorstellung von ihren Eigenschaften geben. Cantua ligustrifolia. Juss. Die Blätter schmecken säuerlich -bitter. Canttia buxifolia. Lam. Schmeckt bitterer als G. ligustrifolia, kann zum Gelbfärben verwendet werden. Cantua pyrifolia. Juss. Der schleimige Saft der Blätter dient zum Waschen statt Seife. (Saponin?) CLASSIS XXVII. L a b i a t i f 1 r a e. O. 144. Bigiioniaceae. Die Zusammensetzung dieser Pflanzen ist unbekannt. Aus den angeführten Beispielen zeigt sich, dass Gifte (Alkaloide?) , Gerbstoff"e und Bitterstoff'e ziemlich häufig hier vorkommen. Tecoma Leucoxylon. Marl. (Bignonia. L.) Soll giftig sein und ein Gegen- gift gegen die Hippomane Mancinella abgeben. Tecoma radicans. Juss. Gilt in ihrer Heimath für giftig. Bignonia crucigera. L. Ist scharf giftig. Bignonia aequinoctialis. L. Die bittere Rinde ist reich an Gerbstoff'. Stereospermimi cbelonoides. N. E. (Bignonia. L.) Die Bluthen sind wohlriechend. Calosanthes indica. Blum. (Bignonia. L.) Die Wurzel ist bitter. Pajanelia raultijuga. iV. E. (Bignonia longifolia. W.) Die Wurzel ist bitter, die übelriechenden Blätter dienen zun) Schwarz färben. Bignonia Chica. H. et B. Die durch Alter roth gewordenen Blätter und Stengel geben das Chicaroth. Catalpa syringaefolia. Sims. Die Wurzel soll sehr giftig sein. Calalpa longissima. Sims. Blätter, Blüthen und Rinde sollen ein gutes Fiebermittel abgeben. Classis XXVII. Labiafiflorae. 153 Jacaranda Copaia. Don. (Bignonia. Auhl. Jacaranda procera, Spr.) Die Rinde wirkt emetisch purgirend. Paulovvnla imperialis. S. et Z. (Bignonia tomentosa. Thbg. Incarvillea. Spr.) Aus den Samen wird fettes Oel gepresst. O. 145. Acanthaceae. Die Zusammensetzung der hieher zu zählenden PDanzen ist nicht ausgemittelt. Schleim , emetisch wirkende Stoffe und verschiedene Pigmente sind ziemlich verbreitet in dieser Familie, wie sich aus den folgenden Beispielen ergibt. Amphiscopia inficiens. N. E. (Justicia. Vahl.) 1 Werden zum Blaufärben Leptoslachyasecundiflora. N.E. (Justicia. Fa/?/.) (gebraucht (Indigo?). Dicliplera haphica. A^. E. (Justicia tincloria. Lour.) Wird zum GrUn- farben verwendet. Dicliplera acuminala. Juss. Enthält viel Schleim. PeriStrophe tinctorla. N. E. (Justicia. Rxhcj.) Wird zum Rothfärben gebraucht. Cryphiacaiithus barhadensis. N.E. (Ruellia tuberosa. I.) Schmeckt bit- ter und scharf, wirkt emetisch. Crypliiacanlhus clandestinus. N.E. (Ruellia. L.) Die Wurzel schmeckt stechend scharf, soll ein Febrifugum sein. Dipteracanthus strepens. N.E. (Ruellia. L.) Wirkt emetisch. Acanthus mollis. L. Die ganze Pflanze enthält einen schleimigen, klebrigen Saft. Nelsonia hirsuta. A". v. Es. Wird zum Blaufärben gebraucht. Barleria Prionitis. L. Die Blätter sind bitter. Thnnbergia fragrans. Rxbg. Riecht sehr stark und angenehm. Andrographis paniculata. Wall. Ist sehr bitter. O. 146. Labiatae. Lycopus europaeus. L. Das Kraut enthält: flüchtiges Oel, Blattgrün, schmierige, widrig balsamisch schmeckende, harzige Materie (Weich- harz '?), harzigen Bitterstoff, süsslich, eigenlhümlich schmeckende, ex- tractive Materie, in Wasser und wässerigen Weingeist löslich, — braunen, geschmacklosen, extractiven F;irbstoff, dem Chinaroth ähn- liche Substanz, Gummi, Holzfaser, Gallussäure, äpfelsaures Kali, viel- leicht mit freier Aepfelsäure , viel Chlorkalium, phosphorsauren Kalk und schwefelsaure Salze. [Geiger.) Monarda punctata. L. Das ätherische Oel scheidet sich leicht in Elaeoplen und Stearopten. (Ärppe.) Collinsonia canadensis. L. Das Kraut riecht stark, aber unangenehm, die bittere Wurzel enthält eisenbläuenden Gerbstoff und ätherisches Oel. 154 I- Vegetabilia dicotyledonea. Salvia offlcinalis. L. Enthält: flüchtiges Oel , harziges Blattgrün , Gerb- stoff, Gummi, Holzfaser, Kleber, eine andere stickstoffhaltige Materie, freie Aepfelsäure , Salpeter, [llisch.) Die Blätter enthalten einen Bitterstoff". — Aus dem ausgepressten Saft der Blätter setzt sich gewöhnliches Salzmehl ab. [llisch.) Salvia verticillata. L. Die Zellen des Epicarpiums enthalten Schleim, — ein in Zucker überführbares Kohlehydrat. [C. Schmidt.) Salvia hispanica. L. Die Zellen des Epicarpiums enthalten ein in Zucker überfuhrbares Kohlehydrat ( C. Schmidt), enthalten keinen Schleim. [Gaertner.) Salvia splendens. Ker. Die Blumen enthalten: Talg, Blattgrün, extrac- tiven Farbstoff. (Bonastre.) Kosmariniis offlcinalis. L. Enthält viel ätherisches Oel (Bosmarinöl ), schmeckt l)itter. Teuorium Marum. L. Biecht stark, durchdringend, gewürzhaft, campher- artig. Das trockne Kraut enthält : weisses, bulterartiges, flüchtiges Oel, schwerer als Wasser, Hartharz inOelen und Aether löslich, Blatt- grün, Gerbstoff, Gallussäure, bittern Extractivstoff , gummiartigen Extractivstoff , Gummi, Stärke, Holzfaser, lösliches Eiweiss, durch Salzsäure und durch Kali ausgezogenes Gummi, kleberartige Materie, Essig- und Aepfelsäure, Chlorkalium, kleesaures Kali, Kalk und Eisen- oxyd , Chlorcalcium , schwefelsaures Kali und phosphorsauren Kalk. Die Asche der Holzfaser enthält : Kalk, Biltererde, Thonerde, Kiesel- säure und Eisenoxyd. [Bleij.) Teucriiim Scordium. L. Biecht knoblauchartig — und enthält einen eigen- thümlichen Bitterstoff. [WinUer.) Teucriuni 13otrys. L. Die Pflanze enthält ätherisches Oel, Bitterslofl" und eisengrünenden Gerbstoff. Lavandula Spica. L. Die Pflanze besitzt einen gewUrzhaft- bittern Ge- schmack. Sie enthält ein ätherisches Oel, — aus dem sich Caujphor (gleich zusammengesetzt mit dem Camphor der Laurineen) absetzt. [Dumas.) Die Stengel enthalten ein unangenehm riechendes, ätheri- sches Oel. [Bell.) Origanum creticiira. L. Sieb. Biecht und schmeckt stark gewürzhaft, ähnlich dem Majoran. Das ätherische Oel dieser Pflanze kömmt als spanisches Hopfen öl in den Handel. Mentha piperita. L. Das ätherische Oel besteht aus Elaeopten und Stea- ropten. [Blanchet und Seil.) 3Ienlha viridis. /.. Das ätherische Oel enthält viel Stearopten. [Kerne.) Mentha Pulegiiim. L. (Pulegium vulgare. Mill.) Enthält im ätherischen Oele viel Stearopten. [Kane.) Galeopsis ochroleuca. Lam. (G. villosa. Huds. G. grandiflora. Rth.) Die getrocknete Pflanze enthält: Fett, Wachs, Blattgrün, braunes, bilteiliches, nicht in Aether lösliches Harz , gelben, biltern, auch in Classis XXVII. Labiatiflorae. 155 Aether löslichen Extractivstoff, braunen, bittern Extra ctivstoff, brau- nen , unlöslich gewordenen Extractivstoff, Schleimzucker, Gummi, Spuren von Gallussäure, Aepfelsäure, äpfel-, phosphor- und schwe- felsaures Kali, Stärke, stickstoffreiches Extract, Holzfaser, äpfel- und phosphorsauren Kalk, und essigsaure Salze. Die Asche der Holzfaser enthält: kohlensauren Kalk, Biltererde, Eisenoxyd, phosphorsauren Kalk und Bittererde, Thonerde. [Geiger.] Die Pflanze riecht schwach, aber eigenthlimlich. Galeopsis Tetrahit, bifida, pubescens und versi- color kommen mit G. villosa ganz in ihren Eigenschaften überein. Lamiuni purpureum. L. Der aus der frischen Pflanze gepresste Saft enthält: harziges Wachs, harziges Blattgrün, Extractivstoff, gummöses Extract, Eiweiss, eiweissartige Substanz (Kleber?), saures äpfelsaures Kali und Kalk, Salpeter, phosphor-, Schwefel- und salz- saure Salze. {John.) Die Pflanze riecht stark und unangenehm säuerlich. Leonurus lanatus. Pers. (Ballota lanala. L.) Riecht schwach , unange- nehm , schmeckt stark bitter , — enthält : eisengrilnenden Gerbstoff, bittere, aromatisch-harzige Substanz (Picroballota), Chlorophyll, Chlor- natrium, Salpeter, Kalk, Thonerde und Eisen. [Jori.) Thymus vulgaris. L. Das ätherische Oel dieser Pflanze ist ein Gemenge von zwei verschiedenen Oelen. [Doveri.) Ocimum Basilicum. L. Die Pflanze riecht stark und angenehm, die Sa- men enthalten viel Schleim. — Das ätherische Oel enthält ein kryslal- linisches Stearopten. [Dumas und Peligot.) Pogostemon Patchouly. Pellet. Das Kraut enthält: ein ätherisches Oel von der Consistenz des Baumöles , eine harzartige, grüne Substanz, Gerbsäure und einen in Wasser löslichen Extractivstoff. Scutellaria lateriflora. L. Die ganze Pflanze ohne Wurzel enthält : ätherisches Oel, schwerer als Wasser, grüngelbes, fettes Oel, Blatt- grün, Gerbstoff', Bitterstoff, in Aether, Weingeist und heissem Wasser löslich, hellbraune, zerfliessliche, herbe, bitte-re. in Wasser und Wein- geist lösliche Materie, nebst einem Princip vom Geruch und Geschmack der Cruciaten , welches bei der Destillation mit Wasser übergeht, Zucker, Gummi , Holzfaser, lösliches Eiweiss. Die Asche enthält viel Kochsalz, kohlen- und schwefelsaures Kali. Chlorkalium, kohlen- und Schwefel? -sauren Kalk, Biltererde und Eisen. [Cadet de Gassicourt.) Reich an ätherischen Oelen, enthalten diese Pflanzen häufig Bitter- stoffe, immer (?) Gerbstoffe, wie die angeführten Beispiele zeigen. Ciinila mariana. L. Das Kraut enthält sehr viel ätherisches Oel. Hedeoma pulegioides. P. (Cunila. L.) Das Kraut riecht stark gewürzhaft. Monarila fistulosa. L. Blätter und Blüthen riechen stark aromatisch, schmecken bitter. Monarda didyma. L. Die Blätter dieser und anderer Arten sind ange- nehm aromatisch. CoUinsonia anisata. Pursh. Besitzt einen angenehmen anisarligen Geruch. Enthalten in den Früchten Schleim. [Gaertner.) J5g I. Vegelabilia dicotyledonea. Salvia Sciarea. L. Hat gerieben einen starken Geruch, ähnlich den Musca- tellertrauben, schmeckt balsamisch biller. Salvia Horrainum. L. Die Zellen der Fruchthaut enthalten viel Schleim. Salvia pratensis. L. Die stark balsamisch riechende Pflanze schmeckt bitter. Salvia glulinosa. L. Riecht stark, betäubend, ähnlich der Salvia Sciarea. Salvia aurea. L. Riecht wie Rosmarin. Salvia occidentalis. Sm. Riecht angenehm gewilrzhaft. Salvia procumhens. R. et P. Riecht stark und angenehn». Salvia Verbenacea. L. Salvia Disermas. L. Salvia argentea. L. Salvia ceratophylla. L. Salvia Aethiopis. L. Salvia iirticaefolia. L. Salvia canariensis. L. Meriandra bengalensis. Bent. (Salvia. Rxbg.) Riecht viel stärker als Salvia officinalis und schmeckt brennend, campborarlig. Ajuga genevensis. L. \ ^ ^^ . , , , ,. , . /. ^ , Das Kraut ist geruchlos, schmeckt bitter, ent- Ajugareptans i. La,, Oerbsloff. Ajiiga pyramidalis. L. J Ajuga Chamaepitys. Schreb. Die Pflanze riecht gerieben angenehm ros- marinarlig, schmeckt bitter- gewürzhaft. Ajuga Iva. ScJn^eb. Riecht stärker als die vorige, bisamartig. Anisomeles malabarica. R. Br. (Nepeta. L.) Riecht stark, schmeckt bit- terlich-scharf. Teucrium flavum. L. Riecht stark und angenehm , schmeckt balsamisch bitter. Teucrium frutlcans. L. Die Rlätt er schmecken stark bitter. Teucrium canadense. L. Riecht stark knoblauchartig. Teucrium montanum. L. Riecht gewürzhaft, schmeckt stark bitter. Teucrium Polium. L. Riecht stark, angenehm gewürzhaft, schmeckt bitter. Perilla ocimoides. L. Rlälter, Blüthen und Früchte sind gewürzhaft. Lavandula latifolia. Ehrh. Riecht stärker als L. Spica, enthält viel äthe- risches Oel. Lavandula Stoechas. L. Hat einen starken , durchdringenden Camphor- geruch. Sideritis hirsula. L. Hat einen eigenlhüinlichen Geruch und bitteren Geschmack. Origanum vulgare. L. Riecht stark und angenehm, schmeckt bitterlich. Satureja hortensis. L. Die ganze Pflanze riecht stark gewUrzhaft und schmeckt brennend gewUrzhaft. Classis XXVII. LabiatiOorae. 157 Satureja montana. L. Kömmt in ihren Eigenschaften mit der vorigen überein. Satureja juliana. L. (Micromeria. Benth.) Riecht stark, thymusartig. Hyssopiis officinalis. L. Schmeckt bitterlich aromatisch , riecht durch- dringend gewUrzhaft. Elsholtzia strobilifera. Bnth. Ist stark gewürzhaft. Lamium alblim. L. Die Biüthen riechen honigartig und schmecken süsslich-schleimig. Das Kraut riecht äusserst unangenehm, schmeckt bitterlich -herb. Lamium maculatiim. L. Riecht wie L. album. Glechoma hederaceura. L. Das Kraut riecht eigenlhümlich, stark balsa- misch, schmeckt bitterlich, etwas scharf. Nepeta Cataria. L. Die Blätter riechen durchdringend stark, schmecken scharf bitterlich. Bei Nepeta citriodora Beck riechen die Blätter citro- nenähnlich. Nepeta Scorditis. L. Schmeckt bitter, ist gerbstoffhaltig , die Wurzel riecht knoblauchartig. Nepeta lavandulacea. L. fil. Riecht fast wie Krauseminze. Alle Arten von Nepeta sind reich an ätherischem Oele. Hyptls suaveolens. Poit. Riecht stark melissen- und etwas lamiumartig. Hyptis capitata. L. Riecht angenehm nach Lavendel und Rosmarin. Hyptis leucocepliala. Marl, und mehrere andere Hyptis -Arten riechen angenehm. Hyptis reflexa. St. Hü. ] ^ . , ww . , . ^ .,., > Stmken. Hyptis longipes. St. Hil. J Stacliys recta. L. Die gerbstoffhalligen Blätter riechen wie Petroleum. Stachys palustris. L. Riecht unangenehm und schmeckt bitter. Stachys sylvatica. L. Riecht bituminös und schmeckt herbe und bitter, Stachys germanica. L. Riecht schwach, unangenehm, schmeckt bitterlich. Leonurus Cardlaca. L. Riecht unangenehm wie Lamium, schmeckt bitter. Ballota nigra. L. Riecht unangenehm, schmeckt bitter und herbe. ßetonica officinalis. L. Der Wurzelstock hat einen ekelhaften Ge- schmack, wirkt emetisch purgirend. Das Kraut riecht frisch gewürz- haft, schmeckt bitterlich -herb. Marrubium vulgare. L. Die Blätter riechen angenehm, schmecken durchdringend bitter, etwas scharf. Marrubium Pseudodictamnus. L. (Beringeria. Lk.) Riecht stark gewürz- haft und schmeckt bitter. Leucas ceylanica. R. Br. (Phlomis. L.) Die Wurzel schmeckt sehr bitter, ebenso das stark riechende Kraut, Phlomis tuberosa. L. Die Knollen enthalten viel Stärke, auch scheint Gerbstoff vorhanden zu sein. Molucella laevis. L. Das bitter schmeckende Kraut riecht angenehm melissen- und melonenarlie;. 158 1. Vegetabilia dicotyledonea. Dracocephalon canariense. L. (Cedronella triphylla. Mnch.) Die Blätter riechen durchdringend camphor- und lerpentinartig. Prunella vulgaris. L. Das bittere, geruchlose Kraut scheint reich an Gerbstofl' zu sein. Thymus Serpyllum. L. Das gerbstoffhaltige Kraut riecht angenehm, schmeckt bitter, gewürzhafl. Thymus creticus. Brot. (Satureja capitata. L.) Riecht stark, schmeckt brennend gewürzhaft. Thymus Maslichiua. L. Riecht stark mastixähnlich. Calamintlia grandlflora. ./IMc/i. (Melissa./.. Thymus. .Scojj.) Besitzt einen starken, angenehmen, dem Pulegium ähnlichen Geruch. Calamiiitha officinalis. JSInch. (Melissa Calamintha. L. Thymus. DeC.) Die Pflanze riecht ähnlich der Krauseminze. [Vielleicht ist es diese Pflanze , von der unter dem Namen Melissa officinalis , Varietas mit Cilronengeruch Dehne eine Analyse anstellte , bei der er ätherisches Oel, eisengrünenden Gerbstoff, Harz, Gummi und Bitterstofl" fand?] Calamintha Nepeta. Clairv. (Melissa. L. Thymus. Sm.) Riecht stärker, aber weniger angenehm als die vorige, schmeckt brennend gewürzhaft. Calamintha Acinos. Clairv. (Thymus. L. Acinos vulgaris. Pers.) Riecht ähnlich dem Pulegium und Lavendel, aber schwächer. Calamintha alpina. Lam. (Thymus. L.) Riecht stärker und angenehmer als die vorige. Cllnopodium vulgare. L. Riecht schwach, aber angenehm gewürzhaft. Meliliis Melissophylum. L. Die frische Pflanze riecht stark, aber unangenehm, wie Lamium. Ocimum gralissimum. L. Die Pflanze enthält wohlriechendes, ätherisches Oel. Der Samen enthält Schleim. Ocimum sanctum. L. Riecht fast wie Gewürznelken. Ocimum V^oalae. Rxbg. Die Wurzel ist äusserst wohlriechend. Ocimum Zatarhendi. Benth. Ist sehr wohlriechend. Ocimum crispum. Thbg. Die Wurzel färbt rolh. Ocimum viridillorum. Rth. 1 Werden als Mitlei gegen Wechselfieber ge- Ocimum tenuiflorum. L. j rühmt. Coleus barhatus. Bnth. (Plectranthus. A7idr. Ocimum asperum. Rth.) Riecht sehr gewürzhaft. Coleus scutellaroides. Bnth. (Ocimum. L.) Die Blätter riechen gewürz- haft, die Wurzel ähnlich dem Muscateller-Salbey und Citronen. Coleus aromaticus. Bnth. Alle Theile riechen stark, gewürzhaft, citron- artig. Scutellaria galericulata. L. Das bitter schmeckende Kraut rieclit unan- genehm, knoblaucharlig. Scnlellaria alpina. L. Schmeckt bitter. Classis XXVII. Labiatinorae. 159 O. 141. Verbeiiaceae. Clerodendron fragrans. Vent. Die Blülhen riechen sehr angenehm, die Blatter gerieben geben einen sehr unangenehmen Geruch von sich. Aus den Blüthen wird Nectar abgeschieden, aus dem Rohrzucker kryslallisirt. {Liebig.) Vitex Agnus castus. L. Alle Th eile dieses Strauches riechen stark gewürzhaft. — Die Samen enthalten ein scharfes Oel und einen schwierig krystallisirenden Bitterstoff. {Landerer.) Im Allgemeinen findet sich in vielen Pflanzen dieser Ordnung äthe- risches Oel, Bitterstoff, Gerbstoff, bisweilen auch ein Farbstoff, wahr- scheinlich als Veränderungsprodukt eines Gerl)stoffes, wie sich aus den beifolgenden Beispielen ersehn lässt. Clerodendron inernie. R. Br. Wurzel und Blätter riechen stark und unangenehm und schmecken bitter. Clerodendron trichotomum. Thbg. Die Blätter riechen stark und betäu- bend, ähnlich der Mandragora. Aegiphila salutaris. Lf. et Bg. ] Die Blätter sind äusserst übelriechend, Aegiphila foetida. Sw. ( einigermassen dem Bilsenkraut ähnlich. Callicarpa lanata. Vahl. Die Rinde ist gewürzhaft bitterlich. Premna Integrifolia. L. Hat eine angenehm riechende, gewürzhaft bitter schmeckende Wurzel. Die Blätter riechen stark, widerlich. Premna serrata. L. Die Wurzel hat die Farbe und den Geruch des Safran und gibt bitterschmeckendes, angenehm riechendes, ätheri- sches Oel. Vitex Negundo. L. Die Wurzel ist bitter, die Blätter sind bitterlich- aromatisch, die Früchte gewürzhaft. Vitex trifolia. L. Die Pflanze ist aromatischer als die vorige, die Wur- zel ist reich an ätherischem Oel. Vitex latifolia. Lam. Alle T heile, besonders Rinde, Wurzel und Blüthen scheinen viel Gerbstoff' zu enthalten. Gmelina villosa. Rxbg. Die angenehm gewürzhafte, bittere Wurzel enthält Gerljstofl'. Gmelina arborea. Rxbg. Die Rinde dient als Febrifugum. Gmelina parvifolia. Rxbg. Die Blätter enthalten viel Schleim. Tectona grandis. L. fil. Das Holz enthält einen bittern Stoff. Die säuer- lich riechenden, bitterlich -herbe schmeckenden Blätter enthalten einen an der lAift schuarzroth werdenden Saft, der zum Färben ver- wendet wird. Avicennia tomentosa. L. Die rothe Wurzel ist schleimig. Der Baum soll ein grünes Gummi ausschwitzen. Duranta Ellisia. L. Die Früchte schmecken säuerlich -süss. Priva lappulacea. /♦. luithält Gerbstoff. 160 I- Vegetabilia dicotyledonea. Aloysia citriodora. Orteg. (Lippia. Knth.) Die Blätter riechen äusserst angenehm nach Citronen. Verbena officinalis. L. Das Kraut schmeckt bitterhch, enthält Gerbstoff. Verbena urticaefolia. L. Die bittere Wurzel enthält viel Gerbstoff. Lippia nodlflora. Rieh, (Zapania. Scop.) Stengel und Blätter besitzen einen aromalisch -bitleren Geschmack. Lantana Cammara. L. \ Lantana Involucrata. L. Ulaben aromatische Blätter. Lantana aculeata. L. u. a. A. | Lantana Pseudotbea. St. Hü. Die angenehm riechenden Blätter werden statt chinesischem Thee gebraucht. O. 148. Selagiiieae. Ueber die chemische Zusammensetzung dieser Familie ist nichts be- kannt. Hebenstreilia dentata L. soll am Morgen geruchlos sein, am Mittag widrig und Abends sehr angenehm riechen. O. 149. Myopoi'inae. Diese Pflanzen sind in Betreff ihrer Zusammensetzung unbekannt. O. 150. Sesameae. Die Zusammensetzung der hieher gehörenden Pflanzen ist nicht erforscht. Sie enthalten häufig Zucker oder Schleim in grösserer Menge, fettes Oel in den Samen und bisweilen ätherische Oele, wie aus folgenden Beispielen ersichtlich ist. Martynia angulosa. Lam. Die Blätter riechen gerieben unangenehm. Craniolaria annua. L. Die möhrenartige Wurzel schmeckt süss. Sesaniuni Orientale. L. Das Kraut ist schleimig, die Samen enthalten viel feiles Oel. Pedalium Murex. L. Riecht stark, aber unangenehm bisamartig, enthält viel Schleim, die Samen sind reich an fettem Oel. O. 151. Oesnerieae. Die chemische Zusan)mensetzung der Pflanzen dieser Ordnung ist noch unbekannt. Picria Fei terrae. Lour. Hat ungemein bittere Blätter. Coluninea scandens. L. Die Blüthen sondern eine ausserordentliche Mence Honissaft ab. Classis XXVII. LabiatiHorafe. 161 O. 152. Orobaiicheae. Diese Pflanzen sind nicht chemisch untersucht, sie scheinen reich an Gerbstoffen und enthalten bisweilen Bitterstoffe, hie und da äthe- rische Oele. Plielipea lutea. Desf. Wird zum Schwarzfärben verwendet. Lalhraea squaraaria. L. Der frische Wurzelstock riecht schwach vio- lenartig, schmeckt bitter und herbe, scheint reich an Gerbstoff zu sein. O. 153. Scrophulariueae. Verbascum Thapsus. L. Die Blumen sammt dem Kelch enthalten: flüchtiges Oel, Blattgrün, gelben, harzigen Farbstoff, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, durch Kali ausziehbares Eiweiss, gelbes, ranziges, saures Fett, der Oelsäure ähnlich, — freie Aepfel- und Phosphor- säure, essigsaures Kali und äpfelsauren Kalk. In der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali , Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Eisenoxyd und Kieselsäure. [Morin.) Die Samen sollen in's Wasser geworfen die Fische betäuben. Digitalis purpurea. L. Die Blätter enthalten: weiches Harz, (ähnlich einem Gemenge von Harz und fettem Oel) — Extractivstoff, Gummi, freies, oxalsaures Kali, Pflanzenfaser. [Rein und Haase.) Sie enthalten das, in Aether lösliche, pflanzensaure Salz einer sehr leicht in Wasser löslichen, organischen Base. [Le Royer.) Die Blätter enthalten Digita- lin , aus dem Wasserextracte durch Aether in Verbindung mit einer Säure ausziehbar, und durch Bleioxyd von dieser zu trennen. [Pla- niava.) Die Blätter enthalten Digitalin , eine stickstofffreie Substanz (also keine Base) , die zerfliesslich und unkrystallisirbar ist. {Dulong cPAstafort.) Das Digitalin von Le Royer und Planiava ist ein Gemenge von Kali- und Kalksalzen mit Chlorophyll, Fett und Harz. [Brault und Poggiale.) Die Blätter enthalten: Pikrin (d. i. Digitalin von Le Royer), Digitalin , Scaptin , (einen scharfen Extractivstoff) , — Blattgrün , Ei- weiss, Essigsäure, Eisenoxyd, Kali und Pflanzenfaser. {Radig,) Sie enthalten [was Radig läugnet] Kupfer in der Asche. [Sazzeau und Rennes.) Die Blätter enthalten: Bitterstoff an Gallussäure gebunden, gallussauren Kalk, freie Gallussäure, Stärke, Chlorcalcium , Eisen. [A. Henry.) Die Blätter enthalten einen sehr bittern, stickstofffreien, schwer krystallisirbaren Stoff, das Digitalin. [Homolle.) Sie enthalten ausser dem Digitalin (von Homolle) die krystallisirbare Digitalinsäure, die flüchtige der Valeriansäure ähnliche Antirrhinsäure. [Pyrame Morin.) Die Blätter enthalten [Homolle's) Digitalin, Digitaline und DigitoleTnsäure. {Kosmann.) Das Digitalin ist ein, wie es scheint, stickstofffreier, bitterer, krystallisirter Körper. {Lebourdais.) Digitalis parviflora. Roth. Enthält Homolle's Digitalin. {Kosmann.) Roc bieder, Phytochemie. ^ /j 162 J[- Vegetabilia dicotyledonea. Digitalis ochroleuca. Jacq. Die Blätter enthalten getrocknet: zwei Mo- dificationen von Chlorophyll^ Harz, Extractivstoff, durch Kali ausgezo- genes Eiweiss, Pflanzenfaser, Gyps, phosphorsaure Bittererde; in der Asche: phosphorsaure Bittererde, kohlen- und schwefelsauren Kalk, Chlornatrium und Kieselsäure. [S. Schlesinger.) Linaria vulgaris. Mal. (Antirrhinum Linaria. L.) DieBlüthen enthal- ten: Faser, Schleim, Zucker, pflanzensauren Kalk , Eiweiss, eisen- grünenden Gerbstofl", Chlorophyll, etwas Fett, Anthoxanthin und Aelhokirrin, einen gelben krystallisirten Farbstofl". {Riegel.) Das Kraut riecht unangenehm und schmeckt bitterlich. Gratiola officinalis. L. Der ausgepresste Saft des Krautes enthält: schar- fes Weichharz, braunes Gummi, thierische Materie, Eiweiss, sehr wenig, — äpfelsaures Kali, äpfel- , klee- und phosphorsauren Kalk, Kochsalz, Kieselsäure und Eisenoxyd. {Vauquelin .) Das Kraut ent- hält: Gerbstoff und eine sehr bittere Materie, das Gratiolin. {Eug. Marchand. ) Castilleja elastica. Unter diesem Namen wird eine Analyse einer Scro- phularinec in Gmelin's Handbuch aufgeführt. Wahrscheinlich ist (wie auch aus der Analyse hervorgeht) diese Pflanze Castilloa elastica eine nicht in diese Familie gehörige Pflanze, die von Einigen zu den Euphorbiaceen gezählt wird. Ihr Milchsaft besteht aus: Federha rz, einem bittern, eisengrünenden Extractivstoff, aus einer stickstoff- reichen, durch Weingeist, nicht durch Galläpfel fällbaren Materie, einer stickstoffhaltigen, weissen, geschmack- und geruchlosen Säure (??), aus der Lösung in heissem Weingeist beim Erkalten , aus wässe- riger, alkalischer Lösung [die Eisensalze grünt] durch Säuren nieder- fallend, kaum löslich in Wasser und essigsaurem Kali. {Fourcroy und Vauquelin.) Melanipyruin arvense. L. Die Samen sollen giftig sein. Das Blauwerden der Zweige und Jüngern Stämme dieser Pflanze sowie desMelampyrum cristatum kömmt von einem Farbstoff her, der durch Säuren nicht roth wird, vielleicht Indigo. [Clamor Marquart.) Melampyrum nemorosum. L. In dem wässerigen Decoct des getrockneten Krautes ist eine krystallisirbare , sehr schwach süss schmeckende Substanz, das 31elampyrin, sowie eine zweite krystallisirbare Materie enthalten, deren Lösung durch salpetersaures Quecksilberoxydul reich- lich, weiss gefällt wird. [Hünefeld.) Die Pflanzen dieser Familie enthalten, wie sich aus den angeführ- ten Beispielen ersehn lässt, häufig purgirende und mitunter narko- tische Stoffe, Bitterstoffe und wahrscheinlich Alle Gerbstoffe. Verbascum Zernacha. Höchst. Die Wurzel purgirt, die Samen betäu- ben die Fische. Verbascum Blattaria. L. Die Pflanze riecht gerieben unangenehm, schmeckt bitler und etwas scharf. Classis XXVIl. Labiatiflorae. 163 Scropliularia- Arten. Das Kraut riecht zerquetscht widrig, schmeckt unangenehm bitter und scharf. Chelone glabra. L. Schmeckt bitter , ist gerbstoffhaltig und wirkt pur- girend. Di^Mtalis laevigata. W. et A'. 1 Wirken ebenso, aber heftiger narkotisch- Digitalis femiginea. L. ( giftig, wie D. purpurea. Liiiaria Elatine. JM. (Antirrhinum. L.) Das Kraut schmeckt sehr bitter. Linaria Cymbalaria. Hill. Enthält Gerbstoff. Antirrhinum majus. L. Das Kraut schmeckt etwas scharf. Anlirrhlnuni Orontium. L. Das Kraut schmeckt scharf, bitter und ent- hält viel Gerbstoff. Mimiilus moschatus. Dougl. Riecht bisamartig. Torenia miniita. Blum. Der Saft des Krautes wirkt emetisch pur- girend. Vandellia diffusa. Z. Schmeckt sehr bitter, wirkt purgirend und emetisch. Herpestis Monniera. Knth. Alle Theile schmecken bitter- scharf. Gratiola peruviana. L. Die sehr bitter schmeckende Pflanze purgirt. Limnophila gralissima. Blum. Alle Theile, besonders die Blätter und junge« Früclite, riechen sehr angenehm und schmecken bitler. Calceolaria trifida. B. et P. Wird als Febrifugum gebraucht. Calceolaria scabiosaefolia. Sims. Wirkt purgirend, die Wurzel soll ein Emeticum sein. Einige Calceolaria- Arten enthalten Farbstoffe. Jovellana punctata. B. et P. Wirkt purgirend. Leptandra virginica. Nutt. (Veronica. L.) Die bitter und scharf schmek- kende Wurzel wirkt emetisch purgirend. Veronica officinalis. L. Das frische Kraut riecht schwach aromatisch, schmeckt bitterlich und enthält einen Gerbstoff, der sich gegen Eisen- salze wie der Galläpfelgerbstoff verhält. Veronica Beccabunga. L. Das Kraut schmeckt etwas scharf und bit- terlich. Franciscea uniflora. Pohl. (Brunfelsia Hoppeana. Beruh.) Die Blüthen riechen sehr angenehm. Die ganze Pflanze schmeckt bitter scharf, besonders die stark emetisch purgirende Wurzel. Buddleja connata. B. et P. Blätter und Blüthen scheinen reich an Gerbstoff zu sein. Buddleja polystachya. Pres. Die jungen Blätter wirken purgirend. Euphrasia officinalis. L. Die Pflanze schmeckt bitterlich, hält Gerbstoff. Rhinanthus major. Ehrh. Die Pflanze schmeckt bitterlich, scheint viel Gerbstoff zu enthalten. Die Samen werden zum Tödten des Unge- ziefers gebraucht. Alectorolophus hirsutus. Poll. Die Samen schmecken bitter. Escobedia scabrifolia. B. eiP. Die Wurzel enthält einen, dem Polychroit des Safrans ähnlichen Farbstoff. 164 !• Vegetabilia dicotyledonea. Pedicularis palustris. L. 1 Die unangenehm riechende, scharf schmeckende Pedicularis sylvatlca. L. [Pflanze wirkt giftig. Alle Salpiglossis- Arten haben einen unangenehmen, mäuseartigen Geruch. O. 154. Leiitibulariae. Die Lentibularien sind niemals Gegenstand chemischer Untersuchung gewesen. Pinguicula vulgaris L. enthält einen Stofl" in den Blättern , der die Milch in eigner Weise gerinnen macht, so dass sie sich in lange Faden ziehn lässt. Die Blätter wirken gelinde purgirend. CLASSIS XXVIII. M y r s i n e a e. O. 155. Priinulaceae. Cyclamen europaeum. L. Der knollige Wurzelstock enthält einen eigenthümlichen Stoff", Arthanatin [Saladin) oder Cyclamin [Buchner und Herberger) genannt, — er gibt mit Wasser destillirt ein scharfes Destillat, aus dem sich in der Kälte ein neutraler, scharfer Stoff" in nadeiförmigen Krystallen ausscheidet. [Landerer.) Wirkt emetisch purgirend. Primula oflicinalis. Jacq. Die Wurzel enthält einen kratzenden Stoff", ein Stearopten , einen krystallisirten Stoff, das Primulin , (nicht wie Saladin angibt Arthanatin). Die Blätter enthaUen von diesen Stoffen nichts. [Hünefeld.) Primula Aliricula. L. Die Wurzel enthält ein Stearopten, kein Primu- hn. [Hünefeld.) Der wachsartige Ueberzug der Aurikeln ist ein krystallisirter Körper, ein Pseudostearopten von Schnittlauch- und fenchelartigem Geruch. [Kloisch.) Anagallis arvensis. L. \ Beide Pflanzen , besonders die erste , sind Anag-allis coerulea. Schreb. ( giftig- Beide enthalten Saponin. [Malapert.) Purgirende und emetisch wirkende Stoff'e , Bitterstoffe und Gerb- stoffe scheinen in den verschiedenen Pflanzen dieser Familie häufig vorzukommen. Soldanella alpina. L. Das Kraut wirkt gelind purgirend. Trientalis europaea. L. Der Wurzel stock wirkt emetisch. Lysimachia vulgaris. L. Das Kraut schmeckt säuerlich- bitter, scheint Gerbstoff zu enthalten. Ebenso verhält sich das Kraut von L. Num- mularia. L. Coris monspeliensls. L. Die gevvürzhaft riechende Pflanze schmeckt sehr bitter. Classis XXVIII. Myrsineae. — XXIX. Styraciiiae. 165 O. 156. Ai'flisiaceae. Die Gewächse dieser Ordnung sind cheniisch nicht untersucht. Die Eigenschaften derselben sind aus den beifolgenden Beispielen ersichtlich. Myrsine melanophleos. R. Br. Die Blätter sind reich an Gerbstoff. Ardisia japonica. Hörnst. Hat sehr wohlriechende Blüthen. Aegiceras majus. Gaertn. Die Blüthen sind sehr wohlriechend. Die Rinde des Baumes in's Wasser geworfen tödtet die Fische darin. Embelia Ribes. Burm. Die schwarzen Beeren purgiren. Embelia Basaal. A. DeC. (Ardisia. Poir.) Die Samen schmecken bitter- süss. Die Wurzel ist bitler, die Blätter sind bitter und scharf. Jacqiiiiiia armlUaris. L. Blätter und Zweige werden zum Betäuben der Fische gebraucht. Die Früchte sollen giftig sein. Theophrasta ameiicana. L. Die Wurzel wirkt emetisch. Clavija oriiata. Don. (Theophrasta longifolia. Jacq.) Die Blüthen sind wohlriechend. DieClavija-Arlen haben emetisch wirkende Wurzeln. Samolus Valerandi. L. Das Kraul schmeckt bitterlich. CLASSIS XXIX. Styracinae. O. 157. Sapoteae. Achras Sapota. L. Die jüngeren Theile enthalten einen bittern Milch- saft. Die an Gerbstoff reiche Rinde ist bitter, noch bitterer schmecken die Samen. Die herben Früchte schmecken und riechen wie Quit- ten, wenn sie überreif und teigig geworden sind. — Der Saft des Baumes enthält eine Art Caoutchouc, löslich inAether, durch Alcohol daraus fällbar. [Scott.) Liicuma niammosa. Juss. (Achras. L.) Das Fleisch der Beeren ist süss und schleimig. Die gerbstoffreiche Rinde ist weniger bitter als die von Achras Sapota. — Die Samen enthalten festes und flüssiges Fett und Amygdalin. [Gai/ton.) Chrysophyllum glycyphlaeuni. Casarctti. Der Baum enthält süssen Milchsaft. Die Rinde kömmt als Monesia-Rinde vor. — Diese enthält: ätherisches Oel (?), krystaliisirtes Stearin, Chlorophyll, Wachs, Glycyrrhizin, Monesin, lähnlich demSaponin), Gerbstoff, rothen Farb- stoff, (dem Chinarolh ähnlich), Spuren von Gummi, Aepfelsäure und äpfelsauren Kalk, phosphorsauren Kalk und Magnesia, schwefelsaures Kali, Ghlorkalium, äpfelsaures Kali, Eisenoxyd, Manganoxyd, Kiesel- säure, Pektin und Faserstoff. [Derosne^ 0. Henry und Payen.) |g5 I- Vegetabilia dicotyledonea. Bassia latifolia. W. Die Blüthen riechen aromatisch. — Sie enthalten cährungsfähigen Zucker. {Vireij.) Die Samen enthalten viel butter- artiges Fett. Bassia hutyracea. Krbg. Das Fruchtfleisch ist sehr süss. Die Sa- men geben viel Fett von Butterconsistenz. B.assia longifolia. L. Der Baum enthält Milchsaft, auch seine unreifen Früchte. Die Samen geben viel Bassia -Fett. Die geschälten Früchte, sowie die Blüthen geben gekocht eine Gallerte. — Das Bassia -Fett enthält a. Bassiasäure, ß. Bassiasäure und Oelsäure. [Hardwick.) Es enthalt Stearin. (0. Henry.) Isonandra Gutta. Hook. Gibt die Gutta-Percha. Diese besteht aus : reiner Gutta-Percha, einer vegetabilischen Säure, einer nach allem Käse riechenden Substanz (= Casein) [welches bekanntlich geruchlos ist!], einem in Aether und Terpentinöl löslichen Harz und einem in Alcohol löslichen März. [Guibourt.) — In der Gutta-Percha ist kein Casein enthalten, dagegen : eine flüchtige Saure, Harz, wachsartiges, weisses Fett, beide in Alcohol löslich, ein in Aether lösliches Harz und der eigenthümliclie Stoff der Gutta-Percha; in der Asche: Kalk, Eisen- oxyd, Kali, Magnesia und Kieselsäure. {Ädriani.) — Die Gutta- Percha besieht aus 6 verschiedenen Harzen. {Arppe.) Sie besteht aus gelbem Harz, aus weissem, krystallisirtem Wachs, einem eigen- thümlichen Harz. [Payen.) Die Pflanzen dieser Familie enthalten häufig Zucker in den Früch- ten, ferner kömmt in vielen eine reichliche Menge Gerbstoff vor, auch Bitterstoffe, in den Blüthen ätherische Oele, fette Oele in den Sa- men, wie die folgenden Beispiele darlhun. 31imusops Elengi. L. Die Blüthen sind stark wohlriechend, dieFrüchte sind süss, enthalten etwas Gerl)stoff, die Samen fettes Oel. Mlmusops (iissecta. Spr. (Achras. Forst.) Die Früchte sind säuerlich- süss. Chrysophyllum microcarpiim. Sw. Die Früchte sind sehr süss. Chrysophyllum Cainito. L. Das Fruchtfleisch ist süss und schleimig, die halbreifen Früchte enthalten Gerbstoff. Chrysophyllum pyriforme. W. Die Samen schmecken wie Mandeln. Synsepalum dulcificum. Ä. DeC. (Bumelia. Schum.) Die Samen liegen in einem saftigen Fruchtmark, das auf dem Gaumen die Wirkung her- vorbringt. Alles was sauer ist süss zu schmecken. Bumelia nigra. Sw. Die gerbstoffhaltige Binde schmeckt bitter. Bumelia retusa. Siv. Die unreifen Früchte enthalten einen gumrai- gen, an Gerbstoff reichen Milchsaft. Dipholis salicifolia. A. DeC. Das frische Holz ist blutroth, die bittere Rinde reich an Gerbstoff. Sideroxylon foetidissimum. L. (Bumelia. W.) Die Blüthen stinken. Classis XXIX. Styracinae. 167 Sideroxylon spinosum. L. (Argania Sideroxylon. R. et S.) Das Holz ist roth, das Fruclilf Jeisch bitter und ölreich, der Samen enthält Oel in grosser Menge. O. 158. Ebeiiaceae. Die Pflanzen dieser Familie sind chemisch nicht untersucht. Sic enthalten viel Zucker häufig in den Früchten, im Allgemeinen scheinen sie reich an Gerbstoffen zu sein, wie die folgenden Beispiele andeuten. Diospyros Ebenum. Retz. \ Diospyros lomentosa. i?a?6^. l Liefern Ebenholz. Diospyros Ebenaster. Retz. | Diospyros Melanoxylon. Rxhg. Liefert Ebenholz. Die Rinde ist sehr reich an Gerbstod". Diospyros virglniana. L. Die gerbstoffreiche Rinde ist sehr bitter. Der Baum schwitzt Gummi aus. Die Blätter, — ebenso die Früchte im halbreifen Zustande enthalten viel Gerbstoff. {Mettcmer.) Diospyros g'lutinosa. Koen. Die Beeren enthalten Gerbstoff und klebrigen Schleim. Diospyros Kaki. L. (Embryopteris glutinifera. Rxbg.) Die pflaumen- grossen Beeren enthalten viel Zucker. Maba Ebenus. Spr. Liefert Ebenholz. Die Beeren enthalten Zucker, Schleim und Gerbstoff. O. 159. Styraceae. Styrax olficinalis. L. Die Blüthen besitzen starken Vanillegeruch. Frei- willig oder nach gemachten Einschnitten fliesst aus der Rinde der Storax aus. — Er enthält: Gummi, Extractivsloft", ätherisches Oel, Slearoplen, Harze, Benzoesäure, caoutchoucartiges Unterharz, Holz- faser, Sj)uren von Ammoniak, eine durch Kali ausziehbare Substanz. [Reinsch.) Styrax retlculatus. Mart. 1 Durch Einschnitte bis auf den Splint geben Styrax aureus. Mart. | beide eine Art Storax. Styrax Benzoin. Dn/and. (Benzoin officinale. Hnyne.) Nach bis auf den Splint gemachten Feinschnitten fliesst ein Balsam aus, der zu Benzoe eintrocknet. Die Benzoe besteht aus drei Harzen (yaw der Vliet), aus vier Harzen [E. Kopp), er enthält Benzoesäure {Blaise de Vigcnere) und eine Spur riechende Materie. Die Pflanzen dieser Abtheilung enthalten bisweilen Farbstoffe, auch Gerbstoffe, und wie es scheint Bitterstoffe, z. ß. Syraplocos Alstonia. L'Her. Die Blätter dienen als Surrogat des chine- sischen Thee's, (enthalten somit einen Gerbstoff, einen Bitterstoff und ein flüchtiges Oel ?) . Ißg I. Vegetabilia dicotyledonea. Symplocos racemosa. Rxbg. Die Rinde wird zum Rotht'ärben gebraucht. Symplocos tinctoria. L'Her. Die sehr süss schmeckenden Blätter braucht man zum Gelbfarben. CLASSIS XXX. E r i c i n e a e. O. 160. Epacrideae. Die Epacrideen sind in Hinsicht ihrer Zusammensetzung ganz un- bekannt. Die Früchte von Lissanthe sapida R. Br. kommen in ihren Eigen- schaften mit denen von Oxycoccus macrocarpus überein. O. 161. Ericeae. Arctostaphylos offlcinalis. W.eiGr. (Arbutus Uva ursi. L.) Die Blät- ter enthalten: schwarzgrünes Hartharz, Blattgrün, eisenbläuenden Gerbstoff, Gallussäure, oxydirlen Extraclivstoff , citronsauren Kalk, Gummi, äpfelsauren Kalk und Natron, Holzfaser, durch Kali ausgezo- genes Gummi (Gallertsäure?), und durch Kali ausgezogenen Extracliv- stoff. {Meissner.) Die Blä Iter enthalten : grosse Mengen von Gallus- säure, sehr wenig Gerbstoff, etwas Zucker, eine harzartige Substanz, Wachs, Fett, Chlorophyll, Ericolin, Arbutin und Pflanzenfaser. [Ka- loalier.) Rhododendron ponticum. L. DieZuckerkrystalle, die sich in den Blüthen bilden (Foiüxroy, Vauqicelin, He7isloiv) sind reiner Rohrzucker. [Sthamer.) Rhododendron chrysanthum. L. Die Blätter enthalten: Blattgrün, in Wasser und Weingeist lösliche, braune, bittere, herbe, Lackmus rö- thende Materie, eine braune, pulverige, in Alkalien und Säuren, nicht in Wasser, Alcohol und Aether lösliche Materie, durch Kali auszieh- bare, braune Materie. [Stolze.) In grössern Gaben wirken sie emetisch- purgircnd und narkotisch, werden zum Betäuben der Fische gebraucht. Rhododendron ferriigineiim. L. Die Blätter enthalten: flüchtiges Oel, Rhodotannsäure, Citronsäure, Ericolin, Chlorophyll und Wachs, das über die Blätter abdestillirte Wasser enthält neben ätherischem Oele kleine Mengen von fetten Säuren, Ameisen-, Essig- und Buttersäure. [R. Schwarz.) Ledum paluslre. L. Die Blätter enthalten: gelbes, flüchtiges Oel, Hart- harz, Blattgrün, eisengrünenden Gerbstoff, sauren äpfelsauren und essigsauren Kalk und Kali , braunen , eisengrünenden , extractiven Farbstoff, Schleiaizucker, Gummi, durch Kali ausgezogene gummiartige Classis XXX. Ericineae. 169 Substanz und Holzfaser. {Meissner.) Das ätherische Oel enthält Stea- ropten. {Grassmann.] Die Blätter enthalten: Leditannsäure, flüch- tiges Oel, Gitronsäure, Ericolin, etwas Fett und Wachs, Chlorophyll, Pektin , das über die Blätter abdestillirte Wasser enthält fette Säuren (wie es scheint Ameisen-, Essig- und Valeriansäure). {E. Willigk.) Die Asche soll Kupfer enthalten. {Meissner.) Ledlim lalifolium. Ait. Die Blätter, welche als Surrogat des chinesi- schen Thee dienen, enthalten: riechendes Princip , Wachs, grünes Harz, Gerbstoff, Bitterstoff, Gummi, Holzfaser, thierische Materie, Gallussäure, pflanzen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, pflan- zen- und phosphorsauren Kalk und Kieselsäure. {L. Bacon.) [Es scheinen einige Bestandlheile übersehen worden zu sein.] Gaultheria procumbens. L. Die ganze Pflanze ist gewürzhaft. — Sie gibt mit Wasser destillirl Gaullheriaöl, ein Gemenge von Gaultherol und salicylsaurem Methyloxyd. {Cahours.) Calluna vulgaris. Salisb. (Erica. L.) Das blühende Kraut enthält: einen dem Erythrophyll von Berzelius ähnlichen Farbstoff, Chlorophyll, Eiweiss, Gummi, eisengrünenden Gerbstoff", Inulin, künstliches Gummi, Pflanzenfaser und freie Fumarsäure. In der Asche: Gyps , Chlor- magnesium, Spuren von phosphorsaurem Natron, kohlensaure Bilter- erde, Eisen und Mangan. {Bleu.) Das Kraut enthält: Chlorophyll, Wachs, etwas Fett, Pektin, Ericolin, Callutannsäure , Spuren von flüchtigem Oel und Citronsäure (?'?). {Rochleder.) Erica herbacea, /.. (E. carnea. Jacq.) Enthält Eritannsäure, Spuren von ätherischem Oel, ChlorophyH, etwas Fett, Wachs, Pektin und Ericolin. {Kuherth.) Alle Pflanzen dieser Familie scheinen reich an Gerbstoff, die Früchte enthalten häufig Zucker, ätherische Oele kommen nicht selten vor, die Blüthen secerniren oft grosse Mengen Honig, mehrere dieser Gewächse sind giftig; z. B. Arhutiis Unedo. L. Die Beeren enthalten im halbreifen Zustande viel Gerbstoff', im reifen viel Zucker. Blätter und Binde sind reich an Gerbstoff'. Arctostaphylos alpina. Spr. (Arbutus. L.) Die Blätter und Zweige enthalten viel Gerbstoff, die Früchte Zucker. Kalmia latifolia. L. Die Blätter enthalten Gerbstoff, sollen für Haus- thiere ein Gift sein. Der Honig, den die Bienen aus den Blüthen dieses Strauches sowie der K. angustifolia L. und K. hirsuta sammeln, ist giftig. Rhododendron maximum. L. Die Blätter enthalten Gerbstoff. Rhododendron caiicasicuin. Pall. j Wirken narkotisch, werden zum Be- Rhododendron dahuriciim. L. \ täuben der Fische gebraucht. Rhododendron hirsutum. L. Kömmt in seinen Eigenschaften mit Rh. fer- rugineum überein. -IfO I. Vegetabilia dicotyledonea. Rliododendron arboreum. Sm. (R. puniceum. Rxbg.) Auf der Unter- seite der Blätter schwitzt auf der Mittagsseite eine süsse Substanz aus. Die Blüthen sondern viel Honig ab. Azalea pontica. L. Der Honig, den die Bienen von den Blüthen der- selben sammeln, ist giftig. Lyonia arborea. Don. Die Blätter schmecken sauer und herb. Andromeda polifolia. L. Die Blätter sind ein narkotisches Gift. Andromeda pulchella. Salsb. (A. Mariana. L. Lyonia. Don.) Die Pflanze wirkt narkotisch giftig, auch der davon gesammelte Honig ist giftig. Pyrola rotiindifolia. L. Die bittern, gerbstolTreichen Blätter sollen stark emetisch wirken. Ebenso P. chlorantha Sw. und P. minor L. Pyrola uniflora. L. Die Blätter wirken emetisch, die Blüthen sind wohlriechend. (]hiniophyla umbellala. Nutt. Das anfangs süsslich, dann bitter und herb schmeckende Kraut enthält eisengrünenden Gerbstoff. Erica Tetralix. L. Die Zweige wurden statt Hopfen bei der Bierbrauerei in England gebraucht. [Scheint also Bitterstoff, Gerbstoff, ätherisches Oel zu enthalten.! O. 162. Vacciiieae. Oxycoccos palustris. Pers. (Vaccinium Oxycoccos. L.) Die sauren Bee- ren enthalten Citronsäure. Vaccinium Myrtillus. L. Der Saft der Beeren enthält: Farbstoff', Schleimzucker, Citren- und Aepfelsäure und wenig Ferment. Die Samen enthalten fettes Oel. [A. Vogel.) Die Heidelbeeren ent- halten Pektin [Jahn), Aepfel- und Citronsäure. [Scheele.) Die Blät- ter sind reich an Gerbstoff. Vaccinium uliginosum. L. Die Beeren enthalten viel Zucker (sie sollen berauscben), die Blätter viel Gerbstoff. Vaccinium Vitis Idaea. L. Die Beeren enthalten Citronsäure j die Blät- ter sehr viel Gerbstoff". Die Pflanzen dieser Abiheilung enthalten in den Früchten, bis- weilen auch in den Blüthen, viel Zucker, bisweilen kommen in den grünen T heilen ätherische Oele vor; z. B. Thibaudia Quereme. ^. et j?. Stengel, Aesle und Blüth entrauben riechen sehr angenehm, nelkenähnlich. Thibaudia melliflora. R. et P. Die Blüthen secerniren sehr viel Honig. Die Beeren der Gattung Thibaudia enthalten meist viel Zuckerund Säuren. Classis XXXI. Campanulinae. 171 CLASSIS XXXI. Campanulinae. O. 163. Campanulaccae. Die Zusammensetzung dieser Gevväclise ist gänzlich unbekannt, die Wurzeln, welche von vielen derselben gegessen werden, scheinen mit den Scorzoneren übereinzukommen, die Blätter sclieinen Gerbstoff zu enthalten. O. 164. Lobeliaceae. Lobelia syphilitica. L. Die Wurzel enthält: grüngelbes, butterartiges Fett [ohne besondere Wirksamkeit], Spur von Bitterstoff, Schleim- zucker, Gummi, Holzfaser, Aepfelsäure, äpfelsaures Kali und Kalk, und in der Asche: kohlen- und schwefelsaures Kali, Ghlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk, Spuren von Kieselerde und Eisen- oxyd. {Boisscl): Lohelia inflata. L. Die Samen enthalten: fettes Oel, schneller als Leinöl trocknend, Harz, Gummi?, krystallisirte Lobeliasäure, Lobelin, (eine ölartige, bei lOO^C. sich zersetzende Base) von narkotischer Wirkung. [Procter.) Das Kraut enthält: Spuren ätherischen Oeles, Chlorophyll, Wachs, Harz, Stearin, eigenthUndichen Stoff [Loheliin], aromatisches Harz, Pflanzenleim, Schleimgummi (??), Kali-, Kalk-, Talkerde-, Eisen- und Mangansalze von organischen und unorganischen Säuren und Pflanzenfaser. [Reinsch.) Siphocampylus Caoutchouc. Don. Aus dem scharfen Milchsaft dieser Pflanze wird Caoutchouc gewonnen. Die Pflanzen dieser Ordnung enthalten alle scharfe oder sonst gif- tige Stoffe. Lobelia urens. L. Die ganze Pflanze schmeckt brennend und ist sehr giftig- Lobelia Dortraaniia. L. Die Pflanze enthält einen weissen Milchsaft, wirkt giftig. Lobella cardinalis. L. Die Wurzel besitzt einen ekelhaften, tabaksartigen Geschmack. Isotoma longiflora. Prsl. (Lobelia. Jacq.) Die Pflanze enthält einen sehr scharfen Milchsaft. Die Blätter auf die Haut gelegt ziehn Blasen, sie wirken in kleiner Dosis heftig purgirend, in grösserer tödtlich. Tupa Feuillei. Don. (Lobelia Tupa. L.) Der giftige Milchsaft, ins Auge gebracht, macht erblinden. Tupa Berterii. DeC. Tupa stricta. A. DeC. ) Enthalten scharfen Milchsaft. Tupa cirsiifolia. A. DeC. 1^2 I Vegetabilia dicotyledonea. O. 165. 8tylideae. Ihre Zusammensetzung ist gänzlich unbekannt. O. 166. Goofleiiovieae. Sind nicht chemisch unlci'sucht. Scaevola Taccada. Rxbg. Die Blät- ter und Beeren enthalten einen bittern Saft. CLASSIS XXXII. G m p s i t a e. O. 167. Synaiithereae. Genera I. Vernoniea. Enthalten häufig ätherische Oele und Bitterstoffe; z. B. Vernonia psittacorum. DeC. Kraut und Blütheri haben einen sehr angenehmen Geruch. Vernonia arborescens. Siv. (Conyza. L.) Blätter und BlUthen sind wohh'iechend. Vernonia anthelmintica. Willd. (Conyza. L.) Alle Theile schmecken bitler. Trachonanthus camphoratus. L. Alle Theile riechen stark wie Salbei, Rosmarin und Camphor. Blumea balsamifera. DeC. (Baccharis Salvia. Lour.) Die Pflanze riecht wie Salbei und schmeckt bitter. G. n. Eupatorina. Mikania Guaco. IL ei B. Alle Theile riechen stark und schmecken bitter. — Die Blätter und Stengel enthalten: eine eigenthümliche, harzartige Substanz , das Guacin , von bitlerem Geschmack , Wachs, Chlorophyll, eine adslringirende, exlraclive Materie, Holzfaser, Cblor- nalrium , Schwefel- und kohlensauren Kalk, phosphorsauren Kalk, Kieselsäure und Eisenoxyd. Die Stengel enthalten viel Gerbstoff und weniger Guacin als die Blätter. [Faure.) Der Billerstoff gibt mit Schwefelsäure behandelt den eigenthümlichen Geruch der Guaco- Blälter. [Pettenkofer.) Eupatoriiim cannal)lnum. L. Riecht und schmeckt vsie die vorhergehende Pflanze, und enthält: Chlorophyll, Harz, bitlern Extractivstoff, Spuren einer kryslallisirbaren Substanz und eines braunen, in Wasser, nicht in Alcohol löslichen Körpers, Eiweiss und ein kryslallisirles Kalksalz. [Pettenkofer.) In grösseren Dosen wirkt diese Pflanze emetisch purgi- rend. — Sie enthält eine vegetabilische Base, das Eupalorin. {Righini.) Classis XXXIl. Compositae. 173 Eupatorium Ayapana. Vent. Die Blätter enthalten: viel brennend schmeckendes, flüchtiges Oel, Feit, extractiven Bitterstofl', Spuren von Zucker und Stärke. {Waflart.) Die Pflanzen dieser Abtheilung enthalten wie die der vorigen häufig ätherische Oele , bisweilen Bitlerstoff'e. Auch Indigo scheint vorzukommen, wie die folgenden Beispiele zeigen. Piqueria trinervia. Cav. Die Blätter riechen angenehm. Adenostemma tinctorlum. Cass. (Spilanthus. Lour.) Aus den Blättern wird ein blauer Farbstoff" gewonnen (Indigo?). Mikania officinalls. Marl. Ist bitter und gewürzhaft. Eupatorium perfoliatum. L. Die ganze Pflanze ist bitter, riecht ge- rieben stark, aber unangenehm. Eupatorium aromalisans. DeC. Die Pflanze besitzt einen gewürzhaften Geruch. Eupatorium odoratum. L. Die Blüthen riechen angenehm. Critonia Dalea. DeC. Die Pflanze riecht angenehm , wird als Surrogat der Vanille gebraucht. Liatris odoratissima. Willd. Die Blatter riechen, gerieben, wie Vanille. Liatris spicata. Willd. Die knollige Wurzel riecht terpentinartig und schn)eckt terpentinartig -bitter und scharf. — Ebenso die übrigen Arten mit knolliger Wurzel. G. III. Adenostylea. Bitterstoff'e und ätherische Oele scheinen auch hier die charakte- ristischen ßestandlheile zu sein; z. B. Adenostyles alpina. Bl. et F. (Cacalia alpina.) Die geruchlosen Blätter sind schleimig und bitter. Nothites saturejaefolia. DeC. (Eupatorium. Lam. Mikania. W.) Hat in ihren Eigenschaften viel Aehnlichkeit mit Mikania Guaco. G. IV. Tussilaginea. Bitterstoff'e, ätherische Oele, wie in den vorhergegangenen Abihei- lungen erscheinen auch hier, nebenbei Schleim und Gerbstoff; z. B. Tussilago Farfara. L. Die Pflanze enthält eisengrünenden Gerbstoff, Schleim und Bitterstoff. Petasites vulgaris. Desf. (Tussilago Petasites. L.) Die stark und widrig riechende Wurzel besitzt einen der Angelica- Wurzel ähnlichen, bitter aromatischen Geschmack. G. V. Mutisiea. lieber die Gewächse dieser Abtheilung ist in Beziehung auf die Stoffbildung wenig bekannt, sie scheinen sich sehr der vorigen Ab- theilung zu nähern; z. B. Anandria Bellidiastrum DeC. (Tussilago Anandria. L.) enthält Schleim und Bitterstoff". i|;74 1- Vegetabilia dicotyledonea. G. VI. Nassauviea. Sind in Beziehung auf die Zusammensetzung unbekannt. G. VII. Senecionea. Arnica montaiia. L. Die Wurzel enthält: flüchtiges Oel, scharfes Harz, Extractivstoff, dem eisengrünenden GerbstofT ähnlich, viel Gallussäure, Gummi, Holzfaser. [Pfaff.] Die Blülhen enthalten: scharfes Harz, scharfen Extractivstoff, schleimiges, nicht in Alcohol lösliches Extract, Holzfaser, essigsaure Salze [Weber] und Gallussäure. [Pfaff.) Die Blüthen enthalten: gelbes, festes Harz vom Gerüche der Blüthen, in Wasser und Weingeist lösliche, bitter und ekelhaft schmeckende Materie, gelben Farbstoif, Gummi, Eiweiss und Galläpfelsäure; in der Asche: phosphorsaures Kali, Chlorkalium, Spuren von schwefelsaurem Kali, kohlensauren Kalk, Kieselsäure. [Chevallier und Lassaigne.) Die Blätter verhalten sich wie die Blüthen, enthalten aber weniger Harz, [Weber] sie enthalten Gallussäure. [Pfaff.] In den Blüthen ist wenig blaues, flüchtiges Oel , [Martini] ein chamillenartig riechendes, hell- weingelbes Oel [Gressler] enthalten. Die Arnica-Blüthen enthalten eine Materie, die durch kohlensaure Magnesia grün wird, [Blell] durch Alkalien bei Sauerstolfzutritt. [Hlasiweiz.] Die Blüthen enthalten: eisengrünenden Gerbstoff, eine Substanz, die nach Entfernung des Gerbstoffes durch Haut, die Eisensalze dunkel fällt, durch Magnesia grün wird, aber kein Strychnin wie Thomson angibt. [Versmann.] Die Blülhen enthalten einen Bitterstoff von Terpentin -Consistenz. [Le- bourdais.) Sie enthalten Arnicin, eine organische Base in geringer Menge. [Bastick.] Auch in den Pflanzen dieser Abtheilung kommen ätherische Oele und Bitterstoffe häufig vor, ausserdem Schleim, wie sich aus den fol- genden Beispielen ergibt. Doronlcum Pardalianches. L. Die Wurzel riecht schwach gewürzhaft, schmeckt gewürzhaft und süsslich. Senecio sarracenicus. L. Die geruchlose Pflanze schmeckt scharf bitterlich. Senecio vulgaris. L. Das geruchlose Kraut schmeckt salzig bitterlich. Senecio Jacobaea. L. Die frischen Blüthen riechen süsslich, das geruch- lose Kraut schmeckt scharf bitter. Senecio aureus. L. Die Wurzel fasern sind wohlriechend. Kleinia Anteuphorbium. DeC. Die Pflanze enthält einen schleimigen Saft. G. Vni. Asterea. Auch in dieser Abtheilung sind ätherische Oele und Bitterstoffe die verbreiletsten Bestandtheile, wie die folgenden Beispiele zeigen. Solidago Vlrga aurea. L. Das gerbstofifhaltige Kraut schmeckt bitter- lich, die frische Wurzel scharf. Classis XXXII. Compositae. 175 Solidago otiora. Aü. Enthält in den Blättern ein gewiirzhaftes, ätheri- sches Ool, die Wurzel riecht ähnlich der von Geuni urbanum. Linosyris vulgaris. Cass. (Chrysocoma Linosyris. L.) Das Kraut riecht gerieben angenehm aromatisch, schmeckt bitterlich. Die BlUthen sind wohlriechend , schmecken anfangs süsslich , dann aromatisch- bitterlich. Baccharis prostrata. Pers. (Molina. li. et 8.) Riecht citronenartig. Erig-eron acris. L. Riecht gerieben eigenlhümlich, schmeckt beissend scharf. Aster Amellus. L. Das geruchlose Kraut schmeckt bitterlich -salzig, etwas herbe, die Wurzel riecht angenehm gewürzhaft, schmeckt beissend, gewürzhafl- bitter. Prlnlzia aromatica. Less. (biula. L.) Die Blätter riechen gevvürzhaft. Bellis perennis. L. Kraut und Blüthen sind geruchlos, von wenig scharfem Geschmack. Die Wurzel schmeckt etwas scharf. G. IX. Inulea. Inula Helenium. L. Die Wurzel enthält: eine Spur flüchtiges Oel, He- lenin, Wachs, scharfes Weichharz, bitterlichen Extractivstoff, gurami- gen Extractivstoff", gummige Theile, Inulin, Holzfaser, oxydirlen Ex- IractivstofT, coagulirtes Eiweiss, Kali-, Kalk- und Bittererde -Salze, {Jolm) und freie Essigsäure. {Funcke.) Die aus dem alkoholischen Extracte der Wurzel abgesetzten Krystalle sind keine Benzoesäure (wie Roettscher angibt). Die Wurzel enthält keine Benzoesäure. [Groneweg.) Aelherische Oele , Bitterstoffe und Gerbsäuren sind auch in dieser Abtheilung die am allgemeinsten verbreiteten Stoffe, wie die folgenden Beispiele zeigen. Buplithalmiim salicifolium. L. Die Pflanze riecht gerieben terpentinartig. Grangea maderaspalana. Poir. Die Pflanze ist gewürzhaft, schmeckt scharf. Sphaeranthus suaveolens. DeC. (Sph. indicus. Cass.) Die Pflanze riecht stark, dem Lavendel und Thymian ähnlich. JNeurochlaena lobata. B. Br. Kraut und Blüthen schmecken sehr bitter. Pulicaria dysenterica. Gaertn. (Inula. L.) Die ganze Pflanze riecht stark gewürzhaft, schmeckt bitter und scharf. Pulicaria vulgaris. Gaertn. (Inula Pulicaria. L.) Das Kraut riecht un-> angenehm. Inula viscosa. Desf. (Erigeron. L.) Die ganze Pflanze besitzt einen starken, durchdringenden Geruch und einen bitterlich -gewürzhaften, etwas scharfen Geschmack. Inula germanica. L. Das Kraut riecht eigenthümlich, unangenehm ge- würzhaft. 176 I- Vegetabilia dicotyledonea. Inula salicina. L. Die Wurzel ist gewürzhaft. Antennaria dioica. Gaertn. (Gnaphalium. L.) Die Blüthenknöpfe ent- halten Gerbstoff. Helichrysum Stoechas. DeC. (Gnaphalium. L.) Die Blätter haben ge- rieben einen angenehmen Geruch. Helichrysum arenarium. DeC. Die Blüthenknöpfe riechen süsslich, gerieben schwach gewürzhaft, schmecken bitterlich und enthalten Gerbstoff. Helichrysum odorum. DeC. Die frische Pflanze besitzt den Geruch der Tonkabohnen (Coumarin?). G. X. Anthemidea. Achillea Millefolium. L. Die Wurzel enthält: blassgelbes, flüchtiges Oel , schwarzbraunes Ilartharz , Weichharz mit Blattgrün , harzigen Extraclivstoff , schwach bittern Extractivstoff , süssen Extractivstotf, Gummi, Holzfaser, guniraiartige, theils durch Kali, theils durch Salz- säure ausgezogene Materie, lösliches Eiweiss, durch Salzsäure ausge- zogenes, verhärtetes Eiweiss, durch Kali ausgezogene phytokollähnliche Substanz, Essigsäure, x^epfelsäure, saures äpfelsaures Kali und Kalk, Spuren von Phosphorsäure. {Bleij.) Das Kraut enthält: blaues, in der Kälte butterartiges, ätherisches Oel, braunes, schwach bitteres Hartharz, nicht in Asther löslich, Blattgrün, gerbstoflFhaltenden Ex- tractivstoff , äpfelsaures Kali , Extractivstoff, phosphor- und salpeter- saures Kali, Chlorkalium, Gummi, Holzfaser, lösliches Eiweiss, Spuren von Stärke , gumnn'artige , theils durch Kali , theils durch Salzsäure ausgezogene Materie, kleberartige, theils durch Kali, theils durch Salz- säure ausgezogene Substanz, Essigsäure. [Bley.) Die Blüthen ent- halten : blaues, flüchtiges Oel, Hartharz, (Gerbstoff' und Bitterstoff mit Salzen), Phosphorsäure, Blattgrün, gerbstoffhaltigen, gummigen Ex- tractivstoff, Gummi, äpfelsaures Kali und Kalk , Holzfaser, lösliches Eiweiss, durch Salzsäure und Kali ausgezogene kleber- oder eiweiss- artige Substanz, freie Essigsäure, Aepfelsäure, Salpeter, Chlorkalium und Chlorcaicium. [Bley.) Die Sa men enthalten : schmutzig-grünes, bulterartiges, flüchtiges Oel, Hartharz, braunes Weichharz (?), Blatt- grün, gummigen Extractivstoff" und Gerbstoff, Holzfaser, durch Kali ausgezogenes Gummi (Pektin?), durch Kali ausgezogene, stickstoffhal- tige Materie, Gyps, Chlorcaicium, Ghlorkalium, freie Essigsäure. [Bley.) — Das über die Blüthen destillirte Wasser enthält Metacetonsäure. [Kraemer.) Das Kraut enthält eine eigenthümliche Säure (Achillea- säure) und einen Bitterstoff, das Achillein. [B. Zanon.) Die Varietät Achillea Millefolium var. contracta soll blaues, die Achil- lea Millefolium var. dilatata gelbes ätherisches Oel geben. [Forcke.) Achillea nohilis. L. Das Kraut enthält: ätherisches Oel, Ameisensäure, Essigsäure, essigsaures Ammoniak, Chlorophyll, Weichharz, Eiweiss, Classis XXXII. Compositae. 177 Gummi, eisengrünenden Gerbstoff, bittern Exlraclivstoff, Aepfelsäure, Pflanzenfaser, künstliches Gumnii , verhärtetes Eiweiss , Farbstoff, schwefelsaures Kali , Chlorcalcium. {Blei/.) Die Blüthen enthalten: ätherisches Oel , Ameisensäure und Essigsäure, Eiweiss, Weichharz, Gummi, Gerbstoff, bittern Extractivsloff, Aepfelsäure, Chlorophyll, Pflanzenfaser, künstliches Gummi, Schleimgummi (??), färbenden Extractivstoff und Salze. [Bley.) — Die Samen enthalten: ätherisches Oel, Ameisen- und Essigsäure, Eiweiss, Gummi, Eisen grau fällenden Gerbstoff, bittern Extractivstoff, Aepfelsäure, Hartharz, Chlorophyll, künstliches Gummi (durch Salzsäure gewonnen), färbenden Extractiv- stoff und Pflanzenfaser. [Bley.) Anthemis nobilis. L. Die Blüthen, besonders die gefüllten kommen als römische Chamillen vor, — Das über die Blüthen abdestillirte Was- ser enthält eine, der Valeriansäure ähnliche Säure. [Schindler.) Das ätherische Oel ist ein Gemenge eines sauerstofffreien mit dem Aldehyd der Angelicasäure. [Gerhardt.) Das frische, destillirte Chamillenwas- ser ist nicht sauer, wird aber sauei' nach längerem Stehn , die dabei gebildete Säure gibt mit Ivalk ein krystallisirtes Salz. [Peretti.) Im Uebrigen enthalten die rÖn)i sehen Chamillen: Wachs, Blattgrün, Fett, Harz, bittere, in Aether lösliche Materie, in Alcohol lösliches, schäumendes Extract, nur in Wasser lösliches, durch Bleizucker fäll- bares Extract, Eiweiss, Gummi, Pflanzenfaser, flüchtiges Oel, Gerb- säure, in sehr geringer Menge, Schwefel- und weinsaures Kali, Chlor- kalium und äpfelsauren Kalk. [Wyss.) Anacyclus ofTicinalis. Haijn. I Geben die sogenannte Ber- Anacyclus Pyrethrum. DeC. (Anthemis. L.)\ tramswurzel. Diese enthält: wenig brennend -scharfes, ätherisches Oel, eine Spur von Camphor, fast geruchloses, scharfes Weichharz, bitterlichen Extractivstoff, Gummi, Inulin, Holzfaser, in Kali lösliche Materie. [John.) Die Wurzel enthält: flüchtiges Oel, Spur, — scharfes, fixes Oel (Weichharz?), gelben, extractiven Farbstoff, Gummi, Inulin^ Holz- faser und Spuren von Chlorcalcium. [Gautier.) Das Pyrethrin (von Parisei) ist ein Gemenge von drei Substanzen. [Koene.) Die Wurzel enthält: braune, harzartige, in Kali unlösliche Substanz, dunkelbrau- nes, scharfes, in Kalilauge lösliches Oel, gelbes, in Kali lösliches Oel, Gummi, Inulin, Pflanzenfaser, Spuren von Gerbstoff, schwefel- und pflanzensaures Kali , Chlorkalium , phosphor- und kohlensaure Kalk- erde, Thonerde, Eisenoxyd, Manganoxyd und Kieselsäure. [Koene.) Matricarla Chamomilla. L. Die Blüthen enthalten: flüchtiges Oel, Harz, Seifenstoff' (extractiven Bitterstoff), Gummi, Weinstein, phosphorsauren Kalk, Holzfaser und lösliches Eiweiss. [Freudenthal.) Das trockne Kraut hält in der Asche: kohlensaures Kali, kein schwefelsaures, kein Chlorkalium, — kohlen- und phosphorsauren Kalk , Thonerde, Kieselsäure. [Freudenthal.) Im Chamillenextract ist Salpeter enthalten. Rochledcr, Phylocliemic. \<^ 178 I- Vegetabilia dicotyledonea. (Joss.) Das Oel der Chaniillen besteht aus einem blauen [Born- träger-) und farblosen Oele. Pyrethnim Partheniiim. Sm. (Mairicaria. L.) Die Pflanze hat einen cha- millenartigen , widrigen Geruch und einen unangenehmen , bittern Geschmack. — Das ätherische Oel derselben besieht aus Laurineen- camphor, einem sauerstoffreicheren Körper als dieser und einem, im reinen Zustande , wahrscheinlich sauerstofffreien Kohlenwasserstoffe. {Dessaignes und Chautard.) Tanacetum vulgare. L. Diese Pflanze besitzt einen eigenthümlichen, starken, gewürzhaften, unangenehmen Geruch, einen sehr bittern, gewürzhaflen. scharfen Geschmack. — Die Blätter enthalten : flüch- tiges Oel, Blattgrün, eisengrünenden Gerbstoff, extractiven Bitterstoff, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, wenig Eiweiss, freie Aepfelsäure, äpfelsaures Kali, Kalk und ßittererde, Chlorkalium, Gyps, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Fromherz.) Die Blätter enthalten: flüchtiges Oel, fettes Oel, Wachs oder Talg bei 35° C. schmelzend, Blattgrün, sehr l)ittere, harzartige Substanz, gelben Extractivstoff (Farbstoff), Gerb- stoff, Gallussäure, bittern Extractivstoff, Gummi, Holzfaser und Tana- cetsäure. [Peschier.) — Die Blumen enthalten: flüchtiges Oel, ^Yachs, gelbbraunes Weichhai'z, den Blumen die gelbe Farbe ertheilend (oder gelben, harzigen Farbstoff), eisengrünenden Gerbstoff, extractiven Bit- terstoff, Schleimzucker und Gummi, Holzfaser, freie Aepfelsäure, äpfelsaures Kali, Kalk und Billererde, Chlorkalium, Gyps, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Fromherz.] Die Blüthen enthalten: gelbes, sehr bitteres, fettes Oel, dunkelgrünes, wachsartiges Fett (harzigen Farb- stoff'?), bitteres Harz, Blattgrün, extractiven, gelben Farbstoff", extrac- tiven Bitterstoff, eine Pflanzenbase ('??), Gummi, Holzfaser, Tanacet- säure und phosphorsauren Kalk. {Peschier.) Die Samen enthalten: flüchtiges Oel , wenig fettes Oel , gelbbraunes Weichharz, Blattgrün, eisengrünenden Gerbstoff, extractiven Bitterstoff, Gummi, Holzfaser, freie Aepfelsäure, äpfelsaures Kali, Kalk und Billererde, Chlorkalium, Gyps, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Fromherz.] Artemisia Absynthium. L. Das wässerige Extract des Krautes enthält: sehr bittere, harzige Materie, thierische, sehr bittere Materie (extractiven Bitterstoff), thierische, wenig schmeckende Substanz, eigenthümliches Salzmehl, absynthsaures Kali, salpeter- und schwe- felsaures Kali und Chlorkalium. [Braconnot.) In dem Wermuth- extract ist enthalten: gummiarlige Substanz, harzartige, in kohlen- saurem Kali losliche Materie, bitterer, in Alcohol und Wasser löshcher Extractivstoff'. [Leonhardi.] Der Wermuth enthält einen amorphen Bhtersioü' [Caventou] , einen harzartigen Bitlerstoff' (il/e/«), einen eigen- thümlichen Bitterstoff [Bighini], einen Bitterstoff' von saurer Natur, krystallisirbar, das Absynthe'in. [Luch.] Die Wermuthsäure [\on Bra- comiot) ist Bernsteinsäure [Zivenger], Aepfelsäure. [Luck.] Der Wer- Ciassis XXXII. Comppsitae. 179 muth enthält ein ätherisches Oel, gleich zusammengesetzt mit dem Camphor der Laurineen, [Lehlcmc.) Artemisia glomerata. Sieb, nee Ledeh. Die unausgebildeten, ge- schlossenen BlUthenköpfe (Semen Cinae indicum, afri- canum oder barharicum) enthalten: flüchtiges Oel, Cerin, grü- nes, gewürzhaftes, scharfes Weichharz , braune, bittere, harzartige Substanz, extractiven Bitterstoff , gummiartigen Extraclivstofl", Holz- faser, Moder, durch Iiali ausgezogen , — äpfelsaures Kali, Kalk und Bitlererde , schwefelsaures Kali , Chlorkalium und Kieselsäure. Die Asche enthält: Chlorkalium, schwefel- und wenig kohlensaures Kali, kohlensauren Kalk, Bittererde, Thonerde, Kieselsäure und wenig Eisen . ( Wackenroder. ) Artemisia Vahliana. Äo5^. (A. Contra. Vahl.) Der levantische Wurm- samen enthält: flüchtiges Oel, Hartharz, extractiven Bitterstoff, schwarzen, gummigen Extractivstoff, durch Kali ausgezogene, dem gummigen Extractivstoff ähnliche Materie und Holzfaser. ( Tromms- dorff.) Er enthält: flüchtiges Oel , Cerin, dunkelgrünes, gewürzhaft scharfes Weichharz , braune, bittere, harzartige Substanz, nicht in Aether und wasserfreiem Weingeist löslich, aber leicht löslich in Kali, Lackmus röthend , extractiven Bitlerstoff", gummigen ExtractivstolT, äpfel- und schwefelsaures I^ali , Chlorkalium, äpfelsauren Kalk und Kieselsäure. Die Asche enthält: Chlorkalium, schwefel- und wenig kohlensaures Kali, kohlensauren Kalk, Bittererde, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Wackenroder.) Der Wurmsamen enthält Santonin. [Kahler, Alms.) Die freie Säure desselben ist Essigsäure. [H. Tronims- dorff.) Er enthält durch Aether, bei erhöhtem Druck, ausziehbares Fett. [Stickel.) Artemisia vulgaris. L. Die Wurzel enthält: butterartiges, krystallisir- bares, flüchtiges Oel, trocknendes, fettes Oel, Cerin, Weichharz, braunes, bitteres, nach der Lösung in Weingeist oder Aether, Lakmus stark rölhendes Ilartharz, gelben, harzigen Farbstoff, eisengrünenden Gerbstoff, extractiven Bitterstoff, Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, lösliches Eiweiss, Kleber (?), Kleesäure (?), Aepfel-, Phosphor- und Schwefelsäure mit Kali, Kalk und Billererde verbunden, Chlorkalium, Chlorcalcium , Chlormagnesium, Kieselsäure und Eisenoxyd. [Bretz und Elieson.) Artemisia Dracunciilus. L. Die Blätter enthalten flüchtiges Oel von der Zusammensetzung des Fenchel- und Anis-Stearopten [Gerhardt), ein scharf schmeckendes Harz , bitlern Extractivstoff und Fflanzen- schleim. In den Pflanzen dieser Abtheilung sind ätherische Oele wie in allen vorhergehenden Abtheilungen dieser Familie, Bitterstoffe und Gerb- stoffe sehr allgemein, wie noch folgende Beispiele erweisen. Osmitopsis asleriscoides. Less. ].,.,, rk^_-. . , . r >Riechen in allen Theilen wie Camphor. Osmitopsis camphorina. Less. ] * 42* 180 I- Vegetabilia dicotyledonea. Achillea Ageratum. L. Riecht unangenehm gewürzhaft und schmeckt unangenehm, gewilrzhaft bitter. Achillea moschata. Wulf. (Plarmica. DeC.) Riecht durchdringend, an- genehm gewürzhaft, schmeckt brennend, gewürzhaft bitter. Achillea Ptarmica. L. (Ptarmica vulgaris. DeC.) Die Wurzel schmeckt widrig scharf, seifenartig, das blühende Kraut riecht und schmeckt scharf gewürzhaft. Maruta Cotula. Desf. (Anthemis. L.) Die Pflanze hat einen durchdrin- genden, unangenehm gewürzhaflen Geruch und unangenehmen, bit- terlich-scharfen Geschmack. Anthemis tinctoria. L. Die Rlüthen dienen zum Gelbfarben, die Pflanze riecht unangenehm gewürzhaft, schmeckt krautartig, scharf und widrig. Santolina Chamaecyparissus. L. Alle Theile besitzen einen starken, durchdringenden, gewürzhaften Geruch und bittern Geschmack. Santolina fragraiitisslma. Forsk. Riecht stark und angenehm , ähnlich dem Thymian. Otanthus maritimus. Link. (Diotis candidissima. Desf.) Riecht gerieben gewürzhaft, schmeckt bitter und herbe. Leucanthemiim vulgare. Lam. (Chrysanthemum Leucanthemum. L.) Blätter und ßlüthen schmecken krautig, bilterMch etwas herb, sind geruchlos. Balsamita vulgaris. Willd. (Tanacetum Balsamita. L.) Besitzt einen star- ken, minzenartigen, angenehmen Geruch und balsamisch bitlern Ge- schmack. Artemisia coerulescens. L. Die Pflanze besitzt einen starken Geruch und wird als Febrifugum und Änthelminticum gebraucht (Santonin'?). Artemisia gallica. Wühl. Besitzt einen stark gewürzhaften Geruch und bittern Geschmack. Artemisia maritima. L. Verhält sich wie die vorige. Artemisia salina. Willd. Schmeckt bitterlich , riecht gerieben schv^ ächer als die zwei vorhergehenden. Artemisia acetica. Jacquem. Das Kraut riecht gewürzhaft, sauer, wie concenlrirte Essigsäure. Artemisia judaica. L. Riecht eigenlhümlich, stark gewürzhaft, schmeckt bitler. Artemisia Abrotanum. L. Riecht stark , eigenlhümlich , cilronenartig, schmeckt bitter und enthält eisengrünenden Gerbstofl\ Artemisia pontica. L. Riecht gewürzhaft, schmeckt etwas weniger bitter als Wermuth. Artemisia spicata. Widf Riecht stark gewürzhaft. Artemisia camphorata. Vill. Riecht durchdringend, camphorartig, schmeckt bitter -balsamisch. Classis XXXU. Conipositae. 181 Artemisla Miilellina. Vill. ] „. , , ^ , , , ,. , ^ . . , . ,. r t Riechen i'cwürzhciit und schmecken biUer. Arteinisia glacialis. />. j ° G. XI. Ambrosiea. Von den Pflanzen dieser Ablheihing ist wenig in Beziehung auf ihre Zusaunnenselzung erforscht. Billerslofle und ätherische üele kommen auch hier vor; z. B. Ambrosia maritima. L. Alle Th eile besitzen einen angenehmen Geruch und gewUrzhaft biltern Geschmack. Xanthium catharlicum. H. et B. Das Kraut purgirt. G. XII. Helianthea. ileliantlms tuberosus. L. Die im Herbst gegrabenen Knollen ent- halten: fettes Oel vom Gerüche der Knollen, leicht in Wefngeist und Kali löslich, Cerin, Schleimzucker, Gummi, Inulin. wenig Holzfaser, viel in Kali lösliche Materie, thierische, durch Säuren fällbare Materie, erst die schleimige, dann schwach die weingeislige, endlich die saure Gährung im Safte der Knollen bewirkend, weinsauren Kalk, citron- saures Kali, äpfel-, phosphor- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk, Eisen und Kieselsäure. Im gegohrnen, nicht im frischen Safte, die beide gleich süss sind, ist Mannit enthalten. [Braconnot.) Die Knol len enthalten : flüchtiges Oel, zwei Fette, Harz, kein Wachs, Schleimzucker, Gummi, Inulin, Holzfaser, Osmazom ("/??), gelatinöse, stickstoffhaltige Materie, lösliches Eiweiss, Spuren von Fungin (i. e. Holzfaser), .Spur von Gallussäure, freie Phos- phorsäure , Salpeter, klee- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure, Spuren von Mangan. [Payen.) — Die Knollen enthalten: widrig riechendes Harz, Gummi, Zucker, Holzfaser, Eiweiss, Spuren freier Säure. {Körte.) Das frische Kraut enthält: grünes Satzmehl (Blatt- grün aber keine Stärke enthaltend), bitterlich -süsses, zuckerhaltiges Extract, bitteres und salziges, nicht in Weingeist lösliches Extract, Holzfaser, Eiweiss, etwas flüchtiges Oel. (Zenneck.) Nach einer neue- ren Untersuchung von Payen enthalten die Knollen: Glucose und andere Zuckerarten, Eiweiss und zwei andere, stickstoffhaltige Mate- rien, Cellulose, Inulin, Pektinsäure, Pektin, Salze, Fett (?). HeliaiiUius annuus. L, Das Mark der Stengel enthält: Medullin, Gummi, Aepfelsäure, äpfelsaures Kali und Kalk, Salpeter, phosphor- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk und Ei- senoxyd. [John.) Die Samen enthalten viel mildes, fettes Oel. — Die Blüthen enthalten Stärke. [Himefeld.) In der ersten Zeit der Entwicklung hält die junge Pflanze Asparagin. {Dessaignes.) Dahlia variabllis. ZJe«/". (Georgina. W.) Enthält in den Knollen : Inulin und ein stark riechendes, ätherisches Oel, v, n süsslichem . später scharfem Geschmacke, aus dem sich Krystalle von Benzoesäure (??) IS2 I. Vegetabilia dicolyledonea. absetzen sollen, braunen Farbstoff, gewürzhaft bittere Substanz, Ei- weiss , Cilronsäure, citron- und äpfelsaures Ammoniak und Kalk, Salpeter, phosphor- und schwefelsauren Kalk, Chlorcalcium, Kiesel- säure. Osmazom (?"?) und Faser. [Paijen.) Im Dunkeln gewachsen enthält sie Asparagin. {Dessaignes.) Auch in den Pflanzen dieser Abtheilung kommen ätherische Oele und Bitterstoffe häufig vor. Die Samen mehrerer sind reich an Fett, wie sich aus den folgenden Beispielen ersehn lässt, Unxia camphorata. L. fil. Riecht stark, camphorartig. Guizotia olelfera. DeC. (Polymnia abyssinica. L. fil.) Die Samen ent- halten viel fettes Oel, nebst etwas Schleim und adstringirenden Slofl'. (/. J. Vireij.) Siegesbeckia orientalis. L. Ist balsamisch bitter. Madia sativa. Mol. Aus den Früchten wird viel fettes Oel gewonnen. — Dieses besteht aus einem flüssigen und einem festen Theile. {Luck.) Eclipta prostrata. L. Wurzel und Stengel, wie auch die stark rie- chenden Blätter schmecken bitter und scharf. Heliopsis Balsamorrhiza und H. terebintliacea Hook, enthalten einen ter- pentinarlig riechenden Saft. Wedelia calendulacea. Less. Ist gewürzhaft. l Besitzen einen kressenartig, Spilanthes oleracea. Jacq. j scharfen Geschmack, der von Spilanthes alba. L7/er. (Sp. Acmella. I.) | einem scharfen Harze? her- l rühren soll. Zinnla multiflora. L. Die Wurzel ist bitter. Clibadiiim terebinthinaceuni. DeC. (Baillieria. Spr.) Alle Theile be- sitzen einen stark gewürzhaften Geruch und einen erhitzenden, schar- fen Geschmack, die Blüthen riechen gerieben terpentinähnlich. Clibadiiim asperum. DeC. (Baillieria. Aubl.) Besitzt einen sellerieartigen Geruch, bittern Geschmack und wird zum Betäuben der Fische ange- wendet. ßidens tripartila. L. Das Kraut riecht eigenthUmlich, widrig, schmeckt beissend, herb, enthält einen gelben Farbstofl'. Bidcns cernua. L. Enthält einen gelben Farbstofl'. Espeletia grandiflora. H. et B. Gibt ein gelbes, durchsichtiges Harz, Trementhina genannt. Glossocardia ßoswallea. DeC. Riecht und schmeckt fenchelartig. Silpliium j,aimmiferum. Ell. Der S t e n g e 1 enthält eine bedeutende Menge einer terpentinartigen Masse. Silpliium compositum. Mchx. Die dicke Wurzel ist giftig. [Fräser.) Cephalophora aromatica. Schrad. (Grabamia. Spr.) Die Pflanze riecht stark gewürzhaft, fast wie Matricaria Chamomilla. Cephalophora glauca. Cav. Die Blätter dienen zum Gelbfärben. Classis XXXil. Compositae. 183 Hcleniuni aiitumnale. L. Die Pflanze ist sehr bitter. Sclikuliria abrotaiiüides. Roth. Ist sehr bitter. G. Xni. Tagetinea. Enthalten ebenfalls ätherischo Oelc und Bitterstoffe sehr häufig, z. B. Tagetes patula. L. Riecht stark , durchdringend, widrig, schmeckt ge- \Aürzhaft bitterlich. Tagetes erecta. L. Riecht und schmeckt wie die vorige. — Die Blüthcn enthalten Stärke. [Hünefeld.) G. XIV. Calendulacea. Calendula offlcinalis. L. Die Blut he enthält: gelbgrünes Weichharz, Bitterstoff, Gummi, Calendulin, Stärke, Holzfaser, Eiweiss, Aepfel- säure, äpfelsaures Kali, Chlorkalium, äpfelsauren Kalk. [Geifer.) Die Blätter enthalten: Wachs, Bitterstoff, Gummi, kleberartige Materie, Stärke, Holzfaser, Calendulin, EiweisS; Aepfelsäure, äpfelsaures Kaü und Kalk und Salpeter. [Geiger.) G. XV. Arctotidea. |^ Ueber die Zusanunensetzung der hieher geliö- G. XVI. Echinopea. i rigen Gewächse ist nichts Bestimmtes ermittelt. G. XVn. Carduacea. Carthamus tinctoriiis. L. Die Blüthe enthält: eigenthümliches Wachs, Harz, Saflorroth (Carthamin) , cxtractiven , gelben Farbstoff, essig- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, Gyps, Holzfaser, Eiweiss, Bit- tererde, Thonerde und Eisenoxyd. [Dufour.) Im gegohrnen Saflor soll sich Valeriansäure finden. iSalvetat.) In den Samen der hieher zu zählenden Pflanzen ist häufig eine reichliche Menge von fettem Oel enthalten, zuweilen auch Schleim. Bitterstoffe kommen auch in dieser Abtheilung häufig vor. Als Bei- spiele mögen folgende Pflanzen dienen : Uhaponticuni scariosum. Lern. Die Wurzel ist gewürzhaft biller. Uhaponticum acaiile. DeC. Die BlUlhen sind wohlriechend. SeiTutula tinctoria. L. Die Blätter enthalten gelben Farbslofl". Lappa major. Guertn. (Arclium Lappa. Willd.) Die frische Wurzel riecht schwach , unangenehm, schmeckt anfangs süsslich -schleimig, später bitterlich , etwas scharf. Enthält durch Aether ausziehbares Oel. Die Blätter sind bitter und herbe. Die Früchte purgiren. r ,..,.,„ .^^„„.^ r /* ,• r, 1 r ,( Stimmen mit dcr vorigcu Lappa tomcntosa. I(M». Arctuun Bardana. L. . ., ^,. , P , . ,, ^ { in ihren Eigenschalten Lappa minor. DeC. I , • \ überein. Silybum marianum. Gaertn. (Carduus. L.) Wurzel und Kraut sind bitter, die Früchte ölreich und schleimig. Cynara Seolymus. L. Wurrel und Stengel schmecken sehr bitter. 184 f- Vegefabilia dicotyledonea. Onopordon Acanthium. L. Die Früchte enthalten fettes Oel in reich- licher Menge. G. XVIII. Centaureacea. Cnicus henedictus. Gaertn. (Cenlaurea. L.) Die Pflanze riecht im frischen Zustande eigenthUniHch , getrocknet ist sie geruchlos , schmeckt sehr ])itler. Das Kraut enthält: Blattgrün, extractiven Bitterstoff, Gummi, Eiweiss, Holzfaser, schwefelsaures Kali und Kalk und Chlorkalium. {Stoltmann.) Das Kraut enthält: flüchtiges Oel, Blattgrün, fettes Oel, braunes Harz, braunen, extractiven Farbstoff, extractiven Bitterstofl", Schleimzucker, Gummi, Holzfaser, Eiweiss, pflanzen-, schwefel- und salpetersaures Kali, Chlorkalium, sauren äpfelsauren und phosphor- sauren Kalk, Kieselsäure, Spuren von Thonerde und Eisenoxyd. [Moriii.) Enthält wie alle Cynerocephaleen einen krystallisirten Bit- terstoff, das Cnicin. (Scribe.) Die Samen sind süss, die Frucht- hüllen bitter. Centaurea Calcitrappa. L. Die Pflanze ist bitter, enthält viel Cnicin. [Scribe.) Das Extract des Krautes enthält: harzige Materie (Blatt- grün?) , animalisirte Materie (??), Gummi, freie Säure, essig- und schwefelsaures Kali , Chlorkaliura und Gyps. [Figuier.) Die Blume enthält: durch Aether ausziehbare, krystallisirbare, bei 37 "C. schmel- zende Materie, Blattgrün, lu'aunen Farbstoff', sehr wenig eisengrünen- den Gerbstoff, viel extractiven Bitterstoff", freie Säure und ein Kalk- salz. [Petit.) Die Pflanzen dieser Abtheilung sind bitter, enthalten Cnicin (und andere Bitterstoffe?), auch Farbstoffe. Die ätherischen Oele treten hier, wie in der vorhergehenden Abtheilung (G. XVH.) zurück, wie sich aus den folgenden Beispielen entnehmen lässt. Centaurea Centaureiim. L. Die Wurzel ist gewürzhaft bitter und scheint Gerbstoff zu enthalten. Centaurea Bellen. L. Die Wurzel schmeckt bitter und scharf. Centaurea Cyanus. L. Die Blüthen enthalten ausser Farbstoff viel Wachs und eine grosse Menge Schleim. Centaurea Scabiosa. L. Das Kraut enthält gelben Farbstoff. Centaurea solstitialis. L. Die Blüthen sind bitter. Cenlaurea Jacea. L. Das Kraut enthält gelben Farbstoff. Kentrophyllum lanatum. Neck. Das Kraut ist bitter. G. XIX. Carlinea. Ararna gtimniifera. UV/W. (Atractylis. L.) Der gummiähnliche, ausge- schwitzte Saft enthält ausser gewöhnlichem Gummi eine, dem Viscin ähnliche Materie. [Landerer.) Aetherische Oele und Bitterstoffe kommen auch in dieser Abthei- B. Classis XXXII. Compositae. 185 Carlina acaulis. L. Die Wurzel enthält ätherisches Oel, .schmeckt bit- ter, wirkt emetisch purgirend. Saussiirea amara. DeC. Die Wurzel ist bedeutend bitter. Cardopatitini corymbosum. Pers. Die Wurzel schmeckt scharf. G. XX. Lactucea. Scorzonera hispanica. L. Die Wurzel ist schleimig, süss, nur wenig bitterlich, sie enthält: Stärke, Harz, Holzfaser und in Wasser lösliches Extract. [Juch.) Lactuca sativa. L. Das, aus dieser Pflanze zur BlUthezeit, aus abge- schnittenen Stengeln gewonnene Lactucarium enthält: in Wein- geist lösliches Harz , hlos in Aether lösliches Harz, (Caoutchouc??), Eisenchlorid grünende, in Wasser und Weingeist lösliche Substanz, blos in Wasser lösliche Substanz (Gummi?). [Schrader.) Das Lactu- carium enthält: Wachs, Hartharz, r'ederharz, bittern Extractivstod", freie Aepfelsäure {Pfaff und Klink.), ausserdem schwefel-, salz- und phosphorsaure Salze. [John.) Lactuca sativa enthält Aepfel- und Bernsteinsäure, das käufliche Lactucarium auch Oxalsäure. [Koehnke.) Lactuca altissima. 3f. B. Der Milchsaft enthält: Mannit, Asparagin, ein indifferentes und ein saures Harz, Wachs, Pektin und Eiweiss, oxalsaures Kali, äpfelsauren Kalk, Salpeter, schwefelsaures Kali, Chlorkalium , eine krystallisiibare Substanz , die durch Alkalien roth wird, Eisenoxydsalze grün färbt, eine krystallisirbare, i)ittere Sub- stanz. {Aubergier.) Lactuca virosa. L. Der, vom grünen Satzmehl befreite, ge- trocknete Milchsaft enthält: Wachs, Hartharz, Fedeiharz, in Wasser lösliche Theile, als: Bitterstoff, Gummi, Eiweiss, freie Lactuca- säure, lactucasauren Kalk, Bittererde und Salpeter. Durch Destillation mit Wasser erhält man ein viros riechendes, wie die Pflanze schmek- kendes Destillat, Lakmus nicht röthend. {P faß' und Klink.) Das Lactucarium enthält: einen durch Galläpfel fällbaren Bitterstoff, ein süsses Princip, freie Säure, kein Morphin. [Duhlanc.) Das Lactu- carium enthält: ätherisches Oel, Lattichfett, gelbrothes, geschmack- loses Harz, grünlichgelbes, kratzendes Harz, Zucker, Schleimzucker, Gummi, Pektin, braune Säure, braune, basische Substanz, Eiweiss, Lactucin, Lactucasäure (Oxalsäure), Citron-, Aepfel-, Salpetersäure, mit Kali, Kalk und Bittererde verbunden. [Wah.) — In dem, einige Jahre alten, Extracte der Pflanze sind Krystalle von Salpeter gebildet. {Bley.) — Das von D/ifnc/i bereitete Lactucarium enthielt: W^achs, bitleres Harz, Extract, Eiweiss, kohlensauren Kalk und Faser; in der Asche: phosphorsaures Natron, Spuren von Chlorcalcium, Kalk, Bittererde und Kieselsäure. {S. Schlesinger.) Der Milchsaft der Pflanze enthält: ein krystallisirtes Halbharz, ein staik fadenziehen- des, in Aether lösliches, in Alcohol unlösliches Weichharz. {Polex.) — 186 I. Vegetabilia dicotyledonea Das zur Blüthezeit derPflanze gesammelte Lactuca rium enthält: Wachs, Harz, eine eigenthümliche Säure, kein phosphorsau- res Natron. Es schmeckt sehr bitter, das darüber abdestillirte Wasser enthält freies Ammoniak , riecht nach Lactuca und Opium. — Die Blätter und Stengel enthalten zur Zeit des Verblühens: Salpeter, eine in Wasser und Alcohol lösliche, in Aether unlösliche, bittere, krystallisirte Substanz. Das abdestillirte Wasser setzt an der Luft Schwefel ab, das cohobirle Wasser enthält ein, durch Aether aus- ziehbares, ätherisches Oel. {Pagenstecher.) Das Lactucarium ent- hält eine dem Betulin nahe stehende, krystallisirte Substanz, das Lactucon, (Lewo»-) identisch mit Lattichfett. [Walz.) Das Lactuca- rium enthält: Lactucerin, {Thieme^ Ruickholdt) das in Lactucon über- geht (Ludwig); es enthält: Lactucerin, einen wachsartigen Körper, Pflanzenfaser, Ei weiss, Lactucasäure (eine krystallisirbare, bittere Substanz), Lactucin, Mannit, Oxalsäure, eine das Silberoxyd reduci- rende Säure , schwefelsaures Kali und Bittererde , Eisenoxyd , eine flüchtige, der Valeriansäure ähnliche Säure, keine Essigsäure. [Ludwig.) Choiidrilla juncea. L. Enthält bittern, etwas scharfen Milchsaft. Die- ser enthält: schwärzliches, etwas klebendes Federharz, harzige und schleimige Theile. (John.) Taraxaciiin oflicinale, Wigg. (Leontodon Taraxacum. L.) Der Milchsaft enthält: Federharz, Bitterstoff, Spuren von Hartharz, süsser Materie und Gummi, — freie Säure, phosphor-, Schwefel- und salzsaures Kali und Kalk. [John.) Die Wurzel enthält Inulin. (Watte.) Der Milch- saft enthält: Ei weiss, krystallisirbares Harz, krystallinisches Taraxa- cin. (Polex.) Die Wurzel enthält viel Inulin (IF/ftetem) im Herb- ste, weniger im Frühjahr. (Overbeck.) In der Wurzel ist kein Mannit enthalten, bildet sich aber darin durch Gährung. (Frickingher .) Die Wurzel enthält: Eiweiss, Extractivstoff, Schleim, Salze, Zucker, Inulin, Spuren von Gerbstoff, Wachs und Extractabsatz, im Herbste mehr Extractivstoff, Zucker und Inulin, im Frühjahr mehr Salze, Ei- weiss und Wachs. [Frickingher .) Cichorium Intybiis. L. Die V/urzel enthält: bitteres Extract, Spuren von Zucker , Harz, ein Ammoniaksalz , Holzfaser. (Juch.) Die wild wachsende Pflanze hat viel bittern Milchsaft in der Wurzel. Bitterstoffe kommen nebst Harzen in dem Milchsaft dieser Pflan- zen häufig vor, ätherische Oele sind weniger oft vorhanden und dann in geringer Menge. Zucker, Inulin und verschiedene Kohlehydrate kommen in den Wurzeln häufig vor, wie sich aus folgenden Bei- spielen entnehmen lässt. Tragopogon pratensis. L. Die Wurzel schmeckt süsslich- schleimig, schwach bitterlich. Tragopogon major. Jaccj. Die Wurzel schmeckt biller. Miilgedium lyralum. Cass. Die Wurzel ist sehr bitter. Classis XXXIII. Aggregalae. 1H7 Soiichus olcraceus. L. Der Milchsaft der Pflanze ist l)iller. Nahalus Fraseri. DeC. Die knollige Wurzel ist ungemein bitter. [ Enthalten niil- Lactuca stricta. W.eiK. (Mulgediumacuminatum. Z)eC.) I den, weissen Lactiica elongata. Mühl. | Milchsaft. ( [Aubergier.) Hypochaeris radicata. L. Der bittere Milchsaft riecht opiumariig. Hleracium Pilosella. L. Blätter und Blüthen enthalten Bilterstofl' und Gerlistoff. Crepis lacera. Ten. Soll sehr giftig sein. Barkhaiisia foetida. DeC. (Crepis. L.) Riecht widrig nach Castorcuni und biltern Mandeln. Cichorium Endivia. L. Ist weniger bitler als C. Intybus. L. Lapsana communis. L. \ r. ■ , • ^ , . r ,.,, ^r ^ ( Besitzen biltern Geschmak. Lampsana graiiditlora. M. B. J O. 168. Caliceieae. Sind ihrer Zusammensetzung nach gänzlich unbekannt. CLASSIS XXXIII. A g gregatae. O. 109. Valeriaiieae. Valeriana oflicinalis. L. Die Wurzel enthält: flüchtiges Oel, schwarzes, beissend schmeckendes, in Weingeist, Aether und Oelen , nicht in Natron lösliches Ilartharz . braunen Extractivstoff, nicht in absolutem Alcohol löslich, freie Säure, Gummi, Satzmehl und Holzfaser. {Tromms- dorff.) Die Wurzel enthält ausser Valeriansäure zwei nicht flüchtige Säuren, wovon die eine mit Rimge^s Grünsäure übereinkömmt. [Czer- nyanski). Das flüchtige Oel der Valerian wurzel ist ein Gemenge von Baldriansäure und einem Kohlenwasserstoff, [Ettling] ein Gemenge von Baldriansäure, Valerol und Borneol. {Cahours und Gerhardt.) Aetherische Oele , vielleicht fette Säuren , kommen neben Bitter- stoff'en und Gerbstoffen häufig vor; z. B. Valeriana Hardwickii. Wall. Die Wurzel ist wohlriechend. Valeriana samhucifolia. Mik. Die Wurzel riecht beinahe ingwerartig. Valeriana Phu. L. Die Wurzel riecht weniger und schmeckt bitterer als die von Valericina oflicinalis. Valeriana tuherosa. L. Die Wurzel kömmt in ihren Eigenschaften mit der von Valeriana oflicinalis überein. Die Blüthen sind wohlriechend. 188 I- Vegetabilia dicotyledonea. Valeriana saliunca. Ali] ^. ,,, , , • ,,,,,. .j , . ,^, , l Die Wurzeln besitzen starken BaldnanceiLich. Valeriana celtica. L- j Nardostaehys Jatamansl. DeC. (Valeriana. Rxbg.) Der Mittel stock und untere Theil des Stengels besitzen einen starken, ange- nehmen Geruch und eewürzhaft bitteren Geschmack. O. 170. Dipsaceae. Succisa pratensis. 31nch. (Scabiosa succisa. L.) Wurzel und Kraut schmecken etwas bitter und enthalten Gerbstoff. — Die Pflanze soll Grünsiiure enthalten, die in den Cynerocephaleen, Eupalorien, Cicho- raceen, Valerianeen und Caprifoliaceen, vielen Umbelliferen und Plan- tagineen vorkommen soll. [Runge.) Bitlerstoffe, Gerbstoffe, in den Blilthen ätherische Oele sind die verbreitetsten Stoffe in den Pflanzen dieser Familie, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Scabiosa arvensis. L. Das Kraut schmeckt bitter, enthält Gerbstoff. Aslerocephalus suaveolens. Walh\ Die BlUthen riechen angenehm. üipsacus Fullonum. Mal. Die Wurzel schmeckt widrig bitter. O. 171. Globularieae. Ueber die Zusammensetzung der hieher gehörigen Gewächse ist niciils Näheres bekannt. Bitterstoffe, purgirend und emetisch wirkende Stoffe kommen darin vor; z. B. Glohularia vulgaris. L. Die bittern Blätter purgiren. Globiilaria Alypum. L. Die Blätter wirken emetisch und purgirend. O. 172. Plumbagiiieae. Plumbago europaea. L. Die geruchlose Pflanze schmeckt beissend scharf, die Wurzel sQsslich-scharf. Letztere zieht Blasen auf der Haut und bringt darauf Geschwüre hervor. Sie enthält: braunschwarzes Fett, (Weichharz) rothbraunen, in Wasser und Weingeist, nicht in Aether löslichen Farbstoff, Plumbagin, Gallussäure und andere Stoffe. (Dulong d'Astafort.) Scharfe Stoffe und Gerbstoffe kommen häufig verbreitet in den Pflanzen dieser Familie vor, sowie grosse Mengen von kohlensaurer Kalkerde, wie folgende Beispiele zeigen. Die Wurzeln sind scharf und blasenziehend. Plumbago zeylanica. L. ._ Die Schüppchen auf der Oberfläche Pliunbago scandens. L, l der Blätter und Stengel sind kohlensaurer Plumbago rosea. L. Kalk. {Bracoimot.) Ebenso bei Piumljago auri- . culata. [Braconnot.) Glassis XXXIII. Aggregatae. 189 Sind reich an Gerbstoff, besonders in den Wurzeln. Armeria vulgaris. W. (Statice Armeria. L.) Blätter und besonders die Wurzel sind gerbstoffhaltig, ebenso bei : Armeria maritima. Wüld. Statice Limonium. L. Die Pflanze stinkt fast wie Chenopodium Vulvaria. — Die Wurzel enthält viel Gerbstoff. Statice caroliniana. Walt Statice latlfolia. Sm. Statice coriaria. Limoniastrum monopetalum. Boiss. (Statice. L.) Enthält in der Asche : schwefelsaures Kali, etwas Chlorkalium, viel Gyps, etwas kohlensaure Bittererde, phosphor- und kohlensaure Kalkerde. [Brnconnot.) — Die Schüppchen der Blätter und Stengel sind kohlensaurer Kalk. [Braconnot.] Statice echioides. L. Statice axillaris. Forsk. Statice linifolia. L. Statice scabra. Thb. Statice ocymifolia. Poh\ Statice reticulata. L. Statice suffriiticosa. L. Statice pruinosa. L. Statice aphylla. Forsk. Statice mucronata. L. Statice speciosa. L. Die Schüppchen d e r B 1 ä tt e r u n d S t e n- gel sind kohlensaurer Kalk. [Braconnot.) O. 113. PI an tagt II eae. Plantago major, L. Die bittern Blätter enthalten Gerbstoff. Die Wur- zel ist reich an Stärke. [Classen.) Die Samen sind schleimig. Plantago media. L. Die Samen sind schleimig. — Die Wurzel enthält viel Stärke. [Classen.) Die Blüthen enthalten : wohlriechendes, dick- flüssiges, krystallisirendes Oel, Wachs, Chlorophyll, Schleimzucker, Schwefel-, salz- und pflanzensaures Kali und Kalk, und eine eisen- grünende Substanz. [Bley.) Plantago laiiceolata. L Enthält gummigen und harzigen Extractivsloff, Gyps, schwefelsaures Kali, Chlorophyll und Eiweiss. [Schlesinger.) Plantago Psyllium. L. Die kleinen Zellen der Epidermis der Samen enthalten Schleim, ein Kohlehydrat. (C. Schmidt.) Plantago arenaria. W. et Kit. I Die Samen kommen, wie die von Plan- Plantago Cynops. L. J tago Psyllium als Semen Psyllii vor. 190 I- Vegetabilia dicotyledonea. CLASSIS XXXIV. S a 1 i c i 11 a e. O. 174. 8aliciiiae. Salix pentandra. L. Biälter, Rinde und weibliche BlUthen ent- halten Salicin. [Herherger. Lasch. Erdmann.) Salix alha. L. Die Rinde enthält: grünen Talg, Wachs, gelben, schwach biltern Farbstoff, eisengrünenden Gerbstoff, rolhhraune, sehr wenig in Wasser, leichter in Weingeist lösliche Materie, Gummi, Holzfaser, eine Säure die mit Bittererde ein in Wasser und Weingeist leicht lös- liches Salz bildet, {Pelletier und Caventou) und Salicin [PescUer , Le Roux , Herherger). Das Salicin findet sich auch in den Blättern [Herherger, Lasch)., ebenso in den weiblichen Blüthen. [Lasch.) Salix alna. var. viteliina. L. Die Rinde enthält Salicin [Büchner^ Her- herger, Nees, Lasch), ebenso die Blätter [Herherger, Lasch) und die weiblichen Blüthen. [Lasch.) Salix hastata. L. Die Rinde enthält Salicin. [Peschier.) Salix praecox. Hoppe. Die Blätter enthalten Salicin [Herherger), ebenso die Rinde. [Herherger und Wiederiiann . ) Salix incana. Schrk. Die Rinde enthält Salicin. [Buchner. Peschier.) Salix conifera. Mühlh. Die Rinde enthält Salicin. [Herherger.) Salix fragilis. L. Die Rinde der jungen Zweige und die Rlätter enthalten Salicin [Herherger, Lasch, Riegel), ebenso die weiblichen Blüthen. [Lasch.) Salix viminalis. L. Die Rinde der jungen Zweige und die Blätter enthalten Salicin. [Herberger, Hopff.) Salix molissima. Erh. Die Rinde der jungen Zweige und die Blätter enthalten Salicin. [Herherger.) Salix amygdalina. L. Die Rinde der jungen Zweige enthält Salicin. [Herherger.) Salix araygdalina. ß. triandra. L. Die Rinde enthält Salicin. [Herher- ger.) Der Samenstaub enthält: pomeranzengelbes, in Weingeist und Aethcr lösliches Harz, in Wasser lösliche Theile, eisengrünenden Gerbstoff haltend , kleberartige Substanz (Pollenin) und etwas Holz- faser. [Buchoh.) Salix nigra. Marsh. Rinde und Blätter enthalten Salicin. [Herherger.) Salix helix. L. Die Rinde enthält Salicin. (A^e^. Braconmt. Merk. Lasch. Gruber. Erdmann. Fischhausen. Tyson. Fischer.) Die Blätter und weiblichen Blüthen enthalten ebenfalls Salicin. [Lasch. Herherger. Nees.) Salix purpurea. L. Rinde und Blätter enthalten Salicin [Lasch, Her- berger, Plcischl), ebenso die weiblichen Blüthen. [Lasch.) Classis XXXIV. Salicinae. 191 Salix Lambertiana. Sm. Rinde der jungen Zweige, Blätter und weibliche Blüthen enthalten Salicin. {Lasch.) Salix polyandra. (S. penlandra. L.) Die Rinde der jungen Zweige, Blätter und weibliche Blüthen enthalten Salicin. [Lasch.) Salix retusa. L. Blätter und die Rinde der jungen Zweige ent- halten Salicin. {Herberger.) Salix reticulata. L. Rinde der jungen Zweige und Blätter ent- halten Salicin. {Herberger.) Salix rubra. Huds. Die Rinde enthält Salicin. {Herberger.) Salix caprea. L. In der jungen Rinde ist Salicin. {Riegel.) Salix babylonica. L. Kein Salicin in den Blättern. {Braconnot. Her- berger.) Salix flssa. Ehr. (S. rubra. Huds.) Die Rinde enthält Salicin. {Bra- connot.) Die Rinde aller in Schweden w a c h s e n d e n W e i d e n ent- hält Salicin. {Dahlstroem.) — Alle Weiden rinden enthalten Gerb- stoff und Gallussäure (?). [Fr. Müller.) Populus alba. L. Rinde und Blätter enthalten Salicin [Braconnot, Herberger., Fischhausen) und Populin. {Bracomiot. Herherger.) Populus canescens. Sin. Die Rinde enthält Salicin. [Herberger.) Populus treniula. L. Rinde und Blätter enthalten Salicin [Braconnot, Herberger) und Populin, die Blätter mehr als die Rinde. [Braconnot.) Die Gerbsäure der Rinde, das Corlicin , hat Aehnlichkeit mit der Chinagerbsäure, die Rinde enthält ausserdem : Gummi, weinsaures Kali und Kalk, Pektinsäure und eine die Metalloxyde reducirende Sub- stanz. {Braconnot.) Die Wurzel ist reich an Gerbstoff. Populus IremuloTtles. Mchx. Rinde und Blätter enthalten Salicin. [Herberger.) Populus tlilatata. Ait. Rinde und Blätter enthalten Salicin. {Herber- ger.) Durch Behandeln derselben mit Kalk entstehn Krystalle eines eigenthümlichen Kalksalzes. {Herberger.) Populus graeca. Ait. Rinde und Blätter enthalten Salicin {Herherger) und Populin. {Braconnot.) Populus balsamifera. L. Die Rinde enthält Salicin. {Herberger.) Populus nigra. L. Die frischen Blattknospen enthalten : ätherisches Oel, in perlglänzenden Flocken krystallisirendes, bei 100° C. schmel- zendes Fett, Ilartharz, Gummi, Holzfaser, wenig Eiweiss, Gallussäure (Gerbstoff), Aepfelsäure, essigsaures Ammoniak, pflanzen-, schwefel- und phosphorsaures Kali, Chlorkalium, kohlen- und phosphorsauren Kalk. {Pellerin.) Das Unguent. popul. aus diesen Blattknospen ent- hält Mannit. {Winkler.) Die Rinde enthält: Bitterstoff (= Salicin, Herberger), Stärke, Holzfaser, viel freie Gallertsäure, eine Spur gal- lertsaures Kali. {Braconnot.) Die Rinde enthält eine kaum krystalli- nische, weissliche , durch Schwefelsäui'e grün werdende Substanz. {Herberger.) 192 I- Vegetabilia dicotyledonea. CLASSIS XXXV. P r o t e i 11 a e. O. 115. Proteaceae. Die BlUlhcn der hieher gehörigen Pflanzen sondern viel Zucker (Nectar) ab, die Rinden enthalten meist Gerbstoff, die Samen fettes Oel, die Wurzel von Banksia marcescens R. Br. wirkt wie Ipecacuanha- Wurzel. O. 176. Aquilariiieae. Die Pflanzen dieser Ordnung sind chemisch nicht untersucht. O. III. Thyiiielaeae. Dapline Mezereum. L. Die Samenkerne enthalten: scharfes, fettes Oel, Exiractivstoff, Schleim, Stärke, Kleber, Eiweiss. {CeUnsky.) Die Schale der Samenkörner enthält: ein mit Wasser abdeslillir- bares, die Haut röthendes Princip, Harz, viel Extractivstoflf, Gerbstof!', Schleim und Holzfaser. [Willert.) Das Fleisch der Beeren enthält: säuerlich bitterlichen Extractivstoff, körnige Absonderung (??), flockige Absonderung (??), Schleim, Satzmehl, keine Spur einer scharfen Ma- terie. {Willert.) Die Rinde des Stamm es enthält : Wachs, schar- fes Harlharz, Daphnin, gelbfärbendes Princip, gährungsfähigen Schleim- zucker, eine gummiartige Materie , die bei der trocknen Destillation viel Ammoniak gibt und durch Galläpfellinctur gefällt wird, Holzfaser, durch Salzsäure ausziehbarer, braunrother Extractivstoff, freie Aepfel- säure , äpfelsaures Kali , Kalk und Bittererde , in der Asche : kohlen- saures mit Spuren von phosphorsaurem Kali, wenig Chlorkalium, kohlensauren Kalk, viel phosphoi-saurenKalk, etwas Bitlererde, Eisen- oxyd, Kieselsäure und Spuren von Thonerde. Bei der Destillation mit Wasser erhält man nicht scharfes, nicht alkalisches Destillat mit Spu- ren von flüchtigem Oel. (C. G. Gmelin und Bär.) — Der scharfe Stoff lässt sich mit Wasser überdestilliren , er scheint eine Säure zu sein. {Landerer.) üaphne alpina. L. Die Rinde enthält: scharfes mit dem Wasser über- destillirendes Princip, scharfes, grünes Harz, Daphnin, (mehr als die Rinde von Daphne Mezereum) , bittern, röthlichbraunen, extractiven Farbstoff. Spuren von Zucker, Gummi, braunen, stickstoffhaltigen, in Wasser löslichen, durch Weingeist, aber nicht durch Galläpfel fäll- baren Schleim , Holzfaser und äpfelsauren Kalk. Die Asche enthält: kohlen- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure, Eisenoxyd und Kupfer- oxyd. {VauqucUn.) — Die Rinde mit Wasser destillirt gibt ein Classis XXXV. Proteinao. 193 Destillat cUis nicht scharf ist, sie enthält Aepfelsäure. (C. G. Gnielin und Bär.) — Die Blätter und Blüthen haben dieselben Bestand- theile wie die Rinde, nur viel weniger Dai)hnin und weniger von dem scharfen Stoffe. [Vauqiielin.) Daphiie Gnidlum. L. Die Rinde enthält obenCalls das scharfe Princip wie die vorhergehenden , in Gestalt eines Harzes, und kein Daphnin. [Vauquelin.) Die Samen enthalten die Gocogninsäure , eine eigen- thümliche Säure. [Goebel.) Auch andere Arten von Daphne wie Daphne Laureola L. und Daphne Cneorum L. enthalten scharfe Stoffe. Ebenso die Gattung Passerina L. , z. B. Passerina Thymelaea DeC. Farbstoffe sind in der Rinde mehrerer enthalten, z. B. bei Passerina tinctoria Pourr. O. 128. Elaeagiicae. Die Blüthen aller Arten von Elaeagnus besitzen einen starken Geruch. Hippophae rhamnoides. L. Die Früchte enthalten Aepfelsäure in sehr grosser Menge {Erdmcüm) , eine eisengrünende Substanz (Gerbstoff), Weinsäure (??), flüssiges, in der Kälte erstarrendes Fett, gelbgefärbt von einem Weichharz. [Wätstein.) — Die Früchte von Hippophae rhamnoides enthalten: eine in Alcohol lösliche, fette Substanz von narkotischer Wirkung (??) , ein electronegatives Harz, eine in Aether lösliche Materie von schön gelbrother Farbe, eine zuckerartige Sub- stanz, äpfelsauren Kalk. [Santagata.) O. 119. 8aiitalaceae. Die Pflanzen dieser Familie enthalten häufig Gerbstoff, z. B. das Genus Nyssa L. und Thesium L. ; in mehreren andern sind ätherische Oele enthalten, wie in dem Holz von Sanlalum album L. und Santalum myrtifolium Roxi. Die von Einigen hieher gezählte Penaea mucronata L. und Sarcocolla officinalis Rchb. , Sarcocolla squamosa Reichb. sollen das Sarcocolla-Harz geben. Die Blätter von Myoschilos oblongum R. et P. purgiren wie Sennesblätter, dieselbe Wirkung soll das Sarcocolla- Harz haben. Die Samen sind meist reich an fettem Oel , wie bei Ha- miltonia oleifera W. und Cervantesia R. et P. O. 180. Lauriueae. Lauras nobills. L. Die Lorbeeren enthalten ein flüchtiges Oel von schwach saurer Reaclion, das aus verschiedenen Oelen von ungleichem Siedepunkte zu bestehen scheint. [Brandes.) Das Fett der Lorbeeren besteht aus einem flüssigen und einem festen Fett. {Landerer.) Das feste Fett ist das Laurostearin. (Marsson.) — Die Lorbeeren ent- Rochledcr, Pliylocheniie. ^3 194 I- Vegetabilia dicotyledonea. halten: flüchtiges Oel, Lorbeerencamphor (kein Laurin, Marsson)^ — grünes , sehr l)ilter und scharf schmeckendes , Lakmus röthendes, leicht in kaltem Weingeist lösliches , fettes Oel , Wachs , schwarzes Gemisch von in Weingeist löslichem Ilarlharz und nicht darin löslichem Weichharz, Schleirazucker, gummiges Extract, bassorinartige Materie, Stärke, Holzfaser, Spuren von löslichem Eiweiss, Säure und Salze. Die Asche besteht aus kohlensaurem Kali und Kalk und phosphorsau- rem Kalk. {Boncistre.) — Die Früchte des Lorbeerbaumes enthalten a. im Pericarpium: Lignin, Pektin oder Pektinsäure, fettes Oel, Stea- rolaurin, Harz, Phaiosin oderPhaiosinsäure, unkrystallisirbaren Zucker, Laurelsäure, Farbstoff, Eiweiss, flüchtiges Oel , Spuren von Laurin. h. In den Kotyledonen: Stärke, fettes, flüssiges Oel, Stearolauretin, Phaiosin oder PhaTosinsäurö, Laurin, unkrystallisirbaren Zucker, Lau- retin , Laurelsäure, Eiweiss, Lignin, Spuren von flüchtigem Oele. c. Im Episperm : Bassorin, Laurelsäure, Laurin, etwas Harz, Phaiosin oder Phaiosinsäure, etwas Gerbsäure, d. In den Fruchtstielen : Lau- relsäure, Spuren von Gerbsäure, Laurin, Spuren von Harz, Phaiosin und viel Holzfaser, [Grosourdi.) Die Blätter enthalten ätherisches Oel und einen Bitterstoff, und Gerbsäure. Persea gTatissima. Gaertn. fil. (Laurus Persea. L.) Die Frucht enthält Mannit. {Avequmwx\& Melsens.) — Das frische Mark der reifen Frucht enthält: fettes Oel , Laurineen -Camphor oder eine ähnliche Materie, Blattgrün, Gummi, Holzfaser, phytokollarlige Materie, Schleim- zucker, Pflanzensäure. — Die frischen Samenkörner enthalten: gelbrothes, sehr bitteres, Lakmus röthendes, fettes Oel, schwerer als Wasser (Weichharz?), gelben Farbstoff, süss und scharf schmeckenden Extractivstoff mit Gallussäure, Stärke, Holzfaser, moderartige Materie. [Ricord Madianna.) Cinnamomum aromaticum. N. v. E. (Laurus Cassia. Ait. Laurus Cinna- momum. Lour. Cinnamomum Cassia. Blum.) Die Rinde enthält: flüchtiges Oel , geschmackloses , gelbbraunes Weichharz , gummigen Extractivstoff, Holzfaser und bassorinartige Materie. [Bucholz.) — [In der Zimmtrinde von Guyana fand VauqucUn flüchtiges Oel, eisen- grünenden Gerbstoff, braunen Farbstoff", Gunmii, Kali- und Kalksalze.] Die Rinde enthält einen Gerbstoff, der Eisenoxydsalze braun fällt, Harz, Gummi und Pflanzenfaser. [Du Menü.) — Die unreifen Früchte (Flores Cassiae) enthalten ätherisches Oel, — identisch mit Zimmtöl. {Mulder.) Cinnamomum zeylanicum. Blum. (Laurus Cinnamomum. L. Persea Cin- namomum. Spr. Cinnamomum nitidum. iV. v. E.) Die Rinde ent- hält: viel flüchtiges Oel, sehr scharf schmeckendes Harz, eisengrünen- den Gerbstoff, braunen Farbstoff und Gummi. [Vauquelin.) Die Blät- ter scheinen ebenfalls Zimmtöl zu enthalten. Die Beeren enthalten fettes und ätherisches Oel. In der Wurzel soll ein Stearopten ent- halten sein. Auch die Blüthen enthalten ätherisches Oel. ClassisXXXV. Proteinae. 195 Cinnamomum Culllavvan. Blum nee Nees. (Laurus. L.) Gibt die Culi- lawan- oder Culitlawan-Rinde. Diese enthält: ätherisches Oel, scharfes, bitteres Harz, Lakmus röthend , nur zum Theil in Aether löslich, —bittern Extractivstoff, Kalksalze und andere Stoffe. {Schloss.) Die Rinde enthält Oxalsäuren Kalk. [Scheele.) Cinnamomum Camphora. Blum. (Laurus. L. Camphora off. C. G. Nees.) Alle Thoile dieses Baumes enthalten Laurineencamphor, im Stamme zugleich Camphoröl. Nectandra Rodiei. Schomburgk. Die Rinde enthält einen bittern Stoff {Rodie) , — Gerbstoff und zwei Alkaloide, Bebeerin und Sepeerin [Madagan, Tilleij). In der Bebeeru-Rinde ist Stärke enthalten {Winkler) ^ keine Stärke und keine Chinasäure. [Madagan.) Nectandra Piiclmry major. N. et M. (Ocotea. Marl.) Die grossen Pichurim- oder Pecurim -Bohnen enthalten: Gerbstoff, viel braunes, flüchtiges Oel , theils leichter, Iheils schwerer als Wasser, geben durch Pressen kein fettes Oel. [Kobes.) Nectandra Piichury minor. N. ei M. (Ocotea. Marl.) Die kleinen Pi- churim- oder Puchury-Bohnen enthalten weniger flüchtiges Oel, viel Fett von der Consistenz der Cacao- Butter und etwas Gerbstoff. [Kobes.) Sie enthalten : flüchtiges Oel und Slearoplen , bulterartiges, fettes Oel, Talg, zähes, klebriges Ifarz, dem der Lorbeeren ähnlich, Gerbstoff und Gallussäure in sehr geringer Menge, braune, nicht in Wasser, aber in Alkalien lösliche, stickstoffhaltige Materie, Schleim- zucker, Gummi, Bassorin, Stärke, Holzfaser, Pflanzensäure, Salze. Die Asche enthält: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium und kohlensauren Kalk. [Bonastre.) Das feste Fett der Pichurim -Bohnen enthält eine eigenthümliche fette Säure , die Pichurimtalgsäure [Stha- mer), gleich zusammengesetzt mit der Laurostearinsäure der Lorbeeren (von Marsson). Sassafras oflicinalis. N. v. E. (Laurus Sassafras. L.) Die Wurzel rinde enthält: ein schweres und ein leichtes ätherisches Oel, eine camphor- artige Substanz, talgartige Substanz, balsamisches Harz, Wachs, eine eigenthümliche krystallisirte Materie (=Sassafrid), Gerbstoff, Gummi, Iiiweiss, rothen Farbstoff, Stärke, Pflanzenfaser, rothbraunen Farb- stoff und Salze. [Reinsdi.) Auch das Holz enthält ätherisches Oel. Agathophylliim aromaticum. W. (Ravensara Sonner.) Die Rlätter ent- halten : ätherisches Oel, ganz ähnlich dem der Gewürznelken, Wachs, harziges Blattgrün, braunen Bitterstoff, wenig freie Säure, in der Asche: kohlen-, wenig phosphorsauren Kalk. [Vauquelin.) — Der Samen, sowie die ganze Frucht (Nux caryophyllata) sind bren- nend gewürzhaft. In den Pflanzen dieser Familie kommen ätherische Oele, deren Zusammensetzung jedoch unbekannt ist, in grosser Menge vor. Alle Theile von BenzoTn odoriferum N. v. E. riechen benzoeartig, die Früchte von BenzoTn Neesianum N. v. E. riechen nach Cajeputöl. 13* 196 I- Vegelabilia dicotyledonea. Frucht und Wurzel von Tetradenia zeylanica A^. v.E. riechen stark nach Camphor, alle Theile, besonders die Wurzel von Daphni- dium Myrrha iV. E. nach Myrrhe. Die Blätter von Ginnamomum Sinloc Blum, riechen gerieben nach Gewürznelken. Die bitter schmek- kende, gerbstolThaltige Rinde dieser Pflanze riecht muskatnussähn- lich. Die Rinde von Ginnamomum xanlhoneurum (Gortex Gulitlawan papuanus) ist aromalisch, die Blätter und jungen Aestchen, gerieben, riechen scharf, camphorartig. Die Blätter von Ginnamo- mum nitidum Ilook (Folia Malabalhri) riechen angenehm aromatisch. Die Blätter von Ginnamomum Tamala A^. v. E. schmecken getrocknet \vie Gewürznelken , riechen (nach Hamilton) frisch nach Zimmt. Die Rinde von Ginnamomum javanicum Blum. (Sintoc-Rinde) riecht stark gewürzhaft, ähnlich den Gewürznelken und Muskatnüssen. Die Frucht von Acrodiclidium Gamara Schomburgk (Accawoy nutmeg) ist aromatisch. Das Holz von Tetranthera tersa Spr. riecht senfarlig, die nasse Rinde des Baumes erregt Brennen auf der Haut (Senföl?). Die Samen enthalten häufig grosse Mengen von fettem Oel, das häufig butterartige Gonsistenz besitzt. Das Oel der Samen von Tetranthera Roxburghii A^. v. E. und Tetranthera laurifolia Jacq. ist talgartig. Die Rinden enthalten häufig ziemliche Mengen von Gerbstoffen. — Schleim (Pektin?), z.B. bei Gassyta filiformis L. und Farbstoffe schei- nen nicht zu den charakteristischen Bestandlheilen gerechnet werden zu können. CLASSIS XXXVI. F a g p y r i n a e. O. 181. Ä^yctagiiieae. Die Blüthen sind bei vielen Arten dieser Familie wohlriechend, z. B. bei Mirabilis longiflora L., M. dichotoma L. u. s. w. Die Blüthen von Pisonia aculeata L. riechen hollunderarlig. Die Mirabilis suaveolens H. el B. riecht anisartig. — In den Wurzeln ist häufig ein purgiren- oder brechenerregender Stoff vorhanden, wie bei Mirabilis Jalappa L., M. longiflora Z,., Boerhavia hirsuta L., B. scandens £., Boerhavia erecta L. Ob der brechenerregende Stoff der Boerhavien identisch mit Emetin ist oder nicht, ob der purgirende mit dem von einigen Gonvolvulaceen über- einkömmt, ist gänzlich uobekannt. O. 182. Begoniaceae. Die dieser Ordnung angehörigen Vegetabilien sind chemisch nicht untersucht. Classis XXXVI. I'agopyiiiiac. [97 O. 183. Polygoiieae. Rumex oblusifolius. L. Die Wurzel enthält: Harz, Rumicin, Schwefel, essigsaure Magnesia, Kali und Kalk, gerbstofifähnlichen ExlractivstofT, Stäike, Schleim, Chlorkalium, äpfelsauren Kalk und Magnesia, Oxal- säuren und phosphorsauren Kalk, Eivveiss und Faser. {Rierjel.) Die Wurzel enthält: Wachs, Fett, Ilarz, eisengrünenden Gerbstoff', eine cigenthümiiche Substanz, das Lapathin^ Extractivstoff, Gummi, Pflan- zenschleim , Zucker, Stärke, äpfel- , Schwefel- und phosphorsaures Kali und Kalkerde, Oxalsäure Kalkerde, Schwefel, Pflanzenfaser und flüchtiges Oel. [Herherger.) Rumex acetosa L. und Rumex acetosella L. enthalten Klecsalz. Die Wurzel von Rumex ace- tosa schmeckt bitler und hält Gerbstoff", die Samen schmecken gleich- falls herbe und bitter. Rheum . . . ? Die chinesische Rhabarber enthält: Rhabarberstoff oder RheTn {Schrader, N. E. Henry, Hornemann, Brandes), Gerbstoff" und Gallussäure {Hornemann, Brandes), bittern ExlractivstofT [Schra- der, Hornemann, Herherger, Brandes), Schleimzucker [Brandes), harz- und talgartige Substanz [Schrader, Herherger, Brandes), Gummi [Schrader, Hornemann, N. E. Henry, Herberger), Stärke [N. E. Henry, Herberger, Brandes), bassorinarlige Substanz [Hornemann, Brandes), Holzfaser [N. E. Henry, Hornemann, Brandes), Oxalsäuren Kalk [Scheele, Modell. Schrader, Hornemann, Brandes, Herherger, N. E. Henry), sau- ren äpfelsauren Kalk [Herberger, Brandes), gallussauren Kalk [Her- berger, Brandes), phosphorsauren Kalk und Eisenoxyd [Herherger, Brandes), Gyps , Chlorcaicium und Kieselsäure. [Brandes.) — Die Rhabarber enthält: Aporetin, Phaeoietin, Erythroretin, Chrysophan- säure, Gerbstoff", Gallussäure, Zucker (vielleicht Fett und Wachs), viel Stärke und Pektin , Oxalsäure, keine Aepfelsäure. [Henry hielt den Pektingehalt der Wurzel von Rheum australe, das in Frankreich culti- virt war, für Folge des ungünstigen Klima.] In der Asche: Kali, Na- tron, Eisenoxyd, phosphorsauren Kalk und Bittererde, Schwefelsäure, Salzsäure und Phosphorsäure. [Schlossberger und Doepping.) Die Rhabarber enthält nach Peretti ein flüchtiges Oel. — Das über Rhabarber abdestillirte Wasser enthält eine purgirende Substanz [Borriühius), der purgirende Stoff" ist von harzartiger Natur. [Peretti.) Rheum palmatum. L. Die Wurzel enthält; Harz, Rhabarberin, Schleim, faserigen Rückstand und kleesauren Kalk. [Schrader.) Sie enthält: Harz, Extractivsloff", Gerbstoff", Gallussäure, Gummi, Holzfaser, äpfel- sauren Kalk und phosphorsauren Kalk. (Brande.) Die Blätter und Stengel enthalten Sauerkleesalz und Aepfelsäure. [Bouillon Lagrange und Vogel.) Der Saft der Blätter und Stengel enthält viel äpfel- saures Kali, [Winkler, Herberger.) 198 1- Vegelabilia dicotyledonea. Rheum australe. Don. (Rheum Emodi. Wall, nee Meisn.) Die Wurzel, in Frankreich gezogen, enthält: Rhabarbergelb oder Rhein, fettes Oel, Rhabarberbitter, Carpopicrit rhabarbarine, Gerbstoffabsatz, Gerb- stoff und Gallussäure, Extractivsloff , Gummi und Schleim, etwas äpfelsauren Kalk, Stärke, Spuren von Zucker, Oxalsäuren Kalk, phos- phor- und schwefelsauren Kalk, Eisenoxyd, Gallerlsäure, Faser und Eiweiss. (0. Henry.) Die Wurzel, in Deutschland gezogen, enthält: Pektin, Stärke, Chrysophansäure, Phaeoretin und Aporelin, Gerbstoff, Gallussäure, Zucker, Faser, kein Erythroretin. [Bleij und Diesel.) Rheum undulatum. L. Der Saft der Stengel und Rlätter enthält viel äpfelsaures Kali. [WinJäer, Herberger.) Rheum Rhaponticum. L. Die Stengel und Blätter enthalten eine eigenlhümliche Säure [Rheumic acid] [Henderson) ., wahrscheinlich nichts anderes als Kleesäure, — Oxalsäure undAepfelsäure [Lassaigne) , sehr grosse Mengen von Aepfelsäure. {Everitt.) Das Rheumic acid soll ein Gemenge von Aepfel- und Citronsäure sein. [Donovan.) — Die Wurzel enthält: Rhabarberbitler, gelbe, färbende Materie, gerb- säurehaltiges Extract, Gerbsäureabsatz, Pflanzenschleim, durch Kali aus der Faser ausziehbare Materien , Oxalsäure, Pflanzenfaser, Rha- ponticin, Stärke. [Hornemann.) Coccoloba uvifera. L. Das Holz liefert das westindische Kino. Die bit- tere Wurzel und Rinde, besonders aber die Nüsse, sind reich an Gerbstoff. Die Samen enthalten feiles Ool , einen scharfen Stoff und sollen purgiren. Polygonum aviculare. L. Die Pflanze soll keinen Gerbstoff enthalten, obwohl sie herb schmeckt , da ihr wässeriger Auszug durch Hausen- blase und Eisenoxydsalze nicht gefällt wird. [Levrat- Perreton.) Polygoniim Bistorta. L. Die Wurzel enthält viel Gallussäure und einen eigenthümlichen Gerbstoff, Schleim und einen bräunlich-rothen Farb- stoff. [Slenhouse.) Polygonum tinctorium. Lour. Ist sehr reich an hidigo. [Clamor Marquart.) Die Blätter enthalten: rothes Harz , Indigo, Pektin, Eiweiss, eine durch Säuren grün werdende Substanz [Chevreul und Hervy), Chloro- phyll, Eisenoxyd, Kieselsäure, durch Schwefelsäure grün w-erdendes, bitteres, gelbes Harz, eine freie Säure, Oxalsäure, in der Asche: koh- lensaure, Schwefel-, Kiesel- und Salzsäure, an Kali gebunden, koh- lensauren Kalk , Bittererde, Eisenoxyd und Kieselsäure. [Hervy.) — Die Blätter enthalten: Pflanzenfaser, Indigo, Indigroth, Indigbraun, Indigleim, in Wasserlöslichen, röthlichgelben Farbstoff, in Alcohol und Aether löslichen rothen Farbstoff", Chlorophyll, Wachs, Eiweiss, Gummi, Gerbstoff", Salpeter, essigsaures Kali, Chlorkalium, Chlorcal- cium, schwefelsaures Kali, phosphorsaures Kali, Kieselsäure, aroma- tischen Stoff oder scharfes ätherisches Oel, freie Essigsäure, äpfelsau- Classis XXXVI. Fagopyrinae. 199 res Kali, Chlormagnium und kohlensauren Kalk. [Girardin und Preis- ser.) — Der aus dieser Pflanze dargestellte Indig enthält: Indigleim , Indigbraun, Indigrolh, Indigblau, einen in Wasser lös- lichen (?) rolhen Farbstoff und Mineralsubstanzen. [Girardin und Preisser.) Der bengalische Indigo enlhäll: Indigleim, Indig- braun, Indigrolh, Indigblau, Mineralsubstanzen. [Girardin und Preisser.) Polygonuin Fagopyrum. L. (Fagopyrum esculentum. Meisn.) Die trockne Frucht enthält : grünes, bitteres Harz, bittern Extractivstoff, Zucker, oxydirten Extractivstoff, Gummi, Stärke, Holzfaser, Kleber, Eiweiss. Die Asche enthält: kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphorsauren Kalk, Bittererde, Thonerde, Kieselsäure und Eisen- oxyd. [Zennek.) — Das Kraut soll einen blauen Farbstoff enthalten. (Indigo?) In den Rumex- Arten kömmt in der Wurzel ein bitterer Stoff und Gerbstoff neben einander vor, z. B. in R. alpinus L. , aquaticus jL., Patientin L. — Rumex sanguineus L., R. pratensis M. et Ä'. und R. , R. conglomeralus Murr, und R. brilanicus L. scheinen in ihren Wurzeln nahezu dieselben Bestandtheile zu enthalten wie R. obtu- sifolius (s. 0.). — Alle Rheum- Arten scheinen in den Bestandtheilen ihrer Wurzeln sehr nahe mit einander übereinzukommen, sie ent- halten alle mit Ausnahme des Rheum cruentum Pall.^ dessen Wurzel fade schmeckt, einen bittern Stoff, der möglicherweise identisch ist mit dem Bitterstoff der Wurzeln der Rumex-Arten. Der gelbe Farb- stoff" der W^urzeln von Rheum scheint in allen Chrysophansäure zu sein. Die rolhe Farbe der Wurzel von Rheum cruentum ist vielleicht ein Alkalisalz der Chrysophansäure. Der purgirende Stoff der Rheum- Artcn ist vielleicht identisch mit dem der Wurzeln von Rumex alpinus R. Patientia u. s. w. Die Polygonum-Arlen enthalten ebenfalls häufig Gerbstoff, wie Polygonum Orientale i., P. Persicaria Z., P. amphibium i., P. alpinum All. in dem Kraut und P. stypticum Cham, et Schi. in der Wurzel. Die Arten Coccoloba enthalten ebenfalls Gerbstoff, wie z. B. die Wurzel von C. sagittifolia sehr reich daran ist. Die Blätter mehrerer Polygonum-Arten enthalten einen scharfen, flüch- tigen Stoff, z. B. P. Hydropiper L., P. acre Knth.., P. anlihaemorrhoi- dale Marl. , P. odoratum Low. , welches letztere auch noch eine zweite, nicht scharfe, aromatische Substanz enthält. Auch der purgi- rende Stoff von Rumex- und Rheum-Arlen findet sich in den Polygo- num-Arten, z. B. in der Wurzel von P. glabrum W. Die Blätter vieler Polygonum-Arten enthalten Indigo, wie P. barbatum X-., P. chinense L., P. emarginatum Rth.^ P. cymosum Trev. und P. tatari- cum L. — Die Pflanzen dieser Familie enthalten häufig ansehnliche Mengen von freier Säure oder saure Salze. So schmeckt das Kraut von Oxyria digyna Campd. säuerlich, wie das der Rumex-Arten, das- selbe ist der Fall bei mehreren Polygonum-Arten, wie bei P. acidum 31. jß.j P. alpinum All. und P. amphibium L. Die freie Säure findet gO0 I. Vegetaljüia ilicotylcdonca. sich bei den Coccoloba-Arten namentlich in den Früchten, wie bei C. nivea Jacq. — Die Wurzel von Calligonum Pallasium Ait. lasst angeschnitten eine Art Traganlh ausQiessen. CLASSIS XXXVII. U r t i c i n a e. O. 184. Urticeao. Urtica dioica. L. Das Kraut enthält: Eiweiss, Chlorophyll, Harz, Aepfel- säure, essigsaures Kali, Chlorkaliuni, gemeinen FarhslofT (■???), sauren äplelsauren Kalk, äpfelsaure Bittererde, Schleim durch Bleizucker fällbar, — Gummi, Stäi'ke, Wachs, phosphor- und oxalsaui'en Kalk, verhärtetes Eiweiss, Faserstoff, moderartigen Farbstoff, Spuren von essigsaurer Bittererde , Gyps , Moder, Schwefel, gemeinen braunen Farbstoff (???) , in der Asche kohlensaures Kali , Chlorkalium , Gyps, Kieselsäure, phosphorsauren Kalk, Thonerde, Eisenoxyd, kohlensau- ren Kalk, kohlensaure Biltererde und Kupferoxyd. Im wässerigen Destillat kohlensaures Ammoniak. [Bolilig.) Die Samen enthalten: Eiweiss. Harz, Chlorophyll, Aepfelsäure, essigsaures Kali, essigsaure Bitlererde, Chlorkalium, gemeinen Farbstoff (???), Gyps, sauren äpfel- sauren Kalk, äpfelsaure Bittererde, Schleim, Gummi, Stärke, Wachs, phosphor- und Oxalsäuren Kalk, verhärtetes Eiweiss, Faserstoff, Schwefel. In der Asche: kohlensaures Kali, Chlorkalium, Gyps, schwefelsaures Kali , Kieselsäure , phosphorsauren Kalk , Thonerde, Eisenoxyd, kohlensauren Kalk, kohlensaure Bittererde , Kupferoxyd. {Bohlig.) Diese Nessel, so wie Urtica urens, enthalten Ameisensäure. [v. Gorup-Besanez.) Brosimum Galactodendron. Don. ( Galactodendron utile. Knth.) Der Milchsaft enthält: Essigsäure, einen wachsartigen Stoff (Galactin), Gummi, Extractivstoff, Salze, Gluten und Eiweiss. (SoUy.) — Die Milch besteht aus : Wasser, gährungsfähigem Zucker. Kalkerde, Mag- nesia , Phosphorsäure, Spuren von Essigsäure , Bultersäure (?), drei Harzen, sogenanntem Wachs {SoUy''s Galactin) und einem caoutchouc- ähnlichen Stoff. {Marchand.) — Die Milch enthält: Eiweiss, Wachs, Har:;, Gummi, Zucker und feuerbeständige Salze. {Heinz-.) Cannabis sativa. L. Die Blätter enthalten: grünes Satzmehl, aus Blattgrün, kleberartiger Materie und phosphorsaurem Kalk bestehend, — braunen extractiven Farbstoff, süsslich- bitteren Extractivstoff, braunes Gummi, Holzfaser, lösliches Eiweiss, essigsaures Ammoniak, essig-, Schwefel-, salz- und salpetersaures Kali, essigsauren Kalk und Bittererde, Thonerde und Kieselsäure. {Tscheppe.) — Der Sa- menstaub enthält: Wachs, Harz, Extractivstoff, Zucker, Pollenin, Classis XXXVII. Urlicinae. 201 käseartiges Eiweiss, Ammoniaksalze, äpfelsaure Salze, phosphorsau- res Kali und Kalk. {John.) — Die Samen enthalten- fettes Oel, Harz, Schleimzucker mit Extractivstoff, süss -säuerlich -bitler (!), braunes, gummiges Extract, nach gebrannten Erbsen und etwas scharf schmeckend, lösliches Eiweiss, Holzfaser. [Bucliob.) Das Kraut enthält : Eiweiss, Chlorophyll, Harz, Aepfelsäure, essigsaures Kali und Biltcrerdo, Chlorkalium, gemeinen Farbstoff (?'/?), Gyps, sauren äpfelsauren Kalk, äpfelsaure Biltererde, Schleim durch Bleizucker fällbar, Gummi, Amylon , Wachs, phosphorsauren Kalk, kleesauren Kalk , verhärtetes Eiweiss, Faserstoff, Schwefel, Moder, moderartigen Farbstoff, gemeinen, braunen Farbstoff (???), ein gelbes, stark riechendes, rein gewürzhaft schmeckendes Oel, in der Asche: Chlorkalium, kohlensaures Kali, Schwefel- und phosphorsauren Kalk, Kieselsäure, Thonerde, Eisenoxyd, kohlensaure Kalkerde, kohlensaure Bittererde und Kupfer. Also dieselben Beslandtheile, wie Urtica dioi- ca, die, statt des ätherischen Oeles, kohlensaures Ammoniak enthält. {Bohlig.) — Nach den Analysen von S. Schlesinger ist die Zusammen- setzung der verschiedenen Theile von Cannabis saliva folgende: a. Der Pollen enthält: in Alcohol und Aether lösliches Harz, Wachs, Schlcimzucker, Harz in Weingeist löslich, Gummi mit basisch phosphorsaurem Natron , Bassorin , Pollenin, in Aetznatronlauge lös- lich, Kalk, Magnesia, Eisen, in Natron unlösliches Pollenin (wohl Holzfaser). b. Die Blüthen enlhalten : Chlorophyll in Aether löslich, Chloro- phyll in Alcohol löslich, Farbstoff, Extractivstoff, mit basisch phos- phorsaurem Natron und Chlorcalcium ('?'?) , Bassorin , Eiweiss , phos- phorsaure Magnesia, Kalk, Eisen, Faser. c. Die Blätter enthalten*, farbigen Bitterstoff mit Spuren von Chlorcalcium, Chlorophyll in Aether löslich, Chlorophyll in Alcohol löslich, grünen harzigen Extractivstoff, Farbstoff mit einem Kalksalz, gummiges Extract mit Chlorcalcium , äpfelsauren Kalk mit Extractiv- stoff, Eiweiss, Kalk, Bittererde, Eisen und Pflanzenfaser. Cannabis saUva /.. in Indien cultivirt oder Cannal)is indica Lam. enthält: Chlorophyll, eine fette Säure , einen braunen Farbstoff, ein in Alcohol lösliches Harz {T. u. II. Smith) — enthält ein an der Ober- fläche ausgeschwitztes Harz, das, geraucht oder genossen, einen fröh- lichen Rausch bewirkt. Diese Wirkung tritt bei allen fleisch-, nicht bei kraut- oder körnerfressenden Thieren ein. {O'Shaugnessy.) Die Cannabis indica enthält neben dem berauschenden Harze ein nicht narkotisch wirkendes Alkaloid. {Gastinell.) Hlimiilus Lupiilus. L. Die Rinde dei Wurzel und Stengel, die Blattstiele, die B 1 ä 1 1 e r, die männlichen Blüthen, mit Aus- schluss des Pollen, enthalten in beinahe denselben relativen Verhält- nissen folgende Stoffe : braun-en, widrig herb, nicht bitter schmecken- den, Eisensalze grün fällenden Extractivstoff (vielmehr eisengrünenden 202 I- Vegetabilia dicotyledonea. Gerbstoff), Gummi, Holzfaser, freie Säure, essig-, schwefel-, salz- und salpelersaures Ammoniak, Kali und Kalk. — Nur bei der männ- lichen Blülhe auch etwas Billersloff. Der holzige Theil hält eben- falls herbes Princip (GerbstofT) und die genannten Salze , jedoch statt des Gummi hält der bolzige Theil der Wurzel Stärke und der der Stengel, besonders der Schösslinge, die auch eine Spur Stärke enthalten, gährungsfähigen Zucker. Die ausgewachsenen Stengel enthalten keine Stärke, sie geben beim Verbrennen kohlen- saures Kali. — Die möglichst von Lupulin befreiten Bracteae ent- halten : Fett, Blattgrün, besondere grüne Materie, herben Extracliv- slotT, Gummi, geschmacklose, stickstofffreie Materie, Holzfaser, Eiweiss, essigsaures Ammoniak , essig-, schwefel-, salz- und salpetersaures Kali, essig-, äpfel- und phosphorsauren Kalk, eine Spur von phos- phorsaurer Bittererde, Eisenoxyd und Schwefel. {Payen, PeUetan und Chevallier.) Das Lupulin enthält: flüchtiges Oel , Fett, Spur, — Harz, Bitterstoff, Gummi, Holzfaser, Spuren Osmazom (??), Aepfel- säure, saures essigsaures Ammoniak, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, äpfel- und phosphorsauren Kalk, Eisenoxyd, Spui"en von Schwefel. {Payc/i, Chevallier und PeUetan.) — Das Lupulin enthält : riechendes Princip, Wachs, Harz, Gerbstoff mit Gallussäure ('??), Bitterstoff, ex- Iraclive Materie und Holzfaser. {Ives.) — Die Hopfenkeime ent- halten : Asparagin, ein Harz, ein Oel, Gerbstoff, Aepfelsäure, äpfel- sauren Kalk, Extractivstoff, Zucker, rothen Farbstoff, Schleim und Eiweiss. In dem Oele ist ein kryslallisirter Körper enthalten. [Leroy.) Das Oel des Hopfens ist schwefelfrei und gehört in die Reihe derCam- phene. (ß. Wagner.) Einige Pflanzen dieser Familie enthalten nach Payen's Beobachtung in besondern grossen Zellen der Blätter warzenförmige Con- cretionen von kohlensaurem Kalk ; diese Zellen sind umgeben von anderen kleineren Zellen, die einen sauren Saft enthalten. — Die scharfen und ätzenden Stoffe, die bei mehreren Urtica-Arlen aus- gesondert werden und z. B. bei Urtica crenulata Uxhrj. den Charakter eines heftigen Giftes annehmen, sind nicht näher bekannt, bei unsern Nesseln soll der scharfe Stoff Ameisensäure im concentrirten Zustande sein. Die Samen enthalten häufig fettes Oel und Schleim. O. 185. Artocarpeae. Ficus Carioa. L. Der aus jungen Stengeln gesammelte Milch- saft von gewürzhaftem Geruch und gewürzhaft scharfem, bitlerem Geschmack, Lakmus schwach röthend, beim Kochen nicht coaguli- rend, eine zähe, weisse Substanz absetzend, enthält: riechende Sub- stanz, Cerin, sehr wenig von einem nicht inAether löslichen Hartharz, Federharz, widerlich bitteren, scharfen, zerfliesslichen Extractivstoff, Gummi, Eiweiss, freie Püanzensäure, pflanzen-, schwefel- und salz- Classis XXXVII. Urticinae. 203 saures Salz. {Geiger und Reimann.) — Der aus milchenden Schalen der grünen Feigen ausfliessende Saft enthält: Cerin, ein brennend scharfes Harz und eine caoutchouciihnliche Sub- stanz. Werden die Schalen mit Weingeist ausgezogen und der Äl- coholauszug deslillirt , so erhält man ein scharfes Destillat , aus dem sich Krystalle absetzen, der Rückstand ist ein Harz ohne alle Schärfe. {Landerer.) — Die trocknen Feigen enthalten: Fett, Zucker, Extractivsloff, Chlorcaicium, Gummi, ein phosphorsaures Salz, Pflan- zenfaser und Samenkeime (?). {Bleij.) Ficiis elastica. Rxbg. Der Milchsaft dicklich, geruchlos, fast ohne Schärfe, enthält: braunes, in Weingeist lösliches Weichharz , dem Federharz ähnliche Materie, Gummi. {Fr. v. Esenbeck.) — Der Saft der jungen Zweige enthält: Viscin (ein in Alcohol unlösliches, fadenziehendes Weichharz), Harz, Wachs, Gummi, Extractivsloff und ein Kalksalz. Der Milchsaft des Stammes enthält dieselben Be- standtheile , statt des Viscin aber Caoutchouc. {Nees v. Esenbeck und Clamor-Marquart.) — Der Milchsaft, der gegen das obere Ende zu immer wässeriger wird, enthält: Caoutchouc, Harz, ein pflanzensau- res Magnesiasalz , Zucker (?) , Dextrin (?) und Spuren von Kalk und Natronsalzen. {Adriani. ) Aiiliarls toxicaria, Lesch. Das Antiar-Upas enthält: Federharz, braunen extractiven Farbstoff, Anliarin, bassorinartige Materie. {Pel- letier und Caventou.) — Der Saft enthält: Gummi, Wachs, Eiweiss, Zucker, Extractivsloff, Antiarharz und Antiarin. {Mulder.) Morus alba. L. Die Blätter enthalten: Eiweiss, Chlorophyll, unkry- stallisirbaren Zucker, Bitterstoff, gefärbten Schleim, äpfelsauren Kalk und Holzfaser. {Lassaigne.) Die Früchte enthalten viel Zucker, das Holz einen gelben Farbstoff. Morus nigra. L. Die frische scharf-bittere Wurzelrinde enthält: fast geschmackloses Fett, gelben, harzigen Farbstoff, harzartigen Gerbstoff, Gummi, wenig Schleimzucker, Stäike, Holzfaser, Eiweiss, viel äpfel- sauren Kalk. {Wackenroder .) — Der Saft des Baumes enthält eine eigenthümliche Säure {Klaproth) , identisch mit Bernsteinsäure {Tü7i- nernKüin), davon verschieden. {Landerer.) Maclura tlnctoria. Aw/^. (Morus. I. Broussonetia. Aw^/?,.) Das Gelb holz enthält: schwarze, in dünnen Massen pomeranzengelbe, harzartige Materie, gelben extractiven Farbstoff, Gerbstoff, Gummi, Holzfaser. {George.) Proust fand darin Gallussäure. — Das Gelbholz enthält weisses und gelbes Morin {Chevreul) , das ist Morin und Moringerb- säure. {R. Wagner.) Pialanus occidentalis. L. Der aus den verletzten Blatt rippen und Blattstielen ausfliessende Milchsaft enthält: viel Harz, nur in kochendem Weingeist löslich, — • Federharz, wenig Gummij phosphor- und salzsaure Salze. {John.) 204 I. Vegetabilia dicotyledoiiea. Platanus acerifolia. W. Die sich von selbst vom Stamme ablösende Borke enthält: Phlobaphen und eine gelblich-weisse, amorphe, bei 180° C. schmelzende Substanz. [Hofstetter und StaeheUn.) Viele Pflanzen dieser Familie enthalten scharfe Stoffe, wie z. B. die Wurzeln von Dorstenia Conlrajerva £., D. Drakena £., D. Tu- bicina R. et P., D. brasiliensis Lam., der Milchsaft von Ficus Ba- dula W., F. Carica L., F. toxicaria L., F. septica Forst, u. s.w. Der Milchsaft hält bei den meisten Pflanzen dieser Familie Caoutchouc, z. B. in F. nymphaeifolia L. , F. populnea W. , F. indica Rxbg. , F. religiosa L., F. toxicaria L., F. Badula H. et B., F. elyplica II. et B., F. prinoides //. et B. , Cecropia peltata L. , C. palmata W. u. s. w. Die Zweige dienen bei mehreren Ficusarten dem Coccus Lacca Ker. zum Aufenthalt, wodurch das Ausschwitzen eines Harzes hervorgerufen wird, das als Gummi lack bekannt ist, wie bei Ficus indica Rxbg., F. religiosa Z., F. benghalensis Z. , F. Tsjela Rxbg. Die Früchte enthalten im reifen Zustande meist viel Zucker, z. B, die Feigen von F. Carica L. , F. Rumphü Blum. , F. religiosa L. , F. Sycomorus I., F. bcnghalensis L. , F. glomerata Rxbg. , F. racemosa L. , F. Benja- mina Z,., F. Granatum Forst., F. auriculata Loicr., die Früchte von Morus alba, rubra, nigra, von Artocarpus incisa L. ß., und Artocar- pus integrifoiia L. fil. Gelber Farbstoff findet sich in mehrei-en Pflan- zen der Gattungen Maclura, iMorus, Broussenetia, in mehreren Ficus- arten, wie in F. tinctoria Forst, und F. infectoria W. Ob alle mit dem Morin identisch sind, ist nicht erwiesen. Bitterstoffe, wie in den Nüssen von Antiaris saccidora (Lepurandra. Nimmo), der Wurzel- rinde von Morus nigra scheinen wenig verbreitet zu sein, eben so ätherische Oele, die bei g. Dorstenia vorkommen. Das Vorkommen von Gerbstoff ist in mehreren Pflanzen dieser Familie bekannt, z. B. im Holz von Morus tinctoria, in den Wurzeln von Artocarpusarten, der Wurzel von Gunnera scabra R. et P. [Der Gerbstoff färbt Eisen- salze schwarz.] Ob der schwarzwerdende Saft der letzteren Pflanze denselben Stoff' wie Bhus enthält, ist unbekannt. O. 186. Moiiimieae. Viele hieher gehörige Gewächse sind aromatisch, z. B. Atherosperma moschatum riecht wie MuscatnUsse, Laurelia aromalica Juss. ist sehr ge- würzhaft. Der Stamm von Ambora ist milchend. CLASSIS XXXVIII. A 111 e n t a c e a e. O. 181. Styracifliiae. Liqiiidambar Slyraclflua. L. Von diesem Baume stammt der Storax liquidus oder Styrax liquidus. In dem Balsam dieses Baumes Classis XXXVIII. Amentaceae. 205 ist Styracin enlbalten [Bonastre) und Zinimlsäure, nicht Benzoesäure. [Marchand.) Allingia excelsa. Noronh. (Liquidamhar Allingia. Blum.) Von diesem Baume kömmt der Storax liquidus orientalis. O. 188. Uliiiaceae. Ulmus campestris. L. Der im Mai aus dem Stamme abgezapfte Saft enthält: einen Pflanzensloff, der an der Luft unauflöslich wird, essigsaures Kali, kohlensauren Kalk, der durch überschüssige Kohlen- säure in Lösung erhalten wird; im November enthält der Saft: kohlensauren Kalk, essigsaures Kali und Pflanzensloff. [Vanquelin.) Die Rinde enthält: grünes, klebriges Veii (wahrscheinlich ein Ge- menge von fettem Oel und Harz) , einen nicht zusammenziehend schmeckenden, Leim fällenden, Eisensalze schwarzgrün färl)enden Stoff (Gerbsäure, Davy) , eine grosse Menge von Schleim (der keine Pektinsäure ist), unlöslich in kaltem und kochendem Wasser. [Berze- lius Lehrb. 7. Bd.) In den Pflanzen dieser Familie herrscht der Gehalt an Gerbstoffen vor, besonders in den Ulmus- und Celtis-Arten. In den Rinden der Ulmus-Arlen kömmt ausserdem viel Schleim vor. Das Holz der Gat- tung Abelicea ist wohlriechend. Die Früchte enthalten meist etwas Gerbstoff, aber viel Zucker und Schleim bei vielen, z. B. bei Celtis aculeata Sw.^ C. occidentalis i., G. australis L. u. m.a. Die Samen enthalten meist fettes Oel, besonders bei den Celtis-Arten. Die Sa- men von Chailletia toxicaria Don. sind giftig. O. 189. Cupiilifeiae. Carpiniis Betulus. L. Der im Frühjahr abgezapfte Saft enthält: ExtraclivslofF, Zucker, Gummi, in Weingeist unlösliche, färbende Materie, freie Essigsäure, essigsaures Kali und Kalk. [Vauqiielin.) Mit der Innern Rinde kann gelb gefärbt werden. Corylus Avellana. L. Die Haselnüsse enthalten ein dem Mandelöl ähnliches, mildes, fettes Oel. [Stichel.) Die Deckblä tter der Ha- selnüsse enthalten Aepfelsäure. [John.) Fagus sylvatica. L. Der im Frühjahr abgezapfte Saft enthält: Gerbstoff, ExtractivstofT, Schleim, Gallussäure, Essigsäure, essigsaures Kali und Kalk. [Vauquelin.) Die Rinde enthält: ein im Geruch der Vanille ähnliches Princip, sehr wenig Gerbstoff, eine eigenthümliche, rothe Materie, Gummi, Moder, zum Theil mit Kali verbunden. [Bra- connot.) Die Rinde enthält: eine grüne, harzige Substanz (unreine Gerbsäure?) , die durch Eisenoxydsalze mit braungrüner Farbe gefällt wird, — eine in Alkalien lösliche, aus dieser Lösung durch Säuren fällbare Materie von bitterem Geschmack. [Chinovasäure?] [Lepage.] 206 I. Vegetabilia dicolyledonea. Die Bucheckern enthalten: fettes Oel (das durch Auspressen ge- wonnen wird) , in dem Rückstande Fagin , eine bittere , narkotische Substanz (die nach Zrmon basisch ist), die {nach Herberyer) mit Wasser überdestillirt werden kann. {Buchner und Herberger.) Castanea viilg-aris. Lam. (Fagus castanea. L.) Der Saft enthält: wenig ExtractivstofT, viel Salpeter, etwas essigsaures Kali. {Vauquelin.) Die Frucht enthält Zucker. Qaercus Cerris. L. Liefert die französischen Galläpfel. Quercus infectoria. Oliv. Liefert die türkischen Galläpfel. Die Galläpfel enthalten: Gerbstoff, Gummi, Holzfaser, Gallussäure, ExtractivstofT, Kalksalze und andere Salze, unlöslich gewordene Ma- terie, offenbar Oxydationsprodukte des Gerbstoffes." {Davy.) Die Galläpfel enthalten: Gerbstoff, Gallussäure, oxydirten Gerbstoff, Holzfaser, wenig gerbsaures Kali und Kalk {Berzelhis) , ausserdem talgartiges, flüchtiges Oel {Hagen], G\ps {Trommsdorff] , Essigsäure {Bouillon-Lagrange) und Zucker {Braconnot.) Die Galläpfel enthalten: Gerbstoff, Gallussäure, Ellagsäure, Luteogallussäure, braunen Extrac- tivstoff, Gummi, Stärke, Chlorophyll, ätherisches Oel, Zucker, Albu- min, Salze und Pflanzenfaser. {Guibourt.) Quercus sessiliflora Sm. so wie auch Q. Robur. L. liefern die Eicheln, welche enthalten: Stärke, Holzfaser, eine stickstoffhaltige, mit Tannin verbundene Materie, extractarlige Materie, unkrystallisirbaren Zucker, fettes Oel, Citronsäure, schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphor- saures Kali und Kalk, Kieselsäure, Eisenoxyd und Milchzucker. {Bra- connot.) Keinen Milchzucker, sondern einen eigenlhümlichen Zucker, den Quercit. {Dessaigne.) Quercus Robur. L. (Q. pedunculata. Ehrh.) Die Eichenrinde enthält einen krystallisirten Bitterstoff, das Quercin. {Gerber.) Das Eichen- hol z haucht fortwährend Essigsäure aus. {Dobereiner und v. Gersdorf.) Die Eichenrinde enthält Gerbstoff und Gallussäure {Fr. Müller), oxydirten Gerbstoff, Holzfaser, Gerbstoff, Kali und Kalk. {Berzelius.) Quercus Aegllops. L. Gibt die Valonia. — Der Gerbstoff derselben geht durch Schwefelsäure nicht in Gallussäure über, von welcher eine kleine Menge fertig gebildet vorhanden ist. {Stenhouse.) In warmen Gegenden schwitzt eine Art Manna aus diesem Baume aus. Quercus mannifera. Lindl. Schwitzt in den Blättern eine Art Manna aus. {Brant.) [Mannit?] Quercus tinctoria. W. Enthält in der Rinde Gerbstoff {Bollcg) und Quercitrin. {CItevreul und Bolley.) Quercus Suhcr. L. Der Kork enthält: bei der Destillation mit Wasser übergehendes, wohlriechendes Princip, Wachs {Chevreurs Cerin), wei- ches Harz, rothen Farbstoff, gelben Farbstoff , Gerbstoff, stickstoff- haltige, braune Materie, Korkslofl" (Suberin) , Gallussäure, Essigsäure und Kochsalz. {Chevreul.) Der Kork enthält: Harz, Gerbstoff, ex- Classis XXXVIIl. Amentaceae. 207 tractive Materie, Korkstoflf, pflanzen-, phosphor-, schwefel- und salzsaures Alkali und phosphorsauren Kalk. (John.) Der Kork ent- hält : Cerin , Extraclivstoff, Gerbsäure und Korkcellulose. Das Su- berin ist nicht rein von Cerin und slickslolTlialliger Materie darzustel- len. [Doepping.) Die Gewächse dieser Familie enthalten im Allgemeinen eine be- trächtliche Menge von Gerbstoffen, die, bis auf den der Galläpfel, alle unbekannt sind. Die Früchte enthalten häufig feiles Oel, das in den wenigsten ganz fehlt, in den meisten Fällen ist eine grosse Menge von Stärke vorhanden, wie bei Quercus Esculus, Cerris, Aegilops, rolundi- folia, Suber, Hex, Castanea, Prinos, Ballota, cuspidata, molucca, sali- cifolia etc., von Corylus americana, rostrala, Colurna, von Castanea americana, pumila, argenlea und Tungurrut etc. etc. O. 190. Betulaceae. Betula alba. L. Die Rinde enthält: Spuren von Birkenkamphor (Betu- lin), Harz, bittern Extraclivstoff, Spuren von Gallussäure, und Gerb- stoff, braunes, gummöses Extract, korkarlige Materie , saures pflan- zensaures Kali , Kalk und andere Salze in geringerer Menge. {John.) Die Rinde enthält: gelbweisses Hartharz, F^xtractivsloff, etwas Gerb- sloff und Gallussäure, korkarlige Materie; in der Asche : kohlensauren Kalk, Thonerde, Eisenoxyd und Kieselsäure. [Gauthier.) Die Rinde enthält: eine kryslallinische Substanz, das Betulin, abweichend in seinen Eigenschaften von dem Betulin Julm's, eine Art Stearopten von angenehmem Geruch, drei verschiedene Harze, eine bittere Substanz, eine Eisensalze grün färbende Substanz. {Hünefeld.) Die aufgebor- stene Rinde eines allen Baumes enthielt: eine amorphe, spröde, gelblichweisse, in Alcohol und Aether schwer lösliche, nicht verseif- bare Substanz und Phlobaphen. {Hofstetter und StaeheUn.) Die Bir- kenrinde enthält neben Betulin ein amorphes Harz. {Hess.) Der im Frühling abgezapfte Saft, farblos, süss, Lackmus röthend, enthält: braunfärbenden Extraclivstoff, Schleimzucker, Essigsäure, essigsaures, vielleicht auch vveinsaures Salz, und kohlensauren Kalk. {John.) Der Saft enthält: Schleimzucker, Eiweiss, gelben Farbstolf [Gieselei-) , er enthält: Rohrzucker, Eiweiss, Weinsäure, weinsaures Kali, essigsaures Kali, Gyps, Extraclivstoff', Gummi, in Wasser lös- liche, stickstoffhaltige Substanz, und Chlorkalium. {Brandes.) In den Blättern der Birken ist weder Populin noch Salicin nachzuweisen. {Herberger.) Die Birkenrinde enthält einen Gerbstoff, der weder durch Leim- noch Brechweinsteinlösung gefällt und durch Schwefel- säure nicht geröthet wird. {Stenhouse.) Das durch eine Art trockne Destillation gewonnene Birkenrindenöl enthält ein dem Terpentinöl gleich zusammengesetztes Oel (Sobrero), das theil weise fertig gebildet in der Rinde enthalten sein mag. Die Blätter enthalten einen gelben ^8 I. Vegelabilia dicolyledonea. Farbstoff. (Vielleicht zugleich der Gerbstoff derselben.) Die jungen Knospen enthalten ätherisches Oel. ßetiila lenta. L. In der Rinde ist ein geruchloser Stoff enthalten, der durch einen andern, in der Rinde enthaltenen Stoff, der als Ferment wirkt, in Gaultheriaöl und einen oder mehrere nicht gekannte Pro- dukte zerlegt wird. {Procter.) Der Saft des Raumes enthält viel Zucker. Alnus glutinosa. Gaertn. (Retula Alnus. L.) Die Rlätter enthalten weder Populin noch Salicin. {Herberger.) Die Rinde ist sehr bitter und enthält Gerbstoff. — Der Gerbstoff der Rinde wird weder durch Leim- noch Rrechweinsteinlösung gefällt, auch nicht durch Schwefel- säure gerothct. {Stenhouse.) Auch die Blätter und Zapfen enthal- ten Gerbstoff. Die übrigen Betula- und Alnus-Arten kommen in den Eigenschaf- O. 191. Myiiceae. Myrica cerifera. L. Die ganze Frucht enthält: Wachs, rothbraunes Harz, in Essigsäure löslich, schwarzes Pulver, stärkmehlartige Materie. {Dana.) Das Wachs gibt durch Verseifen Glycerin und ein Gemenge von Oel- und Margarinsäure. {Chevreul.) Die Wurzel wirkt wie Ipecacuanha. Myrica Gale. L. Die Pflanze enthält in allen Theilen ein aus Elaeop- len und Stearoplen bestehendes flüchtiges Oel. {Rabenhorst.) Die Wurzel enthält: ätherisches Oel, Wachs, Harz, Schleimharz, fettes Oel, Gummi, äpfelsauren Kalk, Extractivstoff, Gerbstoff, Stärke, freie Aepfelsäure, Holzfaser. In der Asche : kohlensauren und phosphor- sauren Kalk, kohlen- und schwefelsaures Kali, Chlorkalium, phosphor- saure Magnesia, Gyps, Eisenoxyd und I{!ieselsäure. {Rabenhorst.) Viele Pflanzen dieser Familie enthalten Wachs in den Früchten, z. B. Myrica Taja , carolinensis , aethiopica , serrata , quercifolia und cordifolia. So wie in der Wurzel von Myrica cerifera kömmt ein brechenerregender, in grösseren Dosen auch purgirender Stoff in der Wurzel von Myrica carolinensis, pensylvanica und andern nordame- rikanischen Myrica -Arten vor. Die meisten Gewächse dieser Familie enthalten Gerbstoff' (viele ausserdem einen BilterstofT) und ein ätheri- sches Oel. O. 192. Casiiariueae. lieber die Zusammensetzung der hieher gehörigen Vegetabilien ist nichts bekannt. Classis XXXIX. Coniferae. 209 CLASSIS XXXIX. Coniferae. O. 193. Taxi na e. Taxus baccata. L. Die Blätter enthalten: bitteres, flüchtiges Oel, Harz, Blattgrün, gelben, extractiven Farbslotr, Gerbstoff, extractiven Bitler- stoff, Zucker, Gummi, Holzfaser, Gallussäure und äpfelsauren Kalk. [PereUi.) Die Blätter enthalten ein durch Alcohol ausziehbares Harz, einen Bitterstoff und scharfes, flüchtiges Oel. [Righini.) Die Samen sind bitter, das Fruchtfleisch ist süss. — Die Pflanzen dieser Ordnung sind in Betreff der Zusammensetzung sehr wenig gekannt. Gerbsäure scheint in ihnen (Allen?) reichlich vorhanden zu sein, wie z. ß. in Ephedra distachya L. und E. mono- stachya L. Das Fruchtfleisch ist oft zuckerreich